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Nagolder Tagölatt «Der Gesellschafter

Montag, 2. September 1928.

68. Katholikentag

Freiburg i. Br.. 31. August.

In der ersten geschlossenen Versammlung des Frerburger Katholikentags im Freitag nachmittag wurde ein Begrü- hungstelegramm an den Papst gesandt, worin der Papst der Treue der deutschen Katholiken versichert wird und in oem seines 50jährigen Priesterjubiläums gedacht wird. Die erste große öffentliche Versammlung wurde abends in der Schwarzwaldhalle vom Präsidenten Marx eröffnet. Universitätsprofessor Dr. Karl Adam sprach überDie sakra­mentale Weihe der Ehe. Die christliche Familie als Keim­zelle des Leibes Christi". Die christliche Familie sei über­natürlich, weil der eheliche Bund übernatürlich sei. Die christliche Kultur werde im wesentlichen ihre Heimstatt in der christlichen Familie haben. Die Zukunft der Kirche im Abendland sei nicht zuletzt davon abhängig, ob es gelingen werde, eine christliche Kultur neu aufzubauen. Am Sams­tag sprach Katechat Hugo Schuster überElternpfücht gegenüber falschen Freunden der Kinderwelt". Abends führte in der zweiten geschlossenen Versammlung Ober­regierungsrat Engelbert Lohn-Karlsruhe überEltern­recht und Berufsschule" u. a. aus: Durch die Reichsin fassung ist das Recht der Eltern auf die Bestimmung, in welcher Weise ihre Kinder erzogen werden sollen, aner­kannt. Die katholischen Eltern wollen neben der beruflichen Schulung der Kinder vor allem die Sicherstellung der im Elternhaus und in der Schule zugrundgelegten religiösen Erziehung.

Dr. B l e y e r - Budapest hielt einen Vortrag über Elternrechte und soziale Minderheiten". Oberstudiendirek­tor Dr. Schnippen köt t e r-Essen sprach überDie

in Freiburg i. Br.

christliche Familie und ihre Gefährdung durch weltanschau­liche Gegner". Es gebe zwei große Zentren familicnzer- störender Kräfte, Washington und Moskau, die im Grgem satz zu dem Weltzentrum Rom stehen.

Der Katholikentag an den Reichspräsidenetn

Freiburg i. B., 1. Sept. Die 68. Generalversammlung der deutschen Katholiken hat durch ihren Vorsitzenden Reichskanzler a. D. Dr. Marx folgendes Telegramm an den Reichspräsidenten v. Hindenburg gesandt: «In Liebe und Verehrung gedenkt die 68. Generalversammlung der deutschen Katholiken der vorbildlichen Hingabe an Volk und Vaterland, mit der Sie, hochverehrter Herr Reichspräsi­dent, jetzt schon 4 Jahre das schwere und verantwortungs­volle Amt des Oberhauptes der deutschen Republik geführt haben. Die Katholikenversammlung betont mit besonderem Ernst angesichts der gegenwärtigen fchweren Lage des deut­schen Volks in Treue zum Staat zu stehen und mit allen Kräften ihre erfolgreichen Bemühungen zum Wiederaufbau des Reichs zu unterstützen."

Der Herr Reichspräsident hat auf das Begrüßungstele­gramm geantwortet:Den Teilnehmern am 68. Katholiken­tag danke ich für das freundliche Meingedenken und für das Gelöbnis ernster, treuer Mitarbeit am Wiederausbau des Vaterlands. Ich erwidere Ihre Grüße herzlich mit dem Wunsch, daß Ihre Arbeiten der Förderung christ> licher Gesinnung und der Festigung der Einigkeit im deutschen Volk erfolgreich dienen mögen, v. Hindenburg, Reichspräsident."

Hitze

aber vor allem mit gütig übersehenden Augen erlebte. 2m großen und ganzen freut man sich Uber Schönes, je­doch ein Sprichwort verkündet auch, daß nichts schwerer zu ertragen sei, als eine Reihe von guten Tagen. Dies scheint mit den letzten der Fall zu sein, auch wenn der Landmann dankbar war, schönste Erntetage zu ha­ben, so hatte das Wochenende doch etwas besonderes für sich. Männer, auf die die Zahlen 30 bis 40 anzuwenden sind, stehen in der Blüte der Jahre, sind im vollen Man­nesalter, aber so die Zahlen 3040 auf dem Thermome­ter zu lesen sind (32 Grad im Schatten und 40 und mehr in der Sonne), da kann auch der stärkste Mann es sich nicht verkneifen, mit einem hoffenden Augenaufschlag nach einem im Südosten sich zusammenballenden Eewitterwölk- chen sich den Schweiß von der Stirne zu wischen.Aber alles Hoffen auf das um die 3. Mittagsstunde am Horizont sich zeigende Wetter war umsonst und weiter mußten die Ver­kehrsschutzleute unter ihren warmen Mützen in der Vor­stadt mit ziemlicher Fixigkeit verkehrstechnische Freiübun­gen machen, um den wieder außergewöhnlichen starken Verkehr in unfallverhlltende Bahnen zu weisen und wei­ter mußten die Männer mit Stehkragen, warmen Rocken und anderen notwendigen Uebeln bekleidet darüber Nach­denken, wie man den Bekleidungsvorschriften eine Kriegs­erklärung machen und vor allem auch durchführen könnte. Wer Zeit hatte und sich von den Mängeln im Nagold­bad nicht abschrecken ließ, der suchte Erholung in den küh­lenden Wassern der Nagold oder er pendelte von Verneck aus zu dem neuerlichen Treffpunkt der Nagolder Vade- freunde, in das schön am Waldrand gelegene Wärter Schwimmbad. Nun genug von der Hitze, auch andere Tat­sachen sind von dem Chronist zu verzeichnen. So versam­melte sich am Samstag der

angriff gestürmt, viele Araber wurden ins Gefängnis nach Jerusalem gebracht.

Zahlreiche Abteilungen englischer Truppen wurden zum Schutz der jüdischen Kolonien und zur Bestrafung der Araber aufs Land geschickt. In Akko, 12 Meilen nördlich von Haifa, sollen neue Unruhen ausgebrochen sein. Im allgemeinen hat sich die Lage jedoch bedeutend gebessert.

Die Daily News meden, starke arabische Skreitkräfkr hätten die syrische Grenze überschritten, um südwärts in Palästina einzudringen. Englische Flugzeuge seien gegen sie ausgesandt worden.

Württemberg

Stuttgart, 31. August. Gegen eine Preisermä­ßigung in den Gaststätten. In der Deutschen Wirtszeitung wird darauf hingewiesen, daß die Verkaufs­preise in den Gaststätten vielfach in einem schreienden Miß­verhältnis zu den tatsächlichen Gestehungskosten seren. In letzter Zeit haben sich die Fleischpreise durchschnittlich um 20 v. H. erhöht. Die Löhne, die sozialen und sonstigen Unkosten haben ebenfalls fortlaufend eine Steigerung er­fahren. Die Steuerschraube werde immer mehr ungezogen. Das Arbeitszeitnotgesetz und die sonstigen sozialen Er­rungenschaften belasten die Betriebe ungeheuer. Die Pacht­sätze werden ständig zu erhöhen versucht und haben heure in den meisten Geschäften einen Umfang angenommen, der weit über das Maß des Erträglichen hinausgehe. Anstatt ihre Speisenpreise den gesteigerten Unkosten anzupafsen, finde man, daß die Verkaufspreise nicht nur nicht erhöht, sondern vielfach noch ermäßigt werden in der zweifelhaften Hoffnung, dadurch einige Gäste zu gewinnen. Ohne Zweifel seien die Geschäfte im Wirtsgewerbe gegenwärtig außer­ordentlich schlecht, und das Stempeln und Preisunterbieten sei ein bedauerliches Zeichen dieses schweren Wirtschafts­kampfes. Die Speisenpreife in den Gastwirtschaften seien nachgewiesenermaßen in Stuttgart und in Württemberg überhaupt die billigsten in ganz Deutschland. Auch der Abschlag mit den Weinpreisen, der da und dort vielfach in marktschreierischer Weise durchgeführt werde, sei ein ge­fährliches Experiment. Es sei unklug, die im Herbst ein­gekauften Qualitätsweine zu Verlustpreisen zu verschleu­dern, denn es sei heute noch sehr zweifelhaft, ob es im Herbst möglich sein werde, diese Weine wieder zu an­gemessenen Preisen einzukaufen.

Kirchenopfer am diesjährigen Ernte- und herbstdankfest.

Nach einem Erlaß des Evang. Oberkirchenrats über das Kirchenopfer am diesjährigen Ernte- und Herbstdankfest sollen, wie alljährlich so auch Heuer aus dem Kirchenopfer des Ernte- und Herdstdankfestes neben einer Beisteuer für die Hagel- und Wettergeschädigten die Werke und Anstalten der Inneren Mission in Württemberg bedacht werden.

Tagung des Württ. Forstvereins. Vom 18 bis 20. Sep­tember hält der Württ. Forstverein seine 36 Mitglieder­versammlung in Stuttgart ab. Die Hauptverhandlungen sind am 19. September im Stadtgarten. Dabei spricht Pro­fessor Dr. Hil f, Eberswalde, über Zeitstudien im forstlichen Betrieb, Professor Dr. Vogel, Stuttgart, über die neu­zeitlichen Grundsätze der Insektenbekämpfung, Forstmeister Feucht, Stuttgart, über forstliche Rücksichtnahme auf Landschaft und Volksleben (mit Lichtbildern). Abends ist im Saal des Stadtgartens ein Familisnabend. Am 20. Sep­tember findet vormittags ein Waldbegang durch den frühe­ren Rotwildpark zur Solituds statt.

47 Grad Wärme. Am Sonntag mittag wurden in Stuttgart in der Sonne 47 Grad C. verzeichnet. Nach­mittags >45 Uhr waren es noch 33 Grad im Schatten.

EinErzbischof" auf der Anklagebank. Der 28jährige deutsche Staatsangehörige Eugen Schmucker, wohnhaft in Stuttgart-Heslach, der im vorigen Jahr von dem Erz­bischof Husik Sarabiam in Belgrad zumBischof aller in Deutschland lebenden armenischen Christen" geweiht wor­den sein will, wurde vom Schöffengericht Stuttgart wegen eines Vergehens der Urkundenfälschung zum Nachteil des Fürsorgeamts zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Gegen Schmucker war schon ein Verfahren wegen falscher Titel­führung im Gang. Das Gericht hielt ihm vor, daß er sich selbst vom Bischof zum Erzbischof gemacht habe. Schmucker entgegnete, daß die Satzungen seiner Religions­gemeinschaft ihn dazu berechtigen. SeineDiözese^ um­fasse das Gebiet von ganz Deutschland, und da rücke man eben von selbst vor. DieDiözese" Schmuckers ' t nur einige hundert Armenier. In den letzten Jahren be­fand sich seine Familie in Not.

Pleidelsheim, OA. Ludwigsburg, 1. Sept. Fisch­frevel. Das Landjägerkommando Besigheim ermittelte über 20 Personen in Pleidelsheim, die schon längere Zeit bei Tag und besonders bei Nacht unberechtigt im Neckar

fischten. Die Beute wurde verkauft, kleine Fische dienten als Hunde- und Katzenfutter.

Crailsheim, 31. Sept. Ob st bau tag. Verbunden mit einer Obst- und Obstbaugeräteausstellung des Bezirksobst­bauvereins Crailsheim findet hier am 21.23. September 1929 der 17. Obstbautag statt.

Metzingen. 1. Sept. Streik. Wegen Lohnstreitig­keiten bei der Firma Ehr. Leibfarth, Kartonnagenfabril. legte die Belegschaft die Arbeit nieder.

Reutlingen, 1. Sept. Dr. Haller Oberbürger, meister. Durch Entschließung des Staatsministsriums vom 28. August d. I. ist dem Stadtschultheihen Dr. Haller in Reutlingen der Titel Oberbürgermeister verliehen wor­den. Der Gemeinderat von Reutlingen hatte seinerzeit kurz nach der Wahl, aus eigener Machtvollkommenheit Dr. Haller den Oberbürgermeistertitel verliehen, wozu er indessen kein Recht besaß.

Waiblingen. 31. August. Tod auf den Schienen. Tot aufgefunden wurde abends der 56jährige Landwirt S. auf dem Bahnkörper der Linie WaiblingenNeustadt. Der Verstorbene war als ruhiger, fleißiger Mann in weitem Umkreise bekannt und beliebt und hatte wie so viele durch die Inflation seine ganzen Ersparnisse verloren.

Heilbronn, 31. August. 25 Jahre Innungs- meister. Ein Jubiläum seltener Art kann der Innungs­obermeister der Freien Schreiner-Innung Heilbronn, Chri­stof Sinn, am 2. September begehen. 25 Jahre sind es, daß er das Innungsfchiff durch Klippen und Brandung ge­führt hat. Die Gewerbehalle Heilbronn betreu!» er 25 Jahre als Vorstand.

Schwenningen, 31. August. Dr. Eckener- und Dr. Dürr-Ehrung. Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, zwei neue Straßen nach Dr. Eckener und Dr. Dürr zu benennen. Brand. Nachts brannt» das Gasthaus zurSonne" in Oberaldingen nieder.

Reichenbach a. Fils, 31. August. Ein dummer StreichmitdemTod gebüßt. Ein Stuttgarter Auto, das in der Nacht durch Reichenbach fuhr, wurde am Orts­eingang von einem Motorrad angefahren. Die zwei Fahrer hatten beide keinen Führerschein; sie hatten das Motorrad vor einer Wirtschaft in Reichenbach weggenommen. Der eine Fahrer wurde bei dem Zusammenstoß sofort getötet, während der andere einen schweren Schädelbruch davon­trug. Das Auto überschlug sich, so daß die beiden Insassin­nen herausgeschleudert wurden; die Schwiegermutter des Wagenbesitzers mußte in ein Stuttgarter Krankenhaus ge­bracht werden.

Oberndorf a. N.. 31. August. Heftiges Gewitter. Am Donnerstag abend gab es ein starkes Gewitter. Bald bildeten sich auf der Straße kleine Seen und Bäche. Die unterirdische Straßenkanalisation konnte stellenweise gar nicht mehr die Wassermassen aufnehmen. Verschiedene schwere eiserne Schachtdeckel wurden von der Gewalt des Wassers aus den Fugen gehoben und beiseite geschwemmt. Verschiedentlich schlug auch der Blitz in Schwach- und Stark­stromleitungen, ohne aber ernstlichen Schaden anzurichten.

Vom bayerischen Allgäu, 31. August. Ein Opker der Nächstenliebe. Der 47sähr. led. Kulturabeiter Jos. Zimmermann von Berg bei Fischen half einem Landwirt in Thalkirchendorf aus. Ein Kind seines Arbeitgebers war eben im Begriff, unter die Räder eines schwer beladmen Heuwagens zu kommen. Zimmermann sprang rasch hinzu, riß das Kind weg, kam aber selbst zu Fall. Die Räder des Wagens gingen über ihn hinweg und verletzten ihn so schwer, daß er im Krankenhaus Immenstadt starb.

Aus Stadt und Land

Nagold» den 2. September 1929.

Nur nach dem einen mußt du trachten,

Sei würdig, stets dich selbst zu achten. A. Träger. *

Vom August zum September

Kalte regnerische Tage, Hagelschlag, braune Blätter und noch manches andere hatten schon die Einsicht oder Ansicht uns eingepflanztSommer ade!". Aber doch noch einmal raffte er sich auf mit seiner ganzen Kraft, er wollte noch einmal leben in seinen schönsten Farben und im schönsten Licht, ehe er sterben muß. Wohl schauen uns die kahlen Stoppelfelder mit hohlen Augen an, die abge­storbenen Kartoffelstauden, die Hülsenfrüchte und ande­ren später angebauten Herbstgewächse melden den Men­schen, daß es bald in den Herbst hineingeht, aber man will es und braucht es noch garnicht zu merken und zu spüren, wenn man die letzten Tage in ihrer strahlenden Bläue und wohlmeinenden

Seminarkurs 18821889

in den Mauern seiner alten Seminarstadt. 16 frühere Se­minaristen waren es, die mit ihren Familien Wieder­sehen feierten. Am Sonntag wurden die wohlvertrauten Schulräume besichtigt,Da Hab ich gesessen",Hier Hab ich gesessen" wurde festgestellt, in lebhafter Mimik sich da­ran erinnert, welche Eigenheiten dieser oder jener Leh­rer gehabt hat, wie der K . . . au, jetzt plaudere ich aus der Schule . . aus! Zum Schluß versammelte man sich um das Eefallenen-Denkmal des Seminars zu stiller Andachtsstunde. Auch andere, die Uber den Sommer des Lebens hinaus sind, fanden sich am Samstag zusam­men. Die

Sver

d. h. alle die im Jahre 1869 Geborenen kamen in der Ei­senbahn zusammen, in dem Bedürfnis, ihren 60. Ge­burtstag in gemeinsamer Abendzusammenkunft feiern zu wollen. Herr H. Lutz hatte ihnen zu Ehren den Saal mit Blüten und Blumen des Augenblicks freundlich aus- geschmückt. Gekommen waren Teilnehmer aus allen Be­rufen, Ständen und Kreisen der Stadt und gaben ein schönes Bild des Zusammengehörigkeitsgefühls. Manches liebe Wort und Lied hielt die frohen Menschen zusammen, denen diese wenigen Stunden neuen Mut schufen für den weiteren Verlauf ihres Lebens, das noch ein glückliches und langes sein möge. Der Arbeitergesangvercin «Frohsinn" brachte gestern morgen den Insassen des Krankenhauses ein wohlgelungenes

Ständchen

das sicherlich von allen mit dankbarem Herzen ausgenom­men wurde, wie alles, das freudig und gern gegeben wird. Später brachte man der Tochter eines Mitgliedes, die nach Amerika auswandert, ebenfalls noch ein Ständ­chen, als ein trefflich Geleitwort für einen Menschen, der der Heimat den Rücken kehrt Abgesehen von kleineren sportlichen Veranstaltungen hier am Ort und solchen in einigen Nachbargemeinden, zu denen auch Nagolder als Gäste geladen und gegangen waren, stand im Mittelpunkt des ganzen Tages, als ruhige Insel im gehetzten Ge­triebe unserer Jetztzeit und als Hauptveranstaltung des ganzen Bezirks, das

Bezirksmissionsfest

Oaß die Unterstützung der Heidenmission Sache einer Heimatgemeinde ist, ist kein theoretischer Satz, sondern ine Tatsache, die sich mit innerer Notwendigkeit aus der lebendigen Glaubensgemeinschaft erzeugt. So hatte sich gestern zum jährlichen Bezirksmissionsfest in der evange- ischen Stadtkirche eine große Zahl Missionsfreunde aus Stadt und Bezirk eingefunden. Einleitend stellte Herr De- lan Otto die Frage auf: Sind wir eine wahre Nissionsgemeinde? Wenn wir empfangen, ollen wir auch weitergeben; daraus ergibt sich, daß wir :ine empfangende, gebende und eine betende Gemeinde ein sollen. Aus der Ansprache des ersten Redners, Pfarrer a. D. Maier (früher China) hörte man ein Be­kenntnis echten Zeugenmuts. Er schilderte die Heiden als Leute u. a. ohne Liebe, ohne Fenster . . . ohne einen Himmel. Oft begegnet uns der Vorwurf: bleibt zu Hause, indert die Verhältnisse, eh ihr zu den Heiden geht! Sewiß! Innere Mission ist notwendig; aber die äußere Mission ist nicht zu vergessen! Man bekam zu hören, vie die Arbeit im Missionsfeld durch die Tätigkeit der Missionare wie auch durch wunderbar göttliches Walten zesegnet und gefördert wird. Bedingungsvoll nahm man ms Wort aus dem Munde des Redners: Wenn du den Heiland kennen willst, mußt du Künstleraugen haben. Nachdem noch Missionar Schreiber (Borneo) aus sti­rer Tätigkeit berichtet, dabei Einzelheiten erwähnend, be- Mm man ein Bild vom dortigen Heidentum. Alle unsere Missionare der Basler Mission stehen oft vor einer dum- stn Zukunft u. müssen Schritte ins Dunkle hineintumAber ms nicht das Zeichen, daß die Mission eben ein Elau- venswerk ist? Wir leben in einer Zeit, in der ern sieges­bewußter Zug durch die Missionsarbeit hindurchgeht, m rer sich aber auch überaus ernste Entscheidungen im sen der Völker, vor allem in China, vorbereiten, sodaß vie Vorgänge auf den Missionsgebieten unser größtes ^nte- cesse beanspruchen dürften. Nach einem Schlußwort vo Missionar Schmid-Nagold und nach einem Lied sei versammelten Gemeinde verließ man das Eotteshau-, vorbei an den Opferbüchsen, die für die Heldenmisno rufgestellt, in die, wie wir hoffen, reiche Gaben geM? sind. Im Vereinshaus sprach am Abend nochmals Mrssi -

lohrdorf, 1. Sept. Zur Silbernen Hochzeit, die heut Friedr. Eeiselsche Ehepaar beging, brachte °e renchor unter der Direktion des Herrn Oberlehrers