SAMSTAG, 22. MÄRZ 1952
WIRTSCHAFT
NUMMER 4«
Stahlpreis und Montan-Union
Der gegenwärtige deutsche Stahlpreis liegt au tief / Stahlkapazität sollte erweitert werden
Der Schumanplan-Vertrag will durch seine Artikel 60 bis 64 nach seinem Inkrafttreten innerhalb der Montan-Union die Preisvollmachten an sich ziehen, die bis dahin den Regierungen der Mitgliedstaaten zustanden. Allerdings nehmen die Sachverständigen an, daß bis zu diesem Zeitpunkt noch wenigstens ein Jahr vergehen wird. Nach dem Vertragstext sollen die Unternehmen die Preise selbständig bilden, wobei sie sich allerdings aller Maßnahmen enthalten müssen, die als unlauterer Wettbewerb oder Diskriminierung gelten. Das bedeutet bei dem gegenwärtig in allen Ländern der künftigen Montan-Union angewendeten System der Frachtbasispreise für Stahl, daß jedes Unternehmen für die verschiedenen von ihm vertriebenen Erzeugnisse eine Preisliste auf der Grundlage einer für dieses Unternehmen nicht ungewöhnlich liegenden Frachtbasis aufstellen und veröffentlichen muß, deren Preise nicht überschritten werden dürfen. Sie zu unterschreiten ist nur dann gestattet, wenn ein Unternehmen beim Wettbewerb um einen Auftrag in die Preise eines Konkurrenzunternehmens eintreten will, das zu keinem der Unionsländer gehört. Allerdings darf während der im Schumanplan- Vertrag vorgesehenen Übergangszeit von 5 bis 7 Jahren die Hohe Behörde die Möglichkeiten zur Preisunterschreitung einschränken oder sogar ganz verbieten und damit dem Wettbewerb Grenzen setzen.
Normallage Ist Ausnahme
Nun sind wohl alle Sachverständigen der verschiedenen Staaten, die am Vertragstext des Schumanplanes mitgewirkt haben, übereinstimmend der Meinung, daß die Normallage am Stahlmarkt innerhalb der Montan-Union die Ausnahme bildet, und daß demzufolge die Stahlwerke auch nur in diesen Ausnahmezeiten in den Stand gesetzt sind, ihre Stahlpreise selbständig festzulegen. Vielmehr wird voraussichtlich die Hohe Behörde weit mehr von ihrem Recht der Festsetzung von Höchst- und Mindestpreisen Gebrauch machen, als es zur Zeit den Anschein hat.
Erhöhung um 65 bis 90 DM je Tonne
Das im Auftrag des Bundeswirtschaftsministers von seinen Sachverständigen ausgearbeitete Gutachten über die Folgen einer deutschen Stahlpreiserhöhung stellt fest, daß eine Anhebung der deutschen Stahl- preise um etwa 65 bis 90 DM je Tonne volks- wirtschaftlich verantwortbar erscheint. Zur Zeit liegen die deutschen Stahlpreise noch um durchschnittlich etwa 90 DM je Tonne unter den vergleichbaren französischen Preisen einschließlich Produktionssteuer und auch noch um etwa 30
DM je Tonne durchschnittlich unter jenen Preisen ohne Produktionssteuer. Auch gegenüber Belgien hat die Bundesrepublik noch einen Preisvorsprung von durchschnittlich schätzungsweise 20 DM je Tonne. Berücksichtigt muß aber außerdem werden, daß in der Bundesrepublik der Aufpreis für Siemens-Martin-Stahl infolge des zu seiner Fabrikation notwendigen Stahlschrottes zwischen 6 und 8 DM je Tonne beträgt, in Frankreich etwa 56 bis 58 DM und in Belgien 125 DM je Tonne. In Italien aber liegen die durchschnittlichen Inlandspreise für Walzstahlerzeugnisse rund 250 DM je Tonne über den vergleichbaren deutschen. Mit dem Inkrafttreten des Schumanplanes, dessen Ziel die Angleichung der Preise auf dem gemeinsamen Markt ist oder zumindest deren Abstimmung, muß damit gerechnet werden, daß die Hohe Behörde die deutschen Stahlpreise in die Höhe setzen wird.
Der Schumanplan verbietet nach seinem Inkrafttreten die Investierung von Fremdmitteln in
der Stahlindustrie, wenn hierzu nicht die ausdrückliche Erlaubnis der Hohen Behörde vorliegt. Es ist deshalb nach Auffassung des erwähnten Gutachtens im Interesse der deutschen eisenschaffenden Industrie von großer Bedeutung, daß sie bei der gegenwärtigen Marktlage ihre Kapazitäten mit Hilfe von über den Preis gewonnenen Mitteln wirkungsvoll ausbaut.
Schließlich muß aber bei der Festlegung neuer Stahlpreise auch darauf Bedacht genommen werden, daß der kommende gemeinsame Markt die deutsche eisen- und stahlerzeugende Industrie in der Lage sehen muß, auf den anderen Teilmärkten der Montan-Union mit ihren Erzeugnissen Eingang zu finden. Gelingt ihr dies in der ersten Phase des Schumanplanes nicht und sollten dann eines Tages die Preise Umschlägen und dadurch der Beschäftigungsgrad der Stahlindustrie nachlassen, die in ihrem eigenen Land mit der deutschen in Konkurrenz liegen, dann schützt der Vertrag die anderen Stahlerzeuger vor dem natürlichen Eindringen der deutschen Stahlerzeugnisse und beschränkt dieses auf das bis dahin erreichte Maß. Dieses Problem scheint das wichtigste für die ganze Stahlpreisdebatte zu sein. KOM
571000 Pendler im Södwestraum
Drittstärkster Pendelverkehr im Bund / Mit weiterer Erhöhung ist zu rechnen
STUTTGART. Die Zunahme der Beschäftigungsmöglichkeiten in den letzten Jahren hat infolge des in den Industriezentren besonders ausgeprägten Wohnra ummangels zu einer Ausweitung des Pendelverkehrs der Arbeitnehmer zwischen Wohn- gemeinde und Arbeitsort geführt. Das Institut für südwestdeutsche Wirtschaftsforschung beschäftigt sich in einem Bericht über die 571 060 Pendler (gleich 18 Prozent) der 2,3 Millionen Pendler im Bundesgebiet, die nach der Statistik vom September 1950 im Gebiet des Südweststaates ansässig sind Wegen der weiteren Zunahme der Arbeitsplätze wird sogar mit einer Erhöhung dieser Zahl gerechnet. Während im Bundesdurch- sehnitt auf 100 Einwohner 6,7 Pendler entfielen, waren es in Südwestdeutschland 9. Nach Hessen und Rheinland-Pfalz hat damit das jüngste deutsche Bundesland den größten Pendelverkehr.
Von den 571 000 fällt mit 368 700 der größte Teil der Pendler auf Württemberg-Baden. Das Land Baden hat 113 200 und Württemberg-Hohenzollern 88 900 pendelnde Arbeitnehmer. Die Haupteinzugsgebiete sind die Bezirke von Ulm entlang der Industriestraße des Fils- und Neckartales über den Raum um Stuttgart bis Heilbronn und weiterhin von Pforzheim über Karlsruhe bis Mannheim-Ludwigshafen. In den südlichen Landestellen ist die Industrie-Struktur stärker dezentralisiert, ja in den industriellen Bezirken von Reutlingen, Balingen-Ebingen, Tuttlingen und Lörrach
Wertpapierbörse Stuttgart
Industrie-Aktien
AEG
Baumw. tlnterhausen Bemberg Brauerei Wulle Daimler-Benz Deutsche Erdöl Deutsche I lnoleum Erlanger Baumwolle Eßlinger Maschinen Feinmechanik Jetter Gritzner-Kayser Heidelberg Zement Hesser Maschinen Hohner Matth,
Junghans Oebr.
Klenzle Ohren Knöckel Schmidt Knorr C H Kolb & Schale Kollmar & Jourdan Kraftwerk Altwürttbg Maschinen Weingarten Mlttelschw Ubertandz Neckarwerke Eßlingen NSU-Werke Ostertag- Werke Rhein Elektrizität«
Salz Hellbronn Schubert & Salzer SchOle Hohenlohe Siemens & Halske St.
Siemens & Halske Vorz Spinnerei Pfersee Stuttgarter HofbrSu Stuttgarter Verelnsbud Stldd Baumw Kuchen Südd Zucker
<) Exklusive Dividenden; ■) exklusive Bezugsrecht
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14.3.
21.3.
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Vereinigte Decken Calv
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Vereinigte Filz Gienger
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Vereinigte Stahlwerke
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Vereinigte Trlk Vollen
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210
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Wolldecken Well der St
300
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Württ Baumw Eßllng.
26s
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Württ. Cattun
209
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Württ. Elektrizität
105
105
190
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Württ Leinen
190
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WMF
75
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Zeiß Ikon
52
47%
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143
Zellstoffabrik Waldhof
93
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120
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Banken and Vers.-Aktien
100
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14.3.
21.3.
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Commerzbank
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56
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Deutsche Bank
66
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Dresdner Bank
65
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73
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Rhein Hyp.Bank
35
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Württ Bank
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Württ. Hyp.-Bank
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24
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Allianz Lebensver».
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Allianz Vers
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167
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Württ. Feuerver».
32
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Württ.-Bad Ver».
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28%
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Freiverkehr (Aktien)
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MAN
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BMW
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Bleicherei Uhingen
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Eisenhütte Köln
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Gutehoffnungshütte
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Hoesch
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Holzmann
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Mannesm -Röhrenw. St Manne8m.-Röhrenw. Vc Rheinmetall-Borslg Rhein-Stahlwerke J. H Roser Saline Ludwlgshall Salzdetfurth Sehloßgartenbau Schwäb Zellstoff Lauffener Zement
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Festverzinsliche Werte
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7S
sind die Produktionsstätten vielfach in Form von Filialen den Arbeitskräften oft bis ins letzte Dorf gefolgt. Nur sechs Kreise haben als industrieferne Agrargebiete in Südwestdeutschland einen Pendleranteil von weniger als 5 Prozent der Bevölkerung, Wangen i. Allgäu, Neustadt I. Schwarzw., Crailsheim, Mergentheim, Künzels- au und Buchen im Odenwald. Über zwanzigprozentigen Anteil haben die Kreise Pforzheim (mit 24,1 Prozent steht dieser Landkreis an der Spitze des gesamten Bundesgebietes) und Leonberg.
75 Prozent Liberalisierung
BONN. — Angesichts der laufenden Verbesserung der deutschen Zahlungsbilanz hat sich die Bundesregierung entschlossen, die Liberalisierung der Einfuhren vom 1. April an auf 75 Prozent zu erhöhen, teilte das ERP-Ministerium mit. Der Aktiv-Saldo der Bundesrepublik habe bereits den Betrag von 100 Mill. Dollar überschritten.
Vor weitgesteckten Aufgaben
Repräsentative Kölner Möbelmesse
KÖLN. — Zur Eröffnung der Kölner Möbelmesse (21.—24. März) erklärte der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie, Berg; er glaube nicht, daß die derzeitige Entspannung auf den Weltwarenmärkten anhalten werde. Die industrielle Fertigung der Möbelerzeugung stehe vor neuen, weitgesteckten Aufgaben. Durch gediegene Massenfertigung sollen breiteste Schichten mit guten und preiswerten Möbeln versorgt werden. Andererseits soll die Herstellung wertvoller und formschöner individueller Einrichtungen für die Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie Zeugnis ablegen und ftir den Export werben.
Die Möbelmesse bietet in Beschickung und Umfang einen Querschnitt durch das gesamte deutsche Möbelschaffen. Fast 400 reine Möbelfirmen zeigen neben vielen Standardzimmem eine reiche Auswahl an Klein-, Anbau- und Einzelmöbeln.
Automobilsalon eröffnet
GENF. — Am Donnerstag Ist der Genfer Automobilsalon eröffnet worden, auf dem die Automobil-Industrien von zwölf Ländern ihre neuesten Erzeugnisse ausstellen. Großbritannien.' und die Vereinigten Staaten sind mit 23 und 21 Wagen am stärksten vertreten. Es folgen Deutschland, das u. a. den neuen „Ford Taunusr zeigt, Italien und Frankreich.
Plan-Soll nicht erreicht
BERLIN. — Nach Ablauf des Wirtschaftsplane« 1951 hat sich die Versorgung in der deutschen Bevölkerung in der Sowjetzone noch nicht normalisiert, stellt das Deutsche Institut für Wirschaftsforschung fest Die hochwertigen fett- und eiweißhaltigen Nahrungsmittel sowie Zucker sind nach wie vor bewirtschaftet. Dasselbe gilt füf Lederschuhe, Textilien und Brennstoffe.
Zunehmende Spannungen
BERLIN. — In seiner neuesten Konjunktur- Diagnose weist das Deutsche Institut für Wirschaftsforschung auf die zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den westlichen Ländern hin. Als Hauptursache nennt das Institut die konjunkturelle Zurückhaltung in den Vereinigt«! Staaten, vor allem seitens der Konsumenten. Dar gegenwärtige kritische Zustand könne nur überwunden werden, wenn wieder eine amerikanisch« Konjunkturbelebung einsetzt.
Zur Information
21.3.
35
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Anläßlich der bevorstehenden Erhöhung der Kokspreise fordert der Verband der deutschen Gas- und Wasserwerke die Wiederherstellung der Relation zwischen Kohle- und Kokspreis, die sich sehr zu ungunsten des Kokses verschlechtert habe. Die Gasverbraueher könnten nicht durch einen neuen Kohlen-Mischpreis dauernd und unmittelbar belastet werden. Eventuell soll der Kohle-Einkaufspreis der Gasversorgungsunternehmen von der Erhöhung der Kohlepreise ausgenommen werden.
Die Steinkohle-Förderung stieg im Bundesgebiet im Januar und Februar 1952 um 1,3 Millionen t oder 6,7 Prozent gegenüber dem Förderergebnis der gleichen Zelt des Vorjahres. Dia Kohlenförderung ist damit auf 20,9 Millionen t im angegebenen Zeitraum angestiegen. Der Anstieg ist größer als der in Großbritannien.
Zu Einschränkungen sah sich di« deutsche ZellwoII-Industrie in ihrer Produktion um 20 bis 30 Prozent genötigt. Es handelt sich um die Süddeutsche Zellwolle AG, Kehlhelm, die Spinnfaser AG., Kassel, und die Chemiefaser AG, Siegburg.
Auf die Konkurrenz Deutschlands, Japans und Großbritanniens auf dem Weltmarkt stoße der amerikanische Export ln diesem Jahr besonders, erklärte dieser Tage der amerikanische Finanzexperte Gentes in New York. Der Gesamtex- port der USA steige 1952 nur dann noch, wenn ln der Weltwirtschaftslage keine wesentlichen Verlagerungen auftreten.
Firmen und Unternehmungen
DARMSTADT. — Blaupunkt-Werke GmbH. Gegenüber 1950 meldet Blaupunkt für 1951 eine Exportsteigerung um über 350 Prozent. Der Blaupunkt- Export liegt damit erheblich über den Exportumsätzen der Vorkriegszeit.
RAVENSBURG. — Bürgerliches Brauhaus Ravensburg AG. Die mit einem AK von 724 000 DM ausgestattete Brauerei erwirtschaftete 1950/51 einen Rohüberschuß von 686 600 DM gegenüber 680 800 lm Wirtschaftsjahr 1949/50. Abschreibung 100 300; Reingewinn 3067 DM.
MÖCKMÜHL. — Maschinenfabrik MBckmühl GmbH. Das Stammkapital ist um 100 000 DM auf 400 000 DM heraufgesetzt worden.
Der Bierausstoß sank lm Januar unt«r jahreszeitlichem Einfluß auf 1.5 Mill. hl, das niedrigste Ergebnis im Rechnungsjahr 1951/52. Es liegt aber gegenüber Januar 1951 im Bundesdurchschnitl um 17,4 Prozent höher.
Pariser Warenhäuser senkten CU* Preise für 115 Artikel bis zu 20 Prozent. Die verbilligten Waren reichen von Parfümen bis zu Regenmänteln. Die Preisermäßigungen sollen weder vorübergehender Natur noch Illusorisch sein, unt sie aber beibehalten zu können, müsse der Großhandel ebenso Vorgehen, erklärte der Verband der Warenhäuser.
Börsen der Woche
STUTTGART. — Auch ln dieser Woche zeigte sich keine Belebung des Effektengeschäfts, da sich dl# Spekulatlons- und Bankenkundschaft immer noch stark zurückhalten. Selbst kleinere Geldbeschaffungsverkäufe drückten daher Insbesondere bat einer Anzahl heimischer Werte weiter auf das Kurs- nlveau. Immerhin besteht jedoch jetzt bei den ln letzter Zeit stärker zurückgegangenen Werten ein« etwas bessere Aufnahmeneigung. Montane lagen uneinheitlich, Großbanken behauptet, Renten weiter still. Der Wochenschluß lag weiterhin lustloa und zurückhaltend bei kleinen Umsätzen.
DM*Wechselkurse
Dia zu jedem Wochenende erscheinend« Tabell« weist das Umrechnungsverhältnis von 100 DM zu den wichtigsten fremden Währungen aus, und zwar nach den Kursen lm Züricher Freihandel.
so. S.
Schweizer Franken . .
USA-DoUar .
Engl. Pfund .... i Franz. Franken . * • >
Belg. Franken Holl. Gulden Span Peseten Port Eskudos ,
Schwed. Kronen Argent. Pesos .
Bras. Milreis . österr. Schilling Ital Lire . . .
Tschech. Kronen Umrechnungskurs 1 Westmark — 4.30—4.60 Ostmark.
89.50
20.57
8.77
9226.80 1129.34
85.44
1002.80 606.78 120.95 518.84
634/75
13929.96
8950.00
1 ». I. 90.90 20.80 8.81 0282.09 1241.9« 86.40 1014.01 613.50 122.30 532.3«
837.21
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9050.0«
Aus der christlichen Welt
Botschaft von der Freiheit
Wir alle sind kritisch geworden einer solchen Botschaft gegenüber. Zu oft schon wurden wir enttäuscht. Denn, was ist Freiheit? Unter den Händen der Menschen ward die Freiheit zu einem leeren Begriff, zu einer tönenden Phrase, zum Schlagwort. Selbst dort, wo die Freiheit offen mit Füßen getreten wird, tut man das im Namen der Freiheit.
Dennoch ist die Freiheit eines der Urgüter des menschlichen Daseins. Auf die Freiheit verzichten, hieße auf das Menschsein verzichten. Das gilt nicht nur von der inneren Freiheit, sondern auch von der äußeren.
Nun kündet die Kirche am 4. Fastensonntag von einer Freiheit, „die uns Christus geschenkt hat" (GaL 4, 31). Geht es hier um eine andere Freiheit? Oder ist diese christliche Freiheit nur eine Abart, im besten Falle eine Steigerung der menschlichen Freiheit? Den Unterschied der beiden zu erkennen, das gehört mit zur Unterscheidung des wesenhaft Christlichen.
Es geht hier wirklich um eine andere Freiheit, um eine neue Freiheit, eben um die Freiheit, die uns Christus geschenkt hat. Diese Freiheit wäre nicht möglich ohne Christus. Er allein ist Grund dieser Freiheit. Er hat sie herausgeführt. Das unterscheidet diese Freiheit von der Freiheit, die Uranlage des menschlichen Wesens ist. Am Anfang der christlichen Freiheit steht eine Person, Christus, steht eine geschichtliche Tat, Christi Werk der Erlösung und Befreiung. Damit setzt
Kirchenopfer am Karfreitag
Das Kirchenopfer am Karfreitag, 11. April, ist wieder wie in den letzten Jahren für dringliche kirchliche Bauaufgaben in der württ. Landeskirche bestimmt. Zahlreiche Kirchengemeinden stehen vor der unausweichlichen Nötigung, bauen zu müssen, bemerkt dazu der Evang. Oberkirchenrat. Alte Mängel an Kirchen, die in der Kriegs- und Nachkriegszeit nicht gebessert werden konnten, müssen endlich behoben werden. Notunterkünfte von evang. Kindergärten, die aus gesundheitlichen Gründen beanstandet werden, müssen durch Neubauten ersetzt werden.
diese neue Freiheit voraus, daß der Mensch trotz, ja gerade wegen seiner Freiheit in Unfreiheit gefallen ist und immer noch fällt, in Sklaverei, in Schuld. Die Freiheit, die Christus heraufführt, ist die Freiheit von jener Verhaftung in die Unfreiheit, in die Schuld.
Diese Freiheit hat Christus uns geschenkt. Man besitzt sie also nicht von Natur aus, man kann sie nicht erwerben durch sittliche Tüchtigkeit, sondern man bekommt sie als Geschenk. Der Mensch muß sie sich schenken lassen. Geschenkt wird sie dem, der sich in Glaube und Liebe Christus hingibt. Diese Freiheit aber besteht in der Freiheit von etwas: In der Freiheit von der Schuld, von der Unfreiheit. Und sie ist Freiheit zu etwas: Freiheit, zu Gott kommen zu können, ja schon bei Gott zu sein. Der Freie ist nicht mehr Kind des Zornes Gottes, sondern Kind der Liebe Gottes. Er hat das Recht des Kindes im Hause des Vaters, er darf zu Gott das vertraute Du sprechen, darf der Liebe des Vaters sich erfreuen.
Das ist die Freiheit des Christen, die Freiheit, die Christus uns geschenkt hat. Hebt sie die Freiheit des Menschen auf? Nein! Man kann sagen, erst sie und einzig sie aktuiert und erfüllt des Menschen Freiheit. Denn, wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit, auch die Freiheit, die kostbares Urgut des Menschentums ist. Ob nicht die Gefährdung der Freiheit und der Würde des Menschen in der Welt von heute allein von daher erklärt werden kann, weil die Welt dieses vergessen hat? Burkhart
Grundsätzlich für die Bekenntnisschule
Der württembergische Evangelische Landeskirchentag machte sich eine Erklärung der Kirchenleitung zur Schulfrage zu eigen, in der die Bekenntnisschule grundsätzlich als die wünschenswerteste Schulform bezeichnet wird. Unter den gegenwärtigen Umständen sei man jedoch auch mit einer christlichen Gemeinschaftsschule einverstanden, wenn der Begriff „christlich“ wirklich ernst genommen werde. Wenn aber irgendwo eine Bekenntnisschule für eine andere als die evangelische Konfession eingerichtet würde, so müsse man hier auf der Einrichtung auch einer evangelischen Bekenntnisschule bestehen, da sonst die Gemeinschaftsschule ein Sammelbecken nichtchristlicher Kreise zu werden drohe.
Weiter verlangt die Erklärung, daß die christliche Unterweisung ln allen Schulformen gewährleistet werde, daß bei der Einrichtung von Privatschulen Erleichterungen eintreten und daß die Eltern in allen Schulangelegenhelten ein Mitspracherecht erhalten.
Vertriebene Pfarrer in Württemberg
Seit 1945 wurden über 200 aus Amt und Heimat vertriebene Ostpfarrer aus dem Gebiet jenseits der Oder und Neiße in die württ. Landeskirche aufgenommen und mit pfarramtlichem Dienst beauftragt: dazu kamen noch 37 Pfarrer aus der jetzigen Ostzone. Nach Abschluß langwieriger Verhandlungen mit der Evang. Kirche ln Deutschland wegen der Regelung der Versorgungsverhältnisse der Ostpfarrer können diese jetzt in ein festes Anstellungsverhältnis zur Landeskirche übernommen werden. Da aber im Krieg über 400 württ. Pfarrer, Vikare und Theologiestudenten gefallen oder vermißt sind, fehlen der Landeskirche immer noch 100—110 Vikare. Der Zugang, der zur Zeit von der Universität kommt, würde für den normalen Bedarf ausreichen, genügt aber nicht, um die Kriegslücken zu schließen und fortwährend neu hinzukommende Bedürfnisse zu befriedigen. So standen trotz des Zugangs von 68 Vikaren im Jahr 1951 der Landeskirche am Ende des Jahres mit 158 Vikaren nur 4 mehr zur Verfügung als am Anfang. — Noch immer sind 2 württembergische Pfarrer nicht aus russischer Gefangenschaft heimgekehrt: es sind Pfarrer Sandberger in Schwenningen und Pfarrer Holzapfel in Unterregenbach.
In aller Welt begehrt
Die Priv. Württ Bibelanstalt hat bei der 7. Auflage ihrer Biblia Hebraica die Ergebnisse des Handschriftenfunds verwertet, der 1947 in einer Höhle am Nordwestrand des Toten Meeres gemacht wurde. Sie beziehen sich besonders auf Jesaja und Habakuk und wurden in der Neuausgabe in einem besonderen 3. Apparat mitgeteilt. Von dieser 7. Auflage ist wieder ein großer Teil exportiert worden, vor allem nach New York. Zusammen mit den 5000 Exemplaren dieser Auflage ist die Biblia Hebraica jetzt in 31 000 Stück erschienen. Allein seit 1945 wurden nahezu 10 000 Stück abgeselzt. In den Kriegsjahren hatte sich ein starker Bedarf nach der Stuttgarter Aus
gabe ln aller Welt angestaut. Denn überall, wo man sich mit dem Grundtext .des Alten Testaments beschäftigt, greift man nach der Biblia Hebraica der Württ. Bibelanstalt, weil es kein« andere Ausgabe von ähnlich hoher wissenschaftlicher Qualität gibt.
Die Anstalt hat weiterhin Bildbänder für Schmalfllmapparate herausgebracht, die mit dazugehörigem Vortragstext für Vorführungen in Gemeinden, Vereinen und Schulen geeignet sind. Die 3 Bildbänder haben die Themen: „Von d«i Bibel Jesu zur deutschen Bibel“, „Gottes Wirken in der Geschichte der Bibel“ und „Ist di« Bibel glaubwürdig? Was sagen die Papyrui- und Pergamenthandschriftenfunde?"
TÜBINGEN. Unter dem Titel „Unbekannt« Jesusworte" Ist im Stuttgarter Verlag „Junge Gemeinde“ soeben eine Broschüre erschienen, die eine Reihe der vom Studio Tübingen des Südwestfunks in den Monaten Oktober bis Januar gesendeten Evangelischen Morgenandachten enthält. Verfasser ist Pfarrer Ringwald, Tübingen.
STUTTGART. Mit über 600 Seiten Text erschien dieser Tage in Stuttgart der dokumentarische Bericht Über den letztjährlgan Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin unter seinem Geleitwort „Wir sind doch Brüder“. Der reiche Band enthält alle Referate, Vorträge, ferner DiskussionsbeitTäge, etliche Predigten, Niederschriften von Rundgesprä- chen und Beiträge aus den Sondertreffen. Al« Dokumentarband ist das umfangreiche Buch, da« als Manuskript gedruckt wurde und beim Vorbereitenden Ausschuß des Deutschen Kirchentags ln Stuttgart erhältlich ist (DM 8.80), zur Vorbereitung auf den kommenden Stuttgarter Kirchentag durchaus geeignet.
FREIBUHG/BR. Der deutsche Episkopat ha f den Freiburger Domkapitular Mgr. Alois Ek- k e r t zum Präsidenten des Deutschen Caritasverbandes ernannt. Eckert wird damit Nachfolger des im November vergangenen Jahres zurückge- tretenenen Prälaten Dr. Franz Müller. Der neu« Caritaspräsident, der im Januar das 65. Lebensjahr vollendete, war in den vergangenen viel Jahrzehnten fast ausschließlich im Dienste dei Caritas tätig.