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MITTWOCH, 12. SEPTEMBER 1951 AUS STADT UND KREIS CALW

NUMMER 142

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Landjugend bei Theaterspiel und Volkstanz Im Spiegel von Calw

Er ist so herrlich braun gebrannt,

Als wäre er ein Mohr

Und stamme aus Somaliland ...

(Doch kommts uns nur so vor).

Er ist genau so bleich und blaß, wie uns das Schicksal schuf.

Das schöne Braun, wir wissen das, Gehört mit zum Beruf!

Sein Los scheint uns beneidenswert:

Er kann im Sonnenschein Ganz unbekleidet, unbeschwert Am kühlen Wasser sein.

Und wenn er da so rumspaziert mit dienstlichem Gesicht,

Und aufpaßt, daß auch nichts passiert Dann schwitzt er sicher nicht!

Ja, der Beruf wär ideal Und voller Möglichkeit.

Man hätte dann mit einem Mal So wunderbar viel Zeit!

Ich neidete dem braunen Mann Sein Leben noch viel mehr...

Wenns darauf kommt es eben an! Wenns immer Sommer wär! tg.

August nasser als normal

Die Klimastation Herrenalb-Gaistal teilt mit:

Die klimatischen Werte des vergangenen Monats entsprachen etwa den langjährigen Mittelwerten. Die Lufttemperatur betrug im Monatsdurchschnitt 16,2 Grad und lag somit wenige Zehntel über dem Normalwert und nur zwei Zehntel unter der Temperatur des jdonats Juli. Der Höchstwert, der am 30. des Monats mit 30,9 Grad gemessen wurde, war damit neben dem 31. Juli der heißeste Tag des Sommers. Interessant ist, daß die Abendtem­peraturen wiederum wie im Vormonat 1 Grad unter den Morgentemperaturen lagen. Die tiefste Temperatur wurde am 15. des Monats mit 4,7 Grad gemessen. An acht Tagen über­schritten die Temperaturen 25 Grad, an einem l'ag sogar 30 Grad.

Die Gewitter entluden sich besonders heftig am Monatsanfang, dann wieder wesentlich schwacher am Monatsende. Die größten Re­genmengen fielen in der Nacht zum 1. und am 21. des Monats. Insgesamt erreichten sie eine Gesamtmenge von 150 Litern pro Qua­dratmeter, d. s. etwa 25 Prozent mehr als normal.

Die Bewölkung war zu reichlich,- so daß der Sonnenschein mit durchschnittlich sieben Stunden pro Tag etwas zu kurz kam. Es wur­den 12 trübe gegenüber nur zwei heiteren Tagen gezählt. Die Luftfeuchtigkeit betrug 78 Prozent. Die im wesentlichen aus Süd­westen wehenden Winde waren mäßig.

Calwer Heimatvertriebene trafen sidi

Trotz Regen und Gewitter ließen sich viele Heimatvertriebene am vergangenen Freitag­abend nicht daran hindern, ihre Monatsver­sammlung zu besuchen; ein Zeichen, daß diese Zusammenkünfte ein Bedürfnis gewor­den sind. Zum ersten Male wirkte der vor kurzem gegründete Singkreis Ostland der Qrtsgemeinschaft Calw unter seinem Diri­genten Rektor Kraft bei der Ausgestaltung dieses Abends mit. Heimatlieder und andere gesangliche Vorträge umrahmten und durch­logen das Programm des Abends.

Neben internen Vereinsangelegenheiten stand der Bericht über das Landestreffen in Reutlingen und die Arbeitstagungen auf der Tagesordnung. Besonderes Interesse fanden die Ausführungen über den Lastenausgleich und das Schadensfeststellungsgesetz, das im Entwurf z. Z. beraten und umkämpft aber Voraussichtlich im Oktober dieses Jahres im Plenum des Bundesparlaments zur Debatte Stehen wird. Die lange Zeit der Durchführung dieses Gesetzes, die von Fachseite auf rund 8 Jahre geschätzt wird, löste Bedrückung und Sorge aus und ließ erkennen, daß gerade die Wirtschaftlich Schwächsten leider noch lange

t uf das Wohlfahrtsamt angewiesen sein wer- en, ohne ihren Anspruch auf Lastenausgleich gesetzlich verwirklicht zu sehen. Bei Durch­führung des Schadensfeststellungsgesetzes Wird für die Ansprüche der Heimatvertriebe- en den landsmannschaftlichen Vereinigun­gen voraussichtlich eine besondere Mitwir- ,ung und Prüfung zugestanden werden, so daß die größte Gewähr für eine gerechte Be­arbeitung und der Ausschluß jeden Miß­brauchs gegeben sein wird, zumal bei groben Verstößen in den Anträgen jeder Anspruch als verfallen gelten soll.

In Fortführung der kulturellen Arbeit wurde beschlossen, bei genügender Beteili­gung mit dem Autobus die Wanderausstellung »Deutsche Heimat im Osten in Stuttgart zu besuchen. Da sie auch den Alteingesessenen Viel Interessantes bietet, sind auch Gäste zur Mitfahrt am kommenden Sonntag bei einem Fahrpreis von 3,90 DM einschl. Eintrittsgeld willkommen. Die Abfahrt ist für 10 Uhr beim Waldhorn vorgesehen. Die Rückfahrt ist mit Rücksicht auf die Gäste, die eventuell einen Theaterbesuch in Stuttgart damit verbinden wollen, auf 23 Uhr festgesetzt. Anmeldungen müssen bis heute abend in derCalwer Woll­stube (am Markt) oder im Bettengeschäft Hartmann (Lederstr.) vorgenommen werden.

Vermißter erhängt aufgefunden

Dätzingen. ImKuhwald bei Dätzin­gen fand der Jagdaufseher am Samstagabend einen Erhängten auf, dessen Körper schon starke Verwesungserscheinungen zeigte. Die sofort herbeigerufene Landespolizei konnte den Toten als einen seit Pfingstmontag vom Dät- nnger , A henheim vermißten 82 Jahre alten Mann identifizieren. Der Erhängte hatte sich angeblich schon seit längerer Zeit mit Selbst­mordgedanken getragen.

Stimmungsvolle Freilicht Veranstaltung in der Burgruine Zavelstein

Im romantischen, von mächtigen Mauern umgebenen Burghof der Ruine Zavelstein ver­anstaltete die Landjugendgruppe Liebelsberg- Sommenhardt am letzten Sonntagabend ihre erste Freilichtveranstaltung. Die durch Scheinwerferbeleuchtung in ihrer Wirkung hervorgehobene Umgebung gab der Veran­staltung einen feierlichen Rahmen. Der Burg­hof war bis zum letzten Platz gefüllt, so daß selbst die Ruinenmauern als Notsitze herhal­ten mußten. Vor einer den Darbietungen mit großem Interesse folgenden Zuhörerschaft rollte ein Programm ab, das selbst verwöhn­ten Ansprüchen gerecht wurde und von den Zuhörern mit begeistertem Beifall bedacht wurde. Die von mehreren Scheinwerfern be­leuchtete Bühne ließ die schönen, in gediege­ner Form und Farbe gehaltenen Trachten der Aufführenden in eindrucksvoller Schönheit erscheinen.

Mit dem Auftanz, dem Jägermarsch und einigen Liedern wurde die Veranstaltung er­öffnet. Dr. Laipple (Liebeisberg) begrüßte die zahlreichen Gäste. Neben weiteren Volks­tänzen und frischen Liedern wurden einige sinnreiche Gedichte vorgetragen. Die Auffüh­rungDer heimliche Bauer, gespielt von zwei Mädels und vier Burschen, gab einen

tiefen Einblick in unser Bauernleben und zeigte mit lebendiger Deutlichkeit auch die ihm drohenden Gefahren. Der folgende Ein­akter von Hans SachsDer Krämerkorb ver­fehlte ebenfalls seine Wirkung nicht. Beide Stücke wurden von den Aufführenden mit ganzer Hingabe gespielt. Das abwechslungs­reiche und sich ohne Pause abwickelnde Pro­gramm ließ die zwei Stunden im Fluge ver­gehen.

Die Darbietungen zeigten einen Ausschnitt aus der Arbeit der Landjugendgruppe Lie- belsberg-Sommenhardt. In vorbildlicher Zu­sammenarbeit und ganzem Einsatz aller Be­teiligten wurde das Gebotene zu einem Er­lebnis für die zahlreichen Gäste. Dabei ist zu bemerken, daß die Vorbereitungen zu einer Zeit unternommen werden mußten, als die Mädels und Burschen täglich ln schwerer und langer Arbeit eine von unserem Herrgott reich gesegnete Ernte einzubringen hatten. Um so erfreulicher, daß die Jungbäuerinnen und -bauern trotz ihrer harten und nie enden­wollenden Arbeit noch Zeit finden, unsere alte bäuerliche Dorfkultur wieder zu pflegen, Neues dazu zu lernen und miteinander fröh­lich und jung zu sein.

Aus dem Calwer Gerich'ssaal

Ich verlange keine mildernden Umstände

Unumwunden gab Rolf seine Straftaten zu und verlangte nicht einmal mildernde Um­stände, da er gewußt habe, daß er sich wegen Rückfallbetruges und Rückfalldiebstahls straf­bar gemacht habe. Rolf war Seemann gewesen und war auf verschiedenen Umwegen in die Aufbaugilde Stammheim gekommen. Eines Tages bekam er von der Gilde den Auftrag, zusammen mit einem Kameraden in Heil­bronn eine Baracke abzubrechen. Zur Bestrei­tung der für die Durchführung der Arbeiten erforderlichen Auslagen bekam er von der Gilde einen größeren Geldbetrag mit, den er aber für sich verwendete. Genauer gesagt: Er setzte das Geld in Alkohol um. Außerdem mietete er sich in verschiedenen Gasthäusern ein, blieb aber jeweils die Zeche schuldig. Nach Stammheim zurückgekehrt, gab er sich zunächst einmal in einem Geschäft als Bade­meister aus, kaufte eine Flasche Schnaps und versprach, das Geld sobald als möglich zu bringen. Nachdem er sich hierauf Mut ange­trunken hatte, beichtete er dem Gildenmeister und die Gilde ersetzte seine Zechschulden. Er versprach, die von der Gilde erstatteten Be­träge abzuverdienen.

Zwei Tage später war Rolf einem Kamera­den beim Packen eines Paketes behilflich, das dieser zur Unterstützung seiner Mutter weg­schicken wollte. Bei dieser Gelegenheit stahl er aus diesem Paket 20 DM und setzte das Geld dann in Alkohol um. Darauf faßte er den Entschluß, den Staub StammHeims von seinen Füßen zu schütteln. Erbesorgte sich noch von seinen Kameraden 1 Paar Turn­schuhe, eine Lederhose und eine Windbluse, nahm aus der Portokasse 25 DM, eignete sich das Fahrrad eines Kameraden an und fuhr davon. In Frankfurt leistete er sich nochmals ein nettes Stückchen, doch gleich darauf wurde er von der Kriminalpolizei verhaftet. Das Gericht addierte und verurteilte ihn unter Anrechnung der erlittenen Unter­suchungshaft zu einer Gesamtstrafe von ein Jahr und drei Monaten Gefängnis und zur Tragung der Kosten des Verfahrens.

Grobe Kraftfahrer

Er undsie fuhren mit einem Fahrrad von einer Faschingsveranstaltung nach Hause. Unterwegs begegnete ihnen in langsamer

Fahrt ein Lkw. Der Fahrer schrie etwas aus dem Führerhaus, hielt an, rannte den beiden nach, schrie:Ich werd dich lehren abzu­blenden! und faßteihn am Rock. Er. zerrte den Sprachlosen zu seinem Lastwagen, wo ihm der Beifahrer einen Schlauch in die Hand drückte. Gleich darauf klatschte es einmal, zweimal. Der Mann blutete, die Sache war erledigt. Das letzte Wort jedoch sprach der Richter. Er konnte dem Fahrer zwar nicht nachweisen, daß er betrunken gewesen war, verurteilte ihn aber wegen vorsätzlicher leichter Körperverletzung zu der Geldstrafe von 70 DM.

Onkel und Neffe holten Holz

Onkel Jakob hatte ein Reislos im Gemeinde­wald. Anscheinend aber genügte ihm dies nicht. Er begab sich daher eines Tages auf einen Streifzug in den angrenzenden Privat­wald, zersägte dort mit seinem Neffen eine bereits gefällte Weißtanne mit einem Durch­messer von 30 cm und transportierte das Holz in sein Holzgebiet. Dies reichte noch nicht ganz. Sie sägten deshalb in dem Privatwald auch noch einige dürre Tannen um, die den gleichen Weg nahmen. Insgesamt hatte sich Onkel Jakob auf diese Weise etwa 3,5 rm Holz verschafft. Das Gericht klopfte dem wegen Diebstahls Angeklagten nachdrücklich auf die Finger und verurteilte ihn zu der Geldstrafe von 150 DM. Die Waldsäge wurde eingezogen.

Ida und die Ladenkasse

Ida war Beiköchin in einem Calwer Gast­haus gewesen und hatte dort ganz gut ver­dient. Trotzdem hatte die Ladenkasse für sie eine magische Anziehungskraft. Obwohl sie es an sich nicht notwendig hatte, stattete sie der geliebten Kasse immer wieder einen klei­nen Besuch ab und erleichterte sie um klei­nere Beträge, insgesamt etwa 31 DM. Bei wei­teren häuslichen Streifzügen verschmähte Ida auch 7 Tafeln Schokolade und eine Hals­kette nicht. Nun saß Ida auf dem Armesün­derbänkchen. Schlimm für sie war, daß sie schon mehrmals wegen Diebstahls vorbestraft war. Sie mußte deshalb hart angefaßt und zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten verur­teilt werden.

Unbeschwerte Ferientage am Schwäbischen Meer

Ein Beridit vom Evang. Jugendlager in Fisdibadi/Bodensee

Von einem Teilnehmer am Ev. Jungen­lager in Fischbach/Bodensee wird uns fol­gender, in seiner unbekümmerten Frische besonders erfreuliche Bericht gegeben: Traurig, aber wahr: es ist vorbei, und der Ernst des Lebens hat schon wieder begon­nen. Gerade deshalb aber wollen wirs den Leuten erzählen, weshalb wir uns freude­springenden Herzens dieser vergangenen Tage zurückerinnern.

Für alle, die es nicht gemerkt haben: die Riesenkolonne von fröhlichen Radfahrern, die am Morgen des 14. August vor den schlaf­trunkenen Bürgern die Stadt verließen, das waren also wir!Eine solche Schlange von \gen an den Bodensee wenn das bloß gut geht! Es ging gut!

In Fischbach fanden wir ein Zeltlager von 15 Zelten im Park des Ev. Diakonissenheims vor, direkt am Strand; man redet wehe, wenns einer bestreitet! daß es der idealste Lagerplatz am Bodenseestrand überhaupt ist. Und siehe, kaum waren wir eingetreten und in unsere Zeltgruppe eingewiesen drei Zelte bildeten immer eine Gruppe für sich, da fing das Staunen schon an (aus dem wir, mit Verlaub zu sagen, heute noch nicht her­aus sind!): da war eigens für uns ein Schwimmlehrer da, ein Fachmann fürs Sin­gen, einer für den Sport, ein Lagerarzt, ein Kaufladen, in dem es Sprudel, Schokolade, Keks, Postkarten usw. gab.

Wir besannen uns nicht lange Badehose an und dann hinein in den Bodensee! Da wa­ren aber etwelche, die blieben mit von Stau­nen geöffnetem Munde außen stehen ob dieser Menge von Wasser. So wars alsdann an der Zeit, daß man diesen Neulingen eine zünftige Bekanntschaft mit dem Bodensee zuteil wer­den ließ, und durch die Taufe, die ihnen ver­abreicht wurde, schmeckte wohl mancher, daß es sich hier durchaus um Süßwasser handelte, genau, wie er es in der Schule gelernt hatte. Na, das also war der Anfang. Und als wir

Dreck und Staub der Fahrt dem Bodensee und die vorzügliche Speise des Abends unse­ren Mägen zugeführt hatten, da tauchte einer im Eßzelt auf (es faßte die ganze Belegschaft von 100 Leuten!) mit einem Filmvorführ- apparat. Genau wie im Kino begann es mit der Wochenschau und dann liefen zwei Zei­chentrickfilme, die uns aus dem Lachen nicht mehr herauskommen ließen. Schließlich sahen wir nochDas Ferienkind mit Hans Moser, wie er leibte und lebte kurzum, wir waren begeistert. Daß uns nachher und in den fol­genden Tagen ein Heer von Schnaken ver- zwiebelte, konnte uns die gute Laune nur in­sofern trüben, als wir nicht einsahen, wieso gerade wir so anziehend sein sollten.

Unser Lagerdasein hatte so einen guten An­fang genommen, und voller Abwechslung wa­ren auch die anderen Tage: Fahrten um den Bodensee, Lagerfeuer, bunte Abende und ähn­liche Dinge. Doch der Höhepunkt war unsere Schweizreise: neue Gegenden, andere Städte und Verhältnisse zu sehen war Anlaß genug, unsere Freude zum Omnibus hinauszusingen! Und dann standen wir auf dem Säntis! Zwar sahen wir vor lauter Nebel rein nichts, wahrhaftig, da hatten wir wohl Grund, in unsere Tagebücher zu schreiben:Den Säntis (2500 m) geschafft! (wenn das auch mittels der Seilbahn geschah!)

Dann kam noch das Seefest. Ihr Eltern, wir wetten, ihr hättet eure Knäblein in ihrer fabelhaft improvisierten Verkleidung nicht wiedererkannt. Da hatten sich doch welche im Schlamm gesuhlt, sich Binsenschürzchen gefertigt und fertig waren die (nicht ganz waschechten) Neger. Solche und ähnliche grauenerregende Gestalten hüpften massen­weise herum, und der geeignete Rahmen für einen lustigen Abend war damit schon ge­geben.

So vergingen die Tage im Fluge mit Baden, Singen, Spielen, Sport, Fahrten und anderer Kurzweil. Tatsächlich, wir konnten den

Feierstunde in den Schulen

Heute jährt es sich bekanntlich zum zwei­ten Male, daß Prof. Dr. Heuß zum Bundes­präsidenten gewählt wurde. Der 12. Septem­ber wurde aus diesem Anlaß zum nationalen Feiertag erklärt. In den Calwer Schulen wird, einem Erlaß des Kultministeriums entspre­chend, morgens eine Feierstunde abgehalten, im übrigen ist heute schulfrei. Landratsamt und Kreisverband geben ihren Beamten und Angestellten ab 15 Uhr dienstfrei.

Missionsabend In der Methodistenkirche

Missionarin Elsa Schwab, die vor Monaten aus Sumatra und Japan zurückgekehrt ist, be­richtet heute, Mittwoch, um 20 Uhr in der Methodistenkirche (Zwinger 11) aus den Er­fahrungen ihres missionarischen Wirkens.

Wieder Briefmarkentauschtag

Am kommenden Sonntag, 16. September,

10.30 Uhr, hält der Briefmarkensammlerver­ein Calw seinen nächsten Tauschtag im Ver­einslokalSaalbau Weiß ab. Die Vereins­leitung erwartet zahlreiche Beteiligung sei­tens der Mitglieder und der Jugend. Gäste sind willkommen.

Das Programm dts Volkstheaters

Heute und morgen läuft im Volkstheater Calw der russische FarbfilmDas Lied von Sibirien, dessen musikalisch durchwirkte Handlung in den großartigen Rahmen der sibirischen Landschaft eingebaut ist.

Leichtathletik fürs Landessportabzeichen

Kommenden Sonntag werden auf dem Sportplatz an der Hirsauer Straße die bereite bekannten Gruppen 2, 8 und 4 für den Er­werb des Landessportabzeichens abgenom­men. Jeder Teilnehmer wird gebeten, sein Leistungsbuch, mit allen - notwendigen Ein­tragungen versehen, mitzubringen. Beginnt

8.30 Uhr.

Protest der Fotogeschäfte

Wie im ganzen Bundesgebiet hatten auch die Fotogeschäfte in unserem Bezirk am Sams­tag ihre Schaufenster in den Dienst einer Protestaktion gegen die geplante Aufwand­steuer gestellt. Auf eindrucksvollen Plakaten wurde ausgeführt, wer letzten Endes der Leid­tragende wäre, wenn die Sonderaufwand­steuer erhoben würde. Es wird darauf hinge­wiesen, daß Fotografieren kein Luxus ist, sondern Millionen Werktätigen zur Entspan­nung dient, daß das Lichtbild für Kultur. Wissenschaft und Unterricht, für Presse und Film, für Forschung, Technik und Industrie wesentliche Aufgaben zu erfüllen hat. Die Sonderaufwandsteuer würde eine Industrie schwer schädigen, die für den deutschen Ex­port von wesentlicher Bedeutung ist.

Betriebsausflug ins Nagoldtal

Rund 75 Betriebsangehörige der Strick­warenfabrik Adolf Baur (Metzingen) besuch­ten am vergangenen Samstag in zwei Omni­bussen über Tübingen, Herrenberg, Nagold kommend zunächst Bad Teinach und Za­velstein und nahmen dann in Wildbad das Essen ein. Von hier ging die Fahrt wieder zurück nach Hirsau und anschließend weiter nach Calw, wo nochmals kurze Zwischen­station gemacht wurde. Anschließend brach­ten die Omnibusse die fröhliche Betriebs­gemeinschaft über Böblingen und das Sieben- Mühlen-Tal zurück nach Metzingen.

Spezialbewilligung für die Schweiz

Das Bundesinnenministerium hat mitge­teilt, daß in der Bundesrepublik wohnende Deutsche zur Einreise in die schweizerische Grenzzone einen Tagesschein erhalten kön­nen, und zwar in Form der sogenannten Spe­zialbewilligung (Einzel- oder Sammelspezial­bewilligung) mit dreitägiger Gültigkeitsdauer. Zur Erlangung dieser Genehmigung ist die Vorlage eines gültigen vorläufigen Reiseaus­weises oder eines gültigen deutschen Reise­passes notwendig. Spezialbewilligungen dieser Art werden von den Landratsämtera der deutschen Grenzzone ausgestellt.

Abgabe von Steuererklärungen

Die Oberfinanzdirektion Tübingen gibt be­kannt: Die Erklärungen für die Einkommen­steuer einschließlich der einheitlichen Fest­stellung von Einkünften, Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer für das Ka­lenderjahr 1950 sind in der Zeit vom 1. bis 30. September 1951 bei den Finanzämtern abzugeben. Steuerpflichtige, die Gewinne aus abweichenden Wirtschaftsjahren bezogen haben, die nach dem 30. Juni 1951 geendet haben, haben die Erklärungen spätestens am 10. Tag des dritten Monats nach Ablauf des Wirtschaftsjahres einzureichen.

Spruch für uns in Anspruch nehmen:Alles ist euer! Aber da kommt noch was dazu, das entscheidend ist. Der Spruch, der aus der Bibel stammt, geht nämlich noch weiter:

... ihr aber seid Christi! Das war der eigent­liche Mittelpunkt, und dies stand als Losung über unserem Lager. Wir meinen, daß es uns nicht genügt, ein Lagerleben nur durch jun­genhafte Ausgelassenheit zu gestalten; viel­mehr scheint uns diese fröhliche Atmosphäre nur dort richtig und ungezwungen zu sein, wo sie Ausfluß einer inneren Freude ist. Sie ist uns geworden durch das tägliche Lesen der Bibel, durch Gespräche und die Gemein­schaft derer, die Christi Eigentum sein wollen.

Das war Fischbach 1951 ein Versäumnis für die, die nicht dabei waren. Sie alle sol­len jetzt schon sparen aufs nächste Fisch­bacher Lager im Sommer 1952. Das empfeh­len dringend 30 Jungen aus Calw, Hirsau, Liebenzell, Unterreichenbach und Altburg.