Italien und der Vatikan eine Art Clearing-Abkommen getroffen hätten. Italien werde darin gestattet, den im Aus­land festgefrorenen Peterspfennig zu Ankäufen zu verwenden. Der Vatikan erhalte dafür vom italienischen Staat Lire. Das Blatt glaubt sicher zu sein, daß diese Finanz­maßnahme bereits mindestens einmal durchgeführt sei. Sicher ei auf jeden Fall, daß die katastrophale Verminde­rung der Einnahmen des Vatikans einen Grund mehr bedeutete, die Versöhnungsbemühungen fortzusetzen. .

Italien droht mit verschärfter Kriegsführung

Rom, 3. Jan. Die gesamte römische Presse kündigt starke Ver- , geftungsmaßnahmen gegen die abessinischen Truppen an, die, i wie das halbamtlicheEiornale d'Jtalia" betont, den Schutz des ) Roten-Kreuz-Zeichens in unerträglicher Weise mißbrauchen. Die / Grausamkeiten und die Verstöße der abessinischen Truppen gegen ! das internationale Recht können, schreibt das Blatt, zu gegebener Zeit dokumentarisch belegt werden. Heute müsse dagegen vor­gegangen werden. Alle Kriegsmittel müßten angewendet wer­den. Dies sei notwendig, da die Abessinier in der Anwendung .unmenschlicher Kriegsmethoden" gegen Italiener vorgegangen seien. Da das Leben der Italiener und ihrer Schützlinge in kei­ner Weise von den Abessiniern geschont werde, könne es für das , Leben der Abessinier keine Gnade mehr geben. Die heutige Ver­geltungsmaßnahme für die Ermordung eines italienischen Flie- ! gers genüge nicht mehr.Lavoro Faschist»" spricht in diesem Zusammenhang dann offen von der Anwendung dermodernsten ' und mörderischsten Knegsmittel", von denen bisher Italien- t stand genommen habe.

Dom Kriegsschauplatz

. Neue Bombenangriffe der Italiener

k Addis Abeba, 3. Jan. General Nassibu meldet, daß italieni- j sche Bombengeschwader erneut verschiedene Stämme bei den Brunnen Bulale und Sassanabeh angriffen und eine große An­zahl von Bomben abwarfen. Die Flüchtenden seien im Tiefflie­gen mit Maschinengewehren beschossen worden. Fünf Abessinier seien getötet und zwei verwundet worden. Ferner fanden 19 Kamele, die Lebensmittel transportierten, den Tod.

An der Nordfront sind im Laufe des Donnerstag sechs eriträ- ' ische Offiziere, zwölf Unteroffiziere und 125 Mann zu den Abes­siniern übergelaufen. Die Ueberläufer berichten, daß der Stra­ßenbau von Adigrat nach Makalle eine Sisyphusarbeit sei. Ganze Strecken der neugebauten Straße verschwänden immer wieder im bodenlosen Sand.

Der türkische Rote Halbmond hat dem abessinischen Roten Kreuz 200 Kisten Verbandsstoffe und Medikamente überwiesen.

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Italienische Richtigstellungen

Ankündigung von Vergeltungsmaßnahmen

Rom, 3. Jan. In zuständigen italienischen Kreisen wird mit Bedauern von den zahlreichen tendenziös übertriebenen oder völlig falschen Meldungen Kenntnis genommen, die in den letz­ten Tagen über den italienischen Feldzug in Abessinien in aus­ländischen Blättern erschienen sind. Mit aller Bestimmtheit wird die Nachricht dementiert, daß Ras Gugsa von den Ita­lienern standrechtlich erschossen worden sei. Ebenso bestimmt werden die Nachrichten als falsch bezeichnet, wonach die italieni­schen Truppen im Schiregebiet koptische Kirchen niedergebrannt ^ hätten.

I Die italienischen Verluste an Flugzeugen belaufen sich / entgegen allen anderslautenden Meldungen bis heute und ein-

> schließlich eines gestern bei Makalle von den Abessiniern abge- ! schossenen Flugzeuges auf insgesamt vier Apparate, von denen

die übrigen drei wegen Maschinendefekts, und zwar einer in der Nähe von Dagabur und zwei in der Nähe von Makalle hin­ter den feindlichen Linien landen mußten.

Von der gleichen Seite wird in diesem Zusammenhang auf ^ die sich häufenden barbarischen Grausamkeiten hingewie- i sen, die an den italienischen Gefangenen in Abessinien began-

> gen werden. Man erinnert zugleich an die tiefe Empörung des , ganzen italienischen Volkes und weist auf die für Italien

zwangläusig eintretende Notwendigkeit hin, schärfste Ver­geltungsmaßnahmen zu ergreifen, bei denen vielleicht auch die modernsten Waffen des chemischen Krieges Verwendung finden könnten.

Amerikanischer Bundeskongreß eröffnet

Washington, 3. Jan. Die diesjährige Tagung des amerikani- i schen Vundeskongresses ist am Freitag unter allgemeiner Span- ! nung eröffnet worden. Sofort nach der Eröffnung brachte Mac > Reynolds, der Vorsitzende des Außenausschusses und des Reprä­sentantenhauses eine Vorlage ein, durch die das am 29. Februar ablaufende Neutralitätsgesetz durch eine u n- l befristete Neutralitätsgesetzgebung ersetzt wer- ! den soll. Die neue Vorlage, die nach den Erklärungen May Rey- I nolds nach längeren Besprechungen mit Präsident Roosevelt I und dem Staatsdepartement entworfen worden ist, behält das gegenwärtige Ausfuhrverbot für tatsächliches Kriegsmaterial wie Waffen und Munition nach krieg- führenden Ländern bei. Die Vorlage ermächtigt den Präsiden­ten, nach eigenem Ermessen die Ausfuhr von sonstigem Mate­rial, das für Kriegszwecke geeignet sein könnte, zu verbieten. Die neue Vorlage sieht auch ein Verbot von Finanztransak­tionen mit kriegführenden Ländern, wie Ankauf von Obliga­tionen u. ä. vor. Mac Reynolds beabsichtigt, die Ausschußver­handlungen über diese Vorlage bereits am Dienstag zu begin­nen.

Präsident Roosevelt hat am Abend vor dem Kongreß seine j große politische Rede gehalten, die der Form nach die übliche ,Botschaft an den Kongreß über die Lage der Nation", dem Inhalt nach aber eine scharfe Abrechnung mit seinen Gegnern sein wird.

Die Botschaft wird vermutlich die Ansichten Rooscvelts über folgende wichtige Fragen enthalten: Die Auszahlung von Ver­gütungen an die Kriegsteilnehmer, Einschränkung der Bundes­ausgaben, Arbeitslosenfürsorge, Aufbau der Handelsmarine und der Landesverteidigung, Neufassung der Neutralitätsgesetz- geiung, die Frage der Wiederherstellung der Nira und schließ­lich währungspolitische Fragen.

Präsident Roosevelt wird in seiner Botschaft auf die An­griffe, vor allem seiner republikanischen Gegner, antworten, vie I Monaten einen heftigen Feldzug gegen ihn geführt haben. Die Republikaner sind fest entschlossen, Las Kräfteverhältnis im Bundeskongreß die Partei Roosevelts hat in beiden Häu- , iern die Zweidrittel-Mehrheit bei den Wahlen im November i grundlegend zu ändern. Als Gegner Roosevelts bei den kom- ^ Menden Wahlen werden zur Zeit Hoover, Lorah, Senator Van den Berg, Gouverneur Landon sowie der Herausgeber der Ehi- k'ago Daily Mews Colonel Knoz genannt. Bisher steht aber 1I«ne größere Gruppe hinter einem dieser Bewerber.

Zur Lage der deutschen Schweinehaltung

Die vorläufigen Zusammenstellungen des Statistischen Reichs­amtes zeigen folgendes Ergebnis der Schweinezählung vom 3. Dezember 1935:

Altersklassen 3. Dez. 35 5. Dez. 34 Minus oder plus im

in Millionen Stück Dez. 1935 geg. Dez. 1931 Stückzahl v. Hundert Gesamtschweinebestand 22,73 23,17 minus 440 000 (minus 1,9) Schlachtschweine

über ^ Jahr alt 6,35 6,72 minus 370 000 (minus 5,5)

Jungschweine (8Woch.

b. noch nicht ^ I. alt 9,45 10,05 minus 510 000 (minus 5,1)

Ferkel (unter 8Woch.) 4,75 4,51 plus 240 000 (plus 5,2)

Trächtige Sauen 1,l9 1,07 plus 120 000 (plus 11,8)

davon Jungsauen 0,31 0,24 plus 70 000 (plus 28,3)

Der erwartete Wiederaufbau der deutschen Schweinehaltung hat seit der letzten Zählung insofern Fortschritte gemacht, als der Minderbestand gegenüber dem des Vorjahres, der im Juni 1935 noch 10,4 v. H. betrug, sich im Dezember 1935 auf 1,9 v. H. er­mäßigte.

Dieser Wiederaufbau drückt sich vor allem in zunehmendem Bestand an Ferkeln (5,2 v. H.) und in der Zunahme des Be­standes an trächtigen Sauen (11,8 v. H.) aus. Bis zu dem Zeit­punkt, in dem dieser Nachwuchs schlachtreif wird, kommt es darauf an, die gegenwärtig noch kleineren Bestände an Jungschweinen auf ein hohes Schlachtgewicht zu bringen, um den Bedarf an Schweinefleisch und Fett soweit wie möglich aus eigener Er­zeugung zu decken.

Neue Verhaftungen ir Eupen-Malmedy

Lüttich, 3. Jan. Ein Eendarmerieausgebot erschien am Don­nerstag früh in der Gemeinde Vlltgenbach im Kreis Malmedy und verhaftete sieben Heimattreue Männer unter der Anschuldigung der Zusammenrottung und Auflehnung gegen die Staatsgewalt. Die Verhafteten wurden ins Eerichtsgefängnis nach Verviers übergeführt. Der Vorgang ist die Folge einer Silvesterfeier, die der Turnverein von Biitgenbach in einem der Ortsgasthöfe veranstaltete. Die Feier war um 24 Uhr poli­zeilich geschlossen worden. Die Polizei war gegen die Teilneh­mer an der Feier, als sie um 24 Uhr den Saal in Ruhe ver­ließen, mit Gummiknüppeln vorgegangen, wobei große Unruhe entstand. Man will die sieben Verhafteten dafür verantwort­lich machen.

Himgergehölter für sowjelrussische Erzieher

Moskau, 3. Jan. DieKomsowolikaja Prawda" führt in ihrer Nummer vom Freitag Beschwerde über die Gehälter der Pro­fessoren am Pädagogischen Institut des Moskauer Gebietes. Nach den Angaben des genannten Blattes betragen die Mo­natsgehälter an dieser Erziehungsanstalt von 48 bis 175 Pa­pierrubel. Nur ein einziger Professor erhält em Monatsgehalt von 247 Papierrubel (ein Papierrubel gleich 0.48 RM Die Redaktion). Die Zeitung bemerkt dazu, daß die Lehrkräfte un­ter solchen Umständen gezwungen seien, gleichzeitig an verschie­denen Stellen zu arbeiten, soweit sich eine Gelegenheit hierfür bietet. Die Kaufkraft der erwähnten Gehälter läßt sich darnach beurteilen, daß z. B. ein Pfund Fleisch 5 Rubel kostet. Unter diesen Umständen erscheint es seltsam, wenn dieJsvestija" am gleichen Tage einen Leitartikel dem Kamps gegen das Analpha­betentum widmet und feststellt, daß bei den Sowjetbehörden oft die einfachsten Schulkenntnisse fehlten und daß.z. B. dienstliche Schriftsätze mit völlig falscher Rechtschreibung geschrieben wür­den.

Strafantrage gegen die Pieracki-Mörder

Die Schuld Litauens und der Tschechoslowakei

Warschau» 3. Jan. In dem Prozeß gegen die ukrainischen Ter­roristen, die wegen der Ermordung des polnischen Innenmini­sters Pieracki angeklagt sind, hat der Staatsanwalt, der gegen drei Angeklagte die Todesstrafe und gegen zwei weitere lebenslängliches Zuchthaus beantragt hatte, in seiner Anklage­rede unter anderem auch aus die unheilvolle Rolle hingewiesen, die gewisse ausländische Staaten, vor allem Litauen, in die­sem Zusammenhang gespielt haben. Nach einem Bericht der pol­nischen Telegraphen-Agentur hat Staatsanwalt Zelenski an die Unterredung des Angeklagten Konowalec mit dem litauischen Außenminister Zaunius in Eens erinnert, die sich um die Unter­stützungen drehte, die die litauische Regierung den ukrainischen Terroristen gewährt hat, im gleichen Augenblick, wo sie im Lande strenge Sparmaßnahmen durchführte. Litauen habe auch den Mitgliedern der ukrainischen Terroristenvereimgung fal­sche Pässe besorgt.Wir warnen alle Länder vor Li­tauen". rief der Staatsanwalt aus,das sich zu derartigen Machenschaften hergibt".

Der Staatsanwalt sprach ferner von der Rolle der Tschecho­slowakei, die den Terroristen Aukenthaltsrecht und Hilfe ge­währt habe und wo die Zeitung der Terroristenvereimgung er­schienen sei. Dies habe unmöglich ohne die Zustimmung gewisser tschechoslowakischer Behörden geschehen können.

Lokales

Wildbad, den 4. Januar 1936.

Zum K. Januar

Mit dem Eprphaniastage endet diefröhliche, selige Weihnachtszeit", auch wenn wir sie noch so gern noch länger sesthalten möchten, jetzt ist es endgültig aus und vorbei damit. Der Tannenbaum wird geplündert, die weihnachtli­chen Beeren- und Tannenzweige, die Misteln, die silbernen und bunten Kugeln aus den Wohnungen entfernt... des Jahres allerschönste Zeit ging zu Ende. Aber an diesem Dreikönigstage lodert die Freude und Wärme noch ein­mal auf; schon das Plündern des Weihnachtsbaumes kann zu einem Fest gemacht werden. Die Kinder dückfen sich ihre Spielgefährten einladen, dann werden unter Scherzen und Singen die Süßigkeiten von den Zweigen verteilt oder aus­gelost. Die Weihnachtsgedichte werden noch einmal aufge­sagt, man singt zum letztenmal die lieben, schönen Weih­nachtslieder, man wird sie ja nun elf Monate lang nicht mehr hören, und zum allerletztenmal zündet man die Ker­zen des Weihnachtsbaumes an, mit der nötigen Vorsicht, denn vielleicht ist der Baum schon ziemlich trocken. Aber wenn man gut achtgibt, kann man sich schon die Freude lei­sten, noch einmal den Kerzenglanz zu genießen. Diese weihe­volle Stunde im Winterdunkel sollen wir uns nicht nehmen lassen. Wir werden uns in ihr des neuen Anfangs und des neuen Werdens bewußt. Es braucht nicht immer hell um «ns N» fein. Wenn das Lickst UN «ns erlischt, geben wir

ganzest uns selber Unern, ziehen alle Fühler zurück, HM wrr sonst lebenshungrig ausstrecken, und wir leben uns selbst und unseren Erinnerungen.

Die drei Könige aus dem Morgenlande ließen sich von ihrem Stern leiten und fanden zu dem Kinde in Stall und Krippe, knieten nieder und beteten es an. Nicht etwas Aeu- ßerliches nur soll uns der Epiphaniastag bedeuten, nicht nur das Ende der Weihnachtszeit und den Ueberganq zum Alltag, sondern eine Stunde der Einkehr bei dem Göttli­chen, das in uns allen ist, dessen Stall unser gebrechlicher Leib und dessen Krippe unser schwaches Herz ist. Weihrauch und Myrrhen brachten sie ihm dar, wir schmückten unsere Häuser mit Grün und zündeten unzählige Kerzen an, zu Ehren des Göttlichen, das in uns lebt und dem wir breite­ren und weiteren Lebensraum verschaffen müssen.

Es tut dem Menschen selber wohl, wenn er gut sein kann. Böse und schlechte Gedanken zu haben, macht un­glücklich und verbittert. Nur wenn in uns selber die wär­mende Flamme brennt, sind wir zufrieden und froh. Zu selten wird das bedacht. Die meisten erhoffen immer noch das Heil von außen. Und wissen nicht, daß es in ihrem ei­genen Sein geborgen liegt wie ein Same in der Mutter­erde, wie ein Kindlein in der Krippe. Wachsen und groß werden muß es ganz in der Stille, bis es schließlich Macht über uns gewinnt und uns gänzlich in seinen Lebenskreis einspinnt. Und dann erst haben wir unseres Lebens Ziel erreicht. Wir haben seinen Stern gesehen und sind gekom­men, ihn anzubeten.

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Vera Stephan vom Winkersportverein Wildbad Ale.skerin von Schwaben im Abfahrls- und Torlauf.

Die Wettbewerbe ,um die SchimÄstexschast von Schwaben begannen mit den Prüfungen in Abfahrt nnd Tortauf, die an der Jahreswende cm lWaLsertial bei recht guten Schnee- verhÄktniissen nusgetragen wurden. Weit mehr als 100 Läu- fer und Läuferinnen stMen sich den Richtern. Dabei ge­wann Frl. Vera Stephan vom Wmtersportverein WW- bwd erwartungsgemäß ganz überlegen, indem sie derbe Wettibewevbe in sicherer Haltung an sich brachte. Sie war mit 6,13 Minuten im Abifahrtslauf ^uinld im Torlauf mit 200 Punkten jeweils 1. Siegerin. Sie bekleidet dadurch den Titel der Meifteerin non Schwaben im iAbfcchrts- und Tor- lauf und dürfte durch ihre außerordentlichen Leistungen 1. Olympiaanwärtertn non Württemberg werden.

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Liste der säumigen Steuerzahler. Im Frühjahr 193E, wird die erste Liste der säumigen Steuerzahler aufgestellt und veröffentlicht werden. Für die Aufnahme in diese Li­ste kommt in Frage, wer bei einem Finanzamt mit der Zahlung nichtgestundeter Besitz- und Verkehrssteuern oder bei einer Zollstelle mit der Entrichtung von Zöllen, Ver­brauchssteuern oder Abgaben nach dem Branntweinmono­polgesetz aus der Zeit vor dem 1. Januar 1936 im Rückstand bleibt. Als rückständig gelten Beträge, die vor dem 1. Ja­nuar 1936 fällig geworden sind, bei denen also die Zah­lungsfrist am 31. Dezember 193S abgelausen ist, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob die Beträge bereits angemahnt oder ob sonstige Beitreibungsmaßnahmen eingeleitet wor­den sind. Wer es unterläßt, seine Steuerrückstände alsbald restlos zu beseitigen, wird die Folgen zu tragen haben, die mit der Ausnahme in die Liste der säumigen Steuerzahler in wirtschaftlicher und persönlicher Hinsicht verbunden sein werden.

Württemberg

Alte Frontsoldaten sammeln

Aufrufe zur Sammlung der NSKOB.

Der alte Feldsoldat ist überall da zur Stelle, wo es dem Volke zu helfen gilt. Was er vier Jahre lang an allen Fronten des großen Krieges umer täglichem Einsatz seines Lebens an Un­erhörtem ertrug, ertrug er für sein Volk, dessen Leben ihm höher stand als das eigene.

So ist es selbstverständlich, daß auch dort der alte Frontsoldat zu finden ist, wo es gilt, den Armen und Bedürftigen seines Volkes zu helfen. Möge das deutsche Volk diesen selbstlosen Ein­satz des alten deutschen Frontsoldaten am 5. Januar durch be­sondere Opferwilligkeit würdigen.

Wilhelm Murr, Gauleiter, Reichsstatthalter in Württemberg.

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Kameraden und Kameradenfrauen!

Der 5. Januar 1936 steht für die Kriegsopfer im Zeichen d-s Winterhilfswerks des deutschen Volkes. An diesem Tage steht Ihr alle ausnahmslos im Dienste dieses Werkes. Ihr habt im großen Kriege gezeigt, daß Ihr bereit wäret, Opfer zu bringen. Ihr werdet auch diesmal beweisen, daß Ihr bereit seid, wen» Ihr im Kampf gegen Hunger und Kälte gebraucht werdet.

Ich erwarte von Euch, daß Ihr am 5. Januar 1936 mit Eurer Opferbereitschaft und Eurem Sammeleifer allen Volksgenoffen Beispiel seid. Kameraden und Kameradensrauen, ans Werk für die deutsche Not- und Schicksalsgemeinschaft.

Gretz,

Eauamtsleiter des Amts für Kriegsopfer und Gebietsinspekteur für Württemberg und Bade«.

Verabschiedung des Wirtschastsministers Dr. Lehnich

Stuttgart, 3. Jan. In der letzten Kabinettssitzung der rvürtt. Regierung, die am 23. Dezember unter dem Voysitz des Reichs­statthalters stattfand, wurde in vorläufiger Weise über den Staatshaushaltplan für 1936 beraten. In dieser Sitzung wurde ferner Wirtschaftsminister Professor Dr. Lehnich, der zum Prä­sidenten der Reichsfilmkammer ernannt worden ist, verabschiedet. Der Reichsstatthalter hat zugleich für die anderen Mitglieder der württ. Regierung dem Wirtschaftsminister für die seit der Macht­übernahme dem Lande Württemberg geleisteten wertvollen Dienste seine besondere Anerkennung und seinen Dank aus­gesprochen. Der Wirtschaftsminister hat für die anerkennenden Worte des Reichsstatthalters seinerseits herzlich gedankt und auf die wertvollen Erfahrungen hingewiesen, die er während seiner Ministertätigkeit im württembergischen Wirtschaftsgebiet habe sammeln können. Der Reichsstatthalter schloß die Sitzung mit dem Dank auch an die anderen Mitglieder der Landesregierung für die im Jahre 1935 geleistetete Arbeit.

Heilbronn an -er Jahreswende

Heilbronn, 3. Jan. Am ersten Arbeitstag des neuen Jahrs versammelte Oberbürgermeister Gültig die Gefolgschaft de;