sammenballt, schirmt und schützt das Land. Wieder erleben wir eine heroische Auffassung, weil die Gefogschaft immer so ist wie die Führung. Wenn an der Spitze ein Adolf Hitler steht, dann mutz das Volk, die Gefolgschaft, treu und tapfer sein. (Ju­belnde, begeisterte Zustimmung.) Das deutsche Volk ist immer tapfer gewesen. Not und Elend aber brachten es zur Verzweif­lung, weil die Führung schwach und feige versagte. Wenn man dies alles erlebt, dann vermag man erst zu ermessen, welch eine riesenhafte Verantwortung auf der Führung, auf unseren Schultern lastet. Wir sind dem Staat, der Bewegung und damit dem Volk restlos verfallen. Was bedeuten die kleinen, alltäg­lichen Sorgen, die Nöte, gegen die riesenhafte Sorge, gegen die Seelen- und Herzensnot, die auf der Führung lasten. Die na­tionalsozialistische Regierung sieht nur das eine große Ziel vor Augen: das deutsche Volk frei und glücklich zu machen. Weil der Führer wacht, ist das neue Reich entstanden. Mögen uns auch manche hassen: Zu allen Zeiten ist der Böse des Guten Hasser, und der Hatz des Bösen beweist uns. daß wir auf dem richtigen Weg« sind. Was bedeuten gegen die gewaltigen Leistungen des Nationalsozialismus die hier und da auftretenden Sorgen des Alltags. Selbst inEngland, dem Land, das über die größten Rohstoffquellen der Welt verfügt, sind vorübergehend die Fette knapp geworden, denn auch in diesem Lande gibt es ängstliche Hausfrauen, die Hamstern. Wir dürfen getrost in die Zukunft sehen. Ministerpräsident Göring schloß seine immer wieder von stürmischen Zustimmungskundgebungen unterbrochene Rede mit einem leidenschaftlichen Bekenntnis zum Führer. Vor uns steht der Führer, folgt ihm, und Deutschland geht in Herrlichkeit und Pracht der Zukunft entgegen. Adolf Hitler Sieg-Heil.

Der Reichskirchen-Ausschuß

t und der preußische Landeskirchen-Ausschuh gebildet

Berlin, 14. Okt. Der Reichs- und preußisch« Minister für die kirchlichen Angelegenheiten hat den Reichskirchen-Aus­schuß und den preußischen Landeskirchen-Aus­schuß wie folgt gebildet:

Neichskirchenausschutz:

Generalsuperintendent i. R. D. Zöllner-Düsseldorf, Landesbischsf Diehl - Speyer,

Eeneralsuperintendent i. R. D. E g e r - Naumburg (Saale), Präsident Koopmann- Aurich,

Oberlandeskirchenrat Dr. Mahrenholz- Hannover, Oberkirchenrat Hanemann- München,

Pfarrer Wi l m-Dolgelin (Mark),

Pfarrer Kühn er-Lotzen (Ostpreußen).

Altpreutzischer Landeskirchenausschutz: Eeneralsuperintendent i. R. D. E g e r - Naumburg (Saale). Oberkonsistorialrat Kaminski - Königsberg (Preußen), Superintendent Zimmermann- Berlin,

Superintendent Dr. Schmidt-Oberhausen (Rheinland), Domprediger Martin- Magdeburg,

Pfarrer Kützner-Lötzen (Ostpreußen).

Die Zusammensetzung der Ausschüsse ist unter dem Gesichts­punkt erfolgt, einen in sich geeinten und daher zu fruchtbringen­dem kirchlichen Handeln befähigten Kreis von Männern zu fin­den, die aus ihrer Grundeinstellung tiefste Verantwortung für Kirche, Volk und Staat bewiesen haben. Die Ausschüsse setzen sich daher aus bewährten Theologen zusammen, die als kirchliche Vorkämpfer, deutsche und nationalsozialistische Männer. Prediger und Führer im Weltprotestantismus Anspruch auf allgemeines Vertrauen erheben können.

Die Bildung der Kirchenausschüsse ist erfolgt, nachdem die zu berufenden Männer selbst in zweitägigen Beratungen unter sich vollständige Einmütigkeit über die Linie der künftigen inner- kirchlichen Arbeit und die Fragen des Verhältnisses von Kirche, Volk und Staat erzielt haben. Das dem Reichsminister für oie kirchlichen Angelegenheiten in einer einstimmig gefaßten Er­klärung vorgetragene Ergebnis der Beratung enthält die Grund­lagen für eine förderliche Gestaltung der Lage und echten Be­friedung des kirchlichen Lebens.

Der Reichskirchenausschuß wird noch im Laufe dieser Woche zu­sammentreten. Er wird sich in einer Veröffentlichung über die Grundsätze für die Lösung seiner hohen Aufgaben an das Kirchenvolk wenden.

Die ältesten Dreihundert

NSK. Alljährlich treffen sich die 300 ältesten Politischen Leiter der Bewegung, um einige Tage in vorbildlicher Ka­meradschaft miteinander zu verbringen und einen Gau der NSDÄP. zu besuchen. War es im Jahre 1933 der Eau Ba­den und im Jahre 1934 der Gau Sachsen, so durfte in diesem Jahr der Eau Thüringen die Dreihundert willkommen hei­ßen und ihnen seine Schönheiten zeigen. Treffpunkt war Weimar als Sitz der Gauleitung.- Von hier aus ging die Fahrt durch die schönsten Städte und Dörfer Thüringens, um am Sonnabend mit einem Festabend auf der Wartburg sein Ende zu finden.

Die Dreihundert nehmen wiederum eine Erinnerung m in die Heimat, die ihnen diese Thüringer Tage unvergesst bleiben läßt. Zusammengeschweitzt zu einem Block aus eine Eutz in der Zeit des Kampfes um die Macht, als die ält sten Politischen Leiter zum Führer in einem besonderen m persönlichen Treueverhältnis stehend, haben sie wiederu ohne Unterschied des Dienstranges ihre Zusammengehöri kert und ihre Kameradschaft unter Beweis gestellt. Das , gerade das Schöne an diesem Treffen, datz der Zellenwa neben dem Kreisleiter, der Blockwart neben dem Gauamt lener marschiert und datz sie ungeachtet der verschieden« 7 ?^^,st^angabzeichen nichts als Kameraden und Kämpf für Adolf Hitler und seine Idee sind.

Nun kehrt jeder einzelne wieder in seine Heimat zurll die Erinnerung an diese dritte Kameradschaftsfahrt im He zen. Jeder einzelne geht wiederum an die Arbeit, um d, Aufgaben gerecht zu werden, die den Politischen Leitei ,m bevorstehenden Winter gestellt sind. Diese sind wah lich nicht gering, aher sie werden wie immer gelöst werd< in dem Geist, dem diese Dreihundert zuerst in Deutschlai Ausdruck verliehen und von dem nickt zuletzt auf Grm füllt*ist E Kampfes heute das ganze Volk e

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Stabschef Lutze bei der saarländischen SA.

Saarbrücken, 14. Okt. Die saarländische SA. erlebte am Sonn­tag anläßlich des Besuchs des Stabschefs Lutze einen großen Tag. Auf dem im Flaggenschmuck prangenden großen Aufmarschfeld in Saarbrücken standen vormittags in großem Viereck angetreten drei Standarten des Saarlandes. Stabschef Lutze hielt eine An­sprache, dann wurden die 16 000 SA.-Männer vereidigt. In einem kurzen Schlußwort wies Stabschef Lutze auf das Opfer der sür die Bewegung Gefallenen hin, ein leuchtendes Beispiel der Pflichterfüllung. Ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer beschloß die Feier. Danach begab sich der Stabschef zum Saar- Krucker Ratbaus. Hier überreichte ihm der Oberbürgermeister als

Ehrengabe der Stadt eine Grubenlampe. Der Stabschef trug sich sodann in das Goldene Buch ein. Anschließend legt« er am Ehrenmal und im Ehrental Kränze nieder. In den Mittags­stunden fand der Vorbeimarsch der 16 060 SA.-Kameraden vor dem Stabschef statt. Daraus begab sich Lutze nach Homburg, wo 5066 SA-Männer feierlich vereidigt wurden. Nach der Rück­kehr des Stabschefs fand ein großer Fackelzug der SA. mit Zapfenstreich statt.

Das neue polnische Kabinett

Warschau, 14. Okt. Die Aeußerungen der polnischen Re - rungspresse zum Wechsel des Kabinetts heben übereinstimn. hervor, daß der bisherige Ministerpräsident Slawek die ihm noch von Marschall Pilsudski übertragene Aufgabe, neue Verfassunas- grundlagen des Staates ins Leben zu rufen, erfüllt habe. Die neue Regierung sei unter dem Gesichtspunkt der wichtigen mn- schaftlichen Aufgaben gebildet, vor denen Polen steht. Das Ka­binett Koszialkowski, schreibtGazeta Polska", wird von der Oeffentlichkeit mit Vertrauen begrüßt werden. Sowohl der Ministerpräsident wie eine Reihe der Minister gehören zu denen, die eine hervorragende Rolle in den militärischen und politischen Kämpfen um den Wiederaufbau Polens gespielt haben. Der konservativeLzas" hebt hervor: In die neue Regierung, deren Hauptaufgabe auf wirtschaftlichem Gebiet liege, habe der Staats­präsident neue Männer auf alle wichtigeren Posten berufen mit Ausnahme des Außenministers. Dadurch werde die Unveränder- lichkeit der Linie der auswärtigen Politik noch einmal unter­strichen.Expreß Poranny" schreibt: Im neuen Kabinett sitzen keine unbekannten Männer, sondern Persönlichkeiten, die sich in öffentlichen Aemtern bereits vielfach um das Wohl des Staates verdient gemacht haben. Das MilitärblattPolska Zbrojna" schreibt nach einer Würdigung des Kabinetts Slawek, das dem Wunsche Pilsudskis entsprechend die neue Verordnung durch­geführt habe, die neue Regierung werde den wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten um so mutiger entgegentreten können, als sie nicht mehr alle die Hemmungen zu bekämpfen habe, die sich bei dem früheren Verfassungssystem sür die Arbeiten der Regierung ergaben. Die nationaldemokratische Ovpositionsprsssc sagt, die Aenderung des Kabinetts sei nicht von großer Bedeu­tung, obgleich in Polen grundsätzliche Aenderungen notwendig seien.

Lutherischer Weltkouvent in Paris

Paris, 14. Okt. Der dritte lutherische Weltkonvent, der als Gast der Lutherischen Kirche Frankreichs vom 13. bis 26. Oktober in Paris tagt, ist am Sonntag eröffnet worden. Insgesamt sind 24 Staaten beteiligt. Deutschland ist bei dieser Tagung durch mehrere Abgesandte vertreten. Am Sonntag fand in der Kirche vom Heiligen Johannes ein gemeinsamer Gottesdienst statt. Die Predigt hielt Pastor Boury (Paris). Am Nachmittag wurde in den St. Johannes-Sälen der Konvent durch Professor Morhead (Neuyork) feierlich eröffnet. Vertreter des französischen Luthertums, sowie der Erzbischof Eiden (Schweden) und die Abgesandten Chinas und Indiens überbrachten Gruhworte. Den Eröffnungsvortrag hielt Landesbischof Meiser (München) über das Thema:Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt über­wunden hat."

Amtliches Ergebnis der Meme wählen

Memel, 14. Okt. Im Memeler Amtsblatt wird am Montag ein Beschluß der Wahlkreiskommisston vom 12. Oktober mn der Bekanntgabe der endgültig festgestellten Abgeordneten des künf­tigen Landtages veröffentlicht.

Darnach entfallen nun auch nach der amtlichen Feststellung

24 Abgeordnete aus die Einheitsliste und 5 aus die litauischen Listen.

Wie festgestellt wurde, sind insgesamt 1 962 661 gültige Stim­men abgegeben worden. Davon entfallen aus die Einheitsliste 1592 664 Stimmen und auf die sechs litauischen Listen zusammen 369 457 Stimmen. 81,17 v. H. der Wähler stimmten also für die Einheitsliste.

Mit dieser Bekanntgabe im Memeler Amtsblatt gilt die Wahl zum Landtag als abgeschlossen. Nunmehr läuft vom Tage der Veröffentlichung eine fünftägige Einspruchsfrist gegen die Rechr- mäßigkeit der Wahl. Der oberste Gerichtshof muß gegebenenfalls über Einsprüche tm Laufe von zehn Tagen entscheiden.

Deutsch-lettische Wirtschastsverhandlungeu

Riga, 14. Okt. Am Dienstag beginnen in Riga deutsch-lettische Verhandlungen über eine Vertiefung und Erweiterung oes gegenseitigen Warenverkehrs. Die deutsche Abordnung wird von Botschaftsrat Hemmen (Auswärtiges Amt) geführt und besteht aus den Ministerialräten Forkel vom Reichs- und preußischen Wirtschaftsministerium, Schefhold vom Reichs- und preußischen Ernährungsministerium und Oberregieruugsrat Scherer vom Reichsfinanzministerium.

Teuerungswelle in Holland

Amsterdam, 14. Okt. Seit mehreren Wochen machen sich in Holland starke Preissteigerungen für Lebensmit­tel bemerkbar. Vor allem die Fleisch-, Fett- und Stückpreise sind in einer Weise gestiegen, daß sich weiter Kreise der Be­völkerung eine große Beunruhigung und Unzufriedenheit be­mächtigt hat.

In der Stadt Arnheim sind z. V. die Fettpreise im Vergleich zum Sommer um rund 106 Prozent gestiegen. In Maastricht hat sich die Stadtverordnetenversammlung eingehend mit diesen Preiserhöhungen befaßt. Hierbei kam große Entrüstung darüber zum Ausdruck, daß in einer Zeit, in der von der Regierung eine allgemeine Senkung der Lebenshaltung gepredigt wird, um die holländischen Inlandspreise in Uebereinstimmung mit den nie­drigen Weltmarktpreisen zu bringen, die Bevölkerung sür die wichtigsten Artikel des täglichen Bedarfs, in erster Linie Brot, Fleisch und Fett, stets steigende Aufwendungen zu machen habe. Es wurde auch festgestellt, daß die Steinkohlenpreise in jüngster Zeit um etwa 3 Gulden für 1666 Kilogramm erhöht worden seien. Es wurde schließlich an den Magistrat das Er­suchen gerichtet, bei der Regierung wegen dieser Vorgänge dring­liche Vorstellungen zu erheben.

In mehreren Verbraucherversammlungen und in Zusammen­künften von Schlächtern und Viehzüchtern wurden schwere Vor­würfe gegen die Krisenpolitik der Regierung erhoben, wobei die Ansicht ausgedrllckt wurde, datz die seinerzeit von der Regierung zur Stützung der Landwirtschaft errichteten Krisenzentralen viel zu kostspielig arbeiteten und die staatlichen Ueberwachungsmaß- nahmen die Lebensmittelpreise unnötig verteuerten. Diese Kritik kommt auch in der Presse stark zum Ausdruck.

Sowjetrufsisch-japanischer Zvsammenflotz

an der mandschurischen Grenze

Moskau, 14. Okt. Sowjetamtlich wird mitgeteilt:Am 6. Ok­tober wurde eine aus drei Mann. bestehende Abteilung der

sowjetruMchen Grenzwache an der mandschurischen Grenze auf sowjetrusstschem Boden in einiger Entfernung von der Grenze von einer Abteilung japanisch-mandschurischer Soldaten über­fallen. Am 8. Oktober wurde wiederum eine Grenzverletzung durch eine japanisch-mandschurische Abteilung festgestellt. Zu dem ernstesten Zwischenfall ist es jedoch am 12. Oktober gekom­men. Eine aus 50 Mann bestehende japanisch-mandschurische Ab­teilung überschritt die Grenze und drang über einen Kilometer tief auf Sowjetboden ein. Eine Streife der sowjetrussischen Grenzwache, die aus zwei Mann bestand, wurde von den Ja­panern beschossen. Auf Sowjetseite gab es Tote und Verwundete. Nach den bisherigen Feststellungen hat auch die japanisch-man­dschurische Abteilung Opfer zu verzeichnen.

Tokio, 14. Okt. Der sowjetrussische Botschafter Jurenew über­reichte dem japanischen Außenminister Hirota die amtliche sowjet­russische Protestnote wegen der Zwischenfälle Der japanische Außenminister erklärte dem Sowjetbotschafter, daß er erst den Bericht über die Zwischenfälle aus Mandschukuo abwarten müsse, bevor er eine Antwort auf den Protest erteilen könne. Er schlug ferner vor, die Verhandlungen über di« Bildung einer gemischten Erenzkommission zu beschleunigen, um ähnliche Fälle in Zukunft zu vermeiden.

Bergarbeiter streiken in ikvv Meter Tiefe

London, 14. Okt. In dem Bergwerk Nine Point in Südwales hat die Weigerung der Bergwerksleitung, 88 nicht gewerkschaft­lich organisierte Bergleute zu entlassen, zu einem Proteststreik der organisierten Bergleute geführt. Seit Samstag sind über 30 Bergleute nicht mehr ausgefahren. Sie wollen das Bergwerk nicht eher verlassen, bis ihre Forderungen bewilligt sind. Die Bergwerksleitung wiederum will erst dann weiter verhandeln, wenn die Streikenden die Grube verlassen haben. Die Streiken­den erhielten am Sonntag nachmittag von ihren Frauen Nah­rungsmittel an den Schacht gebracht. Sie befinden sich in 1606 Meter tiesen Stollen. Am Erubenausgang sind Polizelkräfte zusammengezogen worden.

Auflösung der Freimaurerlogen in der Türkei

Istanbul, 14. Okt. In der Türkei sind die dort bestehenden zahlreichen Freimaurerlogen aufgelöst worden. Die Maßnahme wurde am Sonntag in allen Städten des Landes gleichzeitig durchgeführt. Das Varvermögen und das Inventar der Logen wurde zugunsten des Staates beschlagnahmt. Die Beschlagnahme soll jedoch nur etwa 366 660 RM. erbracht haben.

Lokales

Mldbad, den 17. Oktober 193S.

Das silberne Ehejubiläum können heute die Eheleute, Fabrikarbeiter Karl Vollmer und Frau Berta, Heb., Baulsert, f-ckern. Wir gratulieren.

»St. Gallus der Apfel n den Sack mutz!" Dies ist eine uralte Lostagsregel für den 16. Oktober, der dem im Jahre 646 als Abt des Benediktinerklossers St. Gallen in der Schweiz verstorbenen Heiligen geweiht ist. St. Gallus soll um das Jahr 610 n. Lhr. an den Bodensee gekommen sein. Vom Gallus-Tag gehen viele Bauern- und Wetter­sprüchlein im Volksmund, und er hat vor allem die Bedeu­tung im Volksglauben deswegen, weil er auf den Anbruch des Winters hinweist. Um diese Zeit ist der Morgen nebel­reich, ein erstes Vorzeichen des kommenden Winters. Das Wetter am St. Gallus-Tag soll auch die Witterung des kommenden, also des nächsten Sommers ankündigen:Nach St. Gallus Verkünden, wird sich der nächste Sommer fin­den".Gießt St. Gallus wie ein Faß, ist der nächste Som­mer natz".St. Gallus trocken, geht der Sommer auf trockenen Socken". Als Endtermin der Wein-, Obst-, Rüben- und Krauternte und der Herbstweide gehören hierher die Sprüchlein:Auf St. Eallentag mutz jeder Apfel in den Sack".St. Eall, holt heim Kraut und Nüben all". Mit St. Eall bleibt die Kuh im Stall". Weil der Gallen­tag bisweilen schon den ersten Schnee gebracht hat, sagen die Schwaben und die Alpenbewohner:St. Gallen läßt den ersten Schnee fallen".

Lehrzeit der Verwaltungskandidaten. Innenminister Dr. Schmid fetzte die Lehrzeit der tm Jahre 1934 zum gehobenen mittleren Verwaltungsdienst zugelassenen Verwaltungskandi- daten in Abweichung von Paragraph 1 der Vollzugsverordnung zur Prüfungsordnung vom 16. Oktober 1913 auf zwei Jahre und sechs Monate fest. Hiernach gelten die mit diesen Kandidaten abgeschlossenen Lehrverträge nur zwei Jahre und sechs Monate. Nach Ablauf der abgekürzten Lehrzeit sind die Kandidaten be­rechtigt, die Lehrstellen zu verlassen und bei den Oberämtern, Bürgermeistern und Verwaltungsaktuaren als Verwaltungs­gehilfen in Dienst zu treten. Die Besoldung für das zweite Halb­jahr des dritten Vorbereitungsjahres richtet sich nach Para­graph 22 der Vollzugsverordnung zum Körperschaftsbesoldungs­gesetz; das Gehalt wird auf 1566 RM. festgesetzt. Trotz der Ab­kürzung der Lehrzeit dauert der Vorbereitungsdienst fünf Jahre.

Den von dieser Anordnung berührten Gemeinden mit 1606 bis 1506 Einwohnern gestattet der Minister, bereits im Früh­jahr 1936 um die Zulassung eines Verwaltungskandidaten nach­zusuchen. Hierbei wird vorausgesetzt, daß sich diese Gemeinden in dem Zulassnngsantrag ausdrücklich bereit erklären werden, den im Jahre 1934 zugelassenen Kandidaten nach Ablauf der zweieinhalbjährigen Lehrzeit zu entlassen und ihn damit zur Verwendung bei einer anderen Stelle ireizuaeben. Die übrigen Lehrstellen verweist der Minister der Folgen wegen auf die Zu­lassung im Jahre 1937.

Bessere Verwertung für ApfellreM

Die Notwendigkeit, die deutsche Erzeugung restlos auszunutzen und zu verwerten, weist uns in der Obstwirtschaft wieder einmal auf eine bessere Verwertungsmöglichket für einen Rohstoff hin, der bisher kaum die notwendige Beachtung fand. Bei der Her­stellung von Apfelmost und Apfelwein fallen als Preßrückstände die sogenannten Trester an, die bisher nur zu einem Teil als Futtermittel verwendet wurden, meist jedoch ungenutzt blieb-n. Tatsächlich müssen wir die Apfeltrester heute als einen wert­vollen Rohstoff für die Herstellung hochwertiger Brotaufstrich­mittet in der Marmeladeindustrie betrachten. Aus den Trestern werden nämlich Preß- und Eeliersäfte gewonnen, die für die Herstellung von Marmeladen. Obstgelee oder Obstkraut unerläß­lich sind. Bisher sind die notwendigen Treüer fast nur aus oem Auslande eingesührt worden. Tatsächlich können wir diese Ein­fuhr weitgehend entbehrlich machen und somit unsere Handels­bilanz zugunsten der notwendigen Rohstoffversorgung der deut­schen Industrie entlasten, wenn wir die deutschen Trester aus­nutzen. Die Hauptvereinigung der Deutschen Garten- und Wein- bauwirtfchaft hat darum eine Aktion für die Sammlung der Trester in die Wege geleitet, die beim Pressen von Apfelmost und Apfelwein anfallen. Diese Apfeltrester können vorteilhaft verwertet werden, indem sie sofort nach dem Abpressen einer Trocknungsanstalt (Trockendarre), einer Pektinfabrik oder einer Obstgelee- und Obstkrautfabrik zuaeftihrt werden. Es ist Pflicht