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Wrnik, »«I«, u. oeraut«. SchriMrituugi Theodor »aek, Wlldbad i. Schw«, »Uhelmftr. «. Tel. 47». Sohnung, Villa Hubertus

Nummer 266

Tsrnrus 47S

Dienstag den 14. November 1S33.

Fernruf 479

68. Jahrgang.

Das Ja der Nation

Der befreiende Schritt, der Deutschland endlich den Frie­den der Ehre verschaffen soll, hat das Ja der Nation erhal­ten: eine überwältigende Mehrheit bekennt sich zu Wolf Hitler und seiner Haltung der Welt gegenüber. Der geringe Anteil derer, die sich der Stimme enthalten oder gegen die Mehrheit entschieden haben, ändert nichts an der Tatsache, daß Volk und Regierung in Deutschland einen so geschlos­senen Block bilden, wie ihn die Demokratie des Auslands nicht kennt. Der gewaltige Eindruck dieser Wahl steigert sich noch, wenn man sie mit dem Volksentscheid über den Toungplan vom 22. Dezember 1929 und mit der letzten Reichstagswahl vom 5. März 1933 vergleicht.

Als Hugenberg im Bündnis mit Hitler und Seldte vor vier Jahren durch unmittelbaren Appell an das Volk den Toungplan zu Fall bringen wollte, betrug die Wahlbeteili­gung nur 14,92 v. H. Davon stimmten 13,81 für das zur Entscheidung vorgelegte Freiheitsgesetz und 0,80 dagegen. Nun ist allerdings zu bedenken, daß bei weitem nicht alle, die sich damals den Rechtsgruppen versagten, gegen eine Politik des nationalen Widerstands eingestellt waren. Viele stießen sich nur an dem Zeitpunkt und an der Form des Vorgehens. Aber selbst bei Berücksichtigung der veränderten Zeitumstände verliert die jetzige Antwort auf die außen­politische Volksbefragung, die wieder Hitler, Hugenberg und Seldte in einer Front sieht, nichts an ihrer Bedeutung. Die Wahlbeteiligung stellt alles in den Schatten, was bisher in Deutschland dagewesen ist. Stellenweise erreichte sie 100 o. H. Im Reichsdurchschnitt betrug sie nach dem vorläufigen Ergebnis 96,3 v. H. für die Volksabstimmung und 95,2 v. H. für die Reichstagswahl. Damit "ist selbst die Rekordzahl der Beteiligung vom 5. März, die 88,7 be­trug, erheblich überschritten. Und daß 95 v. H. die Politik der Regierung gebilligt haben, verdeutlicht besser als alles andere, daß das deutsche Volk die Wahl vom Sonntag nicht als parlamentarische Angelegenheit im früheren Sinn aufgefaßt hat, sondern als eine einmütige Bekundung des deutschen Anspruchs aus Achtung in der 'Welt und als Wiedergutmachung jener verhängnisvollen Vorgänge, die im November 1918 Deutschlands Ehre so schmählich ver­letzten.

Daß die Einheitsliste für die Neuwahl des Reichstalgs nicht so viele Stimmen auf sich vereinte, wie die Bejahung der außenpolitischen Volksbefragung beträgt, war zu er­warten. An sich stellten beide Willensakte ein zusammen­gehöriges Ganzes dar. Der Zuwachs, den die National­sozialistische Partei für ihre Liste feit dem 5. März zu ver­zeichnen hat, auf Las Ganze gesehen, ist außerordentlich stark, damals erhielt sie 17 277180 oder 43,9 v. H. aller ab­gegebenen Stimmen und diesmal 92,2 v. H Damals wählten noch fast fünf Millionen Deutsche kommunistisch und über sieben Millionen sozialdemokratisch. Um so grö­ßer erscheint heute der gewaltige Fortschritt in der willens­mäßigen Vereinheitlichung des deutschen Volks, nach den Jahren der unseligen Zerklüftung.

Hitler an das deutsche Volk

Berlin. .13- Nov. Der Führer richtet an das deutsche Volk folgenden Aufruf:

Deutsche Volksgenoffen und Genossinnen!

15 Jahre lang habe ich, erfüllt von einem unzerstör­baren Vertrauen auf den inneren Wert des deutschen Volks, gläubig für seine Zukunft gekämpft. Heute danke ich den Millionen deutscher Volksgenossen aus übervollem Herzen für das geschichtlich einzigartige Bekenntnis zu einer wahr­haften Friedensliebe, genau so aber auch zu unserer Ehre und unseren ewigen gleichen Rechten. Meine Mitarbeiter und ich aber wollen damit erneut gestärkt, mutig und un­verdrossen unsere Pflichten erfüllen. Adolf Hitler."

Der Führer an die NSDAP.

Berlin, 13. November. An die NSDAP, richtet der Führer folgenden Aufruf:

Nationalsozialisten! Nationalsozialistinnen!

Meine Parteigenossen!

Ein unvergleichlicher Sieg ist erkämpft worden. Das deutsche Volk verdankt ihn in erster Linie Eurer gläubigen Treue, Eurer nimmermüden Arbeit! Männer unserer Or- Organisation, unserer Propaganda, der SA., SS. und des St.I Ihr habt, unterstützt durch die Tätigkeit unserer Ju­gend, unserer Frauen, zahlloser Parteigenossen und unserer Presse in knapp vier Wochen Unerhörtes geleistet. Die ein­zigartige Größe des Erfolges ist für Euch alle die größte Anerkennung. Die Rettung des Vaterlandes aber wird der­einst Euer Dank sein.

Adolf Hitler."

ragesspiege!

Der verband der deutschen Hochschulen, die deutsche Rektoren­konferenz, die kulturpolitische Arbeitsgemeinschaft deutscher Hoch­schullehrer, der bayerische Hochschullehrerbund und dieGesell­schaft Deutscher Staat" haben sich zur Schaffung einer Reichs­organisation der deutschen Hochschulen zusammengeschlosst».

In Mndelheim (Schwaben) fand in Anwesenheit des Reichs­ministers Darre die feierliche Eröffnung der ersten Bauernführer­schule Bayerns und ganz Süddeulschlands statt.

In Wien wurden Haussuchungen bei zahlreichen Rationalsozia- lislen vorgenommen und 102 Personen verhaftet.

Rach der italienischen Regierung Hai nun am Montag auch die ungarische Regierung im Rahmen der Ausschuhverhandlungen der Abrüstungskonferenz erklärt, daß sie die gegenwärtigen Arbeiten der Konferenz unter den heutigen Umständen weder als zweck­mäßig noch für notwendig ansehe und daher einen grundsätzlichen Vorbehalt für sämtliche jetzt gesüßten Beschlüsse onmelden müsse.

Der amerikanische Staatssekretär hüll, ist zum Allamerikani­schen Kongreß nach Montevideo (Uruguay) abgereist.

Der französische kabiuetlsral wurde aus Dienstag verschoben.

Der Reichspräsident beglückwünscht den Führer

^ Berlin, 13. Nov. Reichskanzler Adolf Hitler begab sich am Montag zum Reichspräsidenten v. Hindenburg, um ihm das amtliche Mahlergebnis zu melden und im An­schluß hieran politisch« Fragen zu besprechen. Der Reichs­präsident sprach dem Herrn Reichskanzler in herzlichen Worten seinen Dank und seine Anerkennung für die nun durchgeführte politische Einigung des deutschen Volks aus und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auf der nunmehr ge­schaffenen Grundlage die Arbeiten im Innern und nach außen mit Erfolg fortgesetzt werden können zum Segen des Vaterlands und des deutschen Volks.

Goebbels zum Ergebnis des 12. November

Berlin, 13. Nov. Nachdem das Wahlergebnis feststand, versammelte der Rcichspropagandaleiter, Reichsminister Dr. Goebbels, seine engeren Mitarbeiter, um ihnen, den Dank für die geleistete Arbeit auszusprechen. Dr. Goebbels dankte besonders der ganzen deutschen Presse, die in diesem Wahlkampf manches von dem wiedergutgemacht habe, des­sentwegen der Nationalsozialismus ihr in vergangenen Zei­ten der Opposition bittere- Vorwürfe habe machen müssen. Ebenso galt der Dank des Reichspropagandaleiters dem Deutschen Rundfunk, den Landespropagandastellen, den Rednern und Propagandaleitern der Partei und jedem ein­zelnen Parteigenossen, der in der Propaganda in diesem Wahlkampf in aufreibender Kleinarbeit, Hingabe und Opfer­bereitschaft unermüdlich mitgearbeitet habe. Schließlich aber dankte Reichsminister Dr. Goebbels vor allen Dingen dem deutschen Volk selbst, das der Regierung Adolf Hitler einen unerhörten Vertrauensbeweis gegeben habe. Wir empfin­den, so erklärte der Minister, es als ein ganz großes Glück, diesem Volke dienen zu können, und spätere Geschlechter werden uns um unsere Zeit beneiden müssen. Da- deutsche Volk hat in dieser Wahl mit einer Einmütigkeit, die noch vor wenigen Monaten niemand für möglich gehalten hätte, bewiesen, daß es hinter Adolf Hitler und seiner Regierung steht. Was wir erreicht haben, verdanken wir der ziel­klaren Führung des Volkskanzlers Adolf Hitler, der konse­quenten Arbeit seiner Regierung und der Intelligenz und dem Fleiße aller Mitarbeiter am deutschen Aufbau.

Unser Kampf geht welker. Wir denken nicht daran, auf unseren Lorbeeren auszuruhen. Dieser Wahlausgang mit seinem grandiosen Ergebnis wird der Beginn nicht nur einer neuen innerpolitischen Entwicklung sein, sondern wird auch neue außenpolitische Perspektiven eröffnen.

Staatssekretär Funk sprach Dr. Goebbels den Dank der Mitarbeiterschaft aus. Ohne die zielklare Führung des Ministers wäre der unerhörte Erfolg nicht möglich gewesen.

Siegesjubel bei den Deutschen Mexikos

Mexiko, 13. Nov. Die Ergebnisse der Abstimmung und Reichstagswahl, die durch Funkübertragung stündlich ein- liesen, lösten bei den Deutschen Mexikos ungeheure. Begeiste­rung aus.

Stimmen der Auslandspresse

Frankreich

Paris, 13. Nov. Das Ergebnis der Abstimmung in Deutschland hat in Paris allgemein überrascht. Wenn man auch überzeugt war, daß die Regierung Hitler einen Sieg davontragen werde, so hatte niemand geahnt, daß der Erfolg ein so durchschlagender sein werde. Namentlich wundert man sich über den hohen Hundertsatz der Stim­men, Me W Partei adKexeben

wurden. Die Blatter vemuyen ncy, oen rrrivta mio ern zu schmälern, als sie von derkostspieligen Reklame",Ver­gewaltigung der Wähler" usw. sprechen. Um so größere Anerkennung verdienen die drei Millionen Deutsche, die allem Zwang zum Trotz ihr Leben und ihre Stellung aufs Spiel gesetzt hätten, indem sie gegen die Regierung stimm­ten. DasEcho de Paris" ergeht sich in niedrigen Schmähungen und erklärt, der letzte Schutzwall für die Einrichtungen und Ueberlieferungen Europas sei der Versailler Vertrag. Man müsse sich fragen, ob Mac Donald auch heute noch der Ansicht sei, England dürfe um die Durchführung des Versailler Vertrags keinen Krieg führen. Die französische Regierung müsse jetzt endlichd e starke Hand zeigen". DieLiberte" erklärt, die Regie­rung habe die Pflicht, die Militärmacht Frankreichs aufs höchste zu steigern.

DerFigaro" schreibt, bis Abstimmung in Deutschland lasse nunmehr erkennen, daß das ganze deutsche Volk die Politik der Hitler-Regierung billige. Das zu wissen, sei für die ganze Welt und besonders für Frankreich von größ­tem Wert, denn ganz Deutschland heiße nun Hitlers Bruch mit Genf und die Vernichtung des Ver­sailler Vertrags gut. Die Verpflichtungen des Ver­sailler Vertrags bedeuten aber für Europa und zuvörderst für Frankreich die Mahl zwischen Krieg oder Knechtschaft.

In ähnlichem Sinn, zum Teil noch feindseliger, spre­chen sich andere Blätter aus.

Der Berliner Mitarbeiter desMatin" schreibt, Hitler werde nun das ganze Schwergewicht auf die Rüstungsfrage legen, die im Augenblick der Schlüssel des Versailler Ver­trags sei. Er werde sicher Frankreich ausfordern, die letzten Zeichen des Krieges und der deutschen Niederlage auszu­löschen und sich ihm dadurch gewissermaßen auszuliefern unter dem Vorwand, daß Mißtrauen eine Beleidigung sei und die Sicherhettsbedingungsn für alle Länder die gleichen sein müssen. Er werde ferner versuchen, im Rahmen des Viererpakkes, d. h. unter Ausschluß der kleinen Mächte, zu verhandeln.

England

DieTimes" schreibt: Deutschland habe mit seiner Stimme die Politik des Austritts aus dem Völkerbund und der Ab­rüstungskonferenz bekräftigt und die nation-Äsozialiststche Regierung in ihrem Amte bestätigt. Nunmehr haben die ausländischen Nationen es mit einem völlig nationalsoziali­stischen Deutschland zu tun. Es sei daher wichtig, daß man die nationalsoziaiistischen Ziele vollständig verstehe.

Das Eingreifen Italiens in die Genfer Abrüstungsver­handlungen, wird in der englischen Presse mehrfach be­sprochen, DerDaily Telegraph" sagt, die italienische Er­klärung in Genf habe anscheinend Herrn Henderson auf­gebracht, aber iu London nicht überrascht. Die Auffassung Mussolinis, der alle unmögliche Uebereilung verurteilt Habs, werde in weitem Maße in London geleilt. Das gelte, auch von seiner Absicht, daß der nächste Meinungsaustausch zwi­schen Deutschland und den anderen Mächten an irgend einem Platz, nur nicht >n Genf stattfinden müsse. Es b-sl.be eine erhebliche Uebereinstimmung zwischen dem Standpunkt Mussolinis und der Rede Mac Donalds in Guild Hall. London und Rom erkennen an, daß Deutschland erst nach Genf zurückgebracht werden könne, wenn zwischen den baupt- siichlichsten Mächten oder zwischen Deutschland und Frank­reich eine vorläufige Einigung stattgefunden habe. Es sei aber keinesfalls zu erwarten, daß Hitler und Neurath losort einen Schritt ergreifen werden und zwar weil Deutschland immer und immer wieder seine Forderungen schon vor­gebracht habe.

Daily Expreß" sagt, daß nunmehr das englische Kabinett mit einer Entscheidung herauskommen müsse, ob es allein mit Frankreich noch an der Genfer Abrüstungskom- mödie teilnehmen wolle. Das Unterhaus werde eine dem­entsprechende Erklärung in der Aussprache am Montag verlangen.

*

Am Samstag abend veranstalteten Kommunisten und Juden eine Kundgebung vor der deutschen Botschaft in Lon­don, indem sie gegen den Reichstagsbrandprozeß Einspruch erhoben und dieFreilassung ihrer unschuldigen Kamera­den" forderten. Da die Menge der Aufforderung, ausein­anderzugehen, nicht Folge leistete, gingen Schutzieut« und berittene Polizei mit dem Gummiknüppel gegen sie vor. Die Leute zogen unter den RufenNieder mit dein Faschis­mus!" undRettöl Dimilroff!" zum Trasalgar-Platz, wo sich ein Zusammenstoß mit der Polizei entwickelte. Darauf kam es noch zu Kämpfen mit englischen Faschisten, die erst durch nochmaliges scharfes Eingreifen der berittenen Polizei be­endet werden konnten.

Oesterreich

Die Blätter begnügen sich, die halbamtlichen politischen Korrespondenzen abzudrucken, in denen es u. a. heißt: Nach privaten Nachrichten aus Deutschland stehe fest, daß im Fall wirklich freier und geheimer Wahlen die Wahlliste Hitler auch nicht annähernd 50 o. H. der wahlberechtigten Stim­men auf sich vereinigt hätte. (?) Das christlich-soziale Wiener Montagblatt" stellt übrigens fest, eine Einheitsfront, die M die SRM stimMerechstgte Bevölkerung Deutschlands