eine Entschließung an, in der gefordert wird, daß Reichs regierung und Reichstag unverzüglich, und zwar noch in dieser Saison gesetzgeberische Maßnahmen tref- fen, die geeignet sind, das finanzielle Gleichgewicht der Rüchsai statt wiederherzustellen.

Belgische Hetze durch die Briefpost

Berlin, 12 Juni. In Belgien lassen eine Anzahl von Firmen Klebezettel auf Briefumschlägen befestigen, durch die eine Hetze gegen Deutschland betrieben wird. Das Reichs­postministerium hat die belgische Postverwaltung in einem Schreiben darauf aufmerksam gemacht, daß Briefe mit der­artigen Bemerkungen nach den Bestimmungen des Weltpost­vereins von der Beförderung ausgeschlossen sind und hat die Aufforderung daran geknüpft, für eine Abstellung dieses Mißstands zu sorgen.

Eine ungarische Antwort

Budapest, 12. Juni. Bei der Einweihung eines Denkmals für die Gefallenen hatte der ungarische Ministerpräsident in seiner Rede gesagt, der Ariedensvertrag sei eine Auge- rechkigkeit und er müsse abgeändert werden. Die Regierun­gen der Tschechoslowakei, Südslawiens und Rumäniens fühlten sich durch diese Äeußerung beschwert und sie ließen gestern durch ihre Gesandten beim ungarischen Außenmini­ster Vorstellungen erheben; die Gesandten würden in Zu- kunft derartigen Veranstaltungen fernbleiben müssen. Der Minister war weit entfernt, eine Entschuldigung vorzubrin­gen. Vielmehr erklärte er mit aller Bestimmtheit, die Worte des Ministerpräsidenten stehen in vollem Einklang mit dem von der ungarischen Regierung und dem Volk schon oft kundgegebenen bekannten Standpunkt. Ob die Gesanoken an derartigen Feierlichkeiten künftig teilnehmen wollen oder nicht, bleibe Kinz ihrem Ermessen anheimgestektk.

Die Genesung des Königs Georg

London. 12. Juni. In einer von derLondoner Gazette" veröffentlichten Kabinettsordnung wird mitgeteilt, daß der König infolge der Besserung seines Befindens jetzt imstande sei, viele seiner Obliegenheiten wieder zu übernehmen, die im letzten Dezember an die Mitglieder des Staatsrats übertragen wurden. Die Befugnisse der Mitglieder -es Staatsrats sind daher geändert und genauer bezeichnet worden.

Englands erwünschte Einmischung in Afghanistan

London, 12. Juni. Reuter me det, General Nadir Kl m, der bisherige Heerführer Aman Ullahs, und Bachai S. ia wollen sich an die britische Regierung wenden. >. a- mit sie in Afghanistan Ordnung schaffe. Die Londoner Re­gierung wisse jedoch noch nichts Bestimmtes.

Einer Neutermeldung aus Simla zufolge soll sich Habib Ullah mit Nadir Khan verständigt haben.

Die Sühne für den Bombenanschlag in Delhi

Delhi, 12. Juni. Die beiden Inder Bhagat Singh und Buteschkwara, die am 8. April d. I. den Bombenanschlag auf die gesetzgebende Versammlung verübt hatten, wurden zu lebenslänglicher Verbannung verurteilt.

Skudenkenstrelk in Mexiko

Rkcxiko, 12. Juni. 2000 Studenten sind heute nachmittag in den Streik getreten. Sie besetzten die Universität und bemächtigten sich mehrerer Beamter, die sie als Geiseln ge­fangen halten. Sie fordern die Abschaffung der monat­lichen Prüfungen und den Rücktritt des Rektors.

lviirli. tandlag

Zweite Lesung des Staatshaushalts " Stuttgart. l2. Juni.

Der Landtag trat gestern nachmittag zu seiner Sommer­tagung zusammen. Anwesend waren bereits die durch die Entscheidung des Staatsgerichtshofs nachträglich in den Landtag hereingekommenen Abgeordneten. Der Landtag zählt nun also zehn Parteien.

Der Abg. Schumacher (S.) wandte sich bei Kap. 2 (Staatsministerium) gegen die Münchner Gesandtschaft. Infolge der Entscheidung des Staatsgerichtshofs durch den Landtagswahkausschuß seien nicht nur drei Mandate, son­dern sämtliche 80 Mandate neu verteilt worden. Es bestehe also ein neuer Landtag und notwendig sei die Neuwahl des Staatspräsidenten und des Landtagspräsidenten.

Staatspräsident Dr. Bolz erwiderte, die Opposition könne in allen Streitfragen den Staatsgerichtshos anrufen. Ihm sei nichts bekannt, daß 80 neue Wahlurkunden ausge­stellt wurden. Der Landtag könne doch kein Interesse daran haben, noch über das Urteil des Staatsgerichtshofs hinaus­zugehen. In der ganzen Frage habe sich die Regierung neutral verhalten. Sie sehe den Landtag als rechtsgültig an und fahre in ihrer Arbeit fort.

Abg. Schees (Dem.) erklärte sich von diesen Ausfüh­rungen des Staatspräsidenten befriedigt. Abg. Bock (Z.) erklärte, es handle sich nicht um ein anderes Wahlergebnis, sondern nur um eine neue Mandatszuteilung. Abg. Ha­gel (VRP.) betonte, daß nur eine Korrektur des Wahl­ergebnisses stattgefunden habe. Ein soz. Antrag, die Gesandt­schaft in München zu streichen, wurde abgelehnt.

Man begann dann noch mit der Beratung des Justiz­etats, wobei verschiedene Wünsche vorgebracht wurden. U. a. wurde von dem Abg. Hagel (VRP.) eine Stati­stik über die Ergebnisse der Vergleichsverfahren verlangt und darauf hingewiesen, daß von Geschäftsleuten meist so lange fortgewurstelt werde, bis einer eben noch 30 v. H. bie­ten käm e. Man solle mehr von einer Gläubigernot als von einer Schuldnernot reden. Anerkannt wurde von dem Abg. Liebig lChristl. Volkd.) der gute Wille des Ju­stizministers zu einer gerechten und sparsamen Verwaltung.

In der weiteren Beratung meinte Abg. Schumacher (S), auf die Examensnote dürfe kein übermäßiger Wert gelegt werden; die Unabhängigkeit der Richter dürfe nicht durch die Personalpolitik des Justizminll ers zu groß werden. Die Landesarbeitsgerichte in Rar nsburg und Tübingen seien überflüssig. Abg. Göz (V V.) wünschte eine Erschwerung der Prüfungen; er sprach sich gegen die B'Muna Sondergerichten aus und erklärte, die Landbevölkerung habe kein Verständnis dafür, daß sie vor einem Fräulein mit Seidenstrümpfen an einem schönen Füßchen und mit Hornbrille Recht suchen solle. Abg. Joh. Fischer (Dem.) trat für die Verwendung der Frauen iw Richterdienst ein. Abg. Vollmer (Komm.) sprach vor Klassenjustiz und der Sexualnot in den Gefängnissen. Mar müsse die Gefangenen ohne Aufsicht mit ihren Frauen zw sammenkommen lassen. DieJustizbarbarei" könne nur durch den Sturz der bürgerlichen Gesellschaft beseitigt werden.

Justizmmister Dr. Beyerle verteidigte den Richter­stand. Vertrauenskrisen habe es in der württ. Ju­stiz so gut wie gar nicht gegeben. In Württemberg habe man, was Herkunft, Elternhaus, Vermögensklasse anlangt, eine gute Mischung im Richterstand. Bedauerlich seien die Ausführungen des Abg. Göz über die Frauen als Richter. In der P e rs o n a l p o l i t i k seien er und seine Mitarbeiter bestrebt, nach sachlichen Grundsätzen zu handeln, und man werde in keinem Fall Nachweisen können, daß bei dem Wechsel in höheren Richterstellen eine Ernen­nung unsachlich war. Der Normaprozeß habe die Lehre erteilt, daß man sich mit der Anerkennung des öffentlichen Interesses bei Wettbewerbsfragen nicht mehr zu weit vor­wage. Die Bestrebungen des Staatsanwalts Cu Horst- Stuttgart, die bedauerlichen, das Volksleben vergiftenden Auswüchse der Literatur auf dem Gebiet des Sexuallebens und der Nacktkultur zu bekämpfen, unterstütze er in jeder Beziehung. Einige Mißstände in den Strafanstalten dürfe man nicht verallgemeinern. Das Sexualproblem sei schon längst erkannt. Es werde auch Strafunterbrechung gewährt, um das Familien- und Eheband aufrecht zu erhalten.

Abg. Gompper (S.) meinte, in Württemberg funk­tioniere das Strafverfahren ausgezeichnet, nicht aber das Erziehungsverfahren.

Das Gesetz zur Aenderung der Gerichts- und Notariats­kostenordnung wurde in 2. und 3. Lesung erledigt.

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Aus der Beantwortung der Kleinen Anfragen ist zu entnehmen, daß den Forstämtern Weisung erteilt worden ist, die entbehrliche W a l d st r e u so ausgiebig wie möglich der Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen. Hierzu ge­hört vor allem die Nadelreisstreu, die Unkrautstreu, die entbehrliche Moosstreu und das Laub auf den Wegen und in tief eingeschnittenen Klingen, dagegen nicht das Laub aus den Beständen, weil es für die Erhaltung der vollen Ertragfähigkeit des Waldes unentbehrlich ist. Das Wirt­schaftsministerium hat außerdem Mittel zur Verbilli­gung des Torsstreubezugs zur Verfügung gestellt. Bis Ende Mai 1929 sind Gesuche von 281 Gemeinden ge­nehmigt und rund 88 000 Ballen Torsstreu und Torfmull zum verbilligten Preis mit einem staatlichen Aufwand von mehr als SO 000 M abgegeben worden. Bezüglich der Be­seitigung des schienengleichen Uebergangs beim Bahnhof Waiblingen muß die Lösung der Straßenbahnfrage Fell­bachWaiblingen abgewartet werden. Für die Rems­

verbesserung im Oberamtsbezirk Waiblingen liegen eine Reihe von Entwürfen vor. Die Ausführung hängt zunächst von der Stellungnahme der Stadt Waiblingen ab.

Skuklc,rk> 12. Juni.

zum «ryr-nooktor. Rektor und Senat der unb " haben den Architekten, Maler

KuMchnsisteller, Professor Dr. phil. Paul S ch u l tz e- Naumburg zum Doktor-Ingenieur ehrenhalber ernannt.

Trauerfeiern. Die Beisetzung der bei dem Booisunglück auf der Mer ums Leben Gekommenen gestalteten sich zu c.loßen Trauerkundgebungen. Oberregierungsrat Eckert wurde auf dem Steigfriedhof knCannstaLt beigesetzt, wo- bei Dekan Gauger - Ludwigsburg eine tief ergreifende Trauerrede hielt. Es sprachen am Grab Präsident Eu­tin g - Stuttgart, Landrat Schlör - Ludwigsburg und viele andere. Oberbaurat Köhler wurde auf dem neuen Friedhof in U I m beigesetzt. Die Trauerrede hielt Stadt­pfarrer Sauter. Nachrufe wurden u. a. gehalten von Oberbaurat Brehm- Stuttgart, Regierungsdirektor D o r n - Augsburg und Baurat B a ude r-Ulm.

Waldfriedhof wird demnächst bei den Gedächtnissteinen de­alten württ, Armeekorps das Ehrenmal der württ. Nach­richtentruppen ausgestellt. Der Denkmalausschuß erwartet alle ehemaligen Fernsprecher, Funker und Blinker, über­haupt alle, die im Verband der Nachrichtentruppen gewesen sind zur feierlichen Enthüllrmg am Sonntag, den 16. Juni. 11 Uhr auf dem Waldfriedhof in Stuttgart.

ep. Zuwahlen für den Evang. Landeskirchenkag. Am

Mittwoch nachmittag versammelte sich der Evang. Landes­kirchentag. um in kurzer Sitzung zwei Ersatzmitglieder zu- Zuwahlen. Nach dem Vorschlag des Aeltestenbelrats wurden )e mit 58 Stimmen gewählt: Dekan S ch r e n k - Gaildorf und Forstmeister a. D. Wegmann - Kirchheim/Teck. Nach der Verpflichtung beider wurde der Vorschlag des Präsi­denten einstimmig angenommen, am Donnerstag 9 Uhr vor­mittags in nichtöffentlicher Sitzung die Wahl des neuen Kirchenpräsidenten vorzunehmen.

Schulnngswoche für Sparkassenbeamle. Die Württ. Ver­waltungsakademie veranstaltet zur Zeit gemeinsam mit dem Württ. Sparkassen- und Girooerband Fortbildungskurse für Sparkassenbeamte. An den Kursen beteiligen sich über 300 Personen. Die Schulungswoche wurde von Ministerial­direktor a. D. Neuffer eröffnet, worauf Vorträge folgten. Direktor Cremer vom Deutschen Sparkassen- und Giro­verband wies u. a. darruf hin, daß in den fünf Jahren nach Beendigung der Inflation 10 Milliarden vom Deut­schen Volk gespart worden sind, daß die Zahl der Sparer aber erst 8 Millionen beträgt gegen 24 Millionen vor dem Kriege.

Besuch von amerikanischen Keglern. Die Vereinigten Neuyorker Kegel-Klubs unternehmen im Juni und Juli eine Europareise, die hauptsächlich der Beteiligung am inter­nationalen Kegelturnier in Stockholm und einer Fahrt durch Deutschland dient. Am 30. Juni wird Stuttgart be­sucht. Die Zeit vom 2. bis 8. Juli dient zum Aufenthalt in Pfulttndorf, dem Heimatsort des Reiseleiters Joseph Thum, von wo aus Tagesausflüge in die nähere und wel- lere Umgebung bis nach Konstanz gemacht werden.

Film und Aoko. Im Rahmen der internationalen Aus­stellungFilm und Foto" sind 14tägige Film-Sondervor­führungen vorgesehen, die am Donnerstag vormittag mit dem SpielfilmJohanna von Orleans", zunächst vor einem großen Kreis geladener Gäste eröffnet wurden.

Krankheitsskalistik. In der 22. Iahreswoche vom 26. Mai bis 1. Juni wurden in Württemberg folgende Fälle von ge­meingefährlichen und sonstigen übertragbaren Krankheiten amtlich gemeldet: Diphtherie 20 (tödlich), Kindbettttebet 1 (3), Tuberkulose der Lunge und des Kehlkopfs, sowie an­dere Organe 13 (31), Ruhr 1 (), Scharlach 29 (), Spi­nale Kinderlähmung 2 ().

Verworfene Revision. Der Kraftwagenführer Karl Großhans war vom Landgericht Stuttgart wegen fahr­lässiger Körperverletzung zu 5 Monaten Gefängnis verur­teilt worden . Er war im Juli v. I. auf der Solitude- Rennstrecke mit seinem Wagen verunglückt, und zwei In­sassen haben dabei den Tod gefunden. Das Reichsgericht hat seine Revision verworfen und ihn gleichfalls für schuldig erklärt, weil er zu schnell und nicht vorsichtig genug ge­fahren ist.

Originalroman von Gert Nothberg.

24. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

-Am andern Tag, kurz ehe Jutta in den Speisesaal

hinabging, brachte das Mädchen eine Karte.

Charly Wendox, Newy.rl, stand da.

Befremdet zeigte sie Hanne Oldenberg diesen Namen.

Hanne war aber nicht mehr aus der Fassung zu bringen. Ihr Standssbewußtsein hatte sich gehoben.

Rege dick nicht auf, Kindchen, es ist auch nur einer von den vielen, di« dir huldigen."

Denkst du?"

Ja," nickte Hanne energisch. Dann machte sie ein komi- sches Gesicht.Ra, das heißt, ein wenig anders ist er schon wie die andern. Er hat dir keine Blumen mitgebracht."

Jutta lachte.Siehst du, Tante Hanne? Aber nun na­türlich abweisen, ich empfange kein« Herrenbesuche und da­bei bleibt es."

Hanne Oldenberg nickte lächelnd.Hab ich schon besorgt. Der ist lange wieder fort."

Nein, noch nicht, verzeihen Sie," erklang eine tiefe Männerstimme.

Die beiden Damen wichen erschrocken zurück.

Mein Name ist Charly Wendox. Ich bitte um Ver­zeihung wegen meines formlosen Eindringens." Er machte eine tiefe Verbeugung.

Jutta blickte ratlos.Ich habe heute wenig Zeit, Mister Wendox. Wir reisen am Abend weg."

Das-weiß ich, deshalb komm« ick."

Jutta bat, Platz zu nehmen und setzte sich selbst in einen Sessel.

Hanne Oldenberg blickte fragend auf Jutta. Wendox hatte diesen Blick bemerkt.Die Dame kann ruhig bleiben," sagte er.

Hanne setzte sich an das Fenster, um nötigenfalls auf die Straße hinaus nach Hilfe schreien zu können. Er kam ihr ganz unheimlich vor, dieser Hüne mit dem kalten, strengen Gesicht. Als er aber dann sprach, nach den ersten paar Säßen horchte auch sie interessiert.

Ich hielt bisher nicht viel vom Singen. Seit ich Sie gehört, denke ich anders. Meine Bitte ist die: Singen Sie in meinem Palast in Newyork, Madame."

Sie schüttelte abwehrend den Kopf.

Nein, ich habe bereits den Antrag eines Gastspiels nach Newyork abgelehnt. Ich werde auch diesen zweiten Antrag nicht annehmen können."

Er nannte ihr nun ein derartig hohes Honorar für ihr Auftreten in seinem Hause, daß Jutta-Inge nun doch stutzte. And vor wem würde ich singen"

Vor mir," klang es kurz aus seinem Munde.

Jutta sah ihn an.Das wäre dann viel zu viel Geld," sagte sie.Zudem, vor einem einzelnen Herrn, noch dazu in dessen Wohnung, singe ich nicht."

Er stand auf.Man nennt mich einen Dollarfürsten. Ich bin reich, Madame, das heißt, wenn Sie vier Milliar- den reich nennen. Fordern Sie also mehr, so viel Sie wol­len. Ich zahle es Ihnen, aber Sie sollen singen. Bei mir in meinem einsamen Hause will ich Ihre Stimme hören. Diese soll mir dann immer im Geist in jenen Räumen er­klingen.

Jutta streckte ihm voll warmen Impuls die Hand hin.

Mister Wendox, sollte ich je nach Amerika kommen, dann werde ich bei Ihnen singen. Nur an einen Vertrag kann ich mich nicht binden."

Er küßte ihr ritterlich die Hand.Leben Sie wohl, ich

hoffe, daß sich mein größter Wunsch erfüllt."

Ein verstehender Blick traf plötzlich das Bild des jungen Offiziers in goldenem Rahmen. Ein Zug stolzer Resig­nation glitt über das ernste Gesicht des kraftvollen Mannes.

Vielleicht führt das Schicksal, ein gütiges Schicksal, Ihren Weg über den meinen. Weiter kann und darf ich wohl nun nichts hoffen."

Er machte den Damen ein kurze, steife Verbeugung und ging schnell hinaus.

Juttas Gesicht zuckte.

Ein seltsamer Mann, Tante Hannchen. Aber ich kann ihm nicht böse sein. Was mag ihn so zum Sonderling ge­macht haben? Er ist mir trotz alledem sehr sympathisch, sehr."

Hanne Oldenberg wußte, nichts zu entgegnen.-

Schließlich wurde der seltsame Amerikaner vergessen und die nötigen Reisevorbereitungen getroffen.

Nach dem Mahle im großen Speisesaale des Hotels gab Jutta ihren Bekannten in ihrem Zimmer noch einen Ab­schiedstee. Sie wollte auf vieles Bitten noch mit ein paar Liedern erfreuen.

In diesen kurzen Abschiedsstunden sah Jutta von Eschin- gen oder Iikge Stern so recht, wie sehr ihr die bisher frem­den Leute zugetan waren.

Meine Kunst, hilf mir zum schwersten Siege. Ich will singen, wie ich noch nie gesungen, wenn ich weiß, er hört mich."

Ethel Morland war abgereist. Fritz von Saldern hatte sie unter seinen Schuß genommen. . .

Karl Heinz von Efchingen hatte die beiden bis zum Hafen begleitet. Auf dem Heimweg suchte er einen der berühm­ten amerikanischen Detektive auf. Mit diesem Mann, der ihm mit klugen Augen gegenübersaß, sprach Eschingen rück­haltlos.