- m Mark auf den 1. April 1914 festgesetzt worden. Die jetzt beantragte Hinausschiebung dieses Termins ^npil-iulialb Jahre soll eine Besitzsteuer entbehrlich machen, die Abzweigung eines Teiles der Erträge aus der nntweinsteuervorlage zur Deckung der Wehrvorlage sonst er- pMlich wäre. _

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Der König von Dänemark,

in Hamburg ganz plötzlich gestorben ist, ist ebenso M aus dem Leben gegangen, wie er regiert hat. Er mr mit Frau, einem Sohn und zwei Töchtern und viel Mae auf der Rückreise von Nizza in Hamburg einge- Men und hatte im Hotel Hamburger Hof unter dem «amen eines Grafen Kronsberg Wohnung genommen, «ach dem Abendessen, etwa um 10 Uhr verließ der König, »je er früher öfters getan, ohne jede Begleitung das Ho- II um noch einen Spaziergang zu machen. Unweit von ieiuem Hotel, auf dem Gänsemarkt, wurde er plötzlich «einem Unwohlsein befallen und setzte sich auf der AeM der Schlachterei Bruck neben dem Gase Opera nie­der Ein vorübergehender Herr, der Frauenarzt Dr. Se- Mann, trat zu ihm, richtete ihn auf und ersuchte ihn, -hm seinen Namen und seine Wohnung anzugeben. Der Mg antworte nur, er wohne im Hamburger Hof, er lehnte die Hilfe dankend ab und sagte, er fühle sich wie­der besser und wolle zu Fuß gehen. In der Tat sei er auch -eqen den Hamburger Hof gegangen, aber.schon nach weni- « Schritten ohnmächtig zusammengebrochen. Durch ei- «eil Schutzmann ließ Dr. Seligmann eine Droschke herbei- holm und ordnete die Ueberführung des völlig unbe- lannte n, mit einem schlichten Jacketanzu g bekleideten Herrn nach dem in der Nähe be­findlichen Hafenkrankenhaus an. Als die Droschke dort ankam, war der Insasse schon tot. Wie sich später herausstellte, hatte der König einen Herzschlag er­litten. Tie Leiche wurde in die Leichen kämm er des hafenkrankenhauses gebracht. Als der König auch fn den frühen Morgenstunden noch nicht zurückgekehrt «ar, weckte seine Begleitung, über das Ausbleiben höchst beunruhigt, den Hoteldirektor, um diesen über den Ver­bleib des Königs zu befragen. Da auch der Direktor keine Auskunft zu geben vermochte, ging man zunächst daran, die wichtigsten Lokale der Stadt, die eventuell in Frage kommen konnten, abzusuchen. Als ach mese Bemühungen negativ verlaufen waren, ent­schloß man sich zur Benachrichtigung der Polizeiwache. Diese stellte systematische Ermittelungen über das ganze Stadtgebiet an und telephonierte schließlich ach an das Hafenkrankenhaus, wo man dann die Auskunft erhielt, daß nachts die Leiche eines offenbar den wohl­habenden Ständen angehörigen Herrn eingeliefert worden sei. Ter tote König wurde nach dem Hotel überführt und Machst auf ein Lager gebettet. Später wurde die Leiche des Königs in einem Salon des HotelsHam­burger Hof" aufgebahrt und mit der Danebrogflagge bedeckt. Vor dem Tore des Hotels ist ein Doppelposten des Regiments Hamburg aufgezogen.

ZnDänemark hat das Ableben des Königs große Bestürzung hervorgerufen. Man hatte große Festlichkeiten sür seinen Empfang vorbereitet und nun muß alles abge- siellt werden. Tie KönigsjachtDanebrog" ist nach Trave­münde abgegangen, um die Leiche des Königs dort in Em- psang zu nehmen.

Ter verstorbene König hat in der Politik stets Zu­rückhaltung geübt. Er hat das durch und durch demo­kratische dänische Volk, wie es die Verfassung vorschreibt, sich selbst regieren lassen. >Er hat gewissenhaft die ihm jakommenden Funktionen der Spitze der Staatsorganisa- tion ausgeübt. Er hat weder durch selbstherrliche Aktionen roch durch impulsive Reden oder Temperamentsausbrüche störend in den politischen Betrieb eingegriffen.

Prinz Christian Friedrich Wilhelm Carl hatte aller­dings säst 03 Jahre Zeit, reif zu werden, che er nach seines Vaters, König Christian IX., Tod als Friedrich MI. den dänischen Thron bestieg. Königin Luise, als kmhessische Prinzessin geboren, die später alsdie Schwie­germutter Europas" nicht nur zu einem bekannten und gar nicht spöttisch gemeinten Namen, sondern auch zu großem kinfluß in europäischer Politik gelangte, hatte ihn am ö. Juni 1843 zur Welt gebracht, aber erst am 26. Ja­nuar 1906 kam Prinz Friedrich zur Regierung. Er ist seit 43 Jahren mit Prinzessin Louisa von Schweden nnd von Norwegen vermählst. Ter Ehe sind acht Kinder entsprossen, von denen noch sieben am Leben sind. Der Mite Sohn, Prinz Karl, ist bekanntlich als Haakon M. seit dem 18. November 1905 König von Norwegen.

König Christian X

. Der Nachfolger König Frederiks, der bisherige Kron- Pnnz Christian, steht im zweiundvierzigsten Lebens- M. Er ist am 26. September 1870 im Schloß Char- uütenlund geboren. Seit dem Jahre 1898 ist er mit der Mnen Schwester der Kronprinzessin Eecilic, der Herzogin -Oexandrine von Mecklenburg vermählt. Ter älteste kr beiden Söhne, die aus dieser Ehe hervorgingen, der Miimehrige Kronprinz Frederik, ist dreizehn Jahre alt, am März 1899 zu Schloß Sorgenfri geboren; M Bruder, Prinz Knud, ist ein Jahr jünger. Der neue gleich seinem Bruder, dem König Haakon von orwegen, eine überaus schlanke, stattliche Erscheinung, M bisher keinerlei politische Rolle gespielt, und , nur im Aufgehen der höfischen Repräsentation im Aus- °bkannt geworden. Seine militärische Karriere, die er achtzehnten Lebensjahre als Leutnant begann, hat ihn Generalmajor z. D. des ersten Korps geführt, i» ü ä in snitzs des 14. preußischen Husarenregimcnts "Nssel, dessen Chef König Frederik gewesen.

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Die Ueberführung der Leiche des Königs nach Dänemark.

n^^nchemünde, 16. Mai. Tie Danebrog, die - m Königs nach Dänemark überführte, hatte ^"lwrücke festgemacht, während der sie begleiten ^ ^ "ch der Reede vor Anker gegangen war. kl sf ist schwarz drapiert, aus dem Teck ist die u ^ue Rönigskrone angebracht. Um halb 11 Uhr traj !

Großherzog von Mecklenburg-Schwerin hier ein, als Ver­treter der Stadt Lübeck Bürgermeister Dr. Eschenburg gnd Senator Fehling. 11.03 Uhr lief der Sonderzug von Hamburg ein. Ans dem Wege vom Bahnhof nach der Danebrog bildeten Mannschaften der beiden dänischen Kriegsschiffe Spalier. Ter Sarg wurde von den Prinzen Herold und Gustav, sowie von den Offizieren der dänischen Schiffe nach der Danebrog getragen. Die Königin folgte, geführt von dem Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, mit den Prinzessinnen-Töchtern. Tie deutschen Schiffe ga­ben den Salut. Ter Sarg wurde im Speisesaal der Dane­brog aufgestellt. Kurz vor 12 Uhr ging die Danebrog in See.

Deutsches Reich.

Der Kaiser in Homburg.

Homburg v. d. H., 16. Mai. Der Kaiser ist heute früh kurz vor sieben Uhr mit großem Gefolge auf dem Staatsbahnhof eingetrofsen. Zum Empfang waren die Prinzessin Viktoria Luise und verschiedene Hofwür­denträger erschienen. Nach herzlicher Begrüßung wurde die Fahrt zum kgl. Schloß angetreten. Am vormittag fand in der Erlöserkirche Gottesdienst statt; an dem die Majestäten nnd die Prinzessin Viktoria Luise teilnahmen.

Tie Reise nach Wiesbaden ist wegen des Ablebens des Königs von Dänemark abgesetzt. Der bereits angelegte Festschmuck muß wieder abgenommen werden.

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Oberbürgermeister Wermuth.

Berlin, 15. Mai. Tie Stadtverordneten wählten heute zum Nachfolger des ausscheidenden Oberbürger­meisters Kürschner Staatssekretär a. D. Wermuth mit 72 von 73 gültigen Stimmen; eine Stimme fiel auf Stadt­rat Wiemer. Insgesamt wurden 116 Zettel abgegeben. Davon waren 42, die von den Sozialdemokraten herrührten, unbeschrieben; außerdem war noch einer un­gültig, der mehr als einen Namen enthielt.

Damit ist Staatssekretär a. D. Wermuth zum Ersten Bürgermeister von Berlin auf die Tauer von 12 Jahren gewählt. Er erhält 40000 M Gehalt und hat außerdem noch einen Ruhegehalt von 10000 M als Staatssekretär.

Der seitherige Oberbürgermeister Dr. Kirschner wurde mit vollem Gehalt (36 000 M) pensioniert und ihm das Ehrenbürgerrecht verliehen.

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Die nationalliberale Dreieinigkeit.

DieEinigkeit und Geschlossenheit, die sich aus dem nationalliberalen Vertretertag gezeigt hat, war ein recht äußerliches Gebilde. Denn jetzt wird bekannt und wird von der Nationalliberalen Korrespondenz bestätigt, daß dieRechtsnationalliberalen" sich zu einer Sonder­organisation zusammengeschlossen haben, um als solche innerhalb der Partei als Mittelpartei zu wir­ken. Man hat jetzt also drei nationalliberale Organisatio­nen: die organisierte Partei, die in der Partei organi­sierten Jungliberalen und die ebenso organisierten Rechts­nationalliberalen, die dengemäßigten" Charakter der Partei und den Kampf gegen die Sozialdemokraten zu überwachen gedenken. Es vollzieht sich also, was nach dem Abschluß des Kompromisses vorausgesagt wurde: die auf dem Parteitag unterlegene Rechtsminorität sammelt sich zu neuen Vorstößen. Natürlichin Einigkeit und Geschlossenheit", beseelt von dem besten Willen zu ge­genseitigem Vertragen! Den guten Willen setzt man aber immer bei den Anderen voraus. So wird die Partei geschlossen der Auflösung entgegen gehen.

Berlin, 16. Mai. Der frühere preußische Gesandte beim Vatikan, Frhr. v. Roten Han, wurde heute von einer Kraftdroschke überfahren nnd erlitt einen schweren Schädelbruch.

Mülheim (Ruhr), 15. Mai. In der Stadtverordnetensitz- ung vom 10. April wurde beschlossen, den Großindustriellen Thyssen anläßlich seines 70. Geburtstages am 17. Mai zum Ehrenbürger zu ernennen; der Ehrenbürgerbrief soll Thyssen bei seiner Rückkehr von der Reise überreicht werden. Thyssen stiftete der Unterstützungskasse des Hüttenwerkes 140'900 nnd der Unterstützungskasse der Maschinenfabrik 70000 Mark. Die Gesamtsumme der von ihm beschlossenen Stiftungen reicht an eine Million heran.

Ausland.

Englands Antwort auf die deutsche Flottennovelle.

London, 16. Mai. (Unterhaus). Marineminister Ehur- chil'l beantwortete verschiedene Fragen über die Wirkung des neuen deutschen Flottengesetzes aus den englischen Flottenbau nnd sagte, es werde notwendig sein, dem Hanse dieses Jahr einen Ergänzungsflotten e tat vorzulegen, aber er könne noch nicht sagen, wann die Abstimmung darüber stattsinden werbe. Der Konservative, Kapitän Faber, fragte den Premier- minister Asquith, ob die deutsche Regierung die englische Re­gierung im Jahre 1909 dahin informiert habe, sie beabsichtige zu dem Gesetz von 1908 keine weiteren Bauten und ob die deutsche Regierung trotz dieser Erklärung jetzt ihre Flotte um drei Dreagnouths vermehre; Asquith entgegnete: Bon der deut­schen Regierung sind keine Zusicherungen gegeben worden und ich kann nicht sagen, welche Absichten sie zu dieser oder jener Zeit hatte, La es der deutschen Regierung offen stand, ihre Ansicht zu ändern. ...

Bei einem abends stattgefnndenen Bankett der Schisssbauer hielt der Marineminister eine Rede, in der er den Nachtrags­etat bestätigte nnd ausführte, England müsse die Vorherr­schaft zur See aufrecht erhalten.

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Kein Frauenstimmrecht in Italien.

Rom, 15. Mai. In der Depntiertenkammer wurde bei Beratung der Wahlreform in namentlicher Abstimmung mit 209 gegen 4L Stimmen bei 5 Stimmenthaltungen der Antrag Mi- rabelli, den Frauen das Stimmrecht zu verleihen, ab ge- lehnt. Auch die Regierung wies den Antrag zurück.

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Paris, 15. Mai. Die Nachricht, daß Ministerprä­sident Poincare beabsichtige, im Sommer nach Pe­tersburg zu fahren, bestätigt sich. Er wird mit dem russischen Minister des Aeußeren in einen Meinungsaus­

tausch über Fragen der auswärtigen Politik treten, die die beiden verbündeten Mächte besonders interessieren.

Württemberg.

Dienstnachrichten.

Der evang. Generalsuperintendent Prälat von Wunder- l i ch in Heilbronn wurde seinem Ansuchen gemäß in den Ruhe­stand versetzt nnd ihm bei diesem Anlaß das Kommantnrkrenz des Ordens der Württ. Krone verliehen.

Die erl. Stelle eines Staatsstraßenmeisters mit dem Amts­sitz in Oberndorf wurde dem Bauamtswerkmeister Lang bei der Straßenbauinspektion Rottweil übertragen und dem Ober­amtssekretär Striffler bei dem Oberamt Horb die nach­gesucht« Entlassung aus dem Staatsdienst zum Zweck des Ueber- tritts in den Gemeindedienst erteilt, dem Oberpräzeptor Dr. Hehl an der Latein- und Realschule in Balingen wurde eine Oberpräzeptorsstelle am Realgymnasium in Gmünd, dem Hilfs­lehrer Dr. Hans Klaiber an dem Gymnasium und der Ober­realschule in Ludwigsbnrg eine Oberpräzeptorsstelle an dem Realgymnasium und der Realschule in Heidenheim, dem Real- lehrer Schmierer an der Realschule in Schramberg eine Reallehrersstelle an der Oberrealschule in Tübingen übertragen nnd Pros. Mauthe an der Oberrealschule in Göppingen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste seinem Ansuchen gemäß in den Ruhestand versetzt, dem Oberamtssekretär Schnei­der bei dem Oberamt Geislingen wurde die nachgesuchte Ent­lassung ans dem Staatsdienst zum Zweck des Uebertritts in den Amtskörperschastsdienst erteilt.

Stuttgart, 15. Mai. Die Tierärztliche Hochschule wird, wie das Neue Tagblatt berichtet, mit Ende des laufenden Sommersemesters geschlossen wer­den. Das Ministerium des Kirchen- und Schulwesens glaubt eine Fortführung der Hochschule über diesen Zeit­punkt hinaus nicht verantworten zu können, da die Zahl der Studierenden aus 16 herabgegangen ist und einige Lehrer wegen des Mangels an Hörern ihre Vorlesungen bereits vor einiger Zeit einstellen mußten. Zwar wird der Finanzausschuß und später auch noch das Plenum der Zweiten Kammer, sowie auch die Erste Kammer bei Be­handlung der auf den Fortbestand der Anstalt abzielenden Eingaben sich mit der Frage zu befassen haben, es ist aber kaum anzunehmen, daß die beiden Kammern zu einer von den früheren Beschlüssen abweichenden Stellungnahme kom­men werden. Was das.Lehrerkollegium anlangt, so wird angenommen, daß der Vorstand der Anstalt nnd einige dienstälteste Professoren unter gewissen, den besonderen Verhältnissen Rechnung tragenden Voraussetzungen in den Ruhestand treten werden, während für die übrigen Pro­fessoren eine zeitweise Quieszierung in Frage kommen dürfte, bis sich für sie im oberamtsärztlichen und veterinär­ärztlichen Dienst oder sonstwo ein geeignetes Tätigkeits­feld eröffnet.

Stuttgart, 15. Mai. Wie man erst jetzt erfährt, ist der Hauptgewinn von 40000 M der Stuttgarter Pferdelotterie einem Installateur in Eßlingen zugefallen. Ter Gewinn ist am Montag ausbezahlt worden.

Nah und Fern.

Kindsmord.

Bei einer Uebungsfahrt des Ruderklubs Tübingen hoben die Ruderer eine Kindsleiche aus dem Neckar, die schon einige Tage im Wasser gewesen sein muß. Au­genscheinlich liegt ein Kindsmord vor.

In fremdem Wasser gefischt.

Aus Cuxhaven wird berichtet: Das Fischereitorpe­doboot 8 61 hat den englischen Fischerdampfer Borcasty 338 aus Grimsby, der ans deutschem Gebiet fischte, auf gebucht und unter militärischer Bedeck­ung nach CuxhaEn geschleppt.

Der Newyorkcr Expreßzug beranbt.

Banditen hielten den Newyorkcr Expreßzug in der Nähe von Hattiesburg (Mississippi) an, sprengten den Gepäckwagen mit Dynamit und flüchteten dann zu Pferd mit einem Paket, in dem sich 140000 Dollars (560000 Mark) befanden. Die Reisenden wurden nicht belästigt. Berittene Schutzmannschaften haben die Ver­folgung der Banditen ausgenommen.

Gerichtsaal.

Heilbronn, 16. Mai. Strafkammer. Der Weinhändlcr Friedrich Beißer war cmgeklagt, das zum Ausspülen der Maischefässer verwendete Wasser mitgekeltert und sich damit ge­gen das Weingesetz verstoßen zu haben. Er hatte rm Herbst 1910 in Italien und Tirol zusammen 184 451 Kilo Trauben gekauft, von denen er 13 815 Kilo an Private ab gab und 171 587 Kilo sür sich kelterte. Er beauftragte seine Angestellten, die Maischefüsser gut auszuspritzen und das Schwenkwasser ans der Presse der Maische zuzusetzen. Da die Angestellten des Beißer bei der Verhandlung nicht mehr mit Sicherheit angeben konnten, wieviel Schwenkwasser jedesmal in die Maische kam und auch die Sachverständigen die Höhe des Wasserzusatzes nicht mit Be­stimmtheit Nachweisen konnten, wurde nur ans eine Geldstrafe und zwar in Höhe von 2500 M erkannt. Die beschlagnahmten 82 810 Liter Wein wurden freigegeben.

Lustschiffahrt.

Der Zuverläsfigkeitsflug am Oberrhein.

Ani letzten Sonntag den 12. Mai begann in Stragbnrg der deutsche Zuverläsfigkeitsflug am Oberrhein, der am 22. d. M. in Konstanz sein Ende erreicht. Am ersten Tage flogen die Konkurrenten mit je einem Passagier von der Hauptstadt der Reichslande bis Metz. Die Strecke beträgt 130 Kilometer. Der 13. Mai wurde durch Aufklärungsübungen zwischen Metz und Saarbrücken ansgefüllt. Am 15. Mai wurde die Strecke von Saarbrücken bis Mainz zurückgclegt. Als erster landete Hirth mit Oberleutnant Achweller, der die 130 Kilometer lange Streck« ln 49 Minuten 56 Sekunden zurücklegte. Der 16. Mai war ein Ruhetag: am 17. Mai findet-ein Wettbewerb in schnellem Anfsteigen mit Zwischenlandung in Darmstadt, abends aber ein gemeinschaftlicher Flug aller Teilnehmer nach Frankfurt a. M. statt. Es folgt wieder ein Ruhetag nnd am 19. Mai gelangen die Teilnehmer von Frankfurt in das etwa 120 Kilometer ent­fernte Karlsruhe Der nächste Tag ist dem Zuverlässigleitsflug Karlsruhe-Feriburg i. Br. (82 Kilometer) gewidmet. Am 21. Mai wird der letzte Ruhetag abgehalten, am 22. Mai findet der letzte nnd gleichzeitig schwerste Zuverlässigkeitsflug von Freiburg nach Konstanz statt. Ans dieser letzten, 105 Kilometer langen Strecke ist nämlich der Schwarzwald zu überfliegen und zwar führt die Fahrtroute in nächster Nähe des 1493 Meter hohen Feldberges vorüber. An dem Zuverlässigkeitsflug neh­men diesmal nur Herrenflieger, größtenteils aktive Offiziere, teil.