«de« ernstlich diese Hafenstadt. Die entscheidende Niederlage der Engländer in Mesopotamien habe die Zahl der arabischen Stämme, die sich gegen die Engländer wandten, erheblich vermehrt. Die Lage der Engländer gestalte sich immer schwieriger, da sie nicht imstande seien, Verstärkungen nach Aden heranzuziehen, weil alle verfügbaren Soldaten in Mesopotamien notwendig seien. — Aden liegt im südwestlichen Zipfel Arabiens, etwa 80 Kilometer östlich vom südlichen Ausgang des Noten Moers.
Der heilige Krieg.
Köln, 20. Dez. Ars Sofia meldet die „Köln. Zeitg.": Aus Konstantinopel wird berichtet, die Organisation de« türkisch-mohammedanischen Vorgehens im Sinne des Heiligen Krieges hat grob« Fortschritte gemacht, wozu der Erfolg am Irak wesentlich beigetragen hat. Die türkische Zeitung „Islam" erklärt, daß Persien den islamitischen Interesse« Opfer bringen müsse und werde. Sie deutet dadurch hin auf die Aushebung der Perser in Konstantinopel, die in besonderen Regimentern zusammengezogen nach dem Irak gesandt wer den. Die Anzahl der allmählich in Konstantinopel und den Provinzen mit Zustimmung der perfischen Regierung Aus znhebenden wird auf über 25 v«0 Man« geschätzt. Aus Inner- Arabien treffen von Nedschd gute Nachrichten ein. — Die englisch« Niederlage in Mesopotamien hatte «ine weitere Ausdehnung des Araberaufstandes zur Folge. Die Engländer sehen sich außer stände, ihren gegen die aufständischen Araber kämpfenden Truppen Verstärkungen zu schicken, da ste selbst in Mesopotamien stark bedrängt werden.
Eine neue D rteidiqungsstellung auf Ka kidike.
Rom, 20. Dez. Die „Tribun«" meldet aus Athen, daß die Alliierten mit äußerster Kraftanstrengung an der Herstellung einer neuen Verteidigungslinie auf der Halbinsel Kalkidike. mit Kassandra als Basis, arbeiten. Große Mengen von Kriegsmaterial seien dorthin gesandt worden.
Der ena ische Bei' 1 von der Wests ont.
(WTB.) London, 20. Dez. (Amtlich.) Gestern früh ließ der Feind gegen unsere Linien nordöstlich von Ppern, die er zugleich heftig beschoß, Gaswolken aufsteigen. Bis auf einzelne Punkte, wo der Feind zurückgeschlagen wurde, ehe er unsere Linie erreicht hatte, wurde die feindliche Infanterie sogar verhindert, ihre Laufgräben zu verlassen. Unsere Maßregeln gegen die Gase erwiesen sich als ausreichend. Unsere Linie blieb überall unversehrt. Die feindliche Artillerie entwickelt «ine ungewöhnlich heftige Tätigkeit östlich von Ppera und westlich und südlich von Messines.
Amtliche Bekanntmachungen.
Einschränkung des Fleisch- und F.ttverbrauchs.
Pflicht, die eigenen Kräfte in der Heimat zu konzentrieren. Briand müsse die grandiosen Pläne in der Orientpolitik den Engländern überlassen. Zue^t
Einschränkung des Fleisch- und Fettverbrauchs vom 28. Oktober 1915 Reichsgesetzblatt S. 714 am 17. Dezember ISIS folgende Bestimmung getroffen:
Der Weihnachts- und Neujahrsfeiertage wegen wird be-
In East-, Schank- und Speisewirlschasten, sowie in Vereins- und Erfrischungsräumen dürfen am 23. und 39. Dezember 1915 ausnahmsweise Fisch- und Mehlspeisen, die mit Fett oder Speck gebraten, gebacken oder geschmort find, verabfolgt werden.
Stuttgart, den 17. Dez. 1915.
K. Zentralstelle für Gewerbe und Haadel.
M o st h a f.
Die Herren Ortsvorsteher wollen diese Bestimmungen in ortsüblicher Weise bekannt machen (mit dem Hinweis auf die Strafbarkeit von Zuwiderhandlungen) und den Vollzug überwachen.
Ealw, den 20. Dz. 1915.
K. Oberamt: Binder.
Brntabg 'be mäh end der Weihnachtszeit.
Das am 24. Dezember, 27. Dezember und 3 . Januar hergestellte Brot darf an den Herstellungstagen von nachmittags 2 Uhr an abgegeben werden.
Ealw, den 29. Dez. 1915.
K. Oberamt: Binder.
Die BalLanluge.
Neuwahlen in Griechenland.
(WTB.) Mailand, 20. Dez. Der Sonderberichterstatter des „Corriere della Sera" meldet aus Athen, daß die Wahlen in Griechenland am Sonntag früh ruhig und ohne Kampf begonnen hätten. Die Beteiligung werde wesentlich geringer sein, als bei der letzten Wahl. Die Venizelisten-Presse ver-
wegungssreiheit der französisch-englischen Truppen. Der „Matin" will wissen, der Hauptpunkt der Schwierigkeiten liege in der Benutzung der Eisenbahn nnd Telegraphen durch die Berbandstruppe«, die daran häufig von griechischen Beamten gehindert würden. Die Regierung soll einen Vertreter des Derkehrsministeriums zur Untersuchung der Angelegenheit nach Saloniki abgesandt haben.
Das serbische F.üchllingselend.
(WTB.) Amsterdam, 20. Dez. Ein hiesiges Blatt meldet aus London: Ein kleiner Teil der Flüchtlinge Serbiens erreichte Griechisch-Mazedonien. Während der Feind durch Alt-Serbien marschierte. zogen die meisten serbischen Männer nicht dienstpflichtigen Alters die Wege entlang, die nach Westen und Südwesten führen. Die meisten Frauen und Kinder blieben zu Hause. Auf dem Amfelfeld hatten sich 75V vvv Flüchtlinge angesammelt. 250 VVV beschlossen, sich zu ergeben, Tausende sind auf der Flucht nach Albanien nnd Montenegro durch
griechische Grenze überschreiten würden, was von der gegnerischen Presse in Abrede gestellt werde.
(WTB.) Bern, 20. Dez. Mailänder Blätter melden aus Athen: Anscheinend haben die Anhänger Sunaris' eine starke Mehrheit erhalten. Zn Athen und Pyräus gewannen sie 15 Sitze. In Athen und einigen anderen Hauptzentralen ist die Aufforderung der Venizelisten-Partei zur Stimmenthaltung befolgt worden. Auf dem Lande ist die Stimmenthalung nicht groß gewesen.
(WTB.) Athen, 20. Dez. Reuter meldet: Das Ergebnis der Wahlen wird nicht vor Dienstag mittag bekannt sein. Die Eunaristen scheinen dadurch daß sie 15 von 22 Sitzen in Attika gewannen, die Mehrheit erlangt zu haben. Rhallis wurde wieder gewählt.
Berlin, 21. Dez. Aus Kopenhagen wird dem „Berliner Tageblatt" gemeldet: Die Wahlen zur griechischen Kammer ergaben nach Pariser Nachrichten ein überwältigeiches Resultat für die Regierungspartei. Die Anhänger Venizelos' gaben das Spiel von vornherein verloren und beschränkten sich auf schwachen Widerstand gegen die Kandidaten der »kgierung. Zoverläffige Ziffern sind erst für heute z, erwarte«.
Griechenland und der Bieroerband.
K^enhnzen, 29. Dez. Me nach dem „Lokalanz." der Pariser Korrespondent der „Berlingske Tidende" berichtet,
scheinen neue Schwierigkeiten zwilchen dem griechische« «e- _
»emllstah und den Berbandstruppe« entstanden zu sein. Die Berlin, 20. Dez. Aus Genf meldet de .Deuftche verftetrr des Biervrebandr« in Athen verlangten von der > Tageszeitung": Clvmenceau Ordert aber mals das griechischen Regierung energisch die genaue Erfüllung de» ! Verlassen nlie. Frankreich habe angesichts der Geschlossene« Abkommen» bezüglich de, Sicherheit nnd »-> kommenden Offensive a« der Westfront dl« ernste
Di- K. Zentralstelle für Gewerbe und Handel'hak auf ^ di° Deutsche«
Grund des S 19 Abs. 2 der Verordnung des Bundesrats zur 5" verWestsront durchbrechen, sei der Orient oh«e- Einkckränkunn «> dln verlöre«
Dom englischen Unterhaus.
. ----«... — London. LI. Dez. (Reuter.) Im Unterhause er-
stimmt, daß am 24. und 31. Dezember 1915 Fleisch, Fleisch- klarte Tennant: Die britischen Verluste am Balkan waren und Speisen, die ganz oder teilweise aus Fleisch be- A?*kN bis zum 11. Dezember 32 Offiziere und 1246 stehen, gewerbsmäßig an Verbraucher verabfolgt werden b)tann, wovon 86 Mann getötet wurden. — Man dürfen, daß dagegen die gewerbsmäßige Verabfolgung der einigte sich, die beantragte Verlängerung der Legis- genannten Gegenstände am 23. und 39. Dezember 1915 nicht , laturperiode des Parlaments von einem Zahl auf gestattet ist. Jedoch dürfen am 23. und 39. Dezember 1915 acht Monate herabzusetzen. — Die Mitteilung von in Metzger- und anderen Läden Fleischdauerware«, ganze j der erfolgreichen (?) Zurückziehung der britischen Schinken und Zungen, sowie ganzes Geflügel abgegeben ! Truppen mit unbedeutenden Verlusten und von werden. ihrer Ueberbringung nach einem anderen Kriegs
schauplatz wurde mit Beifall begrüßt. Asquith erklärte. die Zurückziehung sei infolge eines vor einiger Zeit gefaßten Beschlusses des Kabinetts geschehen.
Russische Hoffnungen auf das Frühjahr.
Mailand, 20. Dez. Nach Pariser Informationen des „Eorriere della Sera" setzt man in Vierver- bandskreifen große Hoffnungen auf die nächste Frühjahrsoffensive der Russen. Die Blätter betonen die riesenhaften Verstärkungen an Menschen und Material, die dem russischen Heere fortwährend zu- flietzen. Rußland werde mit einer um zwei Millionen verstärkten Armee und einer überwältigenden artilleristischen Macht austreten.
Chriftiania, 20. Dez. Aus Paris wird, nach der „Voss. Zeitung", gemeldet: Das russische Große Hauptquartier teilt mit, daß die Munitionsvorriite jetzt ganz gesichert und die Reserven viel größer seien, als man sich je vorgestellt habe. Auch gegen Ueberraschungen wie die im April, als Mackensen angriff, sei man jetzt geschützt, ja jetzt bereite die russische Armee Ueberrafchungen vor.
Italien und der engrische »Bundesgenosse-.
(WTB.) Rom, 20. Dez. Ausgehend von der Rede Marconis im Senat über die Zusammenarbeit der Alliierten schreibt „Trbuna": Italien leidet heute schwer unter dem Kostenaufwand, den es leisten «ruh, um seinen militärischen Wert auf gleicher Höhe zu erhalten. Die drückende und immer mehr zunehmende Verschlechterung der Handelsbilanz rühre aus der Einfuhr aus dem Auslande, besonders aus England her. Außerdem seien die oingeführten Rohstoffe. besonders die Kohlen, fast ausschließlich für militärische Zwecke bestimmt. Man müsse sich fragen, ob es gerecht oder auch nur passend sei, daß Italien zur Anschaffung der Mittel für einen gemeinsamen Kampf uiü» eine« gemeinsamen Sieg einem seiner Alliierten, nämlich England, so außerordentlich hohen Tribut zahlen müsse, wie er sich aus der Steigerung des Kohlenpreises von 35 auf über 150 Lire pro Tonne ergebe. Hier müsse im Interesse der gemeinsamen Sache der Alliierten die englische Regierung eingreifen. Es sei ein sonderbarer Widerspruch. daß die Alliierten an England für jene Ware« Tribut zahlen müßten, während sie doch zu einer Verteidigung und einem Sieg gebrancht «Erden, womit das eigenste Interesse Englands so sehr verknüpft fti.
Die Neutrale«.
Die 2. Note Wilsons nach Wien.
Köln, 29. De,. Der „Köln. Zeitg." ^ng an» Washin-kvn auf funkentelegraphischem Wege folgender Bericht zn: Dt« zweite Rot« der Washingtoner Regierung an die Wien« Regierung gibt einige der Tatsachen an, die von Men gewünscht wurden, verweigert ade« di« Erörterung »»» Ein» zelheite«. Die amtliche Mitteilung des österreichisch-ungarischen Flottenkommandos wird als genügend sachliche Unterlage für die amerikanischen Forderungen angesehen. Daaach stehe fest, daß dir Wiener Regierung zugeb«. daß di« »An- cona" torpediert worden sei» während sich »och Fahrgäste a» Bord befanden. Dieses Zugeständnis genüge, weiter« Bestätigungen durch Offiziere oder andere UeLerleLende sei« unnötig. — (Soviel Begriffsvermögen wird man schließlich auch Herr« Wilson noch zumnten dürfen, daß er weiß, dost für die Räumung eines Schiffes nur «in ^wiffer Zeitraum gegeben werden kann: wen« in diesem, der bei der „Ancona" reichlich genug bemessen war. nicht all« Fahrest« «t- kamen. so kann man eher auf di, Absicht der verlanHama«, kommen, um da»'U-Boot der Gefahr auszu sehen, von einem anderen ,n Hilfe gerufene» Schiffe angegriffen P- wndeN.)
Eine Reutenneldung Znr L. »Anco«a»-Note.
«oshiachoa. ro. Dez. Da» Rrntersch« Harra« »elbek Die zweit« Rot« an Oesterreich-Ungarn wird vermutlich am
zerrissen worden. Mafien von Flüchtlingen, die bei der harten Kälte nach Albanien und Montenegro zogen, lebten hauptsächlich von gefallenen Tieren.
Effad Pascha und die Serben.
Mailand. 20. Dez. Nach einer Athener Depesche des „Secolo" vom 18. Dezember sind die Serben in Albanien auf ernstliche Feinifieligkerten gestoßen. Es heißt, daß Efiad Pascha sich gegen sie gestellt habe. _
Don unseren Feinden.
Erregung in Frankreich.
Zürich 20. Dez. Aus Paris wird indirekt gemeldet: Die innere Krisis in Frankreich verschärft sich von Tag zu Tag. Die Oeffentlichkeit beginnt Stellung gegen Rußland und Italien zu nehmen. Die Pariser Polizei verhinderte am 15. d. Mts. einen Demonstrationszug nach dem italienischen Botschaftsgebäude. Die Sprache der „Humanitö" aegen Italien wegen dessen Haltung im Ba-lkairkrreg ist sehr erbittert, auch die der übrigen Presse ist in folge Milderung der Zensur sehr gereizt geworden. Die Verhaftungen in Paris und anderen Städten wegen Kundgebungen für oeu Frieden häufen sich.
Cl6:-ie>!c?au befürchtet eine neme deutsche Offensive.
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