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Amtsblatt des Kreises Calw für Altensteig und Umgebung — Heimatzeitung der Kreise Calw und Freudenstadt
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Nummer 13
Alten steig, Freitag, den 17. Januar 1941
6 4. Jahrgang
Der deutsche Wehrmachlsbericht
Kriegswichtige Ziele in einer Stadt Mittelenglands in rollendem Einsatz angegriffen — Truppenlager mit Bomben belegt — Mehrere Volltreffer aus dem Bahnhof von Dover Englische Häfen weiter vermint
DNB. Verlin. 16. Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Die Luftwaffe belegte gestern am Tage bei bewaffneter Aufklärung ein Truppenlager sowie ein wei- rteres Ziel in Südostengland mit Bomben. In der Nacht l-um 18. Januar griffen Kampffliegerverbände trotz ungünstiger Wetterlage in rollendem Einsatz kriegswichtige Ziele in einer Stadt Mittelenglands, in geringem Umfange auch in London an. Der Bahnhof von Dover erhielt mehrere Volltreffer.
Englische Häfen wurden weiter vermint.
Der Feind warf in der letzten Nacht in Norddeutschland an mehreren Stellen Spreng- und Brandbomben. In Wilhelmshaven entstanden mehrere Häuserbrände. Das tatkräftige Eingreifen des Sicherheits- Md Hilfsdienstes und des Selbstschutzes konnte jedoch eine Ausdehnung dieser Brände verhindern. Auch im Hafen- Gebiet zündeten einige Brandbomben, ohne jedoch nennens- Iwerten Schaden anzurichten. Die Verluste in Wilhelmshaven betragen 2V Tote und 35 Verletzte.
Der italienische Wehrmachtsbericht
Italienisches U-Boot torpedierte feindlichen leichten Kreuzer
Weiteres U-Boot versenkte 5000-Tonner im Atlantik
DNB. Rom, 16. Jan. Der italienische Wehrmachtsbericht vom Donnerstag hat folgenden Wortlaut:
Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekannt:
An der griechischen Front wurden feindliche Angriffe durch sofortige Gegenangriffe zurückgeschlagen.
2n der Cyrenaika die übliche Artillerietätigkeit an der Front von Tobruk. Im Gebiet von Giarabub Tätigkeit unserer Motorisierten Kolonnen. Unsere Flugzeuge haben Fahrstraßen, Versorgungsstützpunkte und feindliche Stellungen südöstlich von Tobruk mit Bomben belegt. Ein feindliches Bombenflugzeug wurde über Tobruk von der Marineflak abgeschosien.
In Ostafrika geringe Artillerietätigkeit an der Sudan- Front. Der Stützpunkt von Port Sudan wurde von unserer Lust- Waffe erfolgreich angegriffen. Der Feind hat einen Angriff auf Assab unternommen, wobei leichter Schaden verursacht wurde.
Eines unserer U-Boote unter dem Befehl von Korvettenkapi- ckä« Mario Spano hat im Mittelmeer in der Nacht zum 11. eine« feindlichen leichten Kreuzer torpediert.
Ein anderes unserer U-Boote unter dem Befehl von Korvettenkapitän Vittorio Raccanelli hat im Atlantischen Ozean den englischen 5666-Tonnea-Dampfer „Ardabham" versenkt.
2n der Nacht zum 16. haben feindliche Klugzeuge Catania bombardiert, wobei geringer Sachschaden angerichtet wurde. Einige Personen wurden getötet oder verletzt.
Der Anschlag auf König Faruk
Ein englischer Brigadegeneral im Spiel
Mailand, 16 . Jan. Der Rundfunksender von Damaskus -er- breitete, wie die Turiner „Stampa" aus Beirut meldet, Enthüllungen über die Attentatsversuche des britischen Intelligence Service auf das Leben des Königs Faruk und der Königin-Mutter von Aegypten. Darnach ist der Sonderbotschafter des Königs Jbn Saud, Chiodd, vor zwei Tagen von König Faruk Empfangen worden. Im Verlauf der Unterredung enthüllte Chiodd dem König die Pläne der Attentäter. Unmittelbar daraus gab König Faruk dem Militärkommandanten der Stadt Kairo Befehl, zwei Majore undetnenHaupt- mann, die alle den in der Kriegszone konzentrierten anglo- australischen Streitkräften angehören, zu entfernen. Die Namen von zwei Offizieren sind bereits Lekanntgegeben worden: Henry Mitchell und Ernest Hitchinson. Man erfuhr auch, dag der Oberkommandicrende der britischen Luftstreitkräfte in Griechenland, Daburiac, in die Verschwörung verwickelt sei.
Die Welle der Entrüstung, die diese fast offiziell inspirierte Verschwörung ausgelöst hat, wurde noch durch eine Korruptionsaffäre verstärkt, die fast gleichzeitig aufgedeckt wurde. Man stellte fest, daß drei britische Sergeanten sich unberechtigterweise 106 006 Pfund Sterling angeeignet und versucht hatten, diese Unterschlagung dadurch zu bemänteln, daß sie erklärten, die Summe sei von Arabern gestohlen worden. Die Unterschlagung wurde jedoch aufgedeckt. Die drei Sergeanten werden nach London gebracht und dort abgeurteilt werden. Das Tragische an dieser Affäre ist jedoch, daß einer der Araber, der fälschlich angeklagt worden waren, das Geld geraubt zu haben, m einem Schnell» lverfahren vom britischen Militärgericht verurteilt und sofort 'hingerichtet worden war.
Schwere Schläge für <
Kreuzer „Southampton" verloren
Von der Besatzung versenkt — Die Brände waren nicht meh, zu löschen
Stockholm. 16. Jan. Dem Londoner Nachrichtdienst zufolge hat die britische Admiralität bckanntgegeben. daß die Beschädigungen. die der britische ichwere Kreuzer „Southampton" 18166 Tonnen) am Freitag erlitten hat. zu einem Totalverluft geführt haben. Die ausgebrochenen Brände tonnten nicht mehr gelöscht werden und erreichten solche Ausmaße, daß es notwendig wurde, das Schiss auszugeben Da es unmöglich war. das Schiss in einen Hasen einzuschleppen, mußte cs von der eigenen Besatzung versenkt werden.
Stukaangriff auf „Ivonstrions-
„Eine fürchterliche Explosion erschütterte das. Schiff." — Viele Lecks oberhalb und unterhalb der Wasserlinie.
DNB Lissabon, 16. Jan. Ein Reuter-Korrespondent, der sich an Bord des von deutschen Stukas im Miiteimeer erfolgreich angegriffenen britischen Flugzeugträgers „Jlloustrious" befand, gibt eine Schilderung, die die furchtbare Wucht dieses Angriffes erkennen läßt
„Drei Junker s", so schreibt er, „tauchten zunächst aus den Wolken auf, und die Geschütze aller Schiffe eröffneten ein kräftiges Sperrfeuer. Der Himmel war erfüllt von dem Durcheinander platzender Granaten und auf- und abschießender Maschinen. Der Lärm war fürchterlich. Als die führende Maschine im Sturzflug durch dieses Inferno herabkam, beobachtete ich, wie sie eine schwere Bombe löste, die auf uns zufiel, aber eben hinter dem Heck ins Meer stürzte. Eine fürchterliche Explosion erschütterte dann das Schiff, als eine Tausend-Pfund-Bombe uns traf. Die Luft war erfüllt von fast erstickenden Dämpfen; aber die Flakgeschütze des Flugzeugträgers dröhnten weiter. Die „Jllu- strious" war offensichtlich unmittelbar unter de- Brücke getroffen.
„Das ereignet sich", so schreibt der Korrespondent weiter, „als ich von der Signalbrücke zur Kompaßplattform herunterging. Ich habe den lebhaften Eindruck eines plötzlichen Flammenstoßes und beißenden Rauches. Ich fühlte einen schweren Schlag auf der linken Schulter, wahrscheinlich von der Explosion, auf die Millionen fliegender Funken folgien. Dann wurde ich in die Funkerkabine gezogen, und man befahl mir, mich auf den Boden zu legen. Die Kabine war voller Rauch, als wir hustend auf dem Boden lagen und auf das plötzliche Dröhnen von Maschinen dicht über unserem Kopf horchten."
Die deutschen Maschinen seien auch weiterhin so niedrig geflogen, daß es sich anhörte, als landeten sie fast auf dem Abflugdeck. In fortgesetzten Zwischenräumen sei das Schiff von Treffern in nächster Nähe erschüttert worden. Den deutschen Piloten, so meint der englische Korrespondent, könne die Hochachtung vor der Art und Weise, mit der sie ihren Angriff durchführten, nicht versagt werden. Die Flugzeuge schienen von allen Seiten zu kommen und dann eine nach der anderen im Srurzflug herunterzugehen. Angesichts des ungeheuer heftigen Flakfeuers hielten sie ihre Bomben bereit, um sie erst in letzter Minute zu lösen und dann schnellstens abzuschwenken. Nach einer Zeit, die eine Ewigkeit schien, habe das Flakfeuer endlich aufgehört.
Der erste Anblick, der uns grüßte, als wir die Tür öffneten, waren zersplitterte und verzogene Stahlrohre« «nd Drähte an der Stelle, wo wir noch vor einigen Minuten gestanden hatte«. Das Deck war bedeckt vom Schaum der Feuerlöscher.
Ich traf den Admiral, wie er den Schaden auf seiner Brücke prüfte. „Dies sind die längsten fünf Minuten, die ich jemals in meinem Leben hatte", bemerkte er. Es ist sicherlich unglaublich, daß sich so viel in so kurzer Zeit ereignete. Das Abflugdeck war von einem Ende bis zum anderen mit den Trümmern von der Dombenexploston bedeckt. Weiter vorn sah man de» gedrehten Kran, einen Haufen von Bombensplittern und leere Granat- Hülsen. Das elektrische Licht funktionierte noch, aber es hing wie Spinnweben zwischen Rauch, zersplittertem Holz und Eisenteilen. Die Räume unter Deck waren geräumt und zu Lazarettstationen umgewandelt.
Während einer verhältnismäßig ruhigen Periode, die. hierauf folgte, sei das Deck gesäubert worden. Aber die Atempause war nur von kurzer Dauer. Wieder sei eine Reihe von Maschinen durch das Sperrfeuer der englischen Geschütze hindurchgekommen.' Auf diesen Angriff sei ein weiterer Stuka-Angriff gefolgt, bei dem in nächster Nähe der „Jllustrious" Treffer niedergcgangen feien, die viele Lecks oberhalb und unterhalb der Wasserlinie verursachten.
„Als der Nachmittag mit einem weiteren Bombardement langsam vorüber ging", so berichtet der Korrespondent, „begann di« See durch die zahlreichen Lecher e «zudringen, die durch di« nahen Einschläge dicht an der Wasserlinie verursacht wurden."
Wand im Mittelmeer
„Durch alle Feuer der Hölle gejagt"
Amerikanischer Korrespondent erlebte den Angriff auf die „Jllustrious"
Neuyork, 16. Jan. Der Associated-Preß-Korrespondcm Allen, der sich an Bord des englischen Flugzeugträgers „Jllustrious" befand, gibt eine dramatische Schilderung des Angriffes deutscher Stukas, der das Schiff, wir er sagt, „durch alle Feuer der Hölle gejagt" habe. Allen berichtet, daß die deutschen Flieger sich rücksichtslos in die Flakabwehr gestürzt hätten, die Decks mit Maschinengewehrfeuer bestrichen und immer wieder Bomben warfen, bis die Dämmerung dem Kampf ein Ende gebot. Die Flieger seien so tief herabgegangen, daß die Kennzeichen klar zu erkennen gewesen waren. Die Bombensplitter seien wie Hagel um das Schiff geflogen. Oft sei das Schiff derart erschüttert worden, daß der Kommandant befürchtete, es werde kentern.
Kurz nach dem Mittagessen sei Alarm gegeben worden. Als der Korrespondent auf die Brücke gekommen sei, habe die erste schwere. Bombe das Schiff getroffen. Fast gleichzeitig sei eine 1666 Pfund- Bombe daneben eingeschlagen und habe das Schiff sch oer erschüttert. Die wenigen Maschinen, die die Engländer vor Beginn des Angriffes starten konnten, hätten zwar die Flugz- ige zeitweilig abgewehrt, aber dies sei auch die einzige Ruhcp cse während der ganzen Zeit gewesen. Nach einer Stunde jeien dies Deutschen wieder zur Stelle gewesen und hätten das Schiff bis« zum Abend bombardiert. Obwohl jedes Geschütz der „Jllustrious"' gefeuert habe, hätten die Deutschen weiter angegriffen und einige Torpedos seien nur knapp am Schiff vorbelgegangen. Das Schiff bade einem feurigen Ungeheuer geglichen Der Korrespondent je? bei einer Detonation von der Brücke m einen unteren Raum ge>ä>leudert worden. Eine weitere Bombe habe eine Seite de» Flugzeugträger getroffen. Nacheinander seien zweiTurbine» ausgefallen und das Schiff habe schließlich dampfgesteuert den nächsten östlichen Hafen erreicht Dort sei das Schiff noch einmal angegriffen worden.
Der militärische Sachverständige der „Neuyork Times" schreibt zu dem Fliegerangriff, Englands Beherrschung des Mittelmeer» wöge damit endgültig aufgehört haben. Eine neue Phase de» Krieges zwischen Flugzeugen und Schiffen habe begonnen.
Zwei norwegische Frachter versenkt
Neuyork, 16. Jan. Neuyorker Schiffahrtksreisen zufolge würben die norwegischen Frachter „Brandanger" (1624 VNT.) nndl „Marstenen" (3050 BRT.) durch Kriegshandlungen versenkt. ,
Der britische Frachter „Empire Jaguar", der am 8. Dezember! westlich Dakar versenkt wurde, ist der frühere ACA.-Frachteis „Lastern Elade" (5057 BRT.).
Auf Roosevett angewiesen
Guthaben «nie Dollareinnahmen durch die bisherige» Rüstungsbestellnngen in USA. aufgebrancht
Neuyork, 16. Ja». Vor dem außenpolitischen Ausschuß des An* terhauses erklärte Finanzminister Morgenthau, das britisch« Empire, ausschließlich Kanada, werde für das laufende Jahn 8,016 Milliarden Dollar für bereits vergebene Rüstungskäufe iH USA. benötigen. Davon seien zur Zahlung verfügbar 1,555 Milliarden Dollar aus geschätzten Dollareinnahmen während de» Kalenderjahres 1941. Das Dollarguthaben am 1. Januar 1941 belaufe sich auf 1,775 Milliarden Dollar. England könne also in diesem Jahr für das, was gekauft sei, bezahlen. Aber wenn cs darauf ankomme, notwendiges Kapital für das zu finden, was England brauche, so verfüge England nicht darüber.
Morgenthau wurde dann gefragt, warum das Englandhilfe- Gesetz in diesem Augenblick notwendig sei. Er machte zur Erklärung einen Unterschied zwischen den bereits vergebenen Aufträgen, auf denen die Zahlen beruhten, und den Aufträgen, die noch vergeben werden müßten. England brauche von den USA. große Lieferungen, verfüge aber nicht über die notwendigen Dollarreserven, um sie zu bezahlen.
Hüll über das Eriglarrdhilf-Gefetz
Wieder das alte Märchen von einer Bedrohung der USA.
DNB Berlin, 16. Jan. Außenminister Hüll sprach am Mitt-, woch vor dem außenpolnischen Ausschuß des Repräsentantenhaus ses über das Englandhilfs-Eesetz. Er bezeichnet« das Gesetz al», Maßnahme, um die USA.-Hilfsqnellen in einer Form einzusetzen, die am besten der Sicherheit Amerikas und der West- hemissphäre diene. Das Gesetz werde vor allem die schnellste Form der Durchführung bieten, und Schnelligkeit sei dringend notwendig. Hüll behauptete dann, daß, sollte die Kontrolle der Meere von Deutschland. Italien, Japan gewonnen werden, die Gefahr für Amerika, die heute bereits groß sei, um »m Vielfaches größer werde. Im gleichen Zusammenhang beschwor er in gewohnter Form das Bild von der drohenden Gefahr h«>»