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90. Jahrgang.
Amts- Md Anzeigeblatt für den Oberamtsbezirk Calw
Nr. 45.
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Mittwoch, d«» 24. Februar ISIS.
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Die Lage auf den Kriegsschauplätzen.
Die deutsche amtliche Meldung.
(W.T.B.) Großes Hauptquartier, 23. Febr. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die Festung Calais wurde in der Nacht vom 21. auf 22. ds. Mts. ausgiebig mit Luftbomben belegt. Die Franzosen haben gestern in der Champagne bei und nördlich Perthes erneut, wenn auch mit verminderter Stärke, angegriffen. Sämtliche Vorstöße brachen in unserm Feuer zusammen. Bei Ailly-Apremont wurden die Franzosen nach anfänglichen kleineren Erfolgen in ihre Stellung zuriickgeworfen. In den Vogesen wurde der Sattelkopf nördlich Mühlbach im Sturm genommen. Sonst nichts Wesentliches.
Oestlicher Kriegsschauplatz. Ein von den Russen mit schnell zusammengefaßten neu gebildeten Kräften von Grodno in nordwestlicher Richtung versuchter Vorstoß scheiterte unter vernichtenden Verlusten.
Die Zahl der Beutegeschütze auf der Verfolgung nach der Winterschlacht in Masuren hat sich auf über 3VO, darunter 18 schwere, erhöht.
Nordwestlich Ossowiec. nördlich Lomza bei Pras- niec dauern die Kämpfe an. An der Weichsel östlich Plock drangen wir weiter in Richtung auf Wyszo- grod vor. In Polen südlich der Weichsel wurde der Vorstoß einer russischen Division gegen unsere Stellungen an der Rawka abgewiesen.
Oberste Heeresleitung.
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
(W.T.B.) Wien, 23. Febr. Amtliche Mitteilung vom 23. Febr. : In Russisch-Polen hat sich nichts Wesentliches ereignet. Unsichtiges Wetter verhinderte in Galizien die Artillerie- und sonstige Gefechtstätigkeit. An der Karpathenfront zerschellten russische Angriffe in der gewohnten Weise unter bedeutenden Verlusten des Gegners. 7 Offiziere und 53V Mann wurden gefangen. Die Kämpfe südlich des Dnjestr dauern an. Im Schlachtfelde gelang es den bewährten kroatischen Truppen in ersolgreichen Angriffen, die Russen aus mehreren Ortschaften zu werfen, vom Feinde starkbesetzte Höhenstellungen zu nehmen und Raum nach vorwärts zu gewinnen.
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Das gewaltige Ringen in den Karpathen.
(W.T.B.) Wien, 23. Febr. Der Kriegsberichterstatter des „Fremdenblattes" meldet: Das Ringen in den Karpathen, wo nun seit vielen Tagen ununterbrochen die zäheste, erbittertste Schlacht im Gange ist, die der Krieg bisher gebracht hat, dauert mit unverminderter Heftigkeit an. Die Russen kämpfen mit verzweifeltem Mut, da sie sich der Bedeutung der Entscheidung wohl bewußt sind. In der Gegend von Wyszkow erneuern sie ihre Angriffe bei Tag und Nacht, obwohl ihnen trotz ungeheurer Verluste nicht der geringste Erfolg zuteil geworden ist. Am Dukla- paß ist es stiller geworden, seit sich die Gegner in beiderseits günstigen Stellungen eingegraben haben. Eine große Schlacht tobt südlich von Stanislau, wo sich die Russen unserem über Nadworna vorrückenden rechten Flügel zum vierten Male entgegengestellt haben, um die für ihre Karpathenarmeen so gefährliche Eroberung der nach Osten führenden Eisenbahnlinie zu hindern. Heute eingetroffene Nachrichten aus dieser Gegend lauten günstig. Trotz der unge
heuren Anstrengungen der letzten Tage ist die Stimmung der verbündeten Truppen glänzend und siegesbewußt. Die überlegene Initiative der Unterführer, ja selbst des einzelnen Mannes kommt im Gebirgs- kampf besonders zur Geltung, da hier der Einzelne weit mehr Gelegenheit hat, seinen Teil zur Entscheidung beizutragen, als beim übersichtlichen Kampf in der Ebene. Allerdings muß gesagt werden, daß die Russen auch diesmal ihren Ruf als zähe Defenfiv- kämpfer bewahrt haben.
Die französischen Vorstöße.
Basel. 22. Febr. (W.B. Nichtamtlich.) Die „Nachrichten" schreiben zur Lage u. a.: Bei den französischen Vorstößen an der Westfront ist es auffällig, daß an so vielen Stellen gekämpft wird, aber nirgends eine wesentliche Ueberlegenheit zu Tage tritt, die allein zum Siege führen kann. Da nicht anzunehmen ist, daß die französische Heeresleitung gegen die Grundlehren der Kriegskunst handelt, liegt die Vermutung nahe, daß es ihr an Mitteln fehlt, um an einer Stelle so viele Kräfte zu vereinigen, daß die feindlichen Linien durchbrochen werden können. Es sind jüngst viele Nachrichten über französische und englische Truppenansammlungen herumgeboten worden, die aber alle sehr wenig Glauben verdienen. Noch weniger glaublich ist das abgenützte Klischee der Vorbereitung der Unterkunft für die demnächst eintreffenden englischen Truppen. Ein General, der so etwas bekannt werden ließe, wäre mehr als naiv. In einem solchen Falle müssen die zum Vorstoß bestimmten Truppen plötzlich eintreffen und sofort angreifen, damit der Gegner keine Zeit für Gegenmaßregeln hat. So wurde es jetzt in Ostpreußen in musterhafter Weise gemacht.
Unsere Zeppeline.
Genf, 23 Febr. Die durch Zeppelin-Bomien verursachten Verwüstungen des vahakörpers bewirkten, laut „Lokalanzeiger" eine Unterbrechung des Verkehrs zwischen Calais, Dünkirchen, Haze- brouck «ad Saint-Omer.
Die Versorgung Belgien«.
Berlin, 23. Febr. Aus Luxemburg meldet das „Berliner Tageblatt": Nach einem hier veröffentlichten Bericht des amerikanisch spanischen Hilfskomitees für die Belgier sind seit Kriegsbeginn bis zum 3. Februar 150 000 Tonnen Lebensmittel über Rotterdam nach Belgien gebracht worden. Bis zum 7. Mai sollen noch 55 Schiffsladungen für die belgische Bevölkerung importiert worden.
Die Indier in Aegypten.
Mailand. 23. Febr. „Sera" meldet aus Kairo: Die hier einaetroffenen indischen Regimenter wurden infolge Gärung, die durch Bekanntwerden des Heiligen Krieges unter ihnen entstanden ist, nach dem Sudan weiterbefördert. Der englische Kommandant befahl die Entfernung aller Zivilein- wohner, die nicht länger als ein Jahr ansässig sind, aus Kairo.
Unsere Auslaudkreuzer.
Buenos Aires. 23. Febr. Der deutsche Dampfer Holger ist mit den Paffagieren und der Bemannung der englischen Dampfer Highland Brae (7600 Ton
nen), Potaro (4400 Tonnen), Hemisphere (3500 Tonnen), Semantha (2850 Tonnen) und des Segelschiffes Wilfrid, die durch den deutschen Hilfskreuzer Kronprinz Wilhelm zum Sinken gebracht wurden, angekommen. Der Dampfer konnte nicht binnen 24 Stunden abreisen und wurde interniert.
Der Kampf gegen England.
Gin zweiter englischer Truppentransport vernichtet.
(W.T.B.) Berin, 23. Febr. Gestern nachmittag 4 Uhr 45 Min. wurde der englische Truppeu- transportdampfer Nr. 192 bei Beachy Head an der englischen Kanalküste bei Eastbourne durch ein deutsches Unterseeboot zum Sinken gebracht.
Wenigstens „eine- Wirkung.
(W.T.B.) Amsterdam, 23. Febr. Das „Handelsblad" schreibt u. a.: Eine Folge hat die deutsche Drohung mit den Unterseebooten jedenfalls gehabt, nämlich, daß die Postverbindung zwischen England und dem Festlande zwar nicht ganz unterbrochen, aber doch sehr schlecht geworden ist. Wir erhalten deshalb nicht nur keine Zeitungen aus England, auch jede Verbindung mit Frankreich, sowie Südafrika und Amerika hat aufgehört. Die Dampfer, die bisher diesen Dienst unterhalten haben, sind außerstande, regelmäßig zu fahren, da sie sich vor Minen und Unterseebooten fürchten. Auch der Post- und Personenverkehr zwischen Frankreich und England ist seit einigen Tagen gestört. Die Angestellten der Holländischen Dampfschiffahrtsgesellschaft, die gestern eine beträchtliche Lohnerhöhung verlangten, haben das Angebot der Gesellschaft angenommen. Der Dampfer „Zaanstroom" fährt noch heute nach London, der Dampfer „Rynstroom" nach Hüll ab.
England erklärt alle Nahrungsmittel für absolute Konterbande.
Kopenhagen, 23. Febr. Nach einer Medung der „National-Tidende" aus London ist die englische Regierung wegen der letzten Verluste zur See jetzt entschlossen, alle Nahrungsmittel als absolute Konterbande zu behandeln.
Die Abgrenzung des Seekriegsgebiet«.
(W.T.B.) Berlin, 23. Febr. Im Hinblick auf aufgetauchte Zweifel über die Ausdehnung der in der amtlichen Ankündigung vom 4. ds. Mts. als Kriegsgebiet bezeichneten Gewässer um Großbritannien nach Norden hin wird uns von zuständiger Seite mitgeteilt, daß die Orkney-Inseln (also auch der Hafen Kirkwall) und die Shetland-Inseln innerhalb des Kriegsgebiets liegen, daß dagegen die Durchfahrten auf beiden Seiten der Faröer-Jnseln ungefährdet sind.
Englische „Ratschläge-.
(W.T.B.) Berin, 23. Febr. Der auf dem Wege nach Bremerhaven bei Borkum auf eine Mine geratene und gesunkene amerikanische Baumwolldampfer „Evelyan" ist trotz der von deutscher Seite erlaffeneu Warnungen ohne deutschen Lotsen an der ostfriest- schen Küste entlang gefahren. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, hat der Kapitän der „Evelyan" bei seiner Vernehmung ausgesagt, daß er die