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Schwarzwälder Tageszeitung/für die Oberamtsbezirke Nagold, Zreudenstadt u.Lalw.

steilalttioa ».Ver­lag in Altenrteig.

Telegramm HSr^ Tannenblatt.

! Nr. 248

^

Ausgabe In Altensteig-Stadt. Donnerstag» den 21. Oktober. Amtsblatt für Pfalzgraseuweiler.

ISIS.

Der Krieg.

Ei» erschreilhtt ErtmdniMorftch i« Weste». Mschritte Lei Riga md ms de« BMm.

WTB. Großes Hauptquartier, 20. Oktober. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Bei einem Erkundungsvor- stoß nordöstlich Prunay iu der Champagne machte» mir 4 Offiziere, 364 Mann zu Gefangenen und erbeuteten 3 Maschinengewehre, 3 Minenwerfer und viel Gerät.

Bei Middelkerke wurde ein englisches Flugzeug abge- schossen; die Insassen fielen in Gefangenschaft.

Oestlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe des General­feldmarschalls v. Hiudenburg: Nordöstlich und nordwestlich von Mita« machten unsere Truppen weitere Fortschritte. Wir nahmen mehrere feindliche Stellungen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern : Nichts Neues.

Heeresgruppe des Generals von Linfingen : Die örtlichen Kämpfe am Styr dauern an.

Balkankriegsschauplatz : Oesterreichisch-ungarische Truppen dringen auf Sabac vor.

In der Gegend südlich von Ripanj sind weitere Kämpfe im Gange.

Südlich von Luc'cr-Bozeoac ist der Feind erneut geworfen.

Bulgarische Truppen setzten sich durch schnelles Zufassen in den Besitz des Sultan Tepe (südlich Egri Palanka); sie machten beim Vormarsch auf Kumanovo 2000 Gefangene und eroberten 12 Geschütze.

Oberste Heeresleitung.

* * *

Daß die Ruhe auf dem westlichen Kriegsschauplatz keine vollständige ist, geht aus den Mitteilungen oes jüngsten Tagesberichtes der Obersten Heeresleitung her­vor. Die deutschen Truppen in der Champagne be­nützten die französische Erschlaffung, um zu einem energi­schen Erkundungsvorstoß auszuholcn, Daß dieses Unter­nehmen mit bedeutenden Kräften ausgeführt wurde, geht schon daraus hervor, daß der französische Tagesbericht von einem Angriff auf 10 Kilometer Frontbreite mit be­deutenden Beständen spricht. Unsere Truppen machten dabei 4 Offiziere, 364 Mann zu Gefangenen und erbeute­ten 3 Maschinengewehre, 3 Minenwerfer und viel Gerät.

Im Osten machten unsere Truppen vor Riga weitere Fortschritte. Nordwestlich und nordöstlich von Mitan nahmen sie wieder mehrere feindliche Stellungen. Bei den übrigen Heeresgruppen des östlichen Kriegsschau­platzes hat sich nichts Wesentliches ereignet.

Die Operationen auf dem Balkankrieasschau­st l atz nehmen ihren gedeihlichen Verlauf. Durch das Vordringen über Belgrad nach Süden ist die serbische Gruppe, die den Saweübergang nördlich Obrenowatz zu verhindern bestimmt war,ahne dies durchführen zu können, in der Flanke bedroht worden und hat den Ort selbst räumen müssen. Weiter östlich dringen österreich­ungarische Truppen auf Sabac vor. In der Gegend süd­lich von Ripanj sind weitere Kämpfe im Gange. Bei Ri­panj, einer Station der Bahn, 16 Klm. von Belgrad, wird das Gebirge durch einen 1600 Meter langen und zwei kleinere Tunnels durchbrochen. Hier läuft die Was­serscheide zwischen der nach Osten zur Donau fließenden Ralja und der Sawe. Auch die Offensive von Küstendil über Egri Palanka nach Westen gegen Kumanovo und Uesküb macht Fortschritte. Durch schnelles Zu­sassen setzten sich die bulgarischen Truppen in den Besitz des Berges Sultan Tepe. Bei ihrem Vormarsch machten sie 2000 Gefangene und eroberten 12 Ge­schütze.

Ter österreichisch-ungarisch« Tagesbericht.

WTB. Wien, 20. Okt. Amtlich wird verlautbart vom 20. Oktober 1915, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz: Im Gebiete von Kolki dauerten, ohne daß es zu einer Aenderung der allgemeinen Lage gekommen ist, die Kämpfe auch gestern an. An der Putilowka erbeutete ein Streis- kommando des Infanterie-Regiments Nr. 49 bei der De­molierung eines russischen Panzerzuges, dessen Lokomo­tive einige hundert Schritte vor unserer Stellung einen Granatvolltreffer erhalten hatte, zwei Maschinengewehre, zahlreiche japanische Handfeuerwaffen und viel Munition und Kriegsmaterial. Sonst im Nordosten nichts neues.

Der Krieg mit Serbien.

WTB. Wien, 20. Okt. Amtlich wird vcrlautbart om 20. Oktober 1915, mittags:

Südöstlicher Kriegsschauplatz: Die in 'er Macva vordringendeu österreichisch-ungarischen Truppen nähen: sich Zabac. Bei Ripouj und südöstlich oon Grolle warfen wir den Feind aus einer stark besetzten Höhenstellung. Deutsche Streitkräfte erkämpften sich süd- ich von Semendria den Uebergang über die untere ffalja und gewannen südöstlich von Pozarevac in der Achtung auf Petrovac erneuert Raum.

Die Bulgaren entrissen dem Feinde seine starke Stellungen aus dem Sultan Tepe, südwestlich von Egri- 'alanka. Sie nahmen, gegen Kumanovo vordringend, ^00 Serben gefangen und erbeuteten 12 Geschütze.

100 Zahre Hohenzollernherrschaft.

Am 21. Oltlber ist ein halbes Jahrtausend ver­flossen, seit dem vom Kaiser Sigismund mit der Mark Brandenburg belehnten Burggrafen Friedrich VI. von Nürnberg auf dem Landtage in Berlin von den Ständen gehuldigt wurde. Auf Befehl des Kaisers soll die Feier des Gedenktages auf eine Feier in den Schulen am 21. Oktober und auf eine kirchliche Feier am darauffolgenden Sonntage beschränkt werden. Zu rauschenden Festen ist die Zeit nicht angetan: aber es bedarf ihrer auch nicht. Die herrlichen Taten, die unter Volk in Waffen in dem uns freventlich aufgedrungenen Kampfe vollbringt, sind Verkünder des ruhmreiche: Werkes, das von einer be­scheidenen Grenzmark ausging, um in der Zusamm.n'as- sung der Stämme Deutschlands zu einer Fürsten und Volk umschließenden, machtvollen Einheit zu gipfeln. Von des Heiligen Römischen Reiches Streusandbüchse bis zum Deutschen Reiche, das einer Welt von Feinden trotzt- welch ein Weg! Mit Friedrich I., Kurfürsten von Bran­denburg, begann die Herrscherlaufbahn der Hohen-,ollern, die nach Jahrhunderten voller Kämpfe und aufbauender Arbeit zur Kaiserwürde führte.

Die Persönlichkeit des Fürsten, der als lrster Hohen- zoller seine Gaben in den Dienst der Mark stellte, wird in der Geschichte unseres Vaterlandes unvergeßlich fort- bestehen. Er war ein geborener Herrscher, und zwar ein Herrscher in jenem Sinne, wie ihn die Hohenzol- lern seit fünf Jahrhunderten aufgefaßt und erfüllt ha­ben.Ebenso reich an Ideen wie voll von Talent, sie auszuführen, immer nach den wechselnden Umständen und Erfordernissen der Zeit, hatte er einen Zug von Volks­tümlichkeit und einen lebendigen Begriff vom Berufe des Fürstentums. In diesem Sinne faßte er die dem Titel hinzugefügten Wortevon Gottes Gnaden" auf; alle seine Landschaften betrachtete er als ein ihm von Gott anvertrautes Gut. Von ihm ist das schöne und große Wort, er sei derschlichte Amtmann Gottes am Fürstentum"." So urteilte über ihn der große Ge­schichtsforscher Ranke. Diese hohe Vorstellung von dem fürstlichen Beruf hat die Hohenzollern allezeit beseelt. Ihr gab Friedrich der Große die berühmte Prägung, er sei der erste Diener des Staates, ein Wort, zu dem sich unser Kaiser von neuem vor der Welt bekannte, als er seiner Freude und seinem Stolze Ausdruck ver­lieh,in solcher Zeit der erste Diener einer solcher Na­tion zu sein". Im Lande der Hohenzollern wurde zur Wahrheit, daß Herrscher und Staat eins seien, daß

Wohl und Wehe der Fürsten untrennbar verknüpft >eien mit den Geschichten des Staates.

Die Hohenzollern schufen sich den Staat nicht nur, sie schufen sich das Volk, mit dem sie in die Ent­wicklung Deutschlands und Europas in steigendem MaH mitentscheidend einzugreifen vermochten. Unter ihneik entstand und erstarkte das preußische Staatsbewußtsein zu einer politischen Machtgröße. Der Staatsgedanke, der in diesem Bewußtsein lebte und nach Wirkung strebte, zog Deutsche verschiedenster Stämme, ja auch Zu­gewanderte nichtdeutschen Stammee in seinen Bann und schweißte sie, ohne ihre Sonderart zu erdrücken, zu in­niger und fester Volksgemeinschaft zusammen.

Als aber die rechte Stunde geschlagen hatte, er­wuchs aus dem Staatsgedanken der Reichsgedanke und nahm machtvolle Gestaltung an. Mit Preußen ordneten sich alle deutschen Staaten der Reichseinheit unter, die es erst ermöglichte, die reichen Kräfte der deutschen Na­tion zu voller Geltung zu bringen. Eine vierzigjäh­rige Zeitspanne hat gelehrt, daß die Pflege des eigenen Wesens jedes Staates und Stammes innerhalb oer Rechtis- gemeinschaft für Deutschland keine Beeinträchtigung be­deutet; sie hat sich vielmehr als ergiebige Quelle schöp­ferischer Kraftentfaltung in den Werken des Friedens wie des Krieges bewährt. Die Erringung der euro­päischen Stellung Deutschlands lag wenige Jahrzehnte zurück, als unser Volk mit Begeisterung und Entschlossen­heit dem Ruse des Kaisers, unserm Vaterlanve die ihm gebührende Seegeltung zu sichern, folgte. Und nun stehen Fürsten und Stämme vereint im Kampfe, um Seite an Seite mit dem verbündeten Oesterreich-Ungarn, der Türkei und Bulgarien oen ruchlosesten Angriff ab­zuwehren.

Wohl ahnten Kurfürst Friedrich I. und seine Nach- , folger bis zum Großen Kurfürsten noch nicht, wie bedeut* jjam das Werk werden sollte, an oem jeder von ihnen in treuer Wahrnehmung der schweren fürstlichen Pflich­ten arbeitete. Gleichwohl standen schon sie im Dienste der weltgeschichtlichen Ausgabe, die das Hoheuzollern- geschlecht dann von dem Großen Kurfürsten an über Friedrich den Großen, Kaiser Wilhelm den Großen bis auf die Gegenwart erfüllte. Unserm regierenden König mnd Kaiser ist es beschieden. das aewaflige Werk iorl- zusühren. In welchem Geiste und mit welch rastloses Hingabe unser Herrscher, ein rechter Sproß seines gro­ßen Geschlechts, seinem hohen Berufe gerecht wird, liegt offen vor der Welt zutage. Mit frohem Mute darf unser Volk trotz des Ernstes der Zeit die Hohenzollern- gedenkseier begehen, in der unerschütterlichen Zuversicht, daß Deutschland mit Gottes Hilfe nach außen und nach innen größer aus der gegenwärtigen Prüfung hervor­gehen wird.

Der französische Tagesbericht.

WTB. Paris, 20. Okt. Amtlicher Bericht von gestern nachmittag 3 Uhr: Die Deutschen machten im Laufe der Nacht drei ernste Angriffe im Bois-«n -Hache nordöstlich von Souchez. Unsere Infanterie, die in den kürzlich eroberten Stellungen gut eingerichtet ist, warf die Angreifer mit Hilfe un­serer Batterien jedesmal zurück. Südlich von der Somme lebhaftes gegenseitiges Gewehrfeuer im Abschnitt von Lihons. In der Champagne einige Kämpfe mit Bomben und Pe­tarden östlich von der Navarin-Ferm. Geschoßlegen unserer Ar­tillerie auf die feindlichen Batterien brachte eine heftige Be­schießung, die der Feind gegen unsere Stellung bei Eparges rich­tete, zum Stillstand. Bon der übrigen Front ist nichts zu mel­den. Eine Gruppe von Flugzeugen warf in der Nacht vom 17. zum 18. Oktober auf das deutsche Fliegcrfeld von Bur­lioncourt nordöstlich von Chateau Salins Bomben. Man konnte die Zerstörung von Schuppen und Unterständen fest- stcllen.

Abends II Uhr: Oestlich von Reims versuchte der Feind heute morgen auf einer Front von 10 Kilome­tern zwischen Pompelle und Pros »cs einen Angriff mit bedeutenden Beständen, der nur zu einer völligen Schlappe führte. Dieser Angriff war durch lange Artillcriebeschießung mit Verwendung von erstickenden Granaten und Chlorgaswolken sorgfältig vorbereitet worden. - Die feindliche Infanterie konnte anfangs i n einige Stücke unserer Schützengräben erster Linie eindringe n. Sofortige Gegenangriffe ver­trieben sie aber alsbald nahezu vollständig (?) daraus. Am Nachmittag verjagte eine energische Gegenoffensive die letz- ten feindlichen Truppen, die so vollkommen in ihre Ausgangs- graben zurückgeworfcn wurden. Die deutsche Infanterie erlitt im Laufe dieses fruchtlosen Angriffes bedeutende Verluste. Auf der übrige» Front wurden besonders lebhafte Artilleriekämpfe durchgeführt, im Artois, im Abschnitt von Loos, nördlich der Aisne auf dem Nouvron Plateau, zwischen Maas und Mosel, im Walde von Apremont und in Lothringen südlich Leintrey. In den Vo­gesen sprengten wir am Biolu zwei Gegenminen, die die feind­lichen Minen--.'-' : zerstörten.