grüßt werden, die wohl auch anderwärts nicht ohne Nachahmung bleiben wird.

* Nachdem der Reichstagsabgeordnete siir den XIll. Württ. Wahlkreis (Aalen, Ellwangen, Gaildorf, Neres- heim) gestorben ist, ist vom Ministerium des Innern die erforderliche Ersatzwahl für diesen Wahlkreis auf Dienstag den 17. November d. I. angeordnet worden.

* Ulm, 11. Oktober. Ein Vorgehen des hiesigen Turnerbundes verdient zu etwaiger Nachahmung be­kannt zu werden. Nach einem Beschlüsse in der letzten Versammlung läßt derselbe alle seine Mitglieder und Zöglinge in eine Unfallversicherung ansnehmen. Die Versicherung tritt ein bei allen körperlichen Unfällen, welche aus dem Turnplatz, bei Turnmärschen, Spielen, Turnfesten und allen vom Verein angeordneten Zu­sammenkünften Vorkommen, und hat Gültigkeit vom Betreten der Turnhalle oder des sonstigen Versamm­lungsorts an bis zum Verlassen desselben. Die Ver­sicherungssumme erstreckt sich aus Todesfall, Ganz Invalidität und vorübergehende Erwerbsunfähigkeit.

* Eine hübsche Anekdote wird aus dem letzten Ma­növer erzählt. In R., einem Dorfe im Oberümt Ehingen, hatte sich der Bruder unserer Königin, Prinz Max, einquartiert. Leutselig ließ sich der hohe Gast in ein Gespräch mit seinem Qnartiergeber ein. Aus einmal meinte dieser naiv :Aber Eure Schwester, die hat eine gute Partie gemacht!" Lachend er­widerte der Prinz:Ja, ja. Ihr habt recht. Das muß ich doch gleich meiner Schwester wieder erzählen, wenn ich nach Stuttgart komme."

* (Verschiedenes.) Am Sonntag nacht wurde im Bahnhoswartsaal in Cannstatt einem Fremden, der kurze Zeit eingeschlafen war, seine wertvolle gol­dene Uhr nebst Kette gestohlen. In Tübingen kam eine Frauensperson in ein Haus und bat um eine Unterstützung und um eine Stärkung, da sie krank nach Tübingen gewandert sei, um in die Frauenklinik ausgenommen zu werden. Voll Mitleid wurde sie in die Küche geschickt und das Dienstmädchen angewiesen, ihr Wein und Brot zu reichen. Die kurze Zeit, die dasselbe bedurfte, solches der Speisekammer zu ent­nehmen, benützte die Person, Uhr und Kette des Dienst­mädchens an sich zu nehmen, um nachdem sie noch eine Geldgabe empfangen, schleunigst das Weite zu suchen. In Haggenmoos, Gemeinde Boms (Saulgau) wurde bei dem Gutsbesitzer A. Wetzel ein schwerer Einbruchsdiebstahl verübt. Es wurden 1 100 Mark Bargeld, 12 400 Mk. in Obligationen und Pfandscheinen, eine goldene Damenuhr samt Kette, silberne Löffel, sowie Kleidungsstücke gestohlen. Von den Thätern fehlt noch jede Spur. In Gammer- tingen ist die vor 5 Jahren neuerbaute Scheuer und Stallung des Salzhändlers I. Göggel abgebrannt. Göggel hatte tags zuvor seine letzten Garben unter Dach gebracht und nun ist der ganze Ernteertrag, 89000 Garben, samt dem schönen Gebäude ein Schutthaufen. Ein der Brandstiftung Verdächtiger wurde verhaftet. In Hausen a. Roth brannten am Samstag zwei eng zusammengebaute Wohnhäuser nieder. In Enzberg wollte die ledige Luise

Haus- und Landwirtschaftliches.

* F rend e nstad t, 11. Okt. Bei der anläßlich des landw. Bezirkssestes abgehaltenen Viehprümierung in Baiersbronn wurden folgende Preise ver­geben: 1) für Farren: 1. Preis: Andr. Steiner, Hallwangen. 2. Preis: Farrenhalter Schittenhelm, Untermusbach. 8. Preis: Farrenhalter Teufel, Reichen­bach. 4. Preis: Farrenhalter Lamport, Edelwsiler. 4. Preis : Müller Haisch, Reichenbach. 2) fürKühe:

1. Preis: Postverwalter Luz, Freudenstadt. 1. Preis: Brückenwirt Armbrnster, Aach. 2. Preis: Fr. Hep- ting, Freudenstadt. 2. Preis: David Müller, Christophs­thal. 2. Preis: Louis Vonderdell, Friedrichsthal. 8. Preis: Zimmermann Burkhardt, Grünthal. 3. Preis: Bäcker Lenk, Dornstetten. 3. Preis: Müller Haisch, jun., Reichenbach. 4. Preis: Karl Seidt, Reichenbach. 4. Preis: Rosenwirt Gaiser, Baiersbronn. Nachpreise: David Weber, Christophsthal. Jak. Fr. Teufel, Reichenbach. Friedr. Rothfuß vom Berg. Musiker Züsle, Baiersbronn. Bäcker Klumpp, Baiersbronn. 3) für Kalbeln: 1. Preis: Postverwalter Luz, Freudenstadt. 1. Preis: Adam Girrbach, Jgelsberg.

2. Preis : Karl Weber, Friedrichsthal. 2. Preis: Christ. Klumpp, Baiersbronn. 2. Preis: Lindeuwirt Adrion, Freudenstadt. 3. Preis: Johann Hartmann, Frutenhos. 3. Preis: Karl Seidt, Reichenbach.

3. Preis: Schulth. Ziegler, Schömberg. 4. Preis: David Weber, Christophsthal. 4. Preis: Karl Roth­fuß, Mittelthal. 4. Preis: Adam Kilgus, Grünthal.

4. Preis: Farrenhalter Lamport, Edelweiler. Nach­preise: Johann Schüler, Christophsthal. Buckelbauer Frey, Röth. Chr. Ammer, Dornstetten. Fr. Wein- läder, Dornstetten. Fr. Schmid, Bäcker, Freudenstadt. Otto Müller, Freudenstadt. 4) für Eber: 1. Preis:

Gönner von Vaihingen in einen schon im Gang be­findlichen Zug einsteigen, fiel unglücklicherweise wieder ab, wobei ihr beide Arme überfahren wurden. Vor einigen Tagen brannte in der Nähe von Erzgrube die an der Straße nach Schernbach stehende Köhler­hütte vollständig nieder. In Tübingen Platzte in der Hinteren Grabenstraße eine Gasleitungsröhre. Die sofort dahin beorderten Arbeiter wurden teilweise bewußtlos, konnten aber durch schleunig geleistete Hilfe bald wieder zum Bewußtsein gebracht werden. Bei Glücks Bierhalle in Tuttlingen sind zur Zeit zwei kolossale Riesenratten, welche nahezu einen Meter Länge haben, aufgehoben. Jedes dieser Tiere wiegt 1518 Psd. und haben 56 ein lange Fangzähne. In W i n t er ste tt e n (Leutkirch) wurden dem Schultheiß Berger 150 Mk. in bar, sowie Kleider­stücke und Lebensmittel gestohlen. In Heilbronn wurde einem fremden Reisenden von einem Frauen­zimmer das Portemonnaie mit etwa 350 Mk. Inhalt gestohlen und ihm dafür ein anderes mit Korkstücken und einigen österreichischen Münzen versehenes in die Tasche gesteckt. Am vorletzten Dienstag wurde von einem Gerbermeistcr in Reutlingen eine Gans eilig geschlachtet, weil dieselbe dem Anschein nach er­krankt war, und ein Teil derselben am Mittwoch von der ganzen Familie zu Mittag verspeist. In der daraus folgenden Nacht erkrankten nun unter den Symptomen der Vergiftung alle Familienglieder der­artig, daß die Frau noch in derselben Nacht starb, der Vater, 2 erwachsene Söhne und die Tochter aber schwer erkrankt darniederliegen. Auf der Fahrt von Friedrichshasen nach Ravensburg unterhielt sich ein Kaufmann von Ravensburg mit einem Fräulein in liebenswürdiger Weise. Nach der Ankunft auf dem Bahnhose wollte sich das Fräulein, ohne auch nur von ihrem Reisegefährten Abschied zu nehmen, schleu­nigst aus dem Staube machen, was letzterem ver­dächtig erschien und ihn bewog, nach seinem Porte­monnaie zu sehen, das jedoch schon in die Tasche der Holden" verschwunden war. Sofortige Verfolgung dersauberen" Dame führte zu dem Resultat, daß der Kaufmann sein Portemonnaie ca. 70 Mk. ent­haltend ohne Zögern wieder aus derzarten" Hand zurückerhielt. Voll Freude über diesen gün­stigen Ausgang ließ der Bestohlene dieDame" un­gehindert das Weite suchen.

* Karlsruhe, 12. Oktober. Heute nacht gegen 1 Uhr erstach in einem hiesigen Restaurant ein hier garnisonierender Premierleutuant einen Zivilisten. Der That war ein kurzer Wortwechsel vorausgegangen, der wegen eines Mädchens entstanden sein soll.

* Zu dem Rencontre zwischen einem Premierleutnant und einem Zivilisten in Karlsruhe werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Leutnant v. Brüsewitz wurde von dem Zivilisten, dem Techniker Siebmann, zuerst angestoßen, v. Brüsewitz forderte den Techniker aus, sich zu entschuldigen, was dieser verweigerte. Es kam hierbei zu Auseinandersetzungen, in deren Verlauf seiner Behauptung zufolge der Offizier von dem

Sonnenwirt Reihling, Reichenbach. 2. Preis: Joh. Schillinger, Müller, Glatten. 3. Preis : Müller Gaiser, Hallwangen. 5) für M utt e r s ch w e i n e: 1. Preis: Müller Schillinger, Glatten. 1. Preis: Neumüller Gaiser, Baiersbronn. 2. Preis: Rosenwirt Gaiser, Baiersbronn. 2. Preis: Müller Haisch, Reichenbach. 2. Preis: Bernh. Ehmann, Reichenbach. 3. Preis: Bäcker Klumpp, Baiersbronn. 3. Preis: Sounenwirt Reihling, Reichenbach. Es konnte hiebei die er­freuliche Wahrnehmung gemacht werden, daß sich der Viehstand seit 1893 dank den Bestrebungen des land­wirtschaftlichen Vereins und der Energie einzelner Viehbesitzer wieder bedeutend gehoben hat. Einem Nebenzweig der Landwirtschaft, der Obstbaumzucht, wurde auch diesmal wieder, wie vor zwei Jahren in Dornstetten durch eine hübsche Ausstellung gedacht. Besonders rührig zeigt sich im Bezirk der Obstbauverein Göttelfingen-Schernbach, der vor einigen Jahren einen ersten Preis in Stuttgart davontrug und auch dies­mal sehr schön und sorgfältig ausgestellt hatte. Schöne Erfolge hat auch der Obstbauverein Freudenstadt aufzuweisen.

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*(Zur lieber Winterung der Gemüse) eignet sich am besten ein lustiger, gesunder Keller oder ein trockenes, frostfreies Gewölbe; in einem sehr feuchten Lokale geht alles zu Grunde. An einem passenden Platz im Keller macht man im Herbst ein Beet von nicht allzutrockener Erde, ungefähr 30 Centimeter hoch und womöglich von allen vier Seiten frei, d. h. zu­gänglich, und schlägt in dasselbe die Wurzelgemüse ein, so daß sie ganz oder doch (bei Sellerie) bis ans Herz mit Erde bedeckt sind. Auch kann man Rosen­

Zivilisten geschlagen wurde, was andere Augenzeugen indes in Abrede stellen. Der Offizier schnallte hierauf seinen Säbel um und ging hinaus, um hier aus den Zivilisten zu warten. Beim Hinauskommen desselben setzten sich die Streitigkeiten fort und es erfolgte dann der tötliche Stich seitens des Offiziers.

* Berlin, 10. Okt. Die Reichsbank erhöhte den Diskont auf 5, den Lombardzinsfuß auf 5^/2 bezw.

6 Prozent. In der Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank wurde die Bankdiskonterhöhung auf 5 Prozent damit begründet, daß der Bankstatus durch die großen Ansprüche der Industrie geschwächt sei und zur Stärkung des Metallvorrats eine Erhöhung notwendig erscheine.

* Berlin. 12. Okt. Bei einem hiesigen Börsen­blatt wurden Unterschlagungen in der Höhe von 120000 Mark entdeckt. Der Beschuldigte, erste Expeditionsvor­steher erschoß sich.

* Berlin, 13. Okt. Daß bei der Zinsherabsetz­ung für die vierprozentigen Anleihen eine Entschädigung von Beamten- und Offizierswitwen erfolgen soll, die infolge der Konvertierung in ihren Einnahmen eine Verringerung erleiden, wird von den Politischen Nach- richten bestritten. Dagegen sei eine Ausbesserung ihrer Pensionen in Erwägung gezogen. Eine Versamm luug von Ausstellern und Garantiefondszeichnern be­schloß gestern abend eine Fortsetzung der Berliner Ge­werbeausstellung für 1897 in Form einer nationalen Ausstellung. Heute findet eine zweite Versammlung in dieser Angelegenheit statt. (Die Ausstellung schließt bekanntlich für Heuer mit einem großen Defizit ab.)

* Köln, 10. Okt. Zu Gerolstein, wo seit einiger

Zeit Neubohrungcn stattfanden, brach soeben mit un- ^ geheurer Gewalt ein neuer Sprudel mit 100 Meter : hohem Strahl empor. l

Ausländisches.

* Budapest, 13. Okt. Gestern nachmittag kam ^

cs hier gelegentlich einer Versammlung zu starken Ausschreitungen seitens der Sozialdemokraten. Die- ^ selben zogen, durch den Straßenpöbel aus ungefähr ^

3000 Personen verstärkt, vor das Hotel Royal, wo ! eine Versammlung der Liberalen stattsand. Die i

liberalen Wähler wurden beschimpft und mit Kot und Steinen beworfen, wobei einige Personen verletzt wurden. Der Tumult dauerte zwei Stunden, bis die Polizei energisch einschritt und nach Vornahme einiger Ver­haftungen die Menge auseinandertrieb.

* ^Zürich, 11. Okt. (Kundgebung für die Ar­menier.) In der Peterskirche fand heute vormittag eine große Bolkskundgebuug für Armenien statt. Nach den Reden von Standerat Stöffel und Theologie- Professor Furrer wurde eine Resolution angenommen, worin zur Liebesthatigkeit für die Armenier aufgerufen und an das Gewissen der Großmächte appelliert wird. Von irgendwelcher Anrufung der schweizerischen Be­hörden wurde abgesehen. Die Versammlung zählte nach Tausenden.

* Palermo, 10. Oktbr. In der Stadtkaffe von Palermo wurde ein Fehlbetrag von einer halben Million

kohl und ähnliche Gemüse dahineinpflanzen und durch­wintern, namentlich in Gegenden, wo diese Gewächse gern durch Frost leiden. Ist die sandige Erde beim Einbringen in den Keller genügend feucht gewesen, so ist es durchaus nicht nötig, die Pflanzen zu begießen, denn dadurch wird nichts als eine feuchte dumpfe Lust im Gewölbe erzeugt. Dagegen öffne man die Kellerläden und dergleichen fleißig, sobald die Wit­terung es erlaubt, namentlich wenn sich Schimmel oder Moder an den Gemüsen bildet. Die Temperatur im Gemüsekeller soll möglichst gleichmäßig und ja nicht zu hoch sein; im Durchschnitt ist-fl 6-8" ik, die ange­messenste Temperatur.

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* (Das Ausputzen der älteren Obstbäume) darf nach Beendigung der Obsternte nicht übersehen werden. Alle zu dicht stehenden und sich kreuzenden Aeste und Zweige, sowie das alte dürre und unfrucht­bare Fruchtholz sind zu entfernen, so daß die Baum­krone ein schönes, regelmäßiges Aussehen bekommt. So lange die Krone noch belaubt ist, erkennt man am besten, welche Aeste überflüssig sind, auch vernarben die Wunden noch leichter. Die durch das Abschneiden von Aesten entstandenen Wunden müssen mit dem Messer glatt geschnitten und überteert werden. Alle Ast­stumpfen müssen entfernt, Misteln müssen ausgeschnitten werden, die Rinde ist von altem Schorfe, Flechten und Moosen zu reinigen, wozu man sich der Baum­scharre bedient. Alle Wunden müssen mit dem Wunden­reiniger ausgeputzt und verstrichen werden, wozu man bei alten Wunden Teer oder Torfasche verwendet, während man frische Wunden mit kaltflüssigem Baum­wachs oder mit einer Salbe von Lehm, Rindsdung und Asche überstreicht.