lN London soviel Lärm gemacht wurve, nachdem Moskau nach den schweren Schlägen an der Ostfront eine diplomatische Gegenoffensive im Weißen Haus und im Foreign Office eingrleitet hatte. Aber man weiß trotz aller Rettung-- Illusionen weder in London noch in Washington nicht, wie und wo man denn nun die zweite Front errichten soll. Der Zutritt nach Europa ist sowohl für die Engländer als auch ftir die Amerikaner gesperrt! Es ist zwar möglich, daß man di« Briten nach Berlin marschieren sehen wird, aber nichi als Eroberer, sondern als Gefangene, während der Rest ein neues Dünkirchen erleben wird, wie Dr. Goebbels prophezeit-
Zur gleichen Zeit, da die Welt erfährt, wie die gesamte Atlantikküste gesichert ist und die englischen Zeitungen aus einmal kleinlaut entdecken, daß Hunderte deutscher Bomber aktionsbsreit im Westen stehen, vollzieht sich an der Südfront im Osten der weitere stürmische deutsche Vormarsch der eine portugiesische Zeitung zu der Feststellung veranlaßt daß die deutschen Erfolge an der Ostfront die ganze Struktur des Krieges zu ändern im Begriffe seien, was die Alliierten bereits spüren würden.
Oer italienische Wehrmachisbericht
Luftkampfe an der Aegypten-Front.
DRB, Rom. 4. Aug. Der Italienische Wehrmachks- bericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut:
»An der ägyptischen Front Spähkrupptätigkeik. In wiederholenden Luftgefechten schossen deutsche Jäger drei Kpit- fire und drei Hurrikane ab.
Luftverbände der Achse bombardierten die Flugplätze von Malta und vernichteten im Luftraum der Insel drei britische Flugzeuge."
Eine Ansprache Mussolinis
Der Duce in Goerz
DNB. Rom, 4. August. Der Duce besuchte in Begleitung von Parteisekretär Fidussoni Goerz. Aus dem Mug- " Platz wurde er vom Kommandierenden General von Triest begrüßt. Nach Teilnahme an einer Schießübung und nach Ehrung der auf dem Leldenfriedhof von Redipualia beigesetzten Gefallenen aus dem Weltkrieg empfing der Duce im KorpsNommando von Goerz die inzwischen dort einaetroffe- nen Generale zur Berichterstattung, darunter den Wehrmachtsgeneralstabschef, Marschall Caballero, den Heeresgeneralstabschef, General Ambrosia, und den Oberbefehlshaber der italienischen Truppen in Slowenien und Dalmatien. Letzterer schilderte ausführlich die Lage in Slowenien und in den angrenzenden Gebieten. Der Duce aab daraus »Inen Ueberblick über die allgemeine operative Laae an den verschiedenen Fkdnten der Achse und kennzeichnete die der italienischen Wehrmacht zufallende Aufgabe.
Nach Beendigung der Berichterstattung, die zwei Stunden dauerte, sprach der Duce vom Balkon zu der begeisterten Volksmenge. Er betonte dabei, daß die Achse und die Treier- packtmächte die Mittel zum Siege in der Hand hätten.
Vier Schisse versenkt
An der Ostküst; der USA
DNB. Berlin, 4. August. Ein britisches und ein ehe- nmÜMs niederländisches Handelsschiff, sowie ein amerikanischer Schlepper wurden an der Ostküste der Vereinigten Staaten versenkt. Außer den am Montag als versenkt gemeldeten sowjetischen Handelsdampsern wurd« ein weiteres Schiff, das die bolschewistische Flagge führte, versenkt. Von allen Schiffen wurden Ueberlebende in Häfen der amerikanischen Ostküste gelandet.
Bezeichnend ist, daß östs britische Handelsschiff bereits im Mai dieses Jahres versenkt wurde. Ärs USA-Marinemini- sterinm gibt jedoch nach gewohnter Praxis die Versenkung erst jetzt zu. nachdem gerettete Besatzungsmitglieder «m Land - gegangen find.
Das aräenünische Handelsschiff »San Juan" nahm unweit der Küste von Guayana 47 Schiffbrüchige eines versenkten britischen Dampfers an Bord. Das britisch« Schiff war vor wenigen Tagen einem Unterseebootangrtff zum Äser gefallen.
Nette „Waffenbrüderschaft"
Buenos Aires. 4. August. Ein bezeichnendes MD amerikanischer Waffenbrüderschaft gibst ein soeben aus England nach Neuyork zurückgekehrter UMl-Journalist in einem Sonderbericht des in Buenos Aires erscheinenden Abendblattes „Razon". Der Korrespondent kommt auf die Bezie. Huna der Bevölkerung Englands zu den dort liegenden USÄ-Truppen zu sprechen. Letztere hätten mit Taschen voll Dollars die Lebensmittelgeschäfte in englischen Orten, wo sie lägen, teilweise völlig ausgekauft. In Keinen Ortschaften hätten sie sogar die Bevölkerung ohne jede L-ebensmittei- reserve gelaffen.
..Lage -er Sowjets alarmierend"
Da» Urteil englischer Sonderkorrespondenten
Genf, 4. Ang. Der Sonderkorrespondent der Londoner ..Sunday Times" stellt in einem längeren Bericht u a. fest, mß der Krieg im Osten inzwisch'n in sein entscheidendes Stadium getreten sei. Ohne den B fehl Stalins, „keinen weiteren Schritt zurück", zu wörtlich nehmen zu wollen, bedeute er doch sehr viel. Denn praktisch gesehen, bestehe nach den letzten deutschen Erfolgen nur noch ein ganz schwaches Bindeglied zwischen den sowjetischen Armeen im Kaukasus und der übrigen UdSSR. Dieses Bindeglied sei die Wolaa. Die Schiffahrt auf diesem Strom werde aber schon von deutschen Bombern und Stukas angegriffen, fast keine Nach- schubsendungen aus dem Kaukasus erreichten mehr die nördlichen Frontabschnitte der Sowiets. Es sei erstaunlich, was für gewaltige Streitkräfte die Deutschen hätten im Süden zusammenziehen können. Wenn schon die Gebietsverluste der Sowjets innerhalb des Donbogens für sie recht schmerzlich gewesen seien, dann stelle die Ueberschreituna des Don an verschiedenen Punkten durch die Deutschen für die Sow- letunion eine Katastrophe, im wahrsten Sinne des Wortes dar. Die Lage sei alarmierend.
Der Inhalt der Flugblätter der Sowjetarmee, so fährt der Korrespondent fort, zeige ebenfalls die kritische Lage der Sow,ets. Der Ton der Flugblätter werde von Tag zu Tag verzweifelter. So heiß' es in einem: „Jeder Zoll unseres Bodens ,st uns teuer, aber noch niemals ist er uns so lieb gewesen wie jetzt, nachdem der Feind unsere lebenswichtigen Zentren zu erreichen droht. Ihr müßt verstehen, daß jeder Zoll verlorenen sowjetischen Bodens für den Feind eine Stärkung und für nnsere Widerstandskraft eine Schwächung bedeutet. Unser Land ist zwar gewaltig groß, doch kann sich die Sowjetarmee nicht weiter zurückziehen, ohne die Sow- letnmon m eine tödliche Gefahr zu bringen." — Hierzu meint der Korrespondent, das seien keine leeren Worte.
Geheinrfihung kr London
Erklärung des stellvertretenden Ministerpräsidenten
Stockholm, 4. August, Stafford Cripps, der Vertreter der Regierung im Unterhaus teilte nach einer Reutermeldung am Dienstag im Unterhaus mit. daß der stellvertretende Ministerpräsident Attlee eine Erklärung abzugehen habe, die am beste« nur in einer Geheimsitzung bekaimtgeg«- ben würde. Daraufhin trat bas Haus in die geheime Sitzung ein. die nur von kurzer Dauer war. Attlee gab die an- oekündiate Erkläruna ab
Danach setzte das Haus die Sitzung bei offenen Türen fort und der Innenminister Herbert Morrison ersuchte das Unterhaus, in allen Lesungen einen Gesetzentwurf zu billi. gen, durch welchen di« amerikanischen Behörden ermächtigt werden, alle Verbrechen, die unter den Mitgliedern der amerikanischen S'reitkräfte im Vereinigten Königreich Vorkommen könnten, ahzuurteilen. (Dieses Gesetz zeigt deutlich die Abhängigkeit der Engländer von den USA: iven» die amerikanischen Truppen auf englischem Boden englische Gesetze übertreten, dürfen sie nicht von englischen Gerichten zur Rechenschaft gezogen werden, sondern werden von ame- Manischen Gerichten abgeurteilt. So wenig Herr im eig«. nen Haus sind die Engländer!)
Das Empire muß zahlen
Verlagerung der britischen Kriegslasten auf die Gliedstaaten.
Berlin, 4. Ang. Da die britische Regierung die Kriegs- lieferungen aus den Gliedstaaten des Empires nicht mehr bezahlt, sondern als Geschenke auffaßt, werden die Kriegskosten immer mehr auf die Gliedstaaten abgewälzt. Ein Beispiel dafür ist Kanada. Den Erklärungen des kanadischen Finanzministers zufolge wird das Defizit des Staatshaushaltes für das im April begonnene Finanzjahr auf 1652 Millionen Dollar veranschlagt, gegenüber 414 Millionen Dollar im Vorlahr. ,
Wie der kanadische Finanzminister selbst ausführte, ist diese Zunahme des Haushaltsdefizites nicht zuletzt auf die unentgeltlichen Lieferungen zuriickznsühren. Er fügte noch hinzu, daß eine weitere Erhöhung der Gesamtausgaben denkbar >ci, da der für die Schenkungen an England vorgesehene Betrag wahrscheinlich nicht genügen werde, um den gesamten britischen Bedarf zu decken. Als notwendige Begleitmatznah- mcn der wachsenden Staatsausgancn ist in Kanaoa eine beträchtliche Verschärfung der Steuergesetze durchgcführt worden, die in erster Linie eine Erhöhung der Einkommensteuer und eine Belastung des nicht lebensnotwendigen Konsums mit einer 2Sprozentigen Umsatzsteuer mit sich gebracht hat.
Auf der Güterseite hat sich die starke finanzielle und Produktionsmäßige Belastung des Landes in einer immer stärkeren Einschränkung der zivilen Bedarfsgüterdeckung ansgewirkt, die ihrerseits wieder ein allseitiges Steigen der Preise zur Folge hatte, dessen die kanadische Regierung trotz verschiedener eingreifender Maßnahmen (Einführung des Lohnstops, Höchstpreisfestsetzung) noch nicht Herr werden konnte.
Die Tagesangritte -er Luttwatte
DNB. Berlin, 4. Aug. Zu den Tagesangriffen deutscher Kampffliegerverbände gegen Großbritannien am Montag teilt das Oberkommando der Wehrmacht weiter mit: Kurz nach 12 Uhr mittags stießen die ersten deutschen Kampfflugzeuge gegen das Industriegebiet der Midlands vor und belegten in Tiefangriffen mehrere Städte, in denen sich bedeutende Werke der britischen Rüstungsindustrie befinden, mit Bomben schwerer Kaliber. Aus niedriger Höhe wurden die Bomben über der Stadt Leeds, die zahlreiche roße Maschinenfabriken beherbergt, abgeworfen, wobei eftige Detonationen in mehreren Gebäudeblocks am Stadtrand beobachtet wurden. Auch die Hafenanlagen von Middleborough wurden von Bomben schweren Kalibers getroffen. Middleborough ist einer der bedeutendsten Einfuhrhafen zur Versorgung der britischen Eisen- und Stahlindustrie in den Midlands. In der Nähe der Stadt befinden sich große Werke der Rüstungsindustrie. Mehrere Lagerhallen dieses wichtigen Umschlagsplatzes gingen nach Bombentreffern in Flammen auf. Im Laufe des Montagnachmittag wurde neben mehreren anderen kriegswichtigen Zielen auch die Stadt Leicester angegriffen.
Weitere deutsche Kampfflugzeuge richteten ebenfalls im Tiefflug zahlreiche Angriffe gegen Eisenbahnlinien und Brücken in Mittelengland, wobei Bahnhofsanlagen sowie eine Eisenbahnbrücke in der Nähe der Stadt Lowestoft beschädigt wurden. Auch Flugplätze im gleichen Gebiet waren das Ziel deutscher Kampfflugzeuge. Auf einem dieser Flugplätze wurde eine Gruppe von 20 abgestellten zweimotorigen Flugzeugen festgestellt, die sofort mit Bordwaffen angegriffen wurden. Eine Anzahl von ihnen wurde in Brand geschossen. Auf einem anderen Flugplatz entstanden nach Bombendetonationen in zwei größeren Werkhallen mehrere Brände. Die Südküste der britischen Insel wurde am Montag im Laufe der Mittagsstunden von leich
ten deutschen Kampfflugzeugen bombardiert, wobei in einer Hafenstadt im westlichen Teil der englischen Südküste Bom. ben, schweren Kalibers mitten größerer Gebäudeblocks detonierten und nachhaltige Zerstörungen anrichteten. Ein deutsches Flugzeug wird von diesem Tagesangriff gegen Großbritannien vermißt.
Britische Munitionslager bei Alexandrien getroffen
DNB. Berlin, 4. Aug. Wie das Oberkommando der Wehrmacht mitteilt, griffen in der Nacht zum Montag deutsche Kampfflugzeuge britische Flugplätze im Raume südlich von Alexandrien mit Bomben schweren Kalibers an. die in unmittelbarer Nähe zahlreicher abgestell» ter Flugzeuge detonierten. Durcy die Splitterwirkung der schweren Bomben wurde eine große Anzahl dieser Flugzeuge schwer beschädigt und einsatzunsähig gemacht. Brennstofflager in der Nähe des Flugplatzes gingen nach Bombentreffern in Flammen auf, Auf einem weiteren von den deutschen Kampfflugzeugen angegriffenen britischen Flugplatz entstanden nach den Bombenwürfen mehrere aufeinanderfolgende Explosionen, die darauf schließen lassen, daß ein Bomben- und Munitionslager getroffen wurde. Ein bald darauf entstandener Großbrand wurde von den deutschen Besatzungen noch kilometerweit gesichtet. Britische Zeltlager in der Nähe des an der Straße nach Alexandrien liegenden Wüstenfleckens El Hamman wurden am Montag von leichten deutschen Kampfflugzeugen mit Bomben belegt, die starke Zerstörungen ukid Brände auch in Krastsahr- zeugsammelplätzen verursachten. Bei Geleitschutz und freier Jagd schossen deutsche Jäger über der Front bei El Ala- mein ohne eigene Verluste sechs britische Jagdflugzeuge vom Muster Spitfire und Hurricane ab Auch über der Insel Malta kam es im Laufe des Montag wiederholt zu Luftkämpfen zwischen deutschen und britischen Jägern. Da-
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,FZch werde noch oft sehr lange Zeit bei dir sein, Kurt, im brauchst nicht für di« Ewigkeit Abschied zu nehmen."
„Aber du fährst doch zu deinem... zu dem Mann, den du heiraten wolltest!" Mit großen Schritten lief Kurt Noge neben dem Waggon dahin.
„2a. aber zurück komme ich zu dem Mann, der mich heiraten will. Kurt!"
„Lisa!" Er lief nicht mehr. Er blieb an der Bahnsteigkante stehen. >
„Auf Wiedersehen, Kurt!"
„Lisa!"
„In zwei Tagen!"
„Lisa!" Er stand, ein Taschentuch in der Hand. Aber er winkte nicht. Er sah nur diesem davonfahrenden Zuge nach, bis die roten Schlußlichter vom Dunkel geschluckt wurden, dann erst hob er das Tuch, strich sich damit über die Stirn und für den Bruchteil einer Sekunde über die Augenlider. 2a, es gab Ruß auf Bahnhöfen, und es konnte leicht... . .
Draußen vor der Anfahrt stand noch das Tari, mit dem - sie gekommen waren. „Zum Ratsweinkeller", sagte der Werftdirektor Kurt Voge, und er zahlte später mit einem Fünfmarkstück, ohne auf das Wechselgeld zu warten.
S.
Helge Bach hatte ihren Gästen nur Tee zu bietenaher in weiser Voraussicht hatte der Maler Unkel, der mit seiner geschiedenen und seiner zukünftigen Frau gekommen war. eine grobe Flasche Kognak in der tiefen
Tasche seines Ulsters verstaul gehabt. Uniel fand, oatz der beste Tee noch einen Schuß Kognak »ertragen könne. Der Maler war ein dicker, melancholischer Mann, der sich am Tanze nicht beteiligte, sondern abseits auf einem Hocker saß uüd zuweilen ein paar Linien auf ein Blatt Papier warf. Bon seinem Namen hatte man ihm das l genommen. Er hieß ob seines Aussehens und ob seiner Melancholie allgemein Unke, und mit Unke signierte er auch seine Karikaturen. die bereits berühmt waren. Mit ihm war noch ein junger, schüchterner Mann erschienen, der schwärmerische Blicke auf Helge warf und dessen Namen Wolf Murde bei der Vorstellung nicht verstanden Haft«. Helge nannte ihn „Bur" und „du", und Wolf Murde dachte, dag ihn beides vielleicht vor einer Stunde noch verstimmt hätte.
Letzt aber war Argine gekommen, und in diesem kleinen Atelier schien es nur sie zu geben. Für ihn, wie für die meisten der anderen. Helge blickte zuweilen ganz versunken auf Argine, und die beiden Frauen Unkes. die einstige und die zukünftige, die in Ermangelung von Männern oft und gut miteinander tanzten, zeigten auch keinerlei Eifersucht. als sie bemerken mugten. daß auch Unke sich kaum von dem Anblick Argines losrsißen konnte.
Sie genoß ihre Schönheit und ihren Sieg, und sie schenkt« allen ihr Lächeln, das immer sin wenig geheimnisvoll war, nur wenn sie auf Wolf Murde blickte, wurde sie zuweilen ernst.
„Wir wollen hinuntergehen und Sekt holen, Wolf , sagte sie einmal, als sie zu'ammen tanzten. ,,2-ch glaube, nichts fehlt diesem Abend zur Vollkommenheit als Sekt."
Er erklärt«, allein gehen zu wollen, aber sie bestand darauf, ihn zu begleiten.
2m Treppenhaus schlang sie die Arme um seinen Hals und küßte ihn wild. „Bist du mein?"
„Du weißt es, Argine." , .
„Nichts weiß ich. als daß ich dich im Hause von Lisa wiederfand. 2ch töte sie. wenn sie dich mir nehmen will."
„Sie will es nicht. Ich war nur gekommen, um Lisa noch einmal um Verzeihung zu bitten, ehe wir für immer voneinander Abschied nehmen. Aber sie war nicht da. Si« ist wohl überhaupt nicht in Berlin."
..Das ist aut. Sie soll nicht in Berlin sein. Sie soll
immer möglichst weit fort sein, und du mutzt nie eine Frau um Verzeihung bitten, Wolf. Du brauchst es nicht."
Wolf Murde lächelt«. Er dachte an seine Mutter, und daß sie wohl kaum wie Argine denken würde.
„Du hast ein --wunderbares Kleid an", sagte er ab- kenkend. „Es ist das schönste, das ich je gesehen habe, und ich hatte gar nicht bemerkt, daß du überhaupt Gepäck mitgenommen hattest."
„Aber ich habe es auch nicht mitgenommen, ich Habs das Kleid gekauft, Wolf."
„Gekauft? Wann?"
„Als du fort warst. 2ch sollte zwar schlafen, aber da fiel mir noch im Einschlafen ein, daß ich ja nichts anzuziehen hätte, wenn wir heute abend ausgingen. So Hab« ich mich in den Wagen gesetzt und bin zum Kurfürstendamm gefahren, um mir Schuhe. Strümpfe und ein Kleid zu kaufen. Das heißt, gekauft habe ich nur die Schuh« und die Stvümpfe. Für das Kleid hatte ich kein Geld mehr..."
„Aber du trägst es doch, Argine."
„Natürlich. 2ch habe getagt, daß ich Frau Doktor Murde wäre und daß man meinem Manne die Rechnung schicken solle. ' if
Murde wurde einer Antwort enthoben, denn sie hatten das klein« Ecklokal erreicht, in dem sie nach Helges Auskunft Zigaretten bekommen würden: Zigaretten besorgen zu wollen, hatten sie als Grund ihres Weggehens angegeben. Es war eine einfache Kneipe, in der ein paar Männer beim Skat saßen und einige Chauffeure an der Theke bei einer Molle zu'ammenstanden. Als Argine mit Wolf eintrat, verstummten di« Gespräche, sogar die Skatspieler vergaßen das Ansagen.
„Wir möchten gerne zehn Flaschen Sekt haben", sagt« Argine mit bezauberndem Lächeln zu dem dicken Wirt, der sich über Stirn und Glatze fuhr.
„Wat denn, zum Hiertrinken und uff eenmal?" entfuhr es ihm schließlich. Die Chauffeure lachten und einer machte eine Bemerkung, die nicht .lehr freundlich war.
„Die Dame hat sich versprochen. Wir wollten gern« drej Flaschen und nicht zum Hiertri'nken, wenn es möglich ist. >a-">rf'em>„o wlol.i