von Ordensbrüdern in seiner Diözese ist er nach Rom gefahren und hat vom Heiligen Bäte rautzerordentli cheVoll machten zurAhn düng der Verbrechen erhalten. Er hat damit ohne besonderes kirchen- gerichtliches Verfahren Ordensbrüder ausschließen können.
2. Er hat 30 Brüder in seiner Diözese ausge- schlossen, ferner 8 Brüder, die im Ausland geflohen sind.
3. Er hat von der Generalstaatsanwaltschaft die Urteilsbegründungen gegen die kirchlichen Sittlichkeitsverbrechcr angefordert, sie erhalten und sie zur Grundlage seines Vorgehens gemacht.
Diese drei Erklärungen des Bischofs Bornewasser wurden von mehreren hundert Zuhörern, größtenteils Katholiken, mit angehört und sogar auf Schallplatten ausgenommen. Ebenso wie die Worte des Entsetzens und des aufrichtigen Bedauerns, mit denen sich der Bischof über die einwandfrei sestgestellten Verbrechen äußerte, können sie jederzeit der Oesfentlichkeit bekanntgemacht werden.
Ein Kardinalerzbischos, der — zumal vor einem solchen Forum Erklärungen abgibt, die kirchenamtliche Gültigkeit zu haben "Pflegen, handelt entweder rm Aufträge des Vatikans oder gegen dessen Auftrag. Der Vatikan, der vom Bischof Dr. Bornewasser darüber unterrichtet worden ist. daß die Feststellungen der deutschen Gerichtsbehörden über den Umfang und den Gegenstand der zahlreichen Sittlich, keitsverbrechen katholischer Geistlicher lind Ordensangehöriger vollkommen zutreffen, ha! nun das Wort. Er muß — und er kann damit manche Glaubenszweifel vieler guten Katholiken beheben — entscheiden, ob er die ungehörigen Auslassungen eines seiner ersten Diener straflos hingehen lassen oder ob er ihn zur Ordnung rufen will.
Tl^enbeeicv» 6er >'8-Presse io. Rom, 19. Mai
Nach Erklärungen des Generals Balle und des Admirals Cavagnari vor dem Italienischen Senat wird Italien demnächst über 10 000 Heeresslieger verfügen. Tie Verstärkung der Flugstützpunkte aus Sardinien, Sizilien, in Tobruk, aus Pan- telleria und im Dodekanes wird es den italienischen Luftdivisionen erlauben,'i nweni- aen Stunden von einer Seite des Mittelmeeres zur anderen zu gelangen. Für die Flotte wurden im letzten Haushaltsjahr auf italienischen Wersten 12 Zerstörer. 12 Torpedoboote und 20 O- Boote sertiggestellt. Der Bau der 35 000- Tonnen-Schlachtschiffe „Littorm" und „Vit- torio Veneto" wird beschleunigt. Vier ältere Linienschiffe werden modernisiert. Noch in diesem Jahre werden 30 neue Kriegsschiffe in Dienst gestellt: die leichten Kreuzer „Garibaldi" und „Luigi di Savoia", 4 große Zerstörer. 10 Torpedoboote und 14 II-Boote.
>X London, 19. Mai
Auf der britischen Reichskonferenz sprach am Mittwoch hinter verschlossenen Türen Außenminister Eden über die internationale Lage. Seine Erklärung wurde als so »infangreich angekündigt, daß er sie am Freitag fortsetzen wird.
Ter Schisfahrtsausschuß der Reichskonferenz befaßte sich ausschließlich, wie verlautet, mit der Frage der staatlich subventionierten amerikanischen und japanischen Schiffahrt im Stillen Ozean.
Oer OkerslLLtssnvsIt erklärt:
..Vee Bischof von Trier hat objektiv einen Meineid geleistet"
Vollständiges Versagen der kirchliche« Aufsichtsbehörde
!X Trier, 19. Mai.
.Die Verhandlung gegen den wegen widernatürlicher Unzucht angeklagten römisch- katholischen Pfarrer Bauer wurde am Mittwoch in Trier fortgesetzt und die Beweisaufnahme geschlossen. Dabei ergab sich in erschütternder Weise das vollständige Versagen der kirchlichen Aufsichtsbehörde.
Wieder stand im Mittelpunkt der Verhand- lung die nochmalige Vernehmung des Bischofs von Trier, Dr. Bornewasser. zur Klarstellung von Unstimmigkeiten zwischen seiner unter Eid gemachten Aussage und oen Behauptungen des Angeklagten. Nachdem Oberstaatsanwalt Dr. Hofmann einen Brief des Pfarrers von Friedrichsthal (Saar) an das Generalvikariat in Trier aus dem Jahre 1919 verlesen hatte, in dem um die Versetzung Bauers „im Interesse der Seelsorge" gebeten wurde, da Bauer schon 1917 an einem 38jährigen Zeugen widernatürliche Unzucht verübt hatte, begann die Vernehmung des Bischofs.
„Gedächtnisschwäche"
Nachdem sich der Bischof beklagt hatte, daß er nach dem Bericht einer Zeitung als Lügner erscheine, stellte der Staatsanwalt nochmals fest, oaß die zweite Vernehmung erfolgt, weil Unstimmigkeiten zwischen den Aussagen des Angeklagten und des Bischofs bestehen. Er habe cs daher für seine Pflicht gehalten, dem Bischof Gelegenheit zu geben, sich nochmals in der Oesfentlichkeit zu diesem Widerspruch zu äußern. Der Bischof wiederholte seine eidliche Aussage, daß er bei der Versetzung Bauers nach Weidingen nicht gewußt hätte, daß dieser ihn gebeten hatte, ihm keine Pfarrei mehr zu- z -eisen. Das hätte er erst jetzt erfahren.
Gericht und Staatsanwalt stärkten das Gedächtnis des Bischofs. Als der Angeklagte seinen Vorgesetzten Dekan gebeten hatte, die Ernennung zum Pfarrer von Weidingen rückgängig zu machen, erging folgender Bescheid: „Seme bischöfliche Gnaden haben die dargelcg- tenten Gründe ernstlich in Erwägung gezogen, ihnen aber nicht stattgeben können, weil durch die Zurücknahme Anlaß zum Gerede gegeben und Aergernis hervorgerufen würde."
Der Bischof blieb bei seiner Aussage, er hätte nichts davon gewußt. Als dann der entscheidende Widerspruch zwischen den Aussagen des Bischofs und oes Angeklagten behandelt wurde, versagte das Gedächtnis des Bischofs in seltsamer Weise vollständig. Der Staatsanwalt verlas einen Brief des Generalvikars vom 27. August 1932, in dem es heißt: „Seine bischöfliche Gnaden haben von weiteren Schritten gegen Pfarrer Bauer abgesehen, ihn ernstlich ermahnt und gemahnt, und ihm 14 Tage Exerzitien auferlegt."
Akkenmätzrge Beweise
Geht schon aus diesem Schriftstück hervor, daß der Bischof dem Angeklagten damals gesehen und gesprochen hat, so müßte ein weiteres ihm vorgelegtes Aktenstück, in dem Bauer aufgefordert wurde, sich bei Antritt seiner Pfarrei in Laubach 1927 dem Bischof vorzustellen, mit dem Vermerk: „D er Aufforderung wurde am 10 . Februar entsprochen," den Zeuge,, überzeugen.
Doch der Bischof sucht auch die Aussage des Angeklagten, daß er 1932 vom Bischof empfangen und von ihm wegen seiner Verfehlungen verwarnt wurde, mit der Bemerkung zu entkräften, daß ihm die Wahrhaftigkeit des Angeklagten problematisch vorkomme; er muß sich allerdings von einem Beisitzer sagen lassen, daß nicht nur der Angeklagte behauptet, vom Bischof empfangen worden zu sein, sondern daß dies von anderer Seite sestgestellt wurde. Alle Bemühungen des Gerichtes blieben ohne Ergebnis, da der Bischof erklärte: „Mag der Angeklagte sage», was er will, ich habe nicht die geringste Erinnerung an irgendeinen Besuch!" Nunmehr zeigte der Staatsanwalt dem Bischof ein Schreiben des Pfarrers Bauer vom 20. September 1932 an den Bischof persönlich. Bauer bedankte sich hier für die liebevolle Aufnahme, die der Bischof ihm zuteil werden ließ und zeigte ihm an, daß er die anbefohlenen Exerzitien gemacht habe. Der Bischof konnte sich aber wiederum nicht erinnern. Immer wieder mußte die Angelegenheit Bauer, wie aus den Personalakten hervorgeht, von der bischöflichen Behörde behandelt werden; aber der Bischof will nicht die geringste Erinnerung an den Mann haben.
Ausländische Greuellügen
Zu den in der ausländischen Presse verbreiteten Greuelmärchen, der Bischof sei bei seiner ersten Vernehmung derart gequält worden, daß er ohnmächtig zusammengebrochen sei und sich geweigert habe, weitere Fragen zu beantworten, richtete der Staatsanwalt an den Bischof die Frage, ob es richtig sei, daß das Gericht oder die Staatsanwaltschaft ihn so hergenommen hätten, daß er dem Zusammenbrechen nahe gewesen sei. Laut und energisch antwortete der Bischof: Nein! Die Vernehmung des Bischofs ivar damit beendet.
Der Oberstaaksanwalk hak das Morl
Nach Schluß der Beweisaufnahme und Wiederherstellung der vollen Oesfentlichkeit nahm Oberstaatsanwalt Hofmann das Wort zu einer Erklärung, in der er betonte, der Angeklagte Bauer ist wahrhaft ein Wolf im Schafskleid gewesen. Er hat seine Hirtenpflichten in übelster Weise mißbraucht. Aber er muß gegenüber Behauptungen in der Auslandspresse, daß der Prozeß maßlos aufgebauscht und in eine bestimmte Richtung gedrängt worden sei, feststellen,, daß der Angeklagte selbst zu Beginn des Prozesses gesagt habe: „Jchhabedas Gefühl, daßSie e s gut mi t mi r m eine n!"
Der Oberstaatsanwalt wies daraus hin, daß schon in Friedrichsthal und Mün st er maifeld über den Angeklagten gesprochen und daß schon damals nach Trier berichtet wurde. Der Dekan von Münstermaifeld hat durch seinen Bericht nach Trier seine Pflicht in jeder Hinsicht erfüllt. Daß von den Borgangen in Münstermaifeld auch der Bischof unterrichtet gewesen ist, geht aus der Ladung an Bauer hervor, sich am 10 . Februar 1927 beim Bischof vorzustcllen. Die diesbezüglichen Akten tragen den eigenhändigen Vermerk des Bischofs „besondere Vorsicht mit Rücksicht aut die veraanaenen Verhältnisse
in Münstermaifeld". In Laubach hat dm», der Angeklagte sein verbrecherisches Treibe» fortgesetzt. Diese Verbrechen sind aber von der kirchlichen Behörde nur als „unerlaubte Handlungen" und „Unklugheiten" bezeichne» worden. Weiter ging der Oberstaatsanwalt an Hand der zahlreichen und lückenlose» Aktenstücke auf das unbegreifliche Verhalten der kirchlichen Be. Hörde ein. die immer wieder mit Milde gearbeitet und seinen Aufenthalt zu den Exerzitien im Kloster mit Nervenerkrankung in der Oesfentlichkeit begründet und ihn in,, mer wieder in der Seelsorge verwandt hat Der Bischof hat bei seiner Vernehmung auf die Frage, warum gegen Bauer nichts unternommen wurde, erwidert, er hätte geglaubt daß man die Dinge nicht gleich in die Oesfentlichkeit bringen soll. Daß durch dies» unverständliche Milde der de nt- schen Jugend viel größerer Sch den zu gefügt wurde, rst anscheinend nebensächlich gewesen, wenn nur die Kirche rein und sauber nach außen hin dasteht. Der Oberstaatsanwalt wies auf die ungeheuerliche Tatsache hin, daß zahlreiche Zeugen bei den Vorvernehmnngen bereit gewesen seien, einen Meineid zu leisten.
Me moralische Schuld der bischöflichen Behörde
Der Oberstaatsanwalt stellte fest, daß die bischöfliche Behörde in der leicht- fertigsten Weise ihre Aufsichts. Pflicht verletzt hat znm Schaden der deutsche ri Jugend. Bauer ist ein Sittlichkeitsverbrecher. Aber noch im Mai 19M sind seine Verfehlungen von Trier aus als „Unklugheiten" bezeichnet worden, und 1932 hat die unverantwortliche Milde der kirchlichen Behörde es ermöglicht, daß Bauer seine strafbaren Handlungen weiter begehen konnte. Dann stellte der Anklagevertreter fest, daß es erwiesen ist, daßderBischös von den Dingen Kenntnis erhalten hat und daß aus den Akten hervorgeht, daß der Bischof von Trier den Angeklagten 1932 empfangen hat. Der Bischof hat unter Eid bekundet, daß er sich geweigert hätte, den Pfarrer Bauer zu empfangen. Er könne sich nicht erinnern, obwohl die Akten es klar ergeben, daß Bauer nach Trier zum Bischof geladen wurde. Der Oberstaatsanwalt verwies auch auf den Brief des Angeklagten voni 27. August 1932, in dem Bauer dem BiWf die Durchführung der anbefohlenen ExerzMn meldete und sich für die liebevolle Aufnahme, die ihm beim Bischof zuteil geworden war, bedankte. Durch diesen Urkundenbeweis stehst fest, daß der Angeklagte damals vom Bischof empfangen worde'ii sei.
Der Bischof von Trier habeda- er objektiv einen Meineid gleistet! Ob die subjektiven Voraussetzungen gegeben seien, d. h. ob er sich tatsächlich nicht erinnern könnte, ist eine andere Frage. Objektiv ist etwas bekundet worden, was mit der Wahrheit nicht in Einklang zu bringen ist. Der Oberstaatsanwalt stellt ow Fragf, ob die unerklärliche Gedächtnisschwäche ÄS Bischofs vielleicht verursacht ist von den vielen Sittlichkeitsprozessen, die gerade gegen Ordensleute, Geistliche usw. in der Diözese Trier durchgeführt werden mußten, oder ob etwa derartige Sittlichkeitsverbrechen bei der bischöflichen Behörde an der Tagesordnung waren.
Vollständiges Versagen der kirchlichen Aufsicht
Das Verhalten der Kirchenaussichtsbehörde stellt ein großes Versagen dar. Dieses Versagen ist für das Strafmaß von besonderer Bedeutung. Der Oberstaatsanwalt klagte die kirchliche
Komsn svs Osukrc/i - von ZF)?7° ViV
(58. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)
In dieser Nacht schloß Frau Schlegel kein Auge.
Wieder, immer wieder führte sie sich den Anblick der zerstörten Stätte vor Augen. Sie wollte sich stark machen,
um nicht doch dem schrecklichen Anblick zu erliegen-
sie wollte sich wappnen, um sich vor Erschütterungen zu bewahren. Sie stellte sich die Pflanzung nicht vor, wie sie
einst gewesen, sondern wie sie sie verlassen hatte-eine
Stätte des Grauens.
Am nächsten Morgen waren ihre Züge herber als sonst.
Sie war bereit, dem Schrecklichen kühl ins Auge zu schauen, und Mazda verbarg ihre Ueberraschung nicht, als sie die Mutter sachlich von all den Dingen sprechen hörte, die an erster Stelle auf der Pflanzung besorgt werden müßten.
Anwerbung von Arbeitern aus den umliegenden Eingeborenendörfern — Beseitigung des Schuttes — Neuaufbau des Hauses unter Benutzung der wahrscheinlich nicht
zerstörten Grundmauern-es war erstaunlich, mit
welcher Ruhe sie alle diese Einzelheiten berührte, deren jede an sich ihr einen Stich ins Herz verursachen mußte! Aber darüber war Frau Schlegel hinaus. Sie hatte sich gut vorbereitet. Es gab ja nichts mehr, was sie schrecken konnte.
Und dann-ja, dann tauchte, erst fern, dann immer
deutlicher werdend, das Haus aus. das sich inmitten der Pflanzung erhob.
Das Haus?
Ihr Haus?
Frau Schlegel fühlte, wie ihr Herzschlag stockte. Wie konnte das Geschick nur so grausam sein, ihr dieses Bild vorzuaaukeln! Eine Fata morgana war es. sie sie täuschte — eins herzlose Illusion, die ein erbärmliches Spiel mit einer obnehin schon genug geschlagenen Frau trieb!
Was hatten also alle Vorbereitungen genutzt? Nichts, nichts! Unbekannte Seelenkräfts waren angesichts der armen, gepeinigten, zerschundenen Heimatscholle stärker gewesen als alle guten Vorsätze und Pläne.
Frau Schlegel führte die Hand vor die Augen und schluchzte auf. Zum erstenmal seit vielen, vielen Monaten.
„Mutter!" Magdas Stimme klang !' fast fremd,
vor heftiger Erregung. „Mutter-ja iotteswillen,
was bedeutet das? Unser Haus-in-"
Frau Schlegel fühlte, wie ein Schwindelgefühl an ihr emporkroch wie ein giftiges Reptil.
„Was denn? Was denn?" Sie stammelte, zitterte, lehnte sich an die Tochter, um nicht umzusinken. „Das Haus? Du siehst es auch? Ja, ist es denn Wahrheit?"
Sie hob den Kopf. Aber vor ihren Augen zeigte sich alles verschwommen, waUStz wie ein Nebel auf und nieder.
„Mazda!"
Magda antwortete nicht. Sie stand, die Mutter umschlungen, reglos auf dem schmalen Pfade, der am Flusse entlangführte. Die Träger, die hinter ihnen gingen, standen gleichfalls still. Was sich ereignet hatte, wußten sie nicht, aber sie merkten, daß es etwas von Bedeutung sein mußte, denn sie schwiegen, verwundert und gleichzeitig ein wenig erschrocken
„Das Haus steht wirklich noch!"
„Aber, Magda!" flüsterte ihre Mutter. „Mit unseren eigenen Augen haben wir doch damals alles mitangesehen — ich höre noch heute das furchtbare Prasseln, als die Seitenwand einstürzte-"
„Großer Gatt!" murmelte Magda.
Da hatte sich aber Frau Schlegel bereits gefaßt. Dinge konnten sie tief treffen, aber nicht zu Boden werfen. Sie entsann sich des Feldstechers, den ihr der Offizier beim Abschied als Geschenk überreicht hatte. Irgendeiner der Träger verwahrte ihn in einem der hänfenen Körbe.
Mit zitternden Händen stellte sie das Gtas ein.
„Magda!" keuchte sie, „das ist nicht unser Haus-
man hat ein neues gebaut-es ist nicht fertig-
ich sehe Leute auf einem Gerüst-" Kraftlos sank ihre
Hand herab. „Kind," murmelte sie, „jetzt weiß ich alles!"
Ihre Stimme hatte jeden Klang verloren. „An alles hgÄ
ich gedacht, an alles-nur nicht an diese Möglichkeit!
Man hat uns die Heimat gestohlen!"
Magda begriff nicht, was die Mutter meinte.
„Gestohlen?"
„Ja!" keuchte Frau Schlegel, „gestohlen!" Fremde den sich dort eingerichtet — — irgendwelche Leute, die glauben, in diesem Lande sei alles vogelfrei geworden -7
Nun befiel sie doch eine Schwäche. Sie ließ sich nieder und starrte aus glanzlosen Augen ins Leere.
-Gestohlen-das einzige, was man noch besaß
auf Gottes weiter Erde-gestohlen!
Voller Schrecken kam der Schwarze heran, der ihnen treu und ergeben als Führer durch Steppe und Urwald gedient hatte.
Aber Frau Schlegel wehrte die Wortflut ab, die er über sie ausschüttete und die aus tausend besorgten, erschreckten Worten bestand. Aus-jetzt war alles aus!
Doch noch einmal erwachte die alte Entschlossenheit M ihrer Brust. Warum war alles aus? Weil ein weißhäutiger Bandit glaubte, freies Spiel zu haben?
Aus welchem Grunde hatte ihr der Offizier Waffen mU- gegeben? Um sie zu schützen vor Unheil, zu schützen vor Bestien, zu schützen vor räuberischen Elementen! Nun ahoi Hatte man bisher die Waffen nicht gegen Menschen zu erheben brauchen, so konnte das ja jetzt geschehen, wenn das Schicksal es so forderte! Aus? Nichts war aus — Wr rutiA' - Noch einmal führte sie den Feldstecher an die Augen. Jawohl, sie hatte sich nicht getäuscht. Männer bewegton
sich ans dem Baugerüst und-ja, was bedeutete dem
das? War die nahende Safari auf der Pflanzung bereu bemerkt worden? Fraglos, denn deutlich gewahrte ne o> Gestalt eines weißen Mannes, die mit langen
von dem Haus fortstrebte-dem Ausgang der Pst»«'
zung zu — jetzt verschwand der Mann, aber gleich darai
tauchte er bereits wieder aus-hielt, wenn nicht au^
trog und kein Zufall im Spiel war. auf den Ruaha zu ^
Und daß es ein Weißer war, stand fest Emgebore trugen kein Khaki. ,,
lFo.-tsetzung fmg--