Wir richten aber auch an alle Deutschen Bürger die herzliche Bitte, die Bemühungen j unserer Kameraden mit Rath und That zu unterstützen und diejenigen, welche im Interesse der deutsch-nationalen Sache demnächst an ihre Thür klopfen werden, nicht zurückzuweisen, sondern ihnen zu geben, ein Jeglicher nach seinen Kräften und so zu helfenDie Wacht am Rhein" auch als steinernes Wahrzeichen für die Nachwelt zu errichten, wie sie in unserer aller Herzen längst felsenfest begründet steht!

Indem wir noch bemerken, daß der Kciegervercin in Bremen es übernommen hat, unsere geschäftlichen Angelegenheiten wahr,unehmen und durch seinen Schrift­führer, W. Warnecke in Bremen, Grünenitrabe Nr. 31, die Corresdondenz zu führen, bitten wir Anfragen und Mittheilungen an diesen Kameraden zu richten, auch derselben behufs der Veröffentlichung die Summe des Ertrags der einzelnen Samm­lungen baldthnnlichst aufzugeben, die gesammelten Gelder selbst aber an die Deutsche Brrrinßbank in Frankfurt a. M. zur Verfügung des geschäftsführenden Ausschusses des Centralkomite'S zur Errichtung eines National-DeukmalS auf dem Niederwald auszahlen zu lassen.

Wir vertrauen, Kameraden! auf Eure thatkräftige Unterstützung! zögert nicht, rasch und freudig aller Orten ans Werk zu gehen!

De» Pritsche Kmgnmcins-Emitk

für das auf dem Niederwald zu errichtende National-Denkmal.

Die Angaben über Verminde­rung der Auswanderung aus Deutschland resp. Preußen nach transatlantischen Ländern erhalten neue Bestätigung durch einen amtlichen, aus Boston in den Vereinigten Staaten von Amerika hierher gelangenden Bericht, welcher in Bezug auf Einwanderung anführt, daß dieselbe im Jahr 1876 eine bedeutende Ab nähme gegen die beiden vorhcrgegangenen Jahre zeigt. Diese betrug nämlich 1876 im Ganzen 8014 Personen, wahrend I87S 13,308 und 1874: 20,489 Personen ein- wanderten.

Königsberg. 17. Aug. (Im August erfroren.) Gestern früh nahm ein Wagen­führer des Roheiswerks auf inständiges Bitten sein 2'/»jähriges Töchterlein zu sich auf den Wagen, fuhr nach dem Eiswerk und begann dort den Eiskasten zu füllen. Hierbei war das draußen spielende Kind unbemerkt ihm gefolgt und lief in den Eisgängen umher. Bei der Eile, die der Vater hatte, vergaß er das Kind, schloß die Thür des Eismerks und fuhr zur Stadt. Da fällt ihm nach zwei Stunden plötzlich sein Kind ein, er jagte mit seinem Fuhr werk zurück, reißt die Thüren des Kellers auf und findet dasselbe als Leiche. Es war erfroren und trotz aller sofort ange­wendeten ärztlichen Hülse nicht mehr ins Leben zurückzurufen.

Rastatt, 18. Aug. Bürgermeister Sallinger ist wieder gewählt als solcher Mit 245 von 275 Stimmen.

Pforzh e i m. Die Firma Gebr. Benkiser ist durch die Jury der Lan­desausstellung in doppelter Weise ausge­zeichnet worden, indem derselben für eine ausgezeichnete Zusammenstellung selbst ge­soffener eiserner Röhren und Wasserlei­tungseinrichtungen, sowie von Dekorations­stücken die goldene und für einen sauber ausgeführten Dampfkrahnen die silberne Medaille zuerkannt wurde.

Die von kürzlich als Gerücht mitge- theilte Nachricht von der Prämiirung der hiesigen Kollektiv-Ausstellung ist richtig. Eine belobende Anerkennung erhielt Gla­sermeister Karl Fuchs für Zuz-Jalousie- Läden.

An weiteren Prämiirungen, mit denen Industrielle hiesiger Stadt bedacht wurden, sind uns bekannt: Herr Wilh.

Ungerer, Schlosser und Mechaniker, er hielt eine belobende Anerkennung für solide Arbeit an einem Fensterbeschlag; ferner erhielt Herr Glasermeister Aug. Fuchs die bronzene Medaille für saubere Aus fnhrung eines Fenstergestelles und prak tischen Verschluß durch Gummi-Einlagen an demselben. (Pf. B.)

Württemberg.

Als ein erhebender Nachtrag des T ü binger Jubiläums mag es gerne auch in weiteren Kreisen vernommen wer den, wie selbst weit in der Ferne und außerhalb der Grenzen des deutschen Reichs, im entlegenen europäischen Südosten, an der Grenzmark des deutschen Sprachgebiets das 400jährige Jubelfest unsrer alma water dankbar und freudig gefeiert wurde. In Kronstadt, in Siebenbürgen, dessen deutsche Sachsenbevölkerung um so treuer am Mutterlande hängt, je mehr sie von magyarischer Vergewaltigung zu leide» hat, wurde in dem Gartensalon der Hotels zum grünen Hof von mehr als 70 Fest­gästen am Abend des 9. Aug. ein F e st­ramm ers gehalten. Die Festoersamm­lung wurde von dem Professor und Reichs­tagsabgeordneten L. Korodi, der vor 22 Jahren in Tübingen weilte, mit vor­trefflicher Rede begrüßt.

Welch groben Werth sorgfältig ange­legte und gepflegte O b st g ü t e r haben, können wir als neuen Beleg einen Obst­verkauf des Schloß- uud Ritterguts Schau­beck bei Großbottwar verzeichnen. Eigen- thümer ist Frhr. v. Brüssele-Schau- b e ck, k. k. östr. Oberst. Der Ertrag des heurigen Obstes wurde netto zu 16,000«^ verkauft, um theils als Brechobst, theils als Mostobst nach Stuttgart zu wandern. Auch die prächtigen Weinberge dorten zeichnen sich durch einen Stand aus, der alle Erwartungen rechtfertigt und das Renomme des sog.Brüßler" aufs Neue befestigen wird.

Neuenbürg, 21. Aug. Heute Vor­mittag wurde in einer, im gemeinsamen Distrikt des Hrn. Stadlförster Gauß und des Reviers Langenbrand, veranstalteten Treibjagd in der Nähe des Hirschgartens ein stattlicher Hirsch, Gabler, erlegt und im Triumph hier eingebracht, allwo das 218 Pfd. schwere Gethier zum Gaudium der Fein- und Wildbretschmscker, gewürzt

mit appetitlichem Jägerlatein, ausgehauen wird. Der glückliche Schütze war Hr. Forstassistent Keller.

W i l d b a d. Die 9. Kurliste vom 16. Aug. zählt 5488 Kurgäste, seit dem 7. ds. also einen Zugang von 661 Per­sonen die Durchreisenden nicht gerechnet. Unter den Fremden befinden sich immer viele Ausländer und distinguirte Persön­lichkeiten, womit und unterstützt durch die bessere Witterung sich die Saison noch auf der Höhe erhält.

Herrenal b. Die 6. Kurliste vom 18. Aug. verzeichnet einen neuen Zugang von 185 Personen, worunter mehrere Familien. Der neue Besitzer der Wasser­heilanstalt Hr. Oberstabsarzt a. D. Dr. Tüllmann hat die Erbauung eines geräu­mten Kursaals begonnen, womit mehrfache Wünsche dankbare Befriedigung finden. Auch die im Bau begriffene neue Straße nach Wildbad findet, weil sie eine bedeu­tende Verbesserung in sich schließt, allseitige Anerkennung.

Ausland.

Vom Krieg.

Es scheint ein concentrisch-r Angriff der drei Türkenheere gegen Tirnova de- vorzustehen. Die Recognoszirung Osman Paschas bei Tucencia, welche die Russen am 14. blutig zurückwiesen, beweist, daß der Pascha den Gegner hur beschäftigen wollte, während Suleiman Pascha, durch den Hain Bughaz-Paß über den Elena-Balkan vorgehend, die Straße Sliwno- Lirnowa gewann. Suleiman Pascha hat Slatarica erreicht, einen Ort. der in gleicher Höhe mit Grabowa westlich dieser Stadt an der Straße Sliwno-Tirnowa liegt; gleichzeitig aber hat Mehemed Ali Pascha, der von Dschumaja über Osmanbazar gegen Tirnowa vorgedrungen, Kesrowa nach glücklichem Gefechte besetzt. Beide Paschas werden also Fühlung mit einander gewon­nen haben und gemeinsam gegen das russische Centrum operiren. Die Russen haben im Dreieck Seloi-Schipka-Tirnowa etwa 40,000 Mann, sollen aber in den letzten Tagen bedeutende Verstärkungen dorthin entsandt haben. Der Verlust der Balkanstraße wäre für sie das Aufgeden der letzten Frucht aller Opfer, die ihnen der Feldzug gekostet.

Die Mehrzahl der in den letzten Tagen eingegangenen Telegramme berichtet von vorbereitenden Ereignissen, wie solche naturgemäß den Entscheidungs­kämpfen vorangehen müssen. Mit Aus­nahme des am 16. seitens der Türken unternommenen, aber mißglückten Angriffs auf den Jankiöipaß hat ein ernsteres Enga­gement nicht stattgefunden. Von Bedeu­tung wäre die Nachricht, falls sie sich be­stätigen sollte, daß sich die Truppen Su­leiman Paschas mit den Mehemet Ali Paschas auf der Straße nach Tirnowa vereinigt hätten. Bisher liegt dafür nur eine gerüchtweise auflretende Mittheilung aus Konstantinopel vor.

Die Türken landen neue Truppen an der Küste der Dobrudscha. Bis jetzt aber halten die Russen Küstendsche noch besetzt und in Berichten von russischer Seite ist