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Miszellen.

Soll man sein Leben versichern und wv soll man es versichern?

(Fortsetzung.)

Zu diesen übermäßigen Kosten werden die be­treffenden Aktiengesellschaften besonders darum ver­führt, weil bei der Lebensversicherung im Gegen­satz zu andern Versicherungsbranchen von den Beiträgen der Versicherten bei den jüngeren Ge­sellschaften nur ra. der vierte Theil für den eigent­lichen Versicherungszweck zur Bestreitung der lau­fenden Sterbfallsummen gebraucht werden, wo­gegen etwa die Hälfte Vorauszahlung für eine spätere Zukunft ist, welche als Prämienrcserve (Deckungskapital) bis dahin aufzusparen ist, wo der Bedarf eintritt. Die ordnungsmäßige Berech­nung und Zurückstellung der Prämienrcserve ist aber der weitaus wichtigste Punkt und wenn diese Reserve durch unverhältnißmäßigen Verwaltungs­aufwand geschmälert wird, so wird der künftige Ruin der Anstalt unvermeidlich vorbereitet. Von englischen Gesellschaften wurde zuerst in dieser Weise darauf losgewirthschaftet, daher auch in den letzten Jahren viele Gesellschaften in England zu Grunde gingen und noch nicht lange her ist es, daß der englische Schatzkanzler Gladstone eine von ihm eingcbrachte und die größere Concentri- rung des Lebensversicherungswcsens in den Hän­den des Staats bezweckende Bill mit der Unzu­verlässigkeit und schlechten Verwaltung vieler eng­lischen Lebensversicherungs-Gesellschaften begrün­dete. Die Versuchung, die der Zukunft angehö- rigen Fonds schon in der Gegenwart zu verbrau­chen, um daraus Dividende für die Unternehmer (Aktionärs) und Tantieme für die Beamten zu verthcilen, läßt sich bei den Aktienunternehmungen nie vollständig überwinden, wogegen das Gegen- seitigkcitsprinzip bei der Lebensversicherung (in andern Branchen, wie z. B. bei der Hagelver­sicherung, verhält es sich damit iheilweise anders) allein die erforderlichen Garantien gegen die be- zeichneten Gefahren bietet. Die Verwaltung einer Gcgenseitigkeitsanüalt wird sich stets erinnern, daß sie wegen der Versicherten da ist und es sind ihr gar nicht die Mittel eingeräumt, auf Kosten jener einen Dritten zu gut kommenden Aufwand zu machen. Sie arbeitet für die größtmögliche Dividende der Versicherten (Banktheilhader), ohne

nach einer ungemessenen Ausdehnung zu streben. Solidität und Nachhaliigkeit sind die Grundlagen, auf welchen hier allein das Ziel erreicht wer­den kann.

Abgesehen von der auf der gegenseitigen Haft­barkeit ihrer Mitglieder beruhenden absoluten Sicherheit biete! eine Gegenseltigkeitsanstalt aber auch den Vorzug der wesentlich billigeren Prämien, sofern alle und jede (Überschüsse und Gewinne durch die Dividenden allen ihren Bankthcilhabern (Versicherten) wieder zu gut kommen.

(Fortsetzung folgt.)

Guano als Schutzmittel gegen den Erd­floh. Als Schutzmittel gegen den Erdfloh, wel­cher hauptsächlich auf Kohl- und Wcißrüben- Aeckern großen Schaden an den jungen Pflänzchen thut, soll von allen bisher angewandten Mitteln noch keines bessere Dienste geleistet- haben, als der ächte peruanische Guano, den man, sobald die Pflanzen aufgegangen waren und der Erdfloh sich zeigte, ausstreute. Nach diesem Verfahren wird demnach nicht nur der Erdfloh abgehalten, sondern die Pflänzchen wachsen auch um so ra­scher und krustiger heran, da ihnen durch den Guano auch zugleich eine angemessene Düngung lu Theil wird.

Die liebenswürdigen Franzosen müssen immer Jemand haben, den sie protegireu und für den sie sich cschoffiren, ein politisches Schmerzenkind, wie man's in vergangenen Jah­ren nannte. Dasmal sind die Dänen ihre Schmerzenskinder, weniger um ihrer eigenen Liebenswürdigkeit willen, als um Preußen zu ärgern und zu schaden. Die französische Kam­mer hat in ihrer Sitzung vom 22. Juni einstim­mig die strikte Ausführung des Prager Friedens zu Gunsten Dänemarks gefordert. Nordschles­wig soll den Dänen wiedergegeben werden.

Man weiß bald nicht mehr recht ob im Kirchenstaat die päpstliche Regierung oder die Banditen Meister sind. Die letzteren haben sich überall in der Campagne verbreitet und streifen bis in die nächste Nähe von Nom selbst. Der Respekt der Briganten vor der Sicherheitsmacht ist so groß, daß sie in Bracciano vier berittene Polizisten abfingen und dieselben mit deren eige­nen Handschellen fesselten.

Einladung zum Abonnement ans den Engthäler

für das dritte und vierte Quartal 1867.

Mit diesem Monat hat das zweite Halbjahr begonnen und sind Diejenigen, welche neue Be­stellung auf das dritte und vierte Quartal machen wollen, freundlich gebeten, ihre Bestellungen zeitig zu machen; Auswärtige wie gewöhnlich bei ihren Postämtern

Seit Errichtung der Landpost geschieht die Versendung des Enthälers im ganzen Oberamts­bezirke in gleicher Weise wie nach auswärts durch die Kgl. Postanstalt. Sämmtliche auswärtigen Leser wollen deßhalb ihre Bestellungen immer unmittelbar bei den Postämtern ihres Postbezirks, also: z. B. in Nenenbürg, Wildbad, Calmbach, Höfen und Herrenalb machen. Es können die Postboten solche Bestellungen auch mündlich an das Postamt bringen.

Der Preis des Blattes ist auch im entfernteren Bezirksorte 1 fl. 1 kr. halbjährig und 31 kr. vierteljährig.

Für Bekanntmachungen der verschiedensten Art ist der Enzthiiler sehr zweckdienlich; die erleichterte schnelle Versendung, wie die fortwährende Zunahme des Blattes sichern besten Erfolg und es kann mit vollem Rechte dem ferneren Wohlwollen der geehrten Leser empfohlen werden.

Me Kedaciion.

Redaktion, Druck und Verlag von Jak. Me eh in Neuenbürg.