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schaft des Matthäus Geyer allhier wird bis Freitag den 2?sien d. M. Nachmittags um 2 Uhr, ein 6jähri- geS Pferd, 2 Schweine, und L Rin» der an den Meistbietenden gegen baare Bezahlung verkauft, wozu die Kaufs» Lustige höflich einladet Den 22. Novbr. 1829.

Günther,

Stadt-Pfleger.

Nagold. sDienst - Antrags Ein Bedienter, welcher mit Pferden gut umzugehen weiß, reuten und fah­ren kann, auch sich mit glaubwürdi­gen Zeugnissen über gute Aufführung und Redlichkeit auszuweisen vermag, kann in Bälde einen Platz bekom« men. Wo? sagt auf portofreie An­frage

Ausgeber dieß.

Nagold. Ich mache hiermit emem verehrten Publikum die Anzei­ge, daß ich Silhouetten, auf Glas in Gold verfertige, die sich sowohl durch die sprechendste Aehnlichkeit, als durch Eleganz auszeichnen. Das Stück, ge­schmackvoll singerahmt, kostet 4 8 kr. DaS Sitzen dauert nur wenige Au­genblicke. Zu geneigtem Zuspruch -em­pfiehlt sich

G. Eberl, Schauspieler, derzeit in Nagold.

Kuppingen. Im hiesigen Pfarrhause werden Erdbirnen, Kraut, Angersen und Bodenkohlraben aus freier Hand verkauft.

Der Treue Leid und Sieg.

(Fortsetzung.)

So wie Volco's Sehnen mächtiger seine Brust beherrschte, war er eifriger bemüht, einen Schim­mer der Angebeteten zu erhaschen. Eines Ta­ges, wo er, seit der Morgenstern aufgegangcn, nach Minnelindens Fenster geblickt, sah er die Burg in des rosige» Morgens Licht erglühen, und einen zarten, goldncn Strahl wunderbar am Fenster erglänzen. Es war Minnelindc, die ihrer Nachtigall frisches Wasser gab, ihre Locken, wie aus Fäden vom reinsten Golde geschlungen, wallten um den weißen Hals, um die blenden­den Schultern hin, ihr leichtes, himmelblaues Gewand umficng knapp und zierlich den schlan­ken Leib. Mir dem Falkenauge der Liebe er­spähte Bolco, wie Stirn, Nacken und Arme leuchtender Schnee, die Wangen frische Rosen waren, und wie zart und anmurhiz bewegt die ganze Huldgestalt. So war ihm Adelheid im Bilde von des kunstreichen Johannes von Ma- pusc Hand erschienen, was in dieser schwindeln­den Höhe den Blick nicht erreichen konnte, das malte die Phantasie mit ihre» leuchtendsten Far­ben aus, und Minnelindcns Bild stand, bis in ben leisesten Zügen ansgcmalt, vor seinem in­tern Auge, als sie längst schon vom Fenster ver­schwunden, die des Lauschers Gegenwart nicht «umete. Bolco gab seine Waffcnübnngcn, die Jagd, die.Lust dir stolzen Rosse zu tummeln. Alles anf,^üm sich nur der sehnenden Liebe, die ihn ganz hingen ommcn, zu ergeben. Die schat­tige Eiche im Wicsenthal, von deren Stcinbank aus er Minnelindens Fenster entdecken konnte, war sein einziger Aufenthalt. Doch, wie das Verlange» in dem Maaße anwächst, als ihm mehr zugestandcn wird, so konnte Bolco nicht lange sich begnügen a» dem stillen Glücke, sei­ner Lage und Nächte Stern an Minnelindens Fenster strahlen zu sehen, und er sann auf Mit­tel» sich ihr zu nahen. Ihm bot sich bei dem furchtbaren Hasse, der die beiden Häuser auf «wig entzweite, kein anderes Mittel dar, als sich der Wachsamkeit seiner Umgebungen zu entzie­hen, und in fremdartiger Verkleidung durch Hclmholds Forst zu schweifen, wo er vielleicht Gelegenheit fände, Minnclinden näher zu erbli­cken. Der Aufall begünstigte seine Wünsche. Reinhold, sein innger Vetter, kam zurück von einer Reise »ach dem gelobten Lande, noch in seiner Pilgertracht, fern noch von der Hcimath. Bolco bot ihm gegen sein braunes Pilgerkleid mit Muschelhut und Stab eine Rüstung und ein treffliches Roß. Reinhold schlug ein, de» Handel wurde heimlich gehalten, und Bolco war im Besitz eines Gegenstandes seiner heißesten Wünsche. -Lrsschuf sich nun einen Plan, dessen