Nagolder Tagblatt „Der Gesellschafter'
Dienstag, den 4. Juni 1940
Z. Seite — Nr. 128
iNayold undAmgelnmy
„Man fordere Opfer und Mut, Tapferkeit, Treue, Glauben und Heroismus, und melden wird sich der Teil des Volkes, der diese Tugenden sein eigen nennt. Dies aber war zu allen Zeiten jener Faktor, der Geschichte machte."
Adolf Hitler.
1 . Juni: 1745 Schlacht bei Hohenfriedberg. — 1875 Mörike gestorben.
Dienstnachrichten
Dem Stadtpfarrverweser Erwin Raas in Creglingen (geb. von Nagold) wurde die Stadtpfarrei Rosenfeld Dek. Sulz, dem Vikar Gerhard Hanselmann in Plochingen die 2. Stadt- pfairstelle Bad Liebenzell übertragen.
Abschied von Anitsgevichtsrat Gisset
Gestern verlief; uns die Familie des als Oberamtsrichter nach Geislingen a. d. St. versetzten Amtsgerichtsrats Eifert. Er selbst ist unter den Waffen. Von Aalen kommend, war er seit 1933 Vorstand des hiesigen Amtsgerichts. In vorbildlicher Weise erledigte er seine Amtsgeschäfte und war stets der korrekte, verständnisvolle Richter. Zusätzlich hatte er das Entschuldungsamt und zwar nicht nur für den Kreis Nagold, sondern auch sür die Kreise Calw und Neuenbürg zu betreuen. Als neue Materie fiel während seiner Amtsführung in Nagold auch die aufgrund der Einführung des Erbhofgesetzes ins Leben gerufene Anerbengerichtsbarkeit an. Als gewiegter Jurist gelang es ihm, die manchmal schwierigen Streitfragen zu schlichten. Das Wohl der Allgemeinheit lag ihm zu jeder Zeit am Herzen. U. a. war er Untergruxpenführer des Reichsluftschutzbundes. Oberamts- i lichter Eifert, der ein geborener Künzelsauer ist, weilte gern in unserem schönen Nagold, und er scheidet schweren Herzens von hier. Aber die Pflicht ruft ihn auf einen ehrenvolleren Posten. Wir wünschen ihm und seiner Familie alles Gute im neuen Wirkungskreise!
Der Nachfolger des nunmehrigen Oberamtsrichters Eifert ist Amtsgerichtsrat Dr. Wezel. Unsere besten Wünsche begleiten ihn als Vorstand des Amtsgerichts Nagold.
Die Gvbtze dev einzelnen Gemeinden km fvÄhsvsn ^veis Älassld
Vergleiche mit ihrer Einwohnerzahl
Der frühere Kreis Nagold hatte zuletzt 35 Gemeinden und zwar nach der statistisch üblichen Einteilung 1 mit 5 000 bis 10000 Einwohnern, 1 3000 bis 5000, 4 1000 bis 2000, 11 mit M bis 1000 und schließlich 18 mit ugter 500.
Es dürfte nun einmal von Interesse sein, die Grötzenverhält- nisse der einzelnen Gemeinden mit ihrer Einwohnerzahl zu vergleichen. Ihrem Gebietsumfang nach die größte Gemeinde im früheren Kreis ist mit 2709 Hektar die ehemalige Oberamtsstadt Nagold (einschließlich Jselshausen) selbst, die mit ihren 5037 Einwohnern gleichzeitig auch die der Einwohnerzahl nach größte Gemeinde im früheren Kreis ist.
Zwischen 2000 und 1500 Hektar groß sind 2 Gemeinden, Hai- terbach mit 1844 Hektar und 1669 Einwohnern und Gült- lingen mit 1695 Hektar und 872 Einwohnern.
lieber ein Gebiet von 1600 bis 1000 Hektar verfügen immerhin schon 5 Gemeinden und zwar der Größe nach und je mit Einwohnerzahl in Klammern zunächst, mit sehr großem Abstand von den vorhergegangenen Gemeinden, Simmersfeld 1330 Hektar (nur 540) dann mit wiederum bedeutendem Abstand dicht zusammen Fünfbronn 1196 Hektars aber nur 242 Einwohner und damit die verhältnismäßig am dünnsten besiedelte Gemeinde im Kreis Nagold), Wildberg 1190 Hektar (1584) und Sulz 1189 Hektar (1896), während erheblich dahinter Egenhausen mit 1002 Hektar (821) hier den Schluß bildet.
Am meisten Gemeinden, 15, haben 1000 bis 500 Hektar Fläche, Walddorf mit 915 Hektar (760), Ueberberg mit 873 Hektar (nur 379), Bösingen mit 820 Hektar (489), dicht dahinter Schönbronn mit 817 Hektar (420), dann je fast gleich groß Rotfelden mit 786 Hektar (568) und Effringen mit 779 Hektar (729), sowie Spielberg mit 718 Hektar (590), und die Gemeinde Eb Hausen mit 713 Hektar (aber 1223 Einwohnern), Altensteig (einschließlich
diesseitige Kanalufer war allerdings von einer Heftigkeit, wie sie vielleicht nur noch am Kanal von Gent verspürt worden ist. Wären die Engländer nicht so kalt rechnende Taktiker — und in diesem Falle geht es ihnen wieder einmal um den rechtzeitigen Schiffsanschlutz —, man könnte glauben, das shoutländische Regiment würde versuchen, den stark ramponierten Coldatenruhm des Tommys ein wenig aufzubügeln, beim Abschied vom Kontinent... Aus Dachluken zumeist mußte wohl das Feuer stammen, das wir zuweilen hinter uns hörten. Stoßtrupps hatten stundenlang zu tun, um diese verborgenen Nester auszuforschen und unwirksam zu machen. Wir sind ritterlich genug, um ohne Zögern anzuerkennen, daß der Feind sich würdig geschlagen hat, allein wir verachten jenen Mangel an Fairneß, den der Engländer heute zeigte, als er unsere Sanitätssoldaten unter Feuer genommen hat.
Der Heftigkeit des Erdkampfes um den Küstenstreifen westlich Nieuport entsprach eine eben solche dramatische Auseinandersetzung in der Luft. Aufklärungstätigkeit und Luftbeschuß des Feindes waren sehr rege. Die noch stark mit Zivilbevölkerung gefüllte Stadt nahmen englische Bomber sich zum billigen Ziel, nachdem die feindlichen Jäger unsere Beobachtungen vergeblich angegriffen hatten. Den Luftraum kehrten die deutschen 2äger rein. Wir erlebten einen wechsslvollen Luftkampf über uns, hörten den Ton steil aufsteigender und wieder 'm Sturzflug fliegender Jäger, sahen, wie zwei deutsche Jäger einen Engländer in die Feuerzange nahmen, bis ihm der „rote Hahn" im Genick saß. Aber er blieb noch oben, zwei Minuten lang zog er die Flammenfahne hinter sich her, als könnte er ihr uach entfliehen. Dann neigte sich der Jagdeinsitzer plötzlich kopfüber, sauste mit voller Fallgeschwindigkeit in die Tiefe — eine Rauchwolke zeigt uns die Absturzstelle jenseits der Dächer. Wir stnden nur noch Trümmer vor. Der Motor steckt tief in der Erde.
Bis in den Abend hinein rauscht es über uns. Bald sind es Feindflieger, bald ziehen stolz und ruhig unsere Geschwader shre Bahnen nach dem Westen, obwohl der Himmel dicht betupft tzt mit Flaksprengwölkchen. Am Kanal aber ist ein Laufsteg gebaut, über den die Infanterie zur Verstärkung des Brückenkopfes kilt. >Die vorgeschobene Beobachtungsstelle wird dafür sorgen, ^aß zur rechten Zeit die Feuerglocke der überaus starken eigenen Batterien sich schirmend über die Infanterie senkt. Es wird mor- Len reiner Tisch gemacht da drüben.
Altensteig-Dorf) mit 645 Hektar (dagegen 3085 Einwohnern und damit die am dichtesten bevölkerte Gemeinde des Kreises), dicht gefolgt von Wart mit 641 Hektar (430) und Unter - talheim mit 635 Hektar (676), weiter mit ziemlich gleichen Abständen Ebershardt mit 590 Hektar (376), Berneck mit 570 Hektar (421), Emmingen mit 558 Hektar (659) und Obertalheim mit 548 Hektar (626).
An der Spitze der noch 12 Gemeinden mit unter 500 Hektar steht mit verhältnismäßig großem Abstand von der vorhergegangenen Grupve Oberschwandorf 495 Hektar (474), dem mit ziemlichen Abständen folgen Ettmannsweiler 441 Hektar (nur 249), Beuren, 404 Hektar (nur 135), Rohrdorf 392 Hektar (695) und Wenden 366 Hektar (nur 192). Dann kommt eine Reihe fast gleich großer Gemeinden, beginnend mit Gaugenwald 354 Hektar (nur 138), Schietingen 347 Hektar (271) fast gleich groß Mindersbach 346 Hektar (288), Garrweiler 342 Hektar (nur 135), und Beihingen 328 Hektar (337). Mit jeweils großen Abständen stehen dann hier am Schluß Pfrondorf 263 Hektar und fast genau so vielen Einwohnern (262) sowie als der Fläche nach kleinste Gemeinde unseres Kreises Unterschwandorf mit nur 225 Hektar, das mit 89 Einwohnern gleichzeitig auch der Einwohnerzahl nach kleinste Gemeinde ist.
Da im Durchschnitt des ganzen Großkreises Calw, zu dem der größte Teil der Gemeinden des früheren Oberamtsbezirks Nagold jetzt gehört, bei der letzten Volkszählung 101 Einwohner auf einen Quadratkilometer trafen und 149 im Landesdurchschnitt, läßt sich im einzelnen leicht feststellen, welche Gemeinden über bzw. unter diesem Durchschnitt stehen und wieviel.
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Am 8. und 9. Juni findet im ganzen Reich die alljährliche Stratzensammlung für das Jugendherbergswerk statt. Wenn diese Sammlung im Jahre 1940 trotz Krieg und Sommersammlung für das Kriegshilfswerk des Deutschen Roten Kreuzes dennoch vom Führer genehmigt wurde, so geschah dies in der Erkenntnis und Würdigung der Bedeutung und Leistung des Deutschen Jugendherbergswerkes nicht nur für den Frieden, sondern auch für den Krieg. Für den Frieden geschaffen, rm Kriege bewährt, so lautet die Parole, unter der die diesjährige Sammlung für das Jugendherbergswerk im Kriege steht. (nsk.)
Blinde« evbalte« Keisslocke«
Kinder bis zu 6 Jahren können von der am 3. Juni beginnenden neuen Zuteilungsperiode an bis auf weiteres auf die mit einem Kreuz gekennzeichneten Abschnitte ihrer Reichsbrotkarte je 125 Gramm Reisflocken erhalten. Auch auf die Abschnitte N 21 und N 22 der Nährmittelkarten für Kinder bis zu 6 Jahren können statt Kartoffelstärkemehl, Sago oder Puddingpulver je 25 Gramm Reisflocken wahlweise bezogen werden.
LNehv Kok Wv daS Aandwevk
Nach einer Anordnung der Reichsstelle für Holz (Hauptabteilung 3 ) dürfen Sperrholzwerke und -importeure mit Wirkung vom 1. Juni 1940 ab Sperrholzplatten an Handel und Verbraucher nur gegen Abgabe von Bedarfsbestätigungen ausliefern. Bei Lieferungen an den Handel ist eine Menge von 10 Prozent ohne Bedarfsbestätigung zur Deckung des örtlichen Kleinbedarfs, insbesondere des Handwerks, abzugeben. Den Verarbeitern von Sperrholz werden für den volkswirtschaftlich wichtigen Bedarf von dem zuständigen Forst- und Holzwirtschaftsamt die Bedarfsbestätigungen ausgestellt.
Aus Haiterbach
Sonntag früh traf die Nachricht ein, daß Eugen Seeger, Schreiner, gebürtig von Altensteig, gefallen ist. Man schrieb der jungen Frau des Gefallenen, welche am 30. Mai von »irrem gesunden Jungen entbunden wurde, daß ihr Mann bei den Kämpfen im Westen sein Leben opferte. Wie wichtig und ehrenvoll die Aufgabe war, nach deren Bewältigung er gefallen ist, geht daraus hervor, daß die beiden Kameraden, die mit ihm waren, mit dem EK. II. ausgezeichnet wurden. Opferbereit für Führer und Volk war Seeger stets. Die Heimat ist stolz auf ihren tapferen Sohn! Die junge Witwe ehrt sie durch herzliche Teilnahme.
Nachdem Fliegerfeldwebel Karl Helber bei der Legion Con- dor in Spanien mitgekämpft und für Tapferkeit die silberne und goldene Auszeichnung erhalten hatte, dann in Polen mit dem EK. II. ausgezeichnet worden war, erhielt nun seine Mutter die Nachricht, daß er vermißt sei. In einem Schreiben seiner Dienststelle wurde mitgeteilt, daß mit seiner Gefangennahme zu rechnen sei. Kameraden des gleichen Kampfosrbandes, die Truppenansammlungen im französischen Operationsgebiet erfolgreich angriffen, sahen nach Ausführung ihres Auftrags, wie das Flugzeug des Karl Helber schnell tiefer ging. Eine weitere Feststellung konnten sie nicht machen. Mit der Mutter, deren Mann im Weltkrieg gefallen ist, hoffen wir, daß ihr tapferer Sohn unversehrt in die Heimat zurückkehrt.
Ehrentafel des Alters
Wart. Am Sonntag feierte bei körperlichem Wohlbefinden und in geistiger Frische Frau Friederike Klöpfer geb. Dürr, gebürtig von hier, wohlbetreut in der Familie ihres Sohnes Eugen Klöp- fer in Vaihingen a. F., Hindenburgstraße 66, ihren 92. Geburtstag. Als Tochter des früheren langjährigen Schultheißen Philipp Dürr in Wart, der in zwei Amtsabschnitten (1837—1848 und 1856—1888) Ortsvorsteher der Gemeinde war, ist sie den älteren Wärtern noch wohl bekannt. Ihr Interesse gilt noch immer ihrer Heimatgemeinde Wart, welche sie noch vor zwei Jahren zur großen Freude ihrer dortigen Anverwandten wieder einmal besucht hat Die Glückwünsche vieler Wärter überbrachte Oberlehrer a. D. Dürr-Nagold. Auch wir gratulieren herzlich!
Ebhausen. Den 74. Geburtstag begeht heute Frau Marie Schüttle Witwe. Herzliche Glückwünsche!
Eisernes Kreuz I. Klasse
Engelsbrand. Für persönlichen Einsatz und besonders vorbildlichen Schneid bei den Kämpfen im Westen erhielt der Unteroffizier Hermann En gisch das Eiserne Kreuz I. Klaffe.
Günstiger Jahresabschluß der Kreissparkaffe
Horb. Das Anwachsen der Spareinlagen, das auch durch den Krieg nicht unterbrochen wurde, zeigt das Vertrauen unseres Volkes zur Staatsführung, zur Währung und zu den Sparkassen. Die Spareinlagen (einschl. Sulz) sind um 832471 RM.
auf 9 646 318 RM. angewachsen. Die Zahl der Sparkassenbücher hat sich um 674 auf 13 901 erhöht. Schulsparwesen wird in 38 Schulen gepflegt, die Zugänge einschl. der Heimsxarbüchsen weisen 16 033 RM. auf. Die Einlagen im Giroverkehr haben einen Zuwachs von 327 992 RM. zu verzeichnen. Am Giro- und Scheckverkehr nahmen 2501 Kunden teil, davon 1911 Guthabenkonten und 590 Schuldnerkonten. An Konto-Korrentkrediten, Hypotheken und Bürgschaftsdarlehen wurden 202 Fälle mit einem Gesamtbetrag von 492 000 RM. neu bewilligt. Darlehensrückzahlungen nehmen weiter zu. Von 686 Kunden werden Wertpapiere verwaltet, der An- und Verkauf von Wertpapieren in 362 Fällen mit einem Gesamtbetrag von 272 400 RM. vermittelt. Im Zusammenhang mit der Eeldflüssigkeit trat auch eine Erhöhung des Bestandes an eigenen Wertpapieren mit 892 225 RM. ein. Der nach größeren Abschreibungen auf Gebäude und Einrichtungen verbleibende Reingewinn beträgt 41634 RM. Der Jahresumsatz hat sich auf 62,6 Millionen erhöht.
„Die Hölle da drüben"
DNB. Stockholm, 4. Juni. In der „Daily Mail" schildert der bekannte englische Journalist Ward Price seine Eindrücke von der Ankunft des geschlagenen britischen Expeditionsheeres. Seine Beobachtungen enthüllen alle bisherigen Berichte, die die katastrophale Lage der englischen Truppen verschleiern sollten, als jämmerliche Lügen. Ward Price erklärt, daß die von ihm geschilderte« Tatsachen alles in den Schatten stellen, was bis jetzt in der Londoner Presse über die Flucht veröffentlicht worden ist
Mit zersetzten und zerrissenen Uniformen seien die englischen Soldaten an der belgischen Kanalküste angekommen. Sie waren so erschöpft, daß viele trotz der heftigen und dauernden Bombenangriffe in einen 48-stündigen ohnmachtsähnlichen Schlaf sielen. Es mußten Patrouillen eingesetzt werden, um die erschöpften Engländer zu wecken, wenn sich eine Gelegenheit zur Ueberfahrt bot. Hartnäckig, so berichtet Ward Price, hätten die deutschen Flieger die Schiffe bei ihrer Fahrt nach England verfolgt und mit Bomben und Maschinengewehrseuer belegt.
Völlig durcheinandergewiirfelt, mit gramdurchsurchten» zerstörten Gesichtern seien die englischen Soldaten angekommen. Mit Entsetzen hätten sie von der „Hölle" da drüben gesprochen und erschüttert erzählt, daß sie ihre Verwundeten in Belgien lassen mußten, weil diese nicht zu den englischen Schissen schwimmen konnten. Auch riesige Mengen britischen Kriegsmaterials sei in Flandern geblieben. Übrigens habe Lord Gort nach seiner Landung genau so müde und zerschlagen ausgesehen, wie die Soldaten.
Eine Krankenschwester erzählt in der „Daily Mail", sie habe englische Soldaten gesehen, die fünf Tage lang nichts gegessen hätten, so daß sie an der Küste nicht mehr die Kraft hatten, zu den rettenden Schiffen hinüberzuschwimmen. Die Flucht der englischen Truppen sei ein Bild eines völlig erschöpften und zusammengebrochenen Heeres gewesen.
Flamenfiihrer Crammeus verurteilt die Schandtaten der
Engländer und der verbrecherischen belgischen „Regierung"
DNB. Amsterdam, 4. Juni. Der Flamenfiihrer Crammens schildert in der niederländischen Presse seine Erlebnisse in Flandern, wo die Engländer bei ihrem Rückzug große Verwüstungen angerichtet hatten. Hunderte von Flamen wurden durch die frühere belgische Regierung gefangen gesetzt und unerhört behandelt. Das Los vieler hervorragender Flamen sei unbekannt, und man befürchtet, daß sie nach Frankreich verschleppt seien.
Die Flamen billigten die menschenfreundliche und mannhafte Haltung des König und betrachteten die geflüchtete Regierung als Verräter und Mörder. Flandern sei entrüstet über das Wegschaffen des Goldes durch die sogenannte Regierung.
Deutsche Behörden helfen holländischer Bevölkerung
DNB. Amsterdam, 4. Juni. ANP. meldet aus Utrecht, die deutschen Behörden zeigten viel Verständnis für die Schwierigkeiten der holländischen Bevölkerung im Erebbe-Eebiet. Die Deutschen hätten den dortigen holländischen Bauern für Felderbestellung u. a. 300 ihrer Pferde zur Verfügung gestellt.
Aktionskomitee „Pro Nizza und Savoyen" in Rom gegründet
DNB. Rom, 4. Juni. Die in Rom ansässigen Nizzaer und Savoyer haben in einer stark besuchten und von Begeisterung getragenen Versammlung ein Aktionskomitee „Pro Nizza und Savoyen" gegründet.
Meine AaGviGte«
England evakuiert oas Küstengebiet am Kanal. Mit
Hunderten von Sonderzügen ist am Sonntag im Küstengebiet des Aermel-Kanals und in der Gegend von Suffolk mit der Evakuierung der Kinder begonnen worden. Alle Transporte wurden in das Innere des Landes geleitet.
„President Noosevelt" auf der Rückfahrt. Nach einer Ha- vas-Meldung hat der Dampfer „President Noosevelt" den irischen Hafen Ealway am Sonntag abend mit den amerikanischen Heimkehrern an Bord verlassen.
llebungslager für Heckenschützen. Die infame Anordnung des britischen Kriegsministeriums zum planmäßigen Mord" an deutschen Soldaten wird auch von der finnischen Presse bestätigt. Wie „Kauppalethi" sich aus London berichten läßt, sind in den englischen Gefahrenzonen alle Arbeiter zur Per-' teidigung ihrer Fabriken gegen eventuelle Angriffe von; Fallschirmjägern mit Waffen ausgerüstet worden. In besonderen llebungslagern sollen die Heckenschützen im Gebrauch der Waffen ausgebildet werden.
Abschluß der deutsch-jugoslawischen Wirtschaftsbesprechungen. Die seit dem 7. Mai in Belgrad geführten Wirtschaftsbesprechungen der deutsch-jugoslawischen Regierungsausschüsse wurden am 30. Mai mit der Unterzeichnung eines Zusatzprotokolls zum deutsch-jugoslawischen Handelsvertrag und Perrechnungsabkommen abgeschlossen. Die Regierungsausschüsse haben auf dem Gebiet des Warenverkehrs die beiderseitigen Liefermöglichkeiten einer sorgfältigen Prüfung unterzogen und festgestellt, daß die Durchführung der. -im Vorjahr getroffenen Abmachungen auch für die Zukunft! gesichert ist. "" —
Bank von Griechenland nimmt keine Pfundnoten mehr
an. Die Bank von Griechenland nimmt ab Freitag keine englischen Pfundnoten und Pfundschecks mehr an. Auch diese Nachricht zeigt, wie alles das allmählich zusammenbricht, womit die englischen Plutokraten glaubten, ihre tyrannische Weltherrschaft für alle Zeiten aufrecht erhalten zu können.
Arbeitstagung der Veterinärdeamlen. Eine Arbeitstagung der leitenden Veterinärbeamten des Reiches wurden von Reichsminister Dr. Frick eröffnet.