Seite 2 Nr. 137

tal iür sich iorderl, Ln? Belgrader Regierung verlangt zwar nicht das Oberkommando, lehnt aber ein tschechisches Oberkommando mit dem Hinweis ans den Einfluß Howjet- rußlands in der Tschechoslowakei ab'. Süd- slawien weigert sich, den rumäuisch-tsche- chisch-sowjetrnssischen militärischen Verein­barungen beizutreten. Ans der Haltung, die die Vertreter der Belgrader Negierung in den Vorbesprechungen eingenommen hätten, geht deutlich hervor, daß in Belgrad leb­hafte Mißstimmung über die militärischen Vereinbarungen der Prager und B u k a r e st e r Ne­gierung mit Sowjetrußland herrscht. Einen Hauptpunkt der Verhand­lungen der Generalstabschefs wird die Ein­beziehung Südslawieus in die tschechisch­rumänisch-russische Militärvereinbaruug bil­den. Es hat sich aber bereits deutlich gezeigt, daß die militärische Einheit der Kleinen Entente im Ze r f a l l be­griffen i st.

Rudolf Seß ln Schlesien

, Breslau. 15. Juni.

Auf dem Gautag der Bewegung in Schlesien, der am Freitagabend in Breslau begann, sprach am Sonntag der Stellvertre­ter des Führers. Rudolf Heß.Wir Träger dieses Glaubens, wir Künder dieser geschieht- lichen Idee, wir Revolutionäre dieser neuen Weltanschauung", so führte Rudolf Heß aus, sind durchdrungen und überzeugt davon, daß dieser Glaube einen neuen Idealismus in unser deutsches Leben hineingetragen bat. Weil wir aber der durch nichts zu erschüt­ternden Ueberzeugung sind, eine gute und edle und über Jahrhunderte lebendige Nation zu vertreten, darum denken wir auch nicht daran, uns von irgenüwem und irgendeiner Institution dieser Welt in unsere Dinge Hin­einreden zu lassen. Wir sagen den politischen Führungen der Erde: Kümmert euch um eure eigenen Angelegenheiten und laßt das deut­sche Volk in Frieden arbeiten und seinen Weg gehen. Wir sind überzeugt, daß. wenn wir nach einem Leben der Arbeit für Glück. Frieden und Gerechtigkeit für unsere Mit­menschen vor dem Jenseits stehen, wir stolz sagen dürfen: Wir haben unsere Pflicht getan im Diesseits und in einem höheren Sinne.

Unsere große Aufgabe ist. ein kraftvolles, starkes Bollwerk der Kultur der wertvolle» Nassen zu sein gegenüber dem Bolschewis­mus, ein Bollwerk zu sein gegen das Wüh­len der niederen Instinkte einer schlechteren Nasse. Wir wollen nicht, daß zerstört wird, was anständig, großgläubig und edel in den Völkern steht und lebt. Wir haben unsere Aufgabe erkannt. Verteidiger des Schönen und Edlen, zu sein. Wir sind überzeugt, daß das Schicksal uns aus der Erkenntnis einer höheren Vernunft diese Ausgabe gegeben hat. Und wir sind fanatisch von dem Willen durch­drungen. für unser Volk und Land diese Aufgabe zu erfüllen."

Deutsche Arbetterkmlskraft größer!

Madrid, 15. Juni

' EinBerliner Brief" der Madrider ..Jn- sormaciones" hebt hervor, daß 1936 die durch den Winter bedingte Zahl der Arbeitslosen im Deutschen Reich schneller gesunken ist als 1935. Das ist ein unzweifelhaftes Zeichen sür den vom Nationalsozialismus in die Wege geleiteten wirtschaftlichen Ausstieg des Rei­ches. Der Grund für die ständige Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse ist auf die Belebung des Jnlandsmarktes und aufdie Negierung der Ordnung zurück­zu f ü h r e n, die eine freie Entwicklung der Wirtschaft gewährleistet und auf der Grund­lage der sozialen Gerechtigkeit alle zersetzen­den Ursachen ausschaltet. Es steht fest, daß die ständig steigende Kaufkraft der deutschen Bevölkerung grö­ßer ist als die der Arbeiterande, rer Länder.

jlmle Sam zahlt 2 Milliarden Dollar

Neuhork, 15. Juni

Am Montag begann die vor wenigen Monaten vom Kongreß über das Veto des Präsidenten Noosevelt verfügte Ausschüt­tung der Bonuszahlunqen an die ehemaligen Kriegsteilnehmer.

Seit Wochen haben Hunderte von Negie­rungsangestellten in Washington an den Vorbereitungen gearbeitet. Es waren große technische Schwierigkeiten zu bewältigen, denn noch nie bisher hat sich eine derartige Geldflut auf einmal über ein Land ergossen. Insgesamt 3 517 000 Veteranen erhalten ihre Dienstentschädigung voll ausgezahlt, obwohl dies «ursprünglich erst 1945 erfolgen sollte. L 617 514 Briefumschläge, enthaltend Bonus- »ertisikate und Schecks im Werte von 1,6 Milliarden Dollar, mußten vorbereitet wer­den, andere werden folgen, da noch nicht alle Veteranen Antrag auf Auszahlung ge­stellt haben. Wenn sämtliche Anträge er­ledigt sind, werden ungefähr 2 Milliarden Dollar zur Auszahlung gelangt sein. Die Zahlungen au eiineliu- BeUraneu schwanken zwischen 60 und 1500 Dollar, der Durch- schnitt stellt sich auf 550. 200 000 dieser Veteranen erhalten Arbeitslosenunterstüt­zung, aber der Veteranenverband ist so ein­flußreich, daß die Regierung es nicht wagen würde, angesichts der Bonusauszahlung die Arbeitslosenunterstützung herabzusetzen oder zu unterbrechen. Um die Postämter und Banken vor dem Riesenandrang zu schützen, wurden überall in den Kaserne» der Natio­nalgarde Schalter eröffnet, wo die Vetera­

Nagolder Tagblatt »Der Gesellschaster"

Dienstag, den 18. Juni M«

neu ihre Zertifikate eiulöseu können. Die Jnflationisten erhoffen von der plötzlichen Milliardeuauszahlung eine Belebung der Wirtschaft, was jedoch von der Regierung bezweifelt wird, da ein großer Teil des Gel­des wahrscheinlich in der Form von Spar­guthaben in die Banken wandert.

FremdentegionschütztVotttfrontsührer

Paris, 15. Juni.

Wie dem PariserTemps" aus Oran berichtet wird, kam esinSidibelAbbes bei Kundgebungen der Volksfront zu Zwi­schenfällen. Der Bürgermeister der Stadt hat zuerst den Umzug der Volksfront ver­boten. um Straßenunruhen zn vermeiden, der Präsekt jedoch hat auf Grund von Wei­sungen der Negierung den Umzug gestattet und hierfür Truppen Zur Verfügung gestellt. Trotzdem haben die Gegner der Volksfront gegen diesen Umzug Stellung genommen und sich der mitgeführten roten Fahnen zu be- mächtigen versucht. Nur mit großer Mühe und unter starkem militärischem Schutz hat der Umzug der Volksfront an seinen Bestim­mungsort gelangen und dabei lediglich die blau-weiß-roten Fahnen mitführen können. Bei den Zusammenstößen sind 45 Personen verletzt worden, darunter vier Polizeibeamte, ein Offizier und drei Soldaten der Fremden­legion. Auch die Auslagen der Geschäfte der Straßen, durch die sich der Umzug bewegte, sind in Mitleidenschaft gezogen worden. Zahl­reiche Gegenkundgeber hätten Ruse ausge­bracht:Nieder mit den Juden!" Zwei füh­rende Mitglieder der Volksfront haben den Schutz der Behörden beansprucht, und vor ihren Wohnungen steht nunmehr eine Wache der Fremdenlegion.

Warnung an BMvttMer

og. London, 15. Juni.

Die in Johannesburg (Südafrika) erscheinende ZeitungDer Deutschafrikaner" berichtet in Nummer 43, daß es im südafri­kanischen Parlament kürzlich zu einer schar­fen Aussprache gekommen ist. Abgeordnete der Nationalen Partei haben sich gegen die jüdischen Bohkotthetzer ausgesprochen. Der Abgeordnete Swart habe weiter gegen das Verbot von Versammlungen der antijüdi­schen Granhemdenbewegung Stellung ge­nommen. Will man gerecht sein und diese Maßnahmen von Verboten gelten lassen, dann hätte man auch Versammlungen ver­bieten müssen, die sich gegen Deutschland rich­teten und von Juden organisiert wurden. Aber davon ist keine Rede gewesen. Der Ab­geordnete van der M e r w e. so heißt es in dem Bericht weiter, hat geäußert, daß die Juden, die Südafrika ausbeuten, durch ihre Boykottbewegungen den südafrikanischen Markt schädigen. Er warnte die Juden, diese Bewegungen weiterzutreiben, es könne leicht geschehen, daß dann die Südafrikaner eine Bewegung gegen die Juden organisieren wür­den mit dem Erfolg, daß die Juden ihr Bün­del schnüren müssen und aus dem Lande gehen können.

ZMsMrschiiitt dmMRM

iürsie NeiedssieMersediile in Erlangen

Montag vormittag übergab Reichsleiter der DAF. Dr. Robert Ley die erste Reichs­siedlerschule in Erlangen ihrer Bestimmung, wobei er hervorhob, daß die nationalsozia­listische Revolution sich nicht in äußeren For­men und Dingen erschöpft hat; die NSDAP, hat es fertig gebracht, daß die Leute heute wieder Zusammenkommen und gegenseitig in der Hilfe, im wahren Sozialismus, zusam­menstehen. In zwei bis drei Jahren muß jeder Gau eine solche Siedlerschule haben. Der Nationalsozialismus überläßt von den gewaltigen Leistungen, die zu tun sind, nichts der Nachwelt, sondern legt schon jetzt die Fundamente auf allen Gebieten.

1>edrkurse kür Lrdgesanükeltsrlekker

Reichsjustizminister Dr. Gürtner hat die Vorsitzenden der Erbgesundheitsgerichts und der Erbgesundheitsobergerichte des gan­zen Reiches zu Arbeitstagungen vom 15. bis 17. Juni 1936 in Berlin und und vom 22. bis 24. Juni 1936 in München zusammen­berufen. Die Lehrkurse verfolgen den Zweck, die Erbgesundheitsrichter in die ihnen durch das Erbgesundheitsgesetz übertragenen Auf­gaben einzuführen und ihre Kenntnisse auf dem Gebiet der Verhütung erbkranken Nach­wuchses zu vertiefen. Erfahrene Sachkenner werden in eingehenden Vorträgen die ein­zelnen im Ehegesundheitsgesetz und in dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuch­ses gezeichneten Krankheiten behandeln. Die Berliner Lehrkurse eröffnete Staatssekretär Dr. Schlegelberger.

Kurzberichte vom Zage

Frankreich hat die Regierung der Ver. Staaten verständigt, daß es die am 15. Jnni fällige Kriegsschuldenrate wieder nicht be- zahlen wird.

Polizeilich geräumt wurden die Grube Antolin bei Penarroya in Spanien, in der 300 Arbeiter seit 16 Tagen streikten, und einige andere Gruben. Zwischenfälle haben sich nicht ereignet.

Nach dem Rücktritt der schwedi­schen Regierung, die marxistisch war, hat der König den Führer der Landwirte. Pehrsson, mit der Bildung eines Ministe­

riums der ziouzentrativn aus möglichst brei­ter Parlamentarischer Grundlage beauftragt. Pehrsson hat den Auftrag angenommen.

Gegen den Geh ei mb undZew" begann in Lissa (Posen) ein Prozeß gegen 49 Mitglieder der Polnischen Nationalpartei, die beschuldigt werden. Bombenanschläge verübt und den Sturz der gegenwärtigen polnischen Negierung angestrebt zu haben/

Ter Generalsekretär der türki­schen Vvlkspartei ist vom Staats­präsidenten Atatürk nach jahrelanger Miß­stimmung seines Postens enthoben worden. Das Sekretariat hat einstweilen der Mini­sterpräsident Jsmet Juonü übernommen.

Anscheinend in einem Ansall von Geistesgestörtheit hat sich ein französischer Nrbeitervertreter. der mit 26 anderen Arbeitnehmer- und Arbeitgeber­vertretern an den Schlichlunasverhandlungen bei dem Präfekten in Bordeaux teilnahm, plötzlich aus dem Fenster gestürzt und sich io das Leben genommen.

Württemberg

Ale Landeshauptstadt melde»

Am Samstag konnte Dr. med. Göhru m, ein gebürtiger Stuttgarter, seinen 7 5. Ge­burtstag begehen. Maßgebend war er an der Errichtung eines Homöopathischen Kran­kenhauses in Stuttgart beteiligt. Er wurde von dem Bundesleiter des Deutschen Bundes der Naturheilvereine zum Ehrenmitglied er­nannt.

Im Alter von 63 Jahren starb Verlags­buchhändler Gottfried S P e m a n n, der seit dem Jahre 1911 die Gesamtleitung des Ver­lags inne hatte, und zwar ein Jahr nach dem Tode seines Vaters Wilhelm Spemanu, des bekannten Begründers dieses angesehenen deutschen Verlagsunternehmens.

In voller Rüstigkeit feiert am heutigen Montag Professor i. R. Christian M auch in Stuttgart seinen 8 0. Geburtstag. Pro­fessor Manch war viele Jahre an der ehe­maligen Knospschen, jetzigen Städtischen Handelsschule als Geschichtslehrer tätig. Sei! über 10 Jahren lebt er im Ruhestand im Altersheim Park Berg.

Nie neue WSerg-Aussicht

Stuttgart, 15. Juni.

Aus vergangenen Sonntag luden die Orts­gruppe Stuttgart und der Gau Stuttgart des Schwäbischen A lbvereins ihre Mit­glieder zur Einweihung der neue n Aus- ! ichtsplatte vor dem 11 hlbergtur in und zu einem Wandertrefsen daselbst ein. Der Stuttgarter Ortsgruppenobmanu Direktor Fahrbach hielt eine Ansprache, die zugleich dem von 2500 Mitgliedern be­suchten Gauwandertrefsen galt. Darin be­grüßte er zunächst die Ortsgruppe des Tchwäb. Albvereins und die Gemeinde Bon­landen, vertreten durch Dr. med. Frey, so­dann den Ortsgrnppenleiter Kuhn der NSDAP. Bonlanden, den Oberfvrstrat Lohr m a u n, zugleich als Vertreter des Präsidenten Rau der Forstdirektion, Präsi­dent Dr. Honold als Vertreter der Neichs- bahndirektion, Paul Dinkelacker für den Deutschen und Oesterreichischen Alpenverein, Senatspräsident Dr. Cnho r st als Vertreter des Deutschen u. Oesterreichischen Alpenvereins, Studienrat Dr. R a u als Vertreter des Schwarzwaldvereins, Ortsgruppe Stuttgart, Forstmeister Rümelin als Vertreter des Verschönerungsvereins Stuttgart, weiter Präsident Dr. Bälz, sodann als Vertreter der Ortsgruppe Eßlingen Prof. Bührlen und Tübingens Bürgermeister a. D. H ä n ß- ler. Der Redner schilderte den Zustand um den llhlbergturm vor dem jetzigen Aus­bau und die neue Arbeit, an der viele Mit­glieder an freien Samstagen mit Pickel und Schaufel mitgearbeitet haben. Besonderen Dank erstattete der Redner den Forst- lind Gemeindebehörden, dem Turnwart Emil Karfreitag und all den sonstigen vielen Mit­arbeitern. Zum Schluß übergab der Obmann das neue Werk im Sinne der Gemeinnützig­keit der Oeffentlichkeit. Dr. Frey übernahm mit begeisterten Worten im Namen der Alb- Vereins-Ortsgruppe und Gemeinde Bonlan­den das neue Werk mit Dank und besten Wünschen. Der Dichter Hans Heinrich E h r- ler feierte den Uhlberg als die Mitte von Württemberg, unseres lieben Heimatlandes.

Seilbronns Wirtschaftsleben

Lehrreiche Vorträge der Verwaltungs­akademie

Heilbronn, 15. Juni. Die Württ. Verwal- tungsakademie Stuttgart machte am Sonn­tag den Versuch einer Studienfahrt hinaus ins Land. Als Ziel war Heilbronn ge­wählt. Im kleinen Stadtgartensaal hatten sich auch Heilbrunner eingefunden, namens deren OBM. Gültig die Stuttgarter herz­lich willkommen hieß. Staatssekretär Wald­mann kam in seinen Einführungsworten auf die Raumgestaltung zu sprechen, die auch die folgenden Vorträge weithin beherrschte. Staatssekretär Waldmann kündigte an, die­ser Frage demnächst eine besondere Tagung zu widmen.

Als erster Redner behandelte Professor Dr. Wunderlich- Stuttgart die geographische Lage von Heilbronn, wobei er als große Leitlinien die landschaftlichen Voraussetzun­

gen. Wohn- und Kulturgebiet, Wirtschaft?, raum und Verkehrsgebiet behandelte und das Neckarbecken als den Hauptlebensraum des ganzen württvmbergischen Landes heraushob. dessen Nordbecken das Heilbronner ist, das. was für die Neugestaltung des Reichs wesend lich ist, immer mehr nach Süden als nach Norden Anschluß gesucht hat. Aus dem fob genden Vortrag von Handelskammersyndikus Neutz entnahm man neben interessanten Einzelheiten über den Heilbronner Wirb 'chaftsaufbau die erfreuliche Mitteilung, daß der Erport Anzeichen zur Besserung zeige, auch im Handel eine Aufwärtsentwicklung 'estzustelleu sei und daß auch das Handwer! langsam, aber stetig wachse. Oberbaurat Tr, Seyfried, der Vorstand des Städt. Tief, bauamts, ließ in seinem Vortrag über Heil- bronn als Verkehrszentrum die etwas stief. mütterliche Behandlung Heilbronns deutlich erkennen. Auch er bestätigte als Hauptver­kehr den Nahverkehr mit Stuttgart. Aus all. gemein volkswirtschaftlichen Gründen sor- derte er die Ost-West-Verbindung der Reichs- autobahn über Heilbronn, worin er von Staatssekretär Waldmann unterstützt wurde, wie auch in der Forderung der Fortsetzung der Nord-Süd-Autobahn über Tübingen Waldshut nach der Schweiz.

Nach einem kurzen Vortrag von Lber- studieudirektor Geiger über Heilbronn als Kulturzentrum verbreitete sich OBM. Gül.

! i g ausführlich über die Organisation und die Aufgaben der Stadt Heilbronn. Ein- gehend befaßte er sich mit dein ueuenHa- fen, dessen Ausgaben für die Stadt nur 600 000 NM. betragen. Ter Verkehr habe sich wider Erwarten günstig entwickelt; kg wurden im Mai !936 (ohne Salz- und alte Häfen) im neuen Hafen 42 500 Tonnen um- geschlagen, was um so stärker ins Gewicht fällt, als es sich hauptsächlich um hochwer- tige und Stückgüter handelt, während Kohle bisher nur in geringem Umfang anfiel, weil hierfür unverständlicherweise Heilbronu noch immer die den übrigen Häfen zugestandeuen Ausnahmetarife verweigert und auch noch die vollen Kanalgebühren gefordert werden. Zusammenfallend konnte Staatssekretär Waldmann den Versuch der Fahrt als gelungen bezeichnen io daß er wiederholt wird: als nächstes Ziel wurde G m ü n d ge­nannt. Mittags fand eine Rundfahrt durch die Stadt nnt dem Wartberg als Ziel statt.

Schweres Unwetter Na Hall

ktigenberickt 6er X 8. - ? r e s s s

Schwab. Hall, 15. Juni. Ueber unsere Stadt ging am Sonntag nachmittag ein Wolkenbruch nieder, wie er in diesem Ausmaße schon lange nicht mehr beobachtet worden ist. Gegen 3 Uhr brach das Unwetter los. Ein überaus starkes Gewitter entlud sich und ein Wolkenbruch fetzte im Augenblick die ganze Stadt buchstäblich unter Wasser. Durch die Straßen schoß das Wasser zum Teil einen halben Meter hoch, Steine, Geröll, Schmutz und Schlamm mit sich führend. Von den Höhen ergossen sich braungelbe Wafsermassen, oft in einer Stärke von 2 Meter Breite und 1,50 Meter Tiefe.

Am schlimmsten hat das Hochwasser in der Brüdergasse gehaust. Das alte Pflaster dieser engen Verbindungsgasse wurde voll­ständig äufge rissen, der Untergrund wurde ebenfalls weggerissen, so daß die Fassungen der Senkschächte zum Teil einen halben Meter tief sreigelegt wurden. Das Wasser führte alle Pflastersteine, sowie den erdigen Untergrund mit sich. In der Mauer­straße, die ebenfalls 50 bis 60 Zentimeter unter Hochwasser stand, lagerten sich dann die Steine und der Schlamm in hohen Schichten, ab.

Die Häuser entlang der Mauerstraße stan­den alle unter Wasser. Die Weckerlinie mußte ausrücken, um die Keller auszupum­pen. In der WirtschaftZum Straußen" wurde durch den unterirdisch durch das Haus fließenden Heimbach, der naturgemäß ebenfalls zu einem reißenden Strom an­schwoll, der Plattenboden der Waschküche aufgeweicht. Riesige Steinplatten wurden von der Wucht des Wassers em­porgehoben und aufeinander- getürmt. Im Keller schwammen Fässer, Kübel und sonstige Einrichtungsgegenstände durcheinander.

Ein Schauspiel von gigantischer Größe bot der Wassersturz am sogenanntenHohlen Stein". Einem Wasserfall gleich ergoß sich die Flut von der Tulauer Höhe in den Kocher. Auch die neue Verbindungs­straße zwischen der Stuttgarter und de« Gaildorfer Straße hat durch das Hochwasser gelitten. Verschiedene Stellen wurden aus­gerissen und die Straße mußte gesperrt wer­den. Nun ist sie dem Verkehr wieder frei­gegeben worden.

Vom schleudernden Auto erdrückt

LNzenberickt 6sr X 8.-Presse

Aalen, 16. Juni. Am Lauchhof bei Aalen geriet auf der regennassen Straße Aalen Gmünd am Sonntag abend ein Kraftwage« ins Schleudern und erfaßte zwei ihm ent­gegenkommende Radfahrerinnen, die beide in den linken Straßengraben geschleudert wur­den. Der gleichfalls in den Graben fahrende Wagen verletzte eine der beiden Frauen so schwer, daß sie nach Einlieserung in das Krankenhaus in der Nacht von Sonntag auf Montag ihren Verletzungen erlag. Die Ver­letzungen der anderen Radfahrerin waren nur leichterer Art.