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Nagolder TagblattDer Gesellschafter'

Dienstag, den 17. September igzz

unter den Klängen der Musikkapelle, die auch Mährend des ganzen Nachmittags konzertierte, in geschloffenem Zug marschiert war. Dort zeig­ten die aktiven Turner und die Schülerriege, was sie im Laufe des Jahres an den Geräten und in den gymnastischen Hebungen gelernt hatten. Die sehr guten Leistungen wurden mit großem Beifall belohnt. Auch eine Riege des Turnvereins Ebhausen, die hier zu Gaste weilte, beteiligte sich an den Vorführungen und zeigte in einer besonderen Ilebung gute Körperschule. Faustballspiele und lustige Einlagen sorgten für Humor. Die ganze Veranstaltung darf als eine wohlgelungene Werbeaktion für den Sport be­zeichnet werden.

3V Prozent Hagelschaden

Oberjettingen. Die am 3. Sept. entstandenen Hagelschäden an Hopfen wurden letzter Tage von der Norddeutschen Hagelversicherungsgesell­schaft bis zu 30 Prozent reguliert.

8V Jahre Kriegerkameradschaft

Bad Liebenzell. Immer näher rückt der 22. September, der Tag. an dem die Kriegerkame­radschaft Bad Liebenzell ihr SOjähriges Beste­hen feiert. Aus 6 Kreisverbänden, darunter auch Nagold, haben sich Kameradschaften mit einer ansehnlichen Zahl von Mitgliedern zu dieser Feier angemeldet. Die Kriegerkameradschaft, sowie die ganze Gemeinde sind bereits seit län­gerem mit den Vorbereitungen für das in gro­ßem Rahmen geplante Fest beschäftigt.

50ÜÜÜ Kerzen

Wildbad. Di» großen Enzanlagenbeleuchtun- gen haben einen Ruf. der über die Grenzen Deutschlands hinausreicht. Was aber kaum je richtig geschätzt wird, ist die Zahl der brennen­den Kerzen. Also wollen wir es jetzt einmal verraten: Bei der letzten großen Enzanlagen- beleuchtung haben 50 000 Kerzen gebrannt!

Warnung an die Plakatabreißer!

Horb. Wie wir seinerzeit mitgeteilt haben, wurden vor einem Monat im Bezirk Horb meh­rere amtliche Plakate abgerissen und unten Ge­nannte als Täter ermittelt. In der Gerichts­verhandlung wurden nun verurteilt. Ida Dre­her von Horb zu 14 Tagen Gefängnis, Eduard Singer, Mesner von Erünmettstetten, zu 200 Mark Geldstrafe, ersatzweise 1 Monat Ge­fängnis.

Letzte Nachrichtev

Drei Zote bet Verkekrsmiglück

Köln, 16. September.

Don einem schweren Berkehrsunglück, bei dem drei Personen zu Tode kamen, wird aus Altenkirchen berichtet. Auf der Straße zwi­schen Altenkirchen und Puderbach wollte am Samstagnachmittag ein Motorradfahrer zwei Radfahrer überholen, als tm gleichen Augenblick aus einer Seitenstraße ein Kraft­wagen herankam und den Motorradfahrer, sowie die beiden Radfahrer erfaßte. Sämt­liche Angefahrenen, zwei Männer und ein Mädchen, wurden so schwer verletzt, daß sie bald darauf starben. Die Schuldfrage be­darf noch der Klärung.

Lok-Mrer wahrend der Führt wahnsinnig geworden

Warschau, 16. September.

In der Nähe von Stanislau wurde ein Lokomotivführer während der Fahrt wahnsinnig. Er ließ den Zug mit immer höherer Geschwindigkeit ohne Beachtung der Signale durch eine Haltestelle Hindurchrasen. Glücklicherweise konnte der Heizer den Loko­motivführer überwältigen und solange festhalten. bis er den Zug zum Stehen gebraäst hatte.

Die Gattin des Staatssekretärs Grauert verunglückt

Hildesheim. Bei einem Zusammenstoß zweier Personenkraftwagen am Montag Abend in der Ortschaft Hasede ist die Gattin des Staats­sekretärs Grauert aus dem Innenministerium schwer verletzt worden. Frau Grauert befand sich mit ihrem Bruder, der den Wagen steuerte, aus der Heimfahrt von Köln nach Berlin. Der Chauffeur saß hinten im Wagen. Bei dem schwe­ren Zusammenstoß hat die Gattin des Staats­sekretärs Grauert einen schweren Schädelbruch erlitten. Der Chauffeur wurde durch die Wind­schutzscheibe geschleudert und ihm wurde hierbei die Kopfhaut bis zur Kopsmitte ausgeschnitten. Der Bruder der Frau Grauert wurde nur leicht verletzt, ebenso der Wagenführer des anderen Kraftwagens. Die beiden Schwervereletzten wur­den dem Stadt. Krankenhaus zu Hildesheim zugefiihrt.

RSHmschinen fliegen durch die Lust

Windhose rast über Bielefeld / 4VV Zent­ner schweres Dach weggesegt.

Bielefeld, 16. September.

In der zehnten Abendstunde des Sonntag wurde Bielefeld von einem gewal­tigen Sturm überrascht, der auf seinem Wege über das Stadtgebiet an den Häusern und in den Baumbeständen beträchtlichen Schaden anrichtete. Besonders umfangreich waren die Verheerungen durch eine Wind­hose auf dem Grundstück einer Wäschefirma in der Herforder Straße. Hier wurde ein Satteldach aus Pappelin im Ausmaß von etwa 400 Quadratmeter Fläche aufge­rollt und ein beträchtliches Stück weit ge­tragen. Von der Gewalt des Sturmes kann man sich etwa eine Vorstellung machen, wenn man bedenkt, daß das Gewicht dieser Dach­fläche ungefähr 4 0 0 Zentner beträgt. Die das Dach stützenden Balken wurden zum Teil bis 40 Meter weit geschleudert. Die schweren Balken der Dachkonstruktion zer­brachen wie Streichhölzer. Auch Reserve- Nähmaschinen, die in dem Raum unterhalb des bloßgelegten Daches aufbe­wahrt wurden, trug der Sturmwind davon. Sie gruben sich beim Aufprall förmlich in die Erde ein. 200 000 Meter Stoff in dem Vorratslager des Gebäudes, die durch den starken Regen etwas gelitten haben, konnten von der Feuerlöschpolizei in Sicherheit ge- bracht werde

ZeMövstMamilieimMrl

Essen, 16. September.

Am Sonnabend wurde in Oberhausen nach der Familie des Steinsetzers Eichas ärztliche Hilfe gerufen, weil sich bei den Familienmitgliedern Vergiftungser- fcheinungen zeigten. Ein 13jähriges Mädchen, ein 15jähriger Junge und ein öjähriges Mädchen starben schon nach wenigen Stunden. Die Mutter erlag in der Nacht zum Montag der Vergiftung, während ein 8jähriges Mädchen am Montag mittag starb. Auch bei dem letzten Kind, einem drei­jährigen Mädchen, besteht keine Hoffnung, es dem Leben zu erhalten. Die Art der Ver­giftung steht noch nicht genau fest.

IIINIIIUUIIIIUIMIIMNIUMlIIIIlUMIIIIllMNIMMMMUlNIIMMiMMIMlIlM»!

Schützet die Zugtiere Nehmet Vorspann!

Klare BerhällnW zwischen den Deutschen un- dem MWen Nelke

Berlin, 16. September.

Im Deutschen Dienst schreibt der Haupt­schriftleiter des Deutschen Nachrichtenbüros. Alfred Jngemar Berndt, zu den neuen Reichstagsgesetzen u. a. noch:

Die vom Reichstag auf dem Parteitag der Freiheit verabschiedeten neuen Gesetze, und zwar sowohl das Reichsbürger, gesetz als auch das Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre schaffen nach Jahren des Kampfes zwischen Deutschtum und Judentum ganz klare Ver­hältnisse. Es ist dadurch unmißverständlich zum Ausdruck gebracht, daß das deutsche Volk gegen den Juden, solange er ein Auge- höriger des jüdischen Volkes sein will und danach handelt, nichts einzuwenden hat. daß es aber andererseits ablehnt. den Juden als deutschen Volksgenossen anzu- sehen und ihm die gleichen Rechte und Pflichten wie den Deutschen zuzuerkennen.

Soeben tagte in der Schweiz der Inter­nationale Zionistenkongreß, ein Kongreß, aus dem ebenfalls in aller Deutlichkeit mit dem Gerede ein Ende gemacht wurde, als handele es sich beim Judentum nur um eine Religion. Die Redner auf dem Zionistenkongreß haben festgestellt, daß die Juden ein eigenes Volk sind und die völkischen Ansprüche des Judentums erneut angemeldet. Deutschland habe nur die praktischen Folgerungen daraus gezogen und kommt den Forderungen des Internationalen Zionistenkongreffes entgegen wenn es heute die in Deutschland leben- den Juden zur nationalen Min. derheitmacht. Dadurch, daß das Juden­tum zu einer nationalen Minderheit gestern- Pelt wird, ist es überhaupt wieder möglich, normale Beziehungen zwischen Deutschtum und Judentum herzustellen.

Die jüdische Minderheit in Deutschland er­hält durch die neuen Gesetze ihr eigenes Kulturleben, ein eigenes völkisches Leben. Sie kann sich eigene Schulen, eigene Theater, eigene Sportverbände schaffen, kurzum, aus allen Gebieten des völkischen Lebens sich ihre Zukunft selbst gestalten. Zum anderen aber ist es selbstverständlich, daß jede Einmischung in die völkischen Belange der deutschen Nation von nun an für alle Zukunft unterbleiben muß. Das deutsche Volk ist überzeugt davon, daß es mit diesen Gesetzen eine auch für das Judentum in Deutschland selbst heilsame und nützliche Tat voll­bracht hat. Wenn Deutschland der jüdi­schen Minderheit Gelegenheit gibt, sich selbst zu leben und diesem Eigenleben der jüdischen Minderheit den staatlichen Schutz ge­währt. fördert es die Volkwerdung des Judentums und trägt dazu bei. das Verhältnis zwischen den beiden Nationen wieder erträglicher zu gestalten.

Aus Wer See versKvlleu

London, 15. September.

Das neue englische MotorschiffJoseph Medill", das für den Verkehr auf den kana­dischen Seen bestimmt war, ist seit Antritt seiner Jungfernfahrt von England nach Kanada verschwunden. Bisher ist das Schiff in Kanada noch nicht eingetroffen und niemand weiß, wo es ist. In Kanada befürchtet man, daß dieJoseph Medill" während der schweren Stürme am 27. August verloren gegangen ist. Ein kana­discher Kreuzer ist an der Küste von Labra­

dor aus die Suche nach dem Schiff geschickt worden. Gerüchte, daß das Schiff infolge internationaler Verwicklungen" verschwun­den sei, werden von englischer Seite demen­tiert. Die Besatzung betrug 16 Mann, unter denen sich demSanday Dispatch" zufolge ein Deutscher namens Hans Müller aus Augsburg befunden haben soll, der als stellvertretender Ingenieur angestellt war.

Sanbel

Eisenmöbelfabrik Lämmle AG. Stuttgart- Zuffenhausen. Das Berichtsjahr schließt nach Abschreibungen von rund 900 (rund 12 000) RM. mit einem Verlust von 10 032 RM., während das Vorjahr einen Reinge­winn von 9088 RM. brachte. In der Bilanz stellen sich bei einem Anlagevermögen von 0.187 (0,192) Millionen RM. das Umlaufs- vermögen auf 0,29 (0,275) NM. und die Verbindlichkeiten auf 0,156 (0,13) Millionen Reichsmark.

Hopfenbericht aus dem Rottenburger An­baugebiet. Rottenburg: Die Hopfen­ernte geht in einigen Tagen ihrem Ende entgegen. Verkäufe wurden abgeschlossen im Preis von 200210 RM. Seebronn: In den letzten Tagen wurden ungefähr 100 Ballen zu 190210 RM. verkauft. Eutin­gen: Die Hopfenernte ist hier allgemein beendet. Der Verkaufspreis bewegt sich zwi­schen 180200 NM. Vollmaringen: Hier wurden die ersten Hopfen verkauft zu 188205 RM. Tie Ernte ist beendet. KuPPingen: Verkauft wurden 110 Ballen in der Preislage von 180200 RM. Mötzingen: 55 Ztr. Hopfen in der Preislage zwischen 175180 RM. verkauft.

Unterjettingen

Die Hopfenernte geht ihrem Ende entgegen. Die Qualität ist vorzüglich, da durch das mehr­fache Spritzen grüne Ware erzeugt wurde. Mit einigen Ausnahmen haben von 130 Erzeugern bis auf einen alle verkauft und 200 Mark pro Zentner gelöst. Im Ganzen schätzt man etwa 400 Zentner.

Viehmärkte. Gschwend: Kühe 220 bis 540. Kalbeln 280520 RM. Ravens- bürg: trächt. Kühe 300450, hochtr. Kal­beln 360380. Anstellrinder 150250 RM.

Schweinemärkte. Herrenberg: Milch­schweine 1930, Läufer 3752 RM. Kirchheim u. T.: Milchschweine 2533, Läufer 4566 RM. Ravensburg: Ferkel 1826 RM. Saulgau: Fer- kel 2430 RM.

Voraussichtliche Witterung für Mittwoch und Donnerstag: Unbeständig und zu kurze» Störungen geneigt, zeitweilig ausheiternd.

Gestorbene: Eugen Schnüffele, Kfm., Calws Jakob Walz. 87 I., (obere Mühle) Stamm­heim / Franziska Bacher, geb. Holl. 7.2 I., Horb / Andreas Hirschmann, Sägewerks­besitzer, 63 I., Hallwangen.

Verlag: Der Gesellschafter G. m. b. H., Nagold. Druck: Buchdruckerei E. W. Zaiser (Inhaber Karl Zaiser). Nagold. Hauptschriftleiter und verantwortlich für den gesamten Inhalt einschl. der Anzeigen: Hermann Götz. Nagold D. A. VlII. SS: 2503 Zur Zeit ist Preisliste Nr. 5 gültig

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Walddorf. 16. September 1935.

Danksagung

Für die vielen Beweise herzlicher Lrebe und Teilnahme, die wir während der langen Krank­heit und beim Hinscheiden unseres lieben On­kels und Bruders

Mm Georg Kirn

erfahren durften, sowie für den erhebenden Ge sang des Kirchenchors und den ehrenden Nachruf des Militärvereins, sowie für die zahlreiche Be gleitung zur letzten Ruhestätte von hier und auswärts sagen herzlichen Dank. 2189

Die trauernden Hinterbliebenen.