Dienstag, den 15. Dezember 1931.
Nr. 293
Nagolder Tagblatt »Der Gesellschafter"
Trimmen, Wilhelm Kläger. Schneider 132 Stimmen. M weitere 63 Namen sielen je 1 bis zu 15 Stimmen.
Hochdorf, 14. Dez. Gewählt wurden Jonathan Katz. Mrgerpartei) Wagnermeister . Will». Oechsle (SPDZ Meiner, Otto Heizmann (NSDAP.) Brauereibesitzer, gottlob Walz (Bürgerpartei) Maurer, Paul Raufer (Lauernd.) Landwirt.
Dörzbach, 14. Dez. Nationalsozialisten in Gemeinschaft mit Bauernbund 4 Sitze, Gewerbeverein 2 Sitze.
Lulz a. N., 14. Dez. Rote Einheitsliste 1 Sitz, Nationale Opposition 4 Sitze, Gewerbe und Landwirtschaft 2 -isst.
Felldors, 14. Dez. Wohnhaus und Scheuer abgebrannt. Zn dem Wohngebäude des Karl Findling, Postboten a. D. hier, brach heute nacht gegen 4 Uhr ein Brand aus. Als die Feuerwehr auf dem Brandplatz erschien, itand das Eebäude schon in Hellen Flammen. Gerettet konnte nichts werden. In der Hauptsache hatte die Feuerwehr die enganliegenden Nebenbauten zu schützen. Ueber die Entste- lningc-ursache ist nichts bekannt.
Letzte Nachrichten
Hochschulstreik in Braunschweig.
Braunschmeig. 15. Dez. Der Ausschuß der Vraunschwei- ger Studentenschaft beschloß gestern einen zweitägigen Hochschulstreik. Und zwar habe — wie es in einem Rundschreiben der Studentenschaft heißt, — der bulgarische Student Stojanoff die Ehre des deutschen Volkes auf das schwerste verletzt, indem er die deutschen Studentinnen als Dienstmädchen bezeichnet habe und gegen den Vorsitzenden der Lraunschweiger Studentenschaft ein ganz sein National- gefühl kränkendes Schimpfwort gebraucht habe. Rektor und Zenat hätten Stojanoff nur wegen der ersten Aeußerung mit einem Verweis bestraft, dagegen nicht die Beleidigung gegen den Studentenvertreter geahndet. Da der Rektor in einem Schreiben den Protest der Studentenschaft gegen die angeblich einseitige Untersuchung des Vorfalles aus das schärfste mißbilligt habe, werde die Studentenschaft nunmehr den Hochschulstreik am Dienstag und Mittwoch durch- iiihren.
Fürst Starhemberg droht mit Revolution der Heimwehren
Wien, 15. Dez. Im Rahmen der von der Heimwehrleitung angekündigten großen Aktion fand gestern hier eine von mehreren tausend Personen besuchte Versammlung des Heimatschußes statt, die einen vollkommen ruhigen Verlauf nahm. Nachdem der Führer der Wiener Heimwehr und der Tiroler Landesführer gesprochen hatten, erklärte Bundesführer Starhemberg: Wir stehen jetzt auf dem Standpunkt, daß der Heimatschutz Revolution machen soll, die notwendig ist, denn wir wollen beseitigen, was uns an der Rettung des Volkes hindert. Wir sind fest entschlossen, das ganze System restlos zu beseitigen. An die Stelle Ser Pseudodemokratie soll die Diktatur des Heimatschutzss treten. Zum Schluß erklärte Starhemberg, daß sich die Heimwehr bei dem entscheidenden Schlag von niemand iühren lassen werde, insbesondere nicht von den Nationalsozialisten, die, wie er sagte, uns hindern wollen, indem sie eine Lösung im heutigen Oesterreich für unmöglich erklären. Wir können aber nicht warten, bis in Deutschland eine „nationale Regierung" kommt. Dazu haben wir keine Zeit.
Die erste Hinrichtung einer Frau in der Türkei.
Konstantinopel, 15. Dez. Zum ersten Mal in der Geschichte der Türkei ist heute eine Frau wegen Mordes öffentlich hingerichtet worden. Fatma Hanum, eine Eingeborene aus Sparta, einer Stadt in der Nähe von Smyrna, im Alter von 40 Jahren ist schuldig befunden worden, eine andere Frau mit einer Axt getötet zu haben, um deren
Gatten zu heiraten. Sie nahm ihren Tod mit stoischem Gleichmut entgegen. In weiß gekleidet, wie alle zum Tode Verurteilten in der Türkei, sprach sie zuerst das Gebet des Koran für solche Gelegenheiten, bestieg dann festen Schrittes den Galgen und legte sich selbst die Schlinge um den Hals. Tausende Menschen aus der Umgebung waren herbeigeeilt, um der Hinrichtung zuzusehen.
Haussuchung bei dem Gesandten z. D. v. Reichenau. Auf Schloß Rotenberg bei Wiesloch (Baden), das dem der Na- tionalsozialistischen Bewegung nahestehenden Gesandten z. D. v. Reichenau gehört, wurde am Sonntag nachmittag eine Haussuchung durch die Schutzpolizei vorgenommen, während auf dem Schloß eine Besprechung stattfand, an der Herren und Damen verschiedener Parteirichtungen und auch Personen ohne ausgesprochen politische Richtung teilnahmen- Der Gesandte und seine Frau wurden polizeilich verhört und ein Teil des Vorgefundenen schriftlichen Materials beschlagnahmt.
Wie T.-U. meldet, sind auch Privatbriefe des Reichspräsidenten v. Hindenburg und Adolf Hitlers an Exzellenz v. Reichenau beschlagnahmt und die anwesenden Gäste körperlich durchsucht worden. Herr v. Reichenau und bis übrigen Mitglieder der Gesellschaft werden gegen das Vorgehen der Polizei an zuständiger Stelle Beschwerde erheben und sich nötigenfalls an den Reichspräsidenten wenden.
Das Verfommlungsverbok der „Vierten". Der „Völkische Beobachter" München teilt mit, daß durch den Weihnachtsburgfrieden der „Vierten/' (Notverordnung) rund 6000 bereits angesetzte nationalsozialistische Versammlungen verhindert worden seien. Dafür seien 40 000 Neuanmeldungen zur Partei erfolgt, nachdem bereits im November 33 000 Neuaufnahmen vollzogen worden seien. Für den Monat Januar müsse eine Mitgliedersperre angeordnet werden.
Die verbotene Rundfunkrede Hitlers an Amerika ist den Berliner Berichterstattern der englischen und amerikanischen Presse zur Weiterleltung an ihre Blätter übergeben worden.
„Es stinkt zum Himmel"
Vom Sklarek-Prozcß. Mit der Sitzung des Skiarek- Prozesses am Montag hat der dritte Berhandiungsmonat dieses Prozesses begonnen. In den vergangenen zwei Monaten ist. obwohl über 60 Zeugen vernommen wurden, der erste Teil der Anklage, der von den Lieferungsverträaen der Firma Sklarek mit der Stadt Berlin und von. den Zuwendungen an die Angeklagten handelt, noch nicht zu Ende gebracht worden. Lis zur Inangriffnahme des zweiten Teils der Anklage, der die Stadibankgsschichte behandelt, werden vielmehr noch einige Verhandiungstage vergehen. Der Vorsitzende mochte die Mitteilung, daß der Verteidiger des Angeklagten Degener, Rechtsanwalt Cohn, am Sonntag plötzlich gestorben ist. Cohn hatte sich einer Zahnoperation unterziehen müssen, zu der eine Blutvergiftung hinzütrat.
Als erster Zeuge wurde Stabtrnt Hermann vom Be- zirksmnl Mitte vernommen. Der Zeuge gab zu, sich für die Firma Sklarek eingesetzt zu haben, denn er habe Verfügung bekommen, wonach sämtliche Bezirksämter bei der Firma Sklarek einkaufen mußten. Ihm seien von Gabel sogar Vorhaltungen gemacht worden, daß er gegen die Lieferungen durch die Sklareks Schwierigkeiten mache. Er habe sich daraufhin an den Magistrat gewandt mit der Bitte, ihm den Vertrag vorzulegen, wonach von den Sklareks gekauft werden müßte. Mngistratsrat Schindler habe geantwortet, ein solcher Vertrag könne zwar nicht vorgelegt werden, doch müsse bei den' Sklareks gekauft werden. Der Zeuge will zahlreiche günstigere Angebote als die der Sklareks an den Angeklagten Gäbet gesandt haben, der ihm erwiderte: „Das hilft alles nichts, wir müssen bei den Sklareks kaufen". Hierauf hätte der Angeklagte damals die Aeußerung getan: „Dis Sache stinkt zum Himmel, es gibt noch einen großen Krach!"
Der Zeuge schilderte dann Verfehlungen des angoklagten Bürgermeisters Schneider. Bei einer Weibnachtsbescherung, erklärte er, habe sich Schneider z. B. dafür eingesetzt, daß ein großer Posten von Weihnachtsstollen bei dem Bäckerei-
Wirksame Reklame — Vorzüge des Zeitungsinserats
Darüber ist man sich wohl in allen fachmännischen Kreisen für Reklame einig, daß dem Zeitungsinserat im Geschäftsleben die allergrößte Wichtigkeit zukommt und daß es in Bezug auf Werbekraft an einer ersten, wenn nicht an erster Stelle rangiert. Was dem Zeitungsinserat schon von vornherein bedeutende Vorteile sichert, daß es sich in durchaus unaufdringlicher Weise bei seinen Lesern Eingang verschaffen kann; denn es spricht uns ja nicht allein von sich aus an, was immer etwas Zudringliches an sich hat, sondern es kommt eigentlich ganz unauffällig zugleich mit der Zeitung in unser Haus. Es empfiehlt sich uns also gleichsam in Begleitung eines uns wohlbekannten „guten Freundes", und eben das bildet für das Inserat selber schon die beste Empfehlung.
So hat es vor den einzelnen. Reklameprospekten, die wir immer von Zeit zu Zeit oder oft auch gleich eine Reihe von Tagen hintereinander in unserem Briefkasten finden und die uns als ungebetene Gäste meist recht aufdringlich berühren, schon den Vorzug des Sympathischen voraus. Den Reklamesprospekten ist dann meist auch eine kurze Lebensund Wirkungsdauer beschieden: Ein Blick, eine kurze Ueber- legung — und schon hat das stets offene Maul des unersättlichen Papierkorbs den Zettel auf Nimmerwiedersehen verschlungen. Es mag ja Vorkommen, daß uns unter Umständen der betreffende Prospekt nach ein paar Tagen aus irgend einem Grunde interessieren würde; doch inzwischen ist der täglich sich füllende Papierkorb geleert worden, und mit der anderen Makulatur ist auch der Einzelprospekt verschwunden, ohne daß er seine Sendung hätte erfüllen können.
Da liegen die Dinge wesentlich günstiger beim Inserat, das wir in der von uns freiwillig abonnierten Zeitung lesen und das sich nicht in egoistischer Weise in den Vordergrund drängt, sondern friedlich „en compagnie" mit allen anderen Anzeigen und in Gesellschaft des Textteils unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen sucht. Gewiß, dieses gemein- jame. in bunter Gesellschaft stattfindende Auftreten der Inserate auf einer übersichtlichen Vlattseite gewinnt unsere Sympathie, weil wir hier durchaus das Gefühl der völlig freien Wahl haben, und zwar bei rascher Orientierungsmöglichkeit; denn wir würden es uns ja ernstlich verbitten,
wenn wir ganz dieselben Inserate täglich als einzelne Zettel aus unserem Briefkasten herausnehmen sollten.
Von diesen mehr psychologischen Vorzügen abgesehen hat das Zeikungsinserat auch noch den großen Vorteil, daß es sich sozusagen überall bemerkbar machen kann, namentlich überall dort, wo Zeitungen hinkommen, und: Wohin kommen sie nicht? Es werden zudem die wenigsten Zeitungsleser die Tagesnummern ihres Blattes auch mit dem gleichen Tage verschwinden lassen. Ein paar Tage behält man sie wohl noch zurück, um sich öfters über dies und jenes genauer zu orientieren. Und wenn dann der Text seine Wirkung bereits getan hat und die Zeitung die Rolle des Pack- und Einwicklungspapiers zu spielen beginnt, so hat das geschickt abgefaßte Zeitungsinserat noch immer alle Möglichkeiten, sich auszuwirken.
Das Dienstmädchen wickelt Pantoffel in Zeitungspapier ein, um sie zum Schuster zu bringen; beim Einwickeln erblickt es ein gut in die Augen fallendes Inserat, dessen Stichwort sogleich sein Interesse weckt — und nun hält es ein und liest; dann holt es eine Schere und schneidet das Inserat aus und versorgt es in seiner Handtasche. Bei nächster Gelegenheit steht es als Käuferin im Laden des Geschäfts, das jenen Jnseratenauftrag gab. Dies ist nur ein Zufall unter Hunderten, nein, tausenden, wo das Inserat noch im letzten Augenblick seine volle Wirksamkeit ausübte, und solche Nachwirkung kann auch erst nach Wochen und Monaten erfolgen.
Freilich auf Nachwirkungen allein darf sich der Geschäftsmann nicht verlassen. Wer sich für seine Waren und Erzeugnisse einen ständigen Absatz sichern, wer die stete Beachtung seines Geschäfts durch das kaufende Publikum lebendig erhalten und mit der Kundschaft in ständigem Kontakt bleiben will, der wird von neueminserieren, seine Ankündigungen periodisch wiederholen. Wir sind nun einmal Kinder einer schnelllebigen Zeit, einer Zeitige uns fast alle Tage neue Eindrücke vermittelt, und so wird der Geschäftsmann, der nur ausnahmsweise oder in allzulangen Zwischenräumen inseriert, leicht in Vergessenheit geraten; jedenfalls läuft er Gefahr, von seinen Konkurrenten bald überflügelt zu werden. Um sich vor aller Welt rührig zu zeigen, ist das Zeitungsinserat eines der besten Mittel, wobei freilich das Wie (Aufmachung, Abfassung, Form) eine wichtige Rolle spielt.
vstrieb seiner Schwiegermutter bestellt worden treuer- rückstände des Deutschen Theaters in Hohe von 12 000 Mt. seien einfach heruntergesetzt worden. Ms eine Saltenouvg- bühne dem Bürgermeister Schneider Premierenkarten (ur dis erste Reihe verweigert hatte, soll Schneider beim SpeUal- derernat für Steuern ungeordnet hoben, die Abendkasse des Theaters wegen der Steuerrückstände zu pfänden. Ebenso soll auf Veranlassung Schneid-ns ein Säualinasheim geschlossen worden sein, da er mit in eine „persönliche Klatscherei binoinae.roaen worden sei.
Sendefolge der SliMMler MMunk M.
Mittwoch, IS. Dezember:
0.15: Zettanguve, Wetterbericht, Eli»ii.istik. 7.10: Wetterbericht, 10.00: Schallplatten. 11.N0—11.15: Nachrichten. 1r.45—12.00: Weihnachtsfunkwsrbung. I2.NN: Wetterbericht. 12.05: Funkwerbungskonzert. 12.35: Schallplatten. 12.55: Nauener Zeitzeichen. 13.3N: Schallplatten. 13.3Ü: Nachrichten, Programmiiude- rungen, Wetterbericht, Schallplattenkonzert. 15.VN: Offene Singstunde für Rinder. 1S.NÜ: Vortrag: „Luftpostbeförderung". 1S.3N: Bortrag: ,Die religiöse Rindererziehung nach staatlichem Recht". 17.05: Konzert 13.30: Zeitangabe. 13.40: Bortrag: „Totenkult in Urzeit und Gegenwart". 18.05: Vortrag: Rechtspsychologischs Probleme der Zeit. 1S.3N: Zeitangabe, Wetterbericht, Landwirtschaftsnachrichten. 19.45: Tanze und Märsche. 20.45: Naturschutzpark fllr Mundarten: Niederdeutsch. 21.15: Kompositionsstunde Bernhard Sektes. 22.15: Programmiinderungcn. Wetterbericht, Nachrichten. 22.3V dis 23.18: Zeitbericht: „Das Ende des britischen Freihandels".
«
Der Betrieb des neuen Großrundsunksenders in Langmberg (Rheinland) wird, sofern keine unerwarteten Schwierigkeiten aus« treten, am 20. Dezember vorläufig probeweise ausgenommen, indem dis Sonntagsdarbietungen ganz und die der Werktage von 15.30 Uhr aus den neuen Großsender geleitet werden.
Geschäftliches
— Hinweise dürfen sich nur auf Inserate beziehe» und werden mit Kü Pfennig die Zeile berechnet. —
Einen Bombenerfolg erzielt die Staßfurter Rundfunk-Gesellschaft in Staßfurt (Tochtergesellschaft der Licht- und Kraftwerke AE.) auf der diesjährigen Großen Deutschen Funkaus- stellung in Berlin.
HMe! Md Verkehr
Die Lebenshaltungskosten der Länder
Durch den Weltkrieg und seine Lasten durch das wahnsinnige Trioutsystem ist das wirtschaftliche Gleichgewicht in den einzelnen, Volkswirtschaften und in der Weltwirtschaft zerstört und sind zahl», reiche Währungen erschüttert worden. Davon sind auch die Lebenshaltungskosten in den einzelnen Ländern zum Teil sehr, schwer betroffen worden. Am stärksten ist der Unterschied in der Verschiebung zwischen Dänemark und Frankreich: während in Dänemark die Meßzahl auf 220 v. H. stieg, sank sie in Frankreich während seiner Inflation auf 84 v. H. Das Industrieland Japan hat seine Lebonshaltungs-Gold-Meßzahl am stärksten abgebaut (von 188 auf 139,5) und sie sind noch etwas unter den Stand aller anderen großen Industrieländer gesenkt. Es hat also seine Wettbewerbsfähigkeit am nachhaltigsten gehoben, indem es der Richtung des Weltmarktes am schnellsten Rechnung trug, bereits 19Ä war in Europa der japanische Wettbewerb sehr fühlbar. — In d«N einzelnen Ländern weisen dis Lebenshaltungs-Meßzahlen folgende Bewegung auf (1913/14 gleich 100):
1924
Höchster Stand
Mitte '1931
Deutschland
126
Ende 1909 154
136
Schweiz
169
(höchster Stand)
-145
Holland
,477
Ende 1925 179
U5L
Schweden
170
Ende 1925 177-
Dänemark
212
Ende 1925 220
ks«
England
174
(höchst)
sis»
Amerika
171
-Ende 1925 176
Ül50i
Italien
102
Ende 1927 138
121
Frankreich Hai durch seine Inflation die Meßzahl zunächst stKt gesenkt, sie ist aber nach der Frankenstabilisierung andauernd bttf Ende 1930 stark angestiegen und es ergibt sich folgendes Bild:
1924 Ende 1926 Ende 1930 Mitte 1931 Frankreich 100 84 121 119
Frankreich, Italien und Japan haben ihre Währungen ves» ändert. Für diese Länder ist daher die Meßzahl über den jeweilig^ Kurs von Neuyork umgerechnet.
Der deutsch-schweizerische Handelsvertrag gekündigt
Nachdem die Verhandlungen über Abänderung des deutsch« Ichweizerischen Handelsvertrags ohne Erfolg geblieben sind, hat der schweizerische Bundesrat beschlossen, den Handelsvertrag mit Deutschland am 18. Dezember 1931 zum 4. Februar 1932 zu küm digen. In der Note drückt der Bundesrat in üblicher Weis« di< Hoffnung aus, daß durch neue Verhandlungen eine neue Ge-' staltung der gegenseitigen Handelsbeziehungen möglich sein werde. Durch diese Kündigung wird übrigens nicht ohne rozsieres ein Zollkrieg eingeleitet.
Zerliner Psundkurs, 14. Dez. 14.58 G., 14.62 4.
Berliner Dollarkurs, 14. Dez. 4,209 G., 4,217 B.
Reichsbankdiskont 7 v. H., Lombard 8 v. H
Privakdiskonk 7 v. H, kurz und lang. .
Würlk. Silberpreis. 14. Dez. Grundpreis 45.36 RM. d. Kilo»,
Die Großhandelsmeßzahl für Viehpreise ist nach der Fest« tellung des Statistischen Reichsamts auf den Stichtag des 9. Dez« 1931 weiter von 69,8 (2. Dezember) aus 67.0, also um 4,0 v. H. gesunken. (1913 gleich 100.)
Generalstreik in Holland. Im Webindustriegebiet von Twenth» bei Amsterdam sind am Montag in 28 Fabriken rund 14 000 Arbeiter auf Anordnung der Gewerkschaften in den Ausstand getreten.
Verheiratung kein Entlassungsgrund. Bei der Bank für Arbeiter, Angestellte und Beamte in Berlin war eine sich verheiratende Angestellte entlassen worden, weil angesichts der schlechten Arbeitsmarktlage das „Doppeloerdienen" vermieden werden muffe. (Der Ehemann hat ein Monatsgehalt von 300 Mark.) Das Arbeitsgericht erblickte in der Entlassung eine unbillige Härte und verurteilte unterm 12. Dezember die Bank zu einer 'Entschädigung! von 1200 Mark an die Klägerin, falls lie die Wiedereinstellung verweigere.
Der Schenker-Vertrag ist dem Vernehmen nach vom Reichs- vsrkehrsminister genehmigt worden. Es sind lediglich einige formale Abänderungen vorgenommen worden. Ueber ein Abkommen! mit den freien Spediteuren wird verhandelt.
Ehlinger Brauereigesellschask — Pachtvertrag mit Brauerei Robert Leicht, Vaihingen? Die Eßlinger Brauerei-Gesellschaft Eßlingen am Neckar hat ihre HB. auf den 22. Dezember ds. Is. einberufen. Auf der Tagesordnung stehen u. a. folgende Punkte: Beschlußfassung über Ermächtigung des Vorstands, mit der Brauerei Robert Leicht, Vaihingen ä. F., einen Vertrag abzuschließen, in welchem dieser Gesellschaft der gesamte Betrieb verpachtet wird. Beschlußfassung über Aenderung des Gesellschaftsvertrags- Für das abgelaufene Jabr lind dem Vernehmen nach 6 Prozent Dividende beabsichtigt.
Zahlungseinstellungen. Berlazsanstalt Grethlein u. To.! GmbH. Leipzig. Verbindlichkeiten mehrere 100 000 Mk. — Groß-s brauerei Gebr. Ullendorf in Berlin-Schönebeck. Verbindlichkeiten 3.80 Will. Mk. — Röhren- und Metallgroßhandlung Inden u. Söhne, Düsseldorf. Duisburg und Dortmund.