l 14. Dezember 1931 .
Seite 5 — Nr. 282
Nagolder Tagblatt „Der Gesellschafter"
Montag, den 14. Dezember 1831.
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Wald in Not
Zahresversammlung des Waldbesitzerverbands für Württemberg und Hohenzollern
Slutkgark, 12. Dezember.
Am heutigen Samstag traten die Waldbesiher in Stuttgart im Hindenburgbau zu der 14. Jahresversammlung ihres Verbands zusammen. Vors- Graf Rechberg erklärte in seiner Eröffnungsansprache, dich der völlige Verlust aller Waldwerte, des ganzen deutschen Walds drohe, wenn keine Hilfe komme. Alle Selbsthilfe nutze nichts, solange der na- tionalwirtschastliche Schutz ausbleibe. Der volkswirtschaftliche Schaden des Untergangs des Waldes werde unberechenbar, weil ein Wiederaufbau nur in langen Zeiträumen möglich wäre.
Unter der Grotzzahs von Gästen, die der Vorsitzende begrüßte. waren u. a. anwesend Ministeriakdir. Staiger, Reg.-Rat Dr. Luttinger vom Wirtschaftsministerium, Präsident Pfeiffer vom Landessinanzamt, Präs. König der Forstdirektion, Vertreter der Regierung und Forstwirtschaft Hohenzollerns, Direktor Dr. Strobel der Württ. Landwirtschaftskammer, Generalsekretär Hummel vom Landw. Hauptverband. Bürgermeister Dr. D o l l i n g e r als Vertreter der Stadt Stuttgart, Direktor Schmidt vom Württ. Gemeindetag und Rechtsrat Dr. Frank vom Württ. Städtetag.
Ueber die Not der Gemeinde- und Privatwaldwirtschaft sprach zunächst Bürgermeister A b r e l l - Rottweil.
Frhr. v. Staufsenberg berichtete über die Lage des größeren Waldbesitzes. Die im deutschen Wald lagernden Vorräte, die aufgefüllten Lager einführten Holzes und die auch jetzt noch andauernde Neueinfuhr haben zur Folge, daß von dem normalen deutschen Holzeinschlag nicht die Hälfte abgesetzt werden kann. Bei einem Preis von 14 RM. je Festmeter ist es verständlich, daß der Waldbesitzer neuerdings nicht nur die Stenern, sondern auch die Zinsen Ver- i waltungs-, Bergungs- und andere Kosten aus der Substanz bestreiten muß. Unter diesen Umständen ist nicht damit zu rechnen, daß im Jahr 1932 Reich. Staat, Länder und Ge- > meinden wesentliche Steuereinnahmen aus dem Waldbesitz noch zu erwarten haben! Die geforderte Senkung des Wald- , katasters um 5Y Prozent reicht heute bei weitem nicht mehr z aus. Die Zerrüttung der gesamten Waldwirtschaft ist nicht z zuletzt darauf zurückzusühren, daß das Holz in den Handels- ! vertragen stiefmütterlich behandelt wurde und daß das Sy- / stem der Meistbegünstigung sich auch aus diesem Gebiet - denkbar schädigend ausgewirkt hat. Die größte Gefahr für i die deutsche Waldwirtschaft ist die russische Holzein- ! fuhr. Dennoch tragen deutsche Techniker in Rußland dazu j bei, die dortige Holzgewinnung zu organisieren und zu ver- ! bessern! Die Rettung des deutschen Waldes kann nur durch ! den völligen Abschluß der Grenzen erfolgen. !
Nach den Aufstellungen eines großen, bekannt gut ver- j walteten Forstbetriebs mit guten Standortverhältnissen be- j tragen die Gesamtausgaben pro Festmeter einschließlich ! Steuern etwa 17 50 Mark, die Einnahmen etwa 14 Mark, Zuschuhbedars pro Festmeter 3,50 Mark. Bei einem Einschlag von 10 000 Festmeter macht das 35 000 Mark. Dieser Betrieb ist nicht verschuldet Es ist leicht auszurechnen, wie rasch ein Vermögen bei derartigen Verlusten aufgezehrt wird. Bei einem durchschnittlichen Einschlag von 5 Fm. pro Hektar entspricht dieses Ergebnis einer Wald- - grüße von 2000 Hektar mit einem Steuerwert von etwa ! ^ 5 Millionen. Wenn die Verluste nur drei Jahre so an- ! halten, muß eine Hypothek von etwa 100 000 Mark mit !---ruch euva 8000 Mark Kostenaufwand verwendet werden. Dann steigen die Verluste sofort auf etwa 4,50 Mark und der jährliche Verlust auf 45 000 Mark. !
Solange die einheimische Holzwirtschaft, wie dies heute ! der Fall ist, den doppelten Bedarf des Inlands zu decken vermag, so lange ist jede Einfuhr bei den jetzigen Krisenzeiten eine unerhörte Verschwendung unseres ohnehin schon stark genug dezimierten Volksguts! Der Verwendungszwang für Holz muß jetzt sofort eingeführt werden. Wenn der deutsche Wald in die Hände von Spekulanten gerät, ist es mit seiner volkswirtschaftlichen Nutzung vorbei.
Gutsbesitzer Mayer-Pommertsweiler sprach für den Klein- und Bauernwald. Dieser sei schon längst zum Z u - schuß-, oder besser gesagt Verschuldungsbetrieb geworden. Früher war der Bauernwald die Sparkasse, in die der Besitzer Rücklagen für die Zukunft einstellen konnte. ! Diese Kapitalanlage ermöglichte dem Besitzer jederzeit, seinen landwirtschaftlichen Betrieb finanziell zu regeln, ins- ! besondere bei außerordentlichen Ausgaben, wie Neubauten, - Grundstückskäufen und Grundstücksverbesserungen. Heute ! ist der Bauernwald am Ende der Zahlungsfähigkeit an- > gekommen. Nur schleunigste Abhilfe-Maßnahmen können j den völligen Zusammenbruch der Land- und Forstwirt- j schüft, insbesondere des Bauernwaldes, noch verhindern. j
In der Aussprache verlangte Bürgermeister Funk- ! Leonberg unter starker Zustimmung die Rückführung ! der Befvrsterungsgebühr für Gemeinde- > wal-dungen auf den Friede ns st and. Die Forst- j bezirke in Württemberg seien zu klein. Präsident König ^ empfahl die Anstrebung eines Ausgleichs zwischen Nord urd ! Süd. Das süddeutsche Holz könne mit dem russischen im ! Norden des Reichs in Konkurrenz treten. Ein Lichtblick sei I die Tarifsenkung durch die Notverordnung, die noch eine Erweiterung erfahren könne. In der Holzerzeugung sollte nicht nachgelassen und die Kulturen sollten nicht vernachlässigt werden. Zahlenmäßige Vergleiche über die staatliche Forstwirtschaft in Württemberg und Baden, die zurzeit kursieren, seien völlig falsch.
Reg.-Rat Dr. Luttinger gab einen kurzen Ueberblick über die Schritte, die das Württ. Wirtschastsministerium im Interesse der süddeutschen Waldwirtschaft unternommen hat.
Direktor Dr. Strobel erklärte, daß der Widerstand in Berlin gegen eine Hilfe für den Wald nicht von einzelnen Personen, sondern von einer falsch einae st eilten ' Gesamtheit ausgehe. Ohne die Abkehr von brr un- s sinnigen Rußland-Ausfuhr werde keine Besserung möglich sein.
Die Aussprache, in der noch Graf Degenfeld zu steuerlichen Fragen Stellung nahm, wurde mit der Annahme rmes Antrags Funk-Leonberg (Beförsterungsgebühren- senkung) und der nachstehenden Entschließung beendet:
Nokruf der würtkembergischen Waldwirtschaft!
Leider sind die dringenden Rufe nach Abhilfemasznahmen " bisher ungehört verhallt: die Waldwirtschaft blieb im Stru- / del der Wirtschaftskrise ohne Hilfe und gegenüber der ungehemmten Auslandseinsuhr schutzlos preisgegeben. D:r Gemeinde- und Privatwaldbesitz steht heute vor dem Zusammenbruch. Der Holzabsatz stockt fast vollständig: die Er
löse für die wertvollsten Malderzeugnisse, das Nutzholz, lie- gen 50 Prozent unter dem Vorkriegspreis Jeder Holzeinschlag bedeutet Substanzverlnst: Waldbesiher und Waldgemeinden sind genötigt, den Nutzholzhieb einzustellen und den Forstbetrieb einzuschränken. Tausende von Waldarbeitern sind erwerbslos.
Infolge dieser Entwicklung bricht in vielen einst blühen- den Waldgemeinden und Körperschaften der Haushalt zu- summen. Die privaten Forstverwaltungen sind außerstande, ihren Verpflichtungen und Steuerzahlungen nachzukommen. Zahllosen Bauern, die seither vom Wald lebten, droht der Verlust von Haus und Hof. Ein für das ganze Volk wich- tiger Wirtschaftszweig ist dem Untergang nahe.
In letzter Stunde rufen wir die verantwortlichen Kreise in Land und Reich auf zur Rettung der heimischen Waldwirtschaft: alsbaldige Drosselung der überflüssigen Holz- sinfuhr, Verwendungszwang für deutsches Holz in allen Zweigen der öffentlichen Wirtschaft, kragbare Gestattung der Sisenbahnfrachken. Senkung oder Nachlaß der Steuern und Sozialen kosten.
Ueber die Aussichten einer systematischen Werbung für Holz hielt Major a. D Brauer-Berlin, der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Holz, einen Vortrag. Der Abschluß der Tagung galt den geschäftlichen Angelegenheiten.
Zur Kritik an der Forstverwaltung
Von sachverständiger Seite wird uns geschrieben:
Die Not der deutschen Forstwirtschaft ist allmählich in aller Mund. Daß die Reichsregierung bewußt die Forstn -t- schast der Industrie zum Opfer bringt, wurde auch bei der Hauptversammlung der Landwirtschastskammer ausdrücklich sestgestellt. So steht Württemberg ähnlich allen übrigen Ländern vor der Tatsache, daß seine Staatsforstverwaltung in Bälde keinen Reinertrag mehr abwerfen wird. In einer Denkschrift wird zu beweisen gesucht, daß die württember- gische Staatssorstverwaltung viel teurer arbeite als die badische.
Worauf stützt sich die Behauptung? Seit wann prüft man denn die Wirtschaftlichkeit eines Betriebs nur nach dem Aufwand und fragt gar nicht nach dem Erfolg? Wenn man ausführt, daß der Aufwand der Staatsforstverwaltung in Württemberg (auf die Einheit bezogen) höher ist als in Baden, dann muß auch gesagt werden, daß trotzdem Württemberg den höheren Reinertrag hat! Und das, obwohl Baden im großen ganzen die günstigeren natürlichen Produktionsbedingungen hat.
Sehen wir uns doch einmal das Verhältnis der Gesamtausgaben zu den Roheinnahmen, d. h. den Vetriebskoesfi- zienten an, so beträgt dieses Verhältnis m den Jahren in Baden in Württemberg
1910/13 im Mittel 44?? 36??
1925/29 „ 62 ?? 54 ??
ferner der Reinertrag je Hektar
in den Jahren in Baden In Württemberg
1910/13 im Mittel 55,2 RM. 68,8 RM.
1925/29 „ 68,8 RM. 65,5 RM.
Nun muß aber berücksichtigt werden, daß Baden in den letzten Jahren einen Ueberhieb von rund 20 Prozent über die nachhaltig mögliche Nutzung erhoben, also einen Eingriff ins Kapital vorgenommen hat, der selbstverständlich nicht als Rente gerechnet werden darf während in Württemberg etwas hinter der normalen Nutzung zurückgeblieben ist. Reduziert man die oben genannten Zahlen auf die normalen Hiebsätze, so erhält man folgende vergleichssähigen Zahlen für den Reinertrag je Hektar:
in den Jahren in Baden in Württemberg
1910/13 im Mittel 57,6 RM. 60,0 RM.
1926/29 „ 47.4 RM. 68,7 RM.
Während also m Baden der Reinertrag je Hektar gegenüber -der Vorkriegszeit gesunken ist, ist er in Württemberg sogar gestiegen.
Welche Forstverwaltung arbeitet nun tatsächlich wirtschaftlicher, die württembergische oder die badische?
Die genannten Zahlen, die den amtlichen Mitteilungen beider Länder entnommen bzw. aus ihnen berechnet sind, beweisen klipp und klar, daß die württembergische Staatsforstverwaltung in den vergangenen Jahren einen um nahe- zu 50 Prozent größeren Reinertrag je Hektar auszumeisen hat als die badische. Neuere Zahlen liegen nicht vor. Aber so viel ist sicher, daß die württembergische St-aatsforstver- waltung im Gegensatz zu Preußen und Bayern auch heute noch sich selbst krägk, also kein Zuschußbetrieb ist. Und wenn künftig von der ungeheuren Krise der Waldwirtschaft in allen deutschen Ländern jeder Reinertrag dahinschwindet, so kommt es immer noch sehr darauf an. welche Verwaltung mit dem kleinsten Defizit, mir dem geringsten Zuschuß durchkommen wird. Auch von diesem Gesichtspunkt aus wird Württemberg sich sehen lassen können.
Württemberg
Stuttgart, 13 Dezember.
Festgenommene Tafchendiebin. Die der Kriminalpolizei schon von früheren Jahren her als Taschendiebin bekannte, 66 Jahre alte, geschiedene Frau Sophie Puhlmann, zuletzt wohnhaft in Fellbach, ist letzter Tage wiederum beobachtet worden, wie sie einer vor dem Spielwarenhaus Kurtz stehenden, die Auslagen besichtigenden Frau aus der Handtasche den Geldbeutel entwendet hat. Nach ihrer Ergreifung und Vernehmung durch die Kriminalpolizei konnten der Diebin bereits wieder eine Anzahl hauptsächlich vor Schaufenstern, aber auch in Warenhäusern und Ladengeschäften begangener Taschendiebstähle nachgewiesen werden.
Kindstötung. Das Schwurgericht hat die 24 I. a., aus Polen stammende ledige Köchin Maria Zwick wegen Tötung ihres eigenen unehelichen Kinds gleich nach der Geburt zu 216 Jahren Gefängnis verurteilt.
Vom Tage. Am 11. Dezember nachmittags erlitt in einem Kaffeehaus der Königstraße eine 61 Jahre alte Frau einen Schlaganfall und war sofort tot.
Fenerbach. 13. Dez. Tödlicher Unfall. In der Lud- wiasburger Straße wurde am 11. Dezember abends ein 52 I. alte'- Mann mit einer schweren Kpfverletzung bewußtlos auf der Straße liegend ausgesunden. Er starb an der Verlegung
kurze Zeit nach seiner ElnUeserung in das Krankenhaus Feuerbach. Vermutlich wurde der Verunglückte von einem Kraftfahrzeug überfahren.
Eßlingen, 13. Dez- Staatsbürgerliche Tagung durch Notverordnung verboten. Die Reichszentrale für Heimatschutz veranstaltete gestern eine staatsbürgerliche Bildungstagung. Nachmittags hatte bereits ein Vortrag stattgefunden, abends sollten weitere folgen. Die Besucher waren abends schon auf dem Weg zu den Vorträgen, da traf in letzter Minute aus Berlin die Meldung ein, daß die Veranstaltung auf Grund der in der 4. Notverordnung enthaltenen Bestimmungen über die Sicherung des Weihnachtsfriedens nicht stattfinden dürfen. — Der Friede wäre durch diese Veranstaltung, bei der u. a- der Oberbürgermeister Dr. Lang v. Langen und der Landtagsdirektor Dr. Eisenmann sprechen sollten, ganz gewiß nicht gestört worden.
Laufs«« a. N., 18. Dez. Feldbereinigung. Bei der hier vorgenommenen Abstimmungstagfahrt über die Feldbereinigung 5, an der etwa 400 Personen teilgenommen haben, stimmten von 511 Beteiligten mit einer Be- reinigungsfläche von 324 Ha. 21,67 Ar 410 mit einer Be» reiniaungsfläche von 247 Ha. 2,35 Ar für die Durchführung der Feldbereinigung, die als beschlossen gilt. Die Kosten stellen sich je Morgen auf etwa 38 Mark, sie dürften sich aber nach Abzug des Staatsbeitrags und des Verkaufs von Massegrundstücken auf 31—32 Mark ermäßigen.
Heilbronn, 18. Dez. Oberbürgermeister Beu- iinger Ehrenvorstand der Winzergenossenschaft. Die Winzergenossenschaft Heilbronn hat ihr Mitglied, Oberbürgermeister Professor Beutinger, in Anbetracht der Verdienste, die er sich auf dem Gebiet des i Weinbaus erworben hat, zum Ehrenvorstand der Winzer- ! genossenschast ernannt. Diese Anerkennung wurde seinerzeit auch Oberbürgermeister Hegelmaier von seiten der Weingärtnergesellschaft Heilbronn bei deren Gründung im Jahr 1888 zuteil.
Tübingen, 13. Dez. Von der Universität. Prof. Dr. Schirmer hat den Ruf nach Berlin aus den Lehrstuhl ! für englische Philologie angenommen.
! Schramberg. 13. Dez. Todesfall Donnerstag nacht
- verschied infolge eines Schlaganfalls im Alter von 64 Jahren ! der Prokurist der Firma Gebr. Junghans A.G., August ! März.
! Göppingen, 18. Dez. Gestohlene Meihnachts- ! bäume. Dem Landjäger in Ebersbach a. F. hat sich ein ! Christbaumverkäufer gestellt, der angab, eine größere Menge i Weihnachtstannen, von denen ein Teil in Ebersbach oer- ^ kauft wird, gestohlen zu haben. Auf sein eigenes Drängen ! hin wurde der Selbsibezichkiger in Haft genommen und in ! das Untersuchungsgefängnis Göppingen eingeliefert. Die ! inzwischen eingeleitete Untersuchung ergab, daß ein Teil der ! Tannen gekw st wurde, während über den Rest bezüglich der ! Herkunft noch nichts ermittelt werden konnte. Dieser Teil ? wurde in Unterboihingen stchergestellt.
! Einbruchsdiebstahl. Dieser Tage wurde tm ! nahen Bartenbach in der Wohnung eines Rentners während ^ dessen Abwesenheit eingebrochen. Entwendet wurden aus j einem verschlossenen Schrank etwa dreihundert Mark.
! Von der Alb» 13. Dez. Wintereinzug. Ueber die ! Alb-Hochfläche braust der Wintersturm. Schneeflocken fallen.
! Aus den Berghohen bleibt die weiße Decke liegen. Langsam
- wächst sie in die Täler herab. Das schwäbische Volk sagt:
! „Im Advent geht der Winter im Hemd". Das will besagen:
- Wald und Flur, Dorf und Stadt tragen die zarte Schnee- ! hülle. — „Um Weihnachten geht der Winter im Pelz". Berg
und Tal liegen dann tief eingeschneit. „Im Februar holt der Winter die Fausthandschuh. Da soll es dann grimmig kalt
- sein. — Wir wollen sehen, ob's wahr wird? Der Bauer ! wünscht für das Wintersaatfeld die wärmende, schützende
- Schneedecke. „Winter ohne Schnee, o weh! Winter mir
- Schnee bringt Korn in jeder Höh'".
! Rottum OA. Biberach, 12. Dez. Blutvergiftung.
- An den Folgen einer Blutvergiftung, die er sich vor etwa 4 Wochen beim Dungsühren zuzog, starb nach schwerem Leiden der 38jährige verheiratete Landwirt Mohnhas.
Ravensburg, 13. Dez. Verurteilung eines ge- j werbsmäßigen Opfer st ockdiebs 3m Oberland ! und speziell östlich der Schüssen sind im Sommer dieses Jahrs etwa 30 Opferstockdiebstähle durchgeführt worden. Als am 23. September in Friedrichshafen in der Stadtpfarrkirche ! ein Mann bei einem solchen Diebstahl auf frischer Tat er- ! tappt wurde, hörten die Diebereien sofort auf. Dieser Mann, i der 1888 in Lützenhardt OA. Horb geborene Bürstenmacher ! Karl Jakob Kaupp, früher in Altshausen, jetzt ohne festen ! Wohnsitz, hatte sich nun vor dem Schöffengericht Ravens- ^ bürg wegen 9 vollendeten und 4 versuchten schweren Diebstählen im wiederholten Rückfall zu verantworten. Er ist ' oft wegen Eigentumsvergehens und auch wegen Opferstock- ! diehstahls vorbestraft und erst am 26. Juli d. 3. hatte Kaupp / eine Zuchthausstrafe von 2>l Jahren verbüßt. Das Urteil
- lautete auf 21? Jahre Zuchthaus unter Anrechnung von ! 21? Monaten auf die Untersuchungshaft.
^ Ravensburg, 13. Dez. Darlehensschwindel. Das
- Schöffengericht verurteilte den Inhaber einer sogenannten
- Auskunftei „Schwaben" hier, den 25 3. a. Anton Hein-
- rich von Biberach, wegen Urkundenfälschung und Betrug zu 6 Monaten Gefängnis. Er hatte sich in 9 Fällen Vor-
! schösse auf die Vermittlung von Baudarlehen geben lassen und dadurch die Interessenten um 4200 Mark geschädigt.
- 3sny, 13. Dez. Brand. Am Mittwoch früh
! 1 Uhr brannte der an der Maierhöferstraße beim Bleichen-
^ weiher gelegene große Heustadel des Pferdehändlers Hans Müller z. „Eisenbahn" nieder. Allem Anschein nach ist der ^ Brand durch Obdachlose, die dort übernachteten, verursacht worden.
Schomburg OA. Tettnang, 12. Dez. Ertrunken. Seit dem Nikolaustag war der beim Gutsbesitzer Joseph Straub in Hiltensweiler bedienstete ledige Melker Franz Jörg aus Knottenried bei Sonthofen abgängig. Nun wurde er in dem zwischen Primisweiler und Hiltensweiler gelegenen Mittelsee gefunden. Es ist anzunehmen, daß Jörg auf dem Heimweg in der Dunkelheit vom Weg abgekommen, in den etwa 40 Meter abseits liegenden See geraten und darin ertrunken ist.
Von der bayerischen Grenze, 13. Dez. Opfer der Berge. — B r a n d s e u ch e. Der Lnndwirtssahn und arbeitslose Bäckergeselle Johann Hefele von Jettingen ist bei einer Gebirgstour in den Obera-mmergauer Bergen tödlich abgestürzt. — In Ettenbeuren ist das Anwesen des Molkereibesitzers Magnus Hartmann vollständig abgebrannt. -- In Konzenberg ist das Anwesen des Landwirts Gregor Götz ein Raub der Flammen geworden.