Sette 2 — Nr. 97
Ragolder Tagblatt »Der Gesellschafter
Dienstag, 28. April 192S
Tagesspiegel
Der rumänische Gesandte in Berlin ist zur Berichterstattung über die Verhandlunxen mit der Reichsregierung über den deutsch-rumänischen Streitfall nach Bukarest berufen worden. ,
Der frühere Minister Broquek (Katholische Partei) hat den Auftrag zur Kabinettsbildung in Belgien abgelehnt. Die Liberalen werden sich an keinem Kabinett beteiligen.
Die Konferenz des kleinen Verbands soll am S. bis 11. Mai in Bukarest slattsindea.
Die japanische Regierung beschloß. unmittelbar nach den amerikanischen Flottenmanövern ebenfalls graste Flotten- öbringen im Stillen Weltmeer abhaLen zu lassen.
Die staatsrechtliche Stellung des Reichspräsidenten wird bedingt durch die Betonung oes Prinzips der Volks» souveränität, das in der Weimarer Verfassung eine ^weitgehende Ausgestaltung erfahren hat. Auf keinen Fall kann man ihn hinsichtlich seiner Machtstellung etwa mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten vergleichen, für dessen staatsrechtliche Stellung das englische Königsrecht das Vorbild abgegeben hat. Aus der anderen Seite wollte man den deutschen Reichspräsidenten auch nicht zum Geschöpf des Parlaments machen, wie das in Frankreich der Fall ist. Deshalb hat man seine unmittelbare Wahl durch das Volk vorgezogen, die seine Unabhängigkeit stärken sollte. Innerlich ist man trotzdem dem französischen Beispiel gefolgt und hat die diesbezüglichen Bestimmungen der Reichsverfassung so gehalten, daß sie auf eine Unterteilung des Reichspräsidenten unter den Willen des Reichstags hiuauslaufen.
Die Wahl Hindenburgs
Mit der überraschend großen Mehrheit von 887 759 Stimmen ist Generalfeldmarschall von Hindenburg am 26. April zum Reichspräsidenten gewählt worden. Den Sieg verdankt Hindenburg einmal dem Eintreten der Bayerischen Volkspartei und der Wirtschaftspartei, der Wähler des Dr. Held im ersten Wahlgang, sodann der erheblich größeren Wahlbeteiligung, die zürn weit- «ms größten Teil ihm zugut gekommen ist. Am 26- April haben rund 30.35 Millionen abgestimmt gegen rund 27 Millionen am 29. März. Nach Abzug der kommunistischen Sonderstimmen für beide Wahlen ergibt sich ein Stimmenzuwachs von rund 3,29 Millionen, wovon auf Marx rund ^94 000, auf Hindenburg rund 2,93 Millionen entfallen. Im ganzen erhielt Hindenburg 14 6.39 399 Stimmen (29. März 11 709 898), Marx 13 752 640 (13 258 628). Aus dem Wahlergebnis geht klar hervor, daß die Wahl des Dr. Iarres, wenn nicht etwa die Bayerische Volkspartei sich doch noch für ihn entschieden hätte, was karmr anzunehmen ist, nicht durchzubringen gewesen wäre, ganz abgesehen davon, daß es wenig wahrscheinlich ist, daß die Wahlmüden vom 26. März in gleich großer Zahl am 26. Avril für ihn eingetreten wären wie für HirOmburg. Vom Standpunkt des Reichsblocks aus war also der Wechsel der Kandidatur notwendig. — 3n Bauern erhielt Dr. Marx 1 046 453 Stimmen gegen 752 072 der Stimmen für den nackmaliaen Dolksblock in der ersten Wahl, er hat allo 294 381 Stimmen gewonnen, die im wesentlichen dem Lager d-s Bayerischen Bauernbunds in Niederbayern und in der Oberpfalz entstammen. Hindenburg vereinigte 1 731 504 Stimmen in ganz Bayern auf sich- Die Wahlstimmen für Dr. Iarres, Dr. Held (Bayer. Volkspartei) und Ludendorff betrugen aber zusammen in der ersten Wahl 1 628 845. Sind auch ohne Zweifel von -er Bayerischen Volkspartei nicht wenige Stimmen auf Marx gefallen, so ist die große Mehrzahl der Wähler doch der Entscheidung der Parteileitung gefolgt und das hat mit den Ausschlag gegeben.
Bluliae Zusammenstöße am Wahltag In Berlin fanden zahlreiche L-chlägereten statt, besonders vor dem Wohnhaus des Reichskanzlers a. D. Marx in der Kaiser-Allee. Die einschreitende Schutzpolizei wurde vielfach in die Kämpfe hineingezogen. Am Kurfürstendamm wurden einige Reichsbannerleute verhaftet, die die Polizei angegriffen hatten. Die übrigen Reichsbannerleute entrissen nach längerem Kampf die Verhafteten der Polizei, wobei einige Beamte erheblich verletzt wurden. In Pankow wurden zwei Leute des Reichsblocks und fünf des Reichsbanners durch Revoloerschüsse und Dolchstiche schwer verletzt.
In der Meranerstraße wurde ein Plakatträger namens
Drei Tage aus dem Leben eines Kriminal-Beamten.
14 Von P —witsch.
Aus Lcm Numiäien von F. Palm-Nasareff.
„Hat die Wärterin vom Kinderzimmer aus nur einen Ausgang?"
„Nein, aus dem Zimmer der Wärterin führt außer dem Ausgang durch das Leutezimmer auch noch eine Tür ins Zimmer des Fräuleins, welche diese aber von sich aus stets mit dem Schlüssel zufchließt."
„Um welche Zeit legten Sie sich denn gestern abend nieder?"
„Die Wärterin gleich nach dem Tee; wir andere aber nach der Rückkehr der Herrschaft aus dem Klub, um 12 Uhr."
„Ist von Ihnen keiner in der Nacht aufgestanden?"
„Ja, die Köchin stand auf, um dein Herrn die Tür anszuschließen, denn nachdem der Herr die gnädige Frau und das Fräulein nach Hause gebracht hatte, kehrte er in den Klub zurück, um dort Karten zu spielen."
„Warum schloß die Köchin auf und nicht Sie?"
„Weil es die Hintertür war, deren Oeffnen Sache der Köchin ist. Nachts kehrte der Herr immer durch die Hintertür zurück, um die gnädige Frau durch das Klingeln im Vorsaal nicht zu stören: überdies mußte die Köchin auch das Tor zum Einfahren der Equipage öffnen."
„Der Equipage? Sie hatten demnach auch Pferde und einen Kutscher?"
„Gewiß."
„Sie haben aber beim Anfzählen der Dienerschaft des Kutschers gar nicht erwähnt?"
Rehnig, der mir einem ymosnvurgvus uverrieor war, vor. Reichsbannerleuten angegriffen. Sie versuchten, ihm die Bilder abzureißen. Rehnig warnte die Angreifer, er werde sich wehren. Trotzdem drangen die Reichsbannerleute auf ihn ein und entrissen ihm ein schwarz-weiß-rotes Fähnchen. Rehnig gab zunächst einen Warnungsschuß ab, als die Reichsbannerleute aber auf ihn einschlugen, schoß er gegen sie. Der Lageroerwalter Erich Schulz wurde getötet, ein weiterer Mann schwer verletzt. Rehnig wurde in Haft genommen.
Weiterhin werden ernstere Zusammenstöße gemeldet aus Erfurt und Frankfurt, wo es zahlreiche Verwundete gab, ebenso aus Ratibor (Schlesien), wo Umherziehende das Rathaus zu stürmen versuchten, in dem die Schupo untergebracht war.
In vielen Geschäften Berlins sind Büsten und Bilder Hindenburgs mit Blumenschmuck und Fahnen in den Schaufenstern ausgestellt.
Die Meinung der Presse
Die Blätter nehmen zu der Äkrhl je nach ihrer politischen Richtung Stellung und begrüßen die Wahl als das Lrwachen Deutschlands oder sie bedauern sie als eine Gefahr für die Republik. Der „Vorwärts" schreibt, der Ileber- rumpelungssieg Hindenburgs sei von Thälmanns Gnaden errungen: die Kommunisten haben an der Republik Berrat begangen und die nächste Aufgabe der Sozialdemokratie sei üe Abrechnung mit den Kommunisten.
3n London hat'die Wahl Hindenburgs sehr überrascht Die Aachricht wurde noch in der Nacht m den Klubs unk Gnsthöfen verbreitet. Soweit die Blätter schon zur Wahl Stellring nehmen, bringen sie sehr gemäßigte Berichte au- Berlin, nur die ehemalige Northcliffe-Blätter «Daily News' und „Daily Chronicle" ergehen sich in Ausfällen geger Deutschland. Aber man müsse es nach seinen Taten, nich' nach seinen Stimmungen beurteilen.
Die französischen Blätter benützen großenteils die Präst dentenwahl zu neuen gehässigen Angriffen gegen Deutschland. . . ... >,..
Die Neugier der fremden Zeikungsleute
Paris, 27. April. 3n Doorn waren am Sonntag viel' englische und amerikanische Berichterstatter eingetroffen, di« die Meinung des Kaisers zur Reichspräsidentenwahl er forschen wollten. Ein Adjutant bemerkte ihnen, der Kaise, nehme kein Interesse an der Wahl. Der Mitarbeiter der . Daily Mail" will beobachtet haben, daß beim Kaiser sict Alterserscheinungen in einer gewissen Reizbarkeit zeigen Während seine Gattin die Hoffnung hege, daß der Kaiser wieder den Thron besteigen werde, gebe sich der Kaiser selbst solchen Traumsebilden nicht hin. — Die Tatsache de; Wahl hat der Kaiser nur durch seinen eigenen Rundfunk apparat erfahren.
' Hindenburg in Hannover
Hannover, 27. April. Generalfeldmarschall von Hin denburgist heute von seinem Landaufenthalt in Hannover eingetroffen und wurde von einer ungeheuren Menschen menae stürmisch begrüßt. Ein beabsichtigter Fackelzug wurd' auf Hindenburgs Wunsch unterlassen. Er wird nach der amt lichen Bekanntgabe seiner Wahl durch das Reichskabinek nach Berlin «Kreisen.
Berlin. 27. April. In Berlin wurden nach vorläufige; Zäblung für Hindenburg 1 377 371, für Marx 1 558 709 uw für Thälmann 251 597 Stimmen abgegeben.
Neuestes vom Tage
fPL Günstiger Fortgang der deutsch-französischen Handeksvertragsverhandlungen
Paris. 27. April. Handelsminister Chaumer erklärt einem Zeitungsberichterstatter, die Gerüchte über eine Stok kung in den Handelsvertraasverhandlungen mit Deutscylaw seien durchaus unrichtig. Sie seien zwar durch den Rück tritt seines Vorgängers unterbrochen worden, er sei abe fest entschlossen, sie mit der Absicht des Abschlusses eines A-o kommens wieder aufzunehmen, und er sei sicher, daß er> befriedigendes Ergebnis erreicht werde. Jedenfalls habe e den festen Willen hiezu.
Aus den Erinnerungen Lord Greys
London. 27. April. „Westminster Gazette" veröffentlich heute Abschnitte aus den Erinnerungen Lord Greys ube die entscheidenden Tage im Juli und August 1914. Naa einigen Ausführungen über die Haltung Deutschlands Frankreichs und Rußlands, kommt Grey zu dem Schluß daß Großbritannien, wenn es sich nicht sofort am Krieg- beteiligt hätte, vollkommen vereinsamt worden wäre um sväter nicht nv>- Deutschland, sondern auch Frankreich uni
„Ich glaubte nicht, daß Sie auch ihn zur Dienerschaft ! rechneten; er schläft doch gar nicht im Wohnhause, sondern > ganz allein im Hose über dem Pfcrdestalle." j
„Um wieviel Uhr öffnete die Köchin dem Herrn die Tür?"
„Um Uhr des Morgens."
„Woher wissen Sie das?"
„Weil die Uhr in der Küche gerade schlug."
„Kehrte die Köchin, nachdem sie die Tür geöffnet, sofort zu Ihnen zurück?"
„In derselben Minute."
„Wer von Ihnen stand heute früh zuerst auf?"
»Ich." !
„Dann sahen Sie wohl auch zuerst das Geschehene?" ^
„^a. i
Nach alledem konnte also keiner von der Dienerschaft j an dem Verbrechen beteiligt sein, welches nach der Aus- § sage des Arztes in den ersten Stunden der Nacht be- - gangen worden war. Kotorgow fuhr fort: !
„Wer befindet sich außer der Dienerschaft noch in der i
Wohnung?"
„Niemand außer der Herrschaft."
„Aus wieviel Personen besteht dieselbe?"
„Aus dem Herrn, der gnädigen Frau und den beiden ! Fräulein: der großen und der kleinen."
„Sie sagten, daß der Herr sehr festen Charakters ist.
! Erinnern Sie sich, ihn manchmal ernstlich böse gesehen zu haben?"
„Nein; er blieb stets derselbe."
„Sie waren daher gewiß sehr erstaunt, daß er sich zu einem Morde hat Hinreißen lassen?"
„Außerordentlich. Ich wollte meinen Augen nicht i trauen."
Rußland gegen sich gehabt hätte. Es würbe später dort gezwungen gewesen sein, seinen Kampf auszufechten, uni wäre dabei schändlich zugrunde gegangen.
Reue Anschläge in Bulgarien
Sofia, 27. April. Das Theater und die Stadtbücherei ir Plewna sind durch kommunistische Brandstiftung in Aschgelegt worden. Während des Brands platzten drei Bomben die aber keine Menschenopfer forderten, da zur Zeit de; Brands keine Vorstellung stattfand.
Der Direktor der französischen „Hauptbank" in Sofia Kordoff, ist verhaftet worden. Er hatte die Keldvermittlunj für die kommunistischen Anschläge übernommen.
Borah zur Reichspräsidenkenwahl
Reuyork. 27. April. In einer Rede sagte Senatoi Borah, er hoffe, daß Deutschland starke und schnelle An strengungen machen werde, um seine nationale Unversehrtheit sowohl bezüglich seines Gebiets als seiner Wirtschaft aufrecht zu erhalten. Die Welt sei von dem Stand Punkt ausgegangen, das deutsche Volk habe ein Recht, der Mann zu wühlen, den es selber wünsche, solange nicht er wiesen sei, daß seine Kräfte und Anstrengungen mit der wichtigsten Aufgaben Deutschlands in Widerspruch stehen Man sollte ja nicht denken, daß Hindenburgs Wahl an sick als Störung zu betrachten sei. Er habe keinen Zweifel, daß ie eine Wiederkehr nationalistischen Geistes bedeute, aber wenn dieser in die richtigen Bahnen gelenkt würde, so könnt« das sehr förderlich sein. Er glaube nicht daran, daß Deutschland sich für einen Krieg bewaffnen werde oder auch nur di« Absicht dazu habe, denn Deutschland sei entwaffnet und füi Zriegsrüstungen nicht in der Lage, /selbst wenn es solche ausführen wollte. ^
Borah über die Schulden Frankreichs
Washington, 27. April. Wie die Blätter berichten, erklärte Senator Borah in der Presse, Frankreich sei sehr wohl im Stand, seine Schulden an Amerika zu zahlen, und es habe auch die moralische Pflicht dazu. Es sei in günstigerer Lage als jedes andere Land Curovas, habe keine Arbeitslosen und im allgemeinen sehr günstige Verhältnisse. Frankreich könnte seine Schulden zahlen, wenn es nur wollte; es zabe das Kohlengsbiet des Saargebiets und Elsaß-Lothringen whalten, zusammen etwa 40 000 Geviertkilvmeter, die zu len reichsten Gebieten der Erde gehören.
Die Londoner „Morgenpost" bemerkt hierzu, in diplomatischen Kreisen fei man überrascht, daß Borah die Sch ul- lenfr-age im gegenwätrigen Augenblick aufgeworfen habe, wo gleichzeitig Staatssekretär Kellogg sich für den Beitritt der Bereinigten Staaten zu einem smternationalen Weltgerichtshof erklärt habe-
Württemberg
- Stuttgart, 27. April. Dienstregelung für 1. Mai. Nach der Bekanntmachung des Staatsministeriums vom 26. April 1924 ist am 1. Mai der Dienst bei den Staatsämtern und in den staatlichen Betrieben wie an Werktagen auszuüben- Beamte, Angestellte und Arbeiter, die an diesem Tag dem Dienst oder der Arbeit fernbleiben wollen, haben rechtzeitig bei ihrem Vorgesetzten um Dienstbefreiung nachzusuchen. Die bewilligte Freizeit ist bei Beamten und Angestellten auf den Erholungsurlaub anzurechnen. Das gleiche kann auf Wunsch bei Arbeitern geschehen; wird von diesen nicht um Anrechnung auf den Erholungsurlaub nachgesucht, so wird für die versäumte Arbeitszeit kein Lohn gewährt.
Skukkgark, 27. April. Lohnbewegung. Die Transportarbeiter von Groß-Stuttgark, Feuerbach und Zuffenhausen sind unter Ablehnung eines Schiedsspruches des Zchlichtungsausschusses, der eine Lohnerhöhung von 3 -K vorsieht und von den Unternehmern für Stuttgart und Heilbronn angenommen, für das übrige Land aber dbaelehnk ivurde, in den Ausskand getreten.
Weil im Dorf, 27. April. Eingemeindung. Für die Verschmelzung von Weil im Dorf mit Feuerbach vorbehältlich der Erfüllung der von Weil im Dorf geäußerten Wünsche stimmten gestern 1188 Einwohner, gegen die Verschmelzung nur 289.
Donzdorf OA. Geislingen. Tat der Verzweiflung. Ein verheirateter Korbmacher hat nachts sein eigenes Häuschen vorsätzlich in Brand gesetzt. Er wollte selber darin verbrennen. Der Brand wurde aber entdeckt, ehe ein größerer Schaden entstanden ist. Das Motiv zu dieser Tat find eheliche Zerrüttungen. Der Korbmacher ist blind und vor einigen Wochen ist ihm feine Gattin mit dem eigenen Korbmachergesellen durchgebrannt. Der Korbmacher wurde in Haft genommen.
„War die gnädige Frau dagegen heftigen Charakters?"
„Mit mir war sie immer überaus gut."
„Aber mit Andern?"
„Ebenfalls; nur zuweilen war sie nervös, hatte aber ein weiches, vortreffliches Herz. Wenn man sie um etwas bat, konnte man versichert sein, seine Bitte erfüllt zu sehen."
„Wie heißt das große Fräulein?"
„Olga Jwanowna."
„Ist sie ebenfalls heftigen Charakters?"
„Ich weiß es eigentlich nicht bestimmt, da sie meist still und zurückhaltend ist."
„Vielleicht war sie nur manchmal ein wenig heftig?"
! „Das kam allerdings vor."
„Wann zum Beispiel? Wohl in der Unterhaltung mit der gnädigen Frau, wenn diese ebenfalls aufgeregt war?"
Bis fetzt hatte ich ruhig, ohne ein Wort zu sagen, zuge- hört; nun aber konnte ich es nicht unterlassen, mich hineinzumischen.
„Weshalb ziehen Sie denn was Verhör so sehr in die Länge, Fedor Wassiljewitsch?" versetzte ich. „Die Kenntnis dieser Nebenumstänoe kann Ihnen doch zu nichts ^ dienen?" .
j „Sic meinen?" erwiderte er lächelnd. „Das Resultat ^ wird es zeigen. Ueberdies gaben Sie mir carte blanche; erlauben Sie daher, daß ich meinen eigenen Weg gehe."
Er wandte sich abermals zur Zeugin:
„Die Tarnen haben sich also nicht gut miteinander der»
! tragen?"
; Das Mädchen jedoch, wahrscheinlich durch die von mir l)ervorgerufenc Unterbrechung ausgemuntert, wurde plötz-, > lich eigensinnig. (Forttctmna solatO