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Calw im Gchwarzwold

Mittwoch. 0en 13. September 1939

Nr. 214

Polens vW»>« semyviien

2^V186K6N Ladom und Kulno die P0lni8eti6 ^rmee in 2iv6i 6i'86sN6 kin^e 6inZ68ekl0886n / Lüdlieti kudorn 8lreckt der keind die^WukLen / 1^nüd6r86kdur6 Leute un OetunZenen und kri6Z8lnul6riut / Laindor Zenonnnen

Rasches Bsröringen aus Lem-ers

Oie poini8eke Le^ierunZ öiinet die ^ar8ekauer Oe!ünZnj886 und deivuiinet 8älnt1ieke Letnververdreetrer'

Oiz-ndericl, t cker 8 8 k» re 5 - o

kr. a. Im mächtigen Bogen des Weichselstromes vollzieht sich in diesen Stunden und Tagen das Schicksal des Staalsgebildes Polen. Die größt Schlacht im Osten, ein neues entscheidendes Tan­nenberg, ist in vollem Gange. Als letzte Etappe eines genialen strategischen Planes schließen di« Kämpfe um Kutno und Radom ein groß­artiges Umklammerungsmanöver ab. Kleine energisch durchgesührle Einkreisungen des Gegners gingen ihm voraus. Sie endeten alle s», wie auch diese große Schlacht anSgehen wird: mit der völlige« Riederzwingung des polnischen Widerstandes. Zn mörderischer Verteidigung bis aus den letzten Mann ausgericben oder zu Zehn- tauscirden gesangen das war in der Tncheler Heide, im Korridor und in Ostobcrschlesicn das Los der polnischen Divisionen. Di« verzweifelt kämpfenden polnischen Truppen an der Weichsel erwartet kein anderes Schicksal.

Der verblüffend kurze Zeitraum von etwa zehn Tagen genügte also der deutschen Heeressührung. um einen klaren, kühnen Plan bis zur leb­ten Kansegnenz zu verwirklichen. Es läßt sich schwer entscheiden, ob die größere Bewunderung darüber dem deutschen Generalstab oder den tavseren Truppen gelten muß, die trotz aller Schwierigkeiten die unerbittlichen Vollstrecker eines derart erfolgreichen Schlachtvlanes wurden

Dreimal länger als die Westfront 1914

Als sich unsere Soldaten in den frühen Mor­genstunden de? ersten September in Marsch sei», ten. da war es von vornherein klar, daß sie die Grenze nicht zugleich an allen Stellen überschrei­ten konnten. Einen kräiteverichwendenden nnd unnötigen Frontalangriff verbot allein die Länge der deutsch-polnischen Grenze. Ne der 2 000 Kilometer durchlaufen ja die Grenzpfähle zwischen dem deutschen und dem ehemaligen pol­nischen Land. Und das bedeutet die dreifache Länge der Westfront des Weltkrieges. Die deutsche Heeresleitung begnügte sich darum damit, an eini­gen Stellen einen schnellen Durchbruch der feind­lichen Befestiaunaslinien anzustreben und an an­deren Grenzstrecken die Anqriiisabsichten des Gegners zu unterbinden. Zwilchen Schneidemnhl und Glogau wurde zunächst einmal dem oft ge- nug angekünbigten polnischen ..Marsch ans Berlin" mit verhältnismäßig geringen Kräf­ten ein eiserner Niegel vorgeschoben

Einbruch an drei Fronten

Die ungeschmälerten starken Krälte unserer Oit- armee waren damit für die dentiche Initiative frei. Die Krkolge ließen nicht lange aus sich war­ten. An nicht weniger als drei Fronten batte die deutsche Wehrmacht entscheidende Schläge vorbe-i-stet Gerade da wo sie der Gegner oUen- sichtlich am weniasten erwartete, fielen sie am vernichtendsten ans.

Das aus allen lchönen Illusionen sehr nnsantt entrissene polnische Oberkommando hätte an? mi­litärischen Analphabeten bestehen müssen, wenn von ihm nicht ziimindestens Vorlehrungen gegen

HftnMr in k-mtz

Die polnischen Kräfte südlich Nadom gefangen Berlin, 12. Scpt. Im Laufe des heutigen Tages ist der Widerstand der südlich Radom ein- geschlosscncn polnischen Streitkräsie gebrochen worden. Die Beute an Gefangenen und Kriegs­material ist auch nicht annähernd zu übersehen.

Die dentichen Truppe», an der Siidsront sind im schnellen Vordringen aus Lemberg. Siidost- wärts von Przemysl haben Gebirgstruppcn die Stadt Sambor genommen und stehen damit am Dnjestr. Schnelle Truppen haben sich nordöstlich von Przemysl in den Besitz von Krakowiec gesetzt.

drei naheliegende deutsche Zielrich­tungen getrosten worden wären: Schutz des sür die Nüstung unentbehrlichen ostoberschlesischen Industriegebietes. Sicherung Warschaus vor einer Bedrohung aus dem Nächstliegenden deutschen Grenzablchnitt in Ostpreußen und eiserne Verle:- digung des Korridors,m die gefährliche Ver­bindung des Reiches mit der ..Insel" Ostpreußen zu verhindern. Warschau hatte in der Tat auch nach diesen Gesichtspunkten die Hauptkontingente seiner Truppen verteilt. Aber es zeigte sich bald, daß es dennoch sal'ch dirigiert hatte...

Entscheidung reifte im Südlvcsten

. brach die pemmscsche Armee schon am ersten Tage in den Korridor ein. Aber sie wählte sich den nächsten Weg an jener Stelle, wo dieses iliierträgtiche Produkt von Versailles nur 39 Kilometer znv'ck!--, Osto-morer» und D-inzig nichts Klar nach Südosten zielte der deutsche Stoß. Aus das Ciadtdroieck Bromberg Kulm Graudenz zu ging der Marsch der Truppen

aus Pommern. Er führte scharf am linken Flü­gel der im Korridor aufmarschierten polnischen Divisionen vorbei, ohne deren starkem Mittelteil eine Angrifssmöglichkeit zu geben.

Auch die in Ostpreußen postierten deutschen Regimenter ' wo neben jungen Soldaten beson­ders viele alte Frontkämpfer stehen stießen ungestüm durch die massierten polnischen Vertei­digungslinien nach Süden vor. Sie trafen auf stärksten Widerstand. Aber während sie sich tapfer und verbissen Schritt um Schritt, vorwärtsschlu- gen, bereitete sich bereits von Südwesten her der entscheidende Schlag gegen -ie polnische Hauptstadt und Vas Polnische Heer vor. Nicht das durch starke Bunkerlinien gesicherte Industriegebiet um Kattowitz und Königshütre grisfen die schlesischen Streitkräsie der deutschen Wehrmacht an. Sie hatten das wertvolle Land der Zechen und Gruben ..ausgespart" und ihren Angriff nördlich und südlich davon weit in pol-, irisches Gebiet vorgetragen. Die Richtung hieß: Warschau. kortsetmag auk 8elle 2

Von unserer Lerliner 5ckriktieitunj>

Als der Negus seinerzeit aus Addis Abeba flüchtete, da vergaß er trotz der gebotenen Eile nicht, alle erreichbaren Schätze zusammenzu- raffen und damit zu entwischen. Bon dem ge­wesenen Gewaltherr Albaniens Zogu weiß man, daß er etliche Goldbarren nach London in Sicherheit brachte und Herr Negrin ver­schob gleich den gesamten spanischen Staats­schatz.- Auch Benesch versorgte sich auf seine ' Weise und weiß sich auf lange Zeit hinaus alle: finanziellen Sorgen ledig.

In keinem einzigen Falle brachte einer der hier genannten demokratischen Günstlinge den Mut auf, den Kampf bis zum Ende durchzu­stehen. Sie ließen alle ihr Land und die von ihnen aufgehetzten Menschen im Stich, als die Stunde der höchsten Bewährung schlug. Wie­der befinden sich heute einige Schoßkinder der Westmächle in ähnlichen Nöten. Und von neuem wiederholt sich das jämmerliche Schau­spiel, das schon die Vorgenannten der Welt vorexerzieren. Die Mitglieder der auf der Flucht befindlichen polnischen Regierung führen in ihrem Gepäck den polnischen Staats­schatz mit und sie werden ihn über die Grenze nehmen, wenn der deutsche Vormarsch allzu bedrohlich wird. Die zusammengerafften Gelder werden den entkommenden Hetzern und verbrecherischen Elementen ein geruhsames Emigrantendasein sowie gute Hetzmöglichkeit sichern. Für diese Leute, die vordem prahlerisch erklärten, sie würden jeden Zoll polnischen Bodens mit ihrem Blute verteidigen, schlägt der verführte und belogen« pol­nische Soldat sein Leben in die Schanze. Er verblutet, während die Hauptverantwort­lichen für den Zusammenbruch Polens keine anderen Sorgen kennen, als die geraubten Schätze in Sicherheit zu bringen.

Der sinnlose Widerstand raubt zehntanfen- den polnischen Familien ihr letztes Eigentum, in ihre Häuser werfen die eigenen Soldaten die Brandfackeln, Warschau will ein zerstörungs­wütiger, von blindem Haß besessener General in einen Trümmerhaufen verwandeln und da­mit neben zahlreichen Menschenleben auch un­schätzbare materielle Werte vernichten. Aber was schert das die polnische Regierung: nach ihr die Sintflut! Sie selbst weiß sich ja in Sicherheit.

Vielleicht ist in diesem Zusammenhang die Frage erlaubt, was denn mit den achtTstil- tionen Anleihe geschieht, die Frankreich und England den Polen als Sofortkredit ge­währten. Das polnische Volk selbst wird wohl kaum in den Genuß dieser Anleihe kommen. Das darf man nach oem bisherigen Verhalten der Regierung als feststehend annehmen.

L. Or.

Eo'daleii? Mn Mordbrenner

Von Slowaken bewohnte Dörfer nicdergebrannt

Prctzburg, 12. Sept. Ueberall. wo polnische Truppen fluchtartig ven Rückweg antraten, sind Brandstätten die Zeugen ihres barbarischen Treibens. So würbe in dem größtenteils von Slowaken bewohnten Gebiet der oberen Orava sestgestellt. baß in Jablunka 27. in Dolna-Lipnica 4. in Hlavovka lO und in Podolik gleichfalls lO Anwesen vollständig niedergebrannt wurden.

Gmm ARM SeeeöuSermettzo-en

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Brüssel, 12. Sept. Der ständige Ausschuß der Oslo-Gruppe beendete am Dienstagabend seine Brüsseler Besprechungen. In einer Verlauibarung wird mitgcteilt. daß der Meinungsaustausch sich aus die Maßnahmen erstreckt habe, die infolge des Krieges aus dem Gebiet des Handelsverkehrs vorauszusehen seien. Es habe sich eine vollständig übereinstimmende Stellungnahme ergeben. In gut unterr'chteteii Kreisen wird angenommen daß England Belgien und vermutlich auch die übrigen Oslo-Staaten ausgcsordert hat, das genaue Aus­maß der sür ihre Existenz benötigten Waren und Lebensmittel anzugeben. Die Oslo-Staaten wür­den die britische Anfrage, die einen verzweifelten Truck Englands auf die neutralen Staaten dar­stelle, ihren Transitverkehr mit Deutschland en- zustellen, mit einem Protest und mit der Erklä­rung, daß ein solches Verfahren unzulässig sei und der Neutralitätspolitik widerspreche, beant­worten.

Zahlreiche für Belgien bestimmte Handelsgüter werben schon jetzt in englischen Häsen zu- rückgehalten. Die Briten wollen durch diese Seeräiidermethoven die Empfänger ver auf dielen Schissen gelieferten Waren dazu zwingen ge­naue Angaben über die Bestimmungen dieser Waren zu machen. Schließlich wird in unterrich­teten Kreisen angenommen, daß die Konferenz der Oslo-Staaten sich auch mit der Frage der

von England schon eifrig geübten lieber slie- gung des neutralen Luftraumes nicht- kriegführender Staaten befaßt hat.

Böser Reinsall -er Lügenhetzer

Brüssel widerlegt eine Pariser Falschmeldung

Berlin, 12. September. Nach einer Meldung des PariserFigaro" soll am letzten Samstag ein mit Explosivstoffen beladenes deutsches Flugzeug auf dem belgischen Flughafen Evere zur Landung gezwungen worden sein. Die sranzosenfremrdtiche belgische Zeitung .Gazette" brachte ihr Erstaunen darüber zum

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anderer Mächte ausführlich behandelt habe. Das belgische Verteidigungsmini­ster i u m hat daraufhin gestern die Behauptung, daß ein deutsches Militärflugzeug in Evere gelan­det sei, a'mtlich dementiert. Das Blatt Pays Reel" knüpft daran die Frage, wer diese Falschmeldung in Umlauf gesetzt habe. Die Ant­wort dürfte nicht schwer fern. Die westliche Hetz­presse, der unter der Leitung Churchills und des britischen Jnformationsmimsteriums alle Mittel recht sind, um die vielfachen klaren Neutrali­tätsverletzungen Englands und Frankreichs zu verschleiern

ReutMe sagen: AeuiNland unbesiegbar

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Brüssel. 13. September. Die .Libre Belgigue" gibt die Eindrücke neutraler Persön­lichkeiten wieder die nach einem kurzen Aufenthalt m Westdeutschland die Feststellung gemacht haben daß die Bevölkerung Vertrauens- voll einem sür Deutschland glücklichen Ausgang des Krieges entgegensehe. Man sei einstimmig der Ueberzeugung. daß das gule Nechl aus deutscher Seile und das Unrecht aut Seiten Polens und seiner Alliierten insbesondere Englands sei. Man se> ferner davon überzeugt. Saß wenn die deutschen Truppen die polnisch- russische Grenze erreicht hätten was nur eine Frage von Tagen sei Deutschland den Krieg nicht oerlicren könne Senn wirtschaftlich könne cs nicht besiegt werben und militärisch

sei es nach der gleichen Ansicht schon jetzt un- besiegbar. In den Aeußerungen der Deutschen spiegele sich das anscheinend aufrichtige Gefühl des Bedauerns wider, sich mit Frankreich im Kriegszustand zu befinden. Man erkläre immer wieder, daß man dagegen mit Freuden gegen England kämpsen würde.

Ministerien verlassen London

Berlin, t2. September. In England wird amt­lich bekanntgegeben, daß ..di e Mehrzahl von Negierungsbeamten London verlassen wird". Die Zahl der Beamten, die ihren Amts- sitz in sicheren Gegenden ausjchlagen wollen wird mit 8000 beziffert.