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senschaft bis jetzt vergeblich gearbei­tet hat.

Ich hatte während meiner 12jäh- rigen Praris die Lungcnseuche drei­mal in meinen verschiedenen Stal­lungen. Die ersten zweimal ließ ich den angegriffenen Viehstand ganz nach den von der Wissenschaft vor- geschriebcnen Grundsätzen behandeln und erlangte dadurch eine gewisse Sicherhcitin Behandlung dieser Krank­heit, d. h. ich machte mir zum Grund­satz, wenn sich die Krankheit wieder in einem Stalle zeigen sollte, sogleich nach dem Metzger zu schicken, um den Stall zu leeren, ehe der Schin­der, man verzeihe mir diesen schwäbi­schen Ausdruck, diese Funktion über­nimmt.

Mittlerweile brach unter dem Viehstande eines mir sehr entfernt liegenden kleinen Gütchens, das unter meinerAdministration steht, die Lungen­seuche ebenfalls aus, und der dortige Aufseher sah mit Entsetzen, welche Ver­heerungen dieselbe unter seinerHeerde anzurichten begann. AuS dieser Noch sollte ihm ein alter Schäfer helfen. Man weiß, daß Schäfer, Fallmeister und Hufschmiede die Gründer und langjährigen Träger der Thierheil­kunde waren und daß sie bis heute, wenn auch theilwcise gemaßregelt, ihr Schooßkind härtnäckig vertheidi- gen und der Wissenschaft das Feld nicht allein lassen wollen. Der Schäfer gab ihm ein Mittel und der Mann in seiner Noch gebrauchte cs und das Resultat war, daß in dem Stall, der die ganze Heerde mit 18 Stück Vieh enthielt, kein Stück mehr fiel, sondern der ganze Viehstand ge­heilt wurde. (Forts, folgt.)

Der Vogelsteller.

(Fortsetzung.)

Du wirst nicht sterben, Kind!" tröstete die Mutter, selbst Alles Tro­stes barDer Vater schläft eben ein wenig" dle Mutter zwang sich zu einer Lügeund ich möchte ihn nicht gern aufwecken. Hoffe auf Gott er wird Alles wohl machen."

Später erschien der Arzt, welcher

mit den kalten Umschlägen ans das Haupt fortzusahren anordnete. Große Beruhigung über das Befinden der Kranken konnte er nicht ertheilen, weil, wie er sagte, das Scharlach­fieber um deßwillen eine so böse Krankheit sei, daß auf scheinbare Besserung plötzlich eine oft tödtliche Verschlimmerung cintrete, die der Arzt weder vorausschen noch beseitigen könne.

Der Sonntag Nachmittag kam, aber nicht Meister Diesend vom Vo­gelheerd nach Haus. Der Nach­mittag verstrich und sogar die abend­liche Stunde, in welcher Diesend sonst vom Vogelstellcn heimkchrte. Der Meistersfrau Unruhe ward zur Angst, als die Nacht dunkel sich niedcrscnkte und ihr Gatte immer noch nicht sich zeigte. War ihm ein Unfall zuge^ stoßen? ein Schlagfluß über ihn ge­kommen? oder von Räubern ange­fallen worden?

Zu diesen Befürchtungen gesellte sich das immer dringender erneute und ausgesprochene Sehnen Emiliens nach ihrem Vater, um ruhig ihrem bald zu erfolgenden Ende entgegen zu gehen.

Noch graute der Morgen nicht, als Andreas und der Lehrbursche mit der Meisterin Bewilligung auf dem Wege zum Vogelheerde rasck* dahin­schritten.

Es dunkelte bereits, als Meister Diesend am Sonnabend seinen Vo­gelheerd betrat. In dem kleinen Stübchen, das nur ein einziges und sehr kleines Guckfenster besaß, war es völlig finster, daher Diesend vor allen Dingen nach seinem Feuer­zeug griff, welches neben seiner Bett­lade stehen mußte. Da fühlte er sich plötzlich von starken Armen ge­packt, bewältigt und längelang zu Boden geworfen.

Zugleich drückte sich der Helm einer Art auf seine Stirn und eine rauhe Stimme sprach drohend:Rühre Dich und ich schlage Dir das Gehirn aus dem Schädel!"

Da ergab sich Diesend der Ge­walt und mußte cs geschehen lassen, daß man ihn fast bis auf's Hemd

entkleidete und die Füße und Hände fest zusammenband. Unter Hohn­lachen verzehrten die zwei Kerle die Vorgefundenen LebeSmittel und leerten den Rest der Rumflasche. Sie gaben ihre Freude über Dicsends aus bes­seren Zeiten herrührende Uhr und ihre Unzufriedenheit über den gerin­gen Geldbefund in dessen Taschen zu erkennen. Die Betten und übrigen des Mitnehmens werthcn Gegen­stände waren bereits vor DiesendS Ankunft in Bündel gepackt worden, daher die beiden Räuber bald nichts mehr hier zu schaffen hatten. Be­vor sie aber sich mit ihrer Beute entfernten, hob der eine Räuber höhnisch an:Gar zu hart wär's, wenn wir unser» Vogelsteller hier auf den bloßen Dielen liegen lassen wollten. Legen wir ihn in seine Bettlade und er wird uns noch Dank dafür wissen. Faß' an, Macktusch!"

Der Schubkasten der Bettkom­mode enthielt nach dem Herausneh­men der Vcttstücken nur noch eine Unterlage von Stroh, auf welches der hilflose Diesend gebettet wurde. Erst da die Räuber den hcrausge- zogenen Schubkasten sammt dessen lebendigem Inhalt wieder in die Kom­mode schieben und somit jenen des Zugangs der frischen Luft wie des Tageslichts berauben wollten, legte sich der Meister auf flehendliches Bitten um Schonung nnd Erbarmen. Doch vergeblich. Die Bösewichter führten ihr Vorhaben in der Weise aus, daß nur eine ganz kleine Spalte für den Eingeschossenen zum Luft- schöpfcn frei blieb, den jene nunmehr seinem Schicksal überließen und lachend sich entfernten. Man denke sich nun die Lage des Meisters, der gleich­sam lebend in einem engen, finstern Sarge eingeschloffen war. Welche viele qualvolle Stunden standen ihm bevor, ehe ihm Erlösung aus seiner Noch werden konnte! Selbst wenn ihm die Hände und Füße nicht ge­fesselt gewesen wären, hätte er wenig oder nichts zu seiner Befreiung unter­nehmen können, indem sowohl der Schubkasten als auch die darüber befindliche Decke der Bettlade aus fest zusammcngcfügten, starken Bret-