Dr. Ko pp, der neue Bischof von Fulda, hat die Aeußerung gemacht, daß die Verwaltung des kirchlichen Vermögens, welche während der Bischofs - ' Vakanz von der preußischen Regierung besorgt wurde, eine wahrhaft mustergiltige gewesen sei, wie sie seitens der katholischen Kirche nicht besser hätte geschehen önnen.
Berlin, 20. Jan. Nach Mittheilungen der „Nordd. Allg. Zeitung" aus Wien wäre zwischen Oe streich und dem Fürsten von Montenegro eine Ucbereinkunft beabsichtigt und, wie es scheine, bereits zu Stande gekommen, welche den österreichischen Truppen gestattete, vom Montenegriner Gebiet aus zu operiren und den Aufständischen den Bezug von Verstärkung und Kriegsmaterial wie den Rückzug abznschneiden.
Der Reichskanzler Fürst B i s m a r ck soll wirklich recht unwohl sein. Es ist ihm, nach der „M. Z.", ganz unmöglich, das Zimmer zu verlassen und sich mit schriftlichen Arbeiten zu befassen. Sein Schwiegersohn, Graf Knno zu Rantzau, der bereits mit seiner ganzen Familie seit längerer Zeit im Reichstänzlerpalais wohnt, ist der einzige, der ihm gegenwärtig Vorträge hält. Fürst Bismarck empfängt täglich mehrmals den Besuch seines homöopathischen Arztes Dr. Fwingenberg.
In Breslau sind, wie die Zeitungen melden, gegen 360 russische Inden eingetrvfsen, meistens in großer Hülslosickeit, so daß Sammlungen sür sie angestellt wurden Sie wollen nach Amerika auswandern und sagten aus, daß in Brvdy noch 5000 ans der Gegend non Odessa bis Kiew vertriebene Glaubensgenossen der Weiterbeförderung harrten.
B r esla u, 23. Jan. Heute Morgen brach in den Maschincnrünmen der Bnchdruckerei der „Breslauer Morgenzeilnng" Feuer ans und vernichtete sämmkiiche Maschincnränme, während die Druckmaschinen erhalten blieben. Ein Feuerwehrmann wurde schwer verletzt.
Das dem Landtage verheißene neue Verwendungsgesetz bestimmt, wie verlautet, daß vermittelst der neuen Reichsstenererträge, die eventuell an Preußen abgcführt werden müssen, zunächst die untersten Stufen der Classensteuer (wahrscheinlich vier) getilgt werden sollen, dann die Beamtenbesoldungen zu erhöhen sind, endlich der Rest an die Ärcsie vertheilt werden soll (zur Abschaffung des Schulgeldes :c.) Oesterreich Üng ru.
Wien, 23. Jan. Ans dem Ugoesaer Komitat wird über arge Judenverfolgungen gemeldet. Dieselben begannen damit, daß Jndcnbettler in Ka- raßlo zum Knien vor dem Kreuz gezwungen wurden. Da die Inden des Orts sich hierüber abfällig äußerten, wurden ihre Häuser mir dem Rufe: „Es naht der Tag des Gerichts!" geplündert. Der Stuhlrichter halt es mit den Jndenverfolgern und berichtete dem Vizcgespan, daß nichts vorgesallen sei. Dieser ließ auf die Bitte der Juden eine Untersuchung anstellen und sechs Ruhestörer verhaften. Trotzdem erneuerten sich in den benachbarten Orten dieselben Szenen. Die dortige Bevölkerung ist griechisch- katholisch und soll durch srenidc Emissäre aufgehetzt worden sein.
Graz, 20. Jan. Der „Tagespost" wird aus Belgrad geschrieben, Matanovic habe daselbst 210,000 Franken größtentheils durch Vermittlung des Ex- Metropoliten Michael zusammeugebracht und habe erklärt, er hoffe, Oesterreich durch einen jahrelangen Guerillakrieg hinzuhalten und dadurch den Mächten Anstoß zu geben, Oesterreich zur Räumung Bosniens zu verlassen.
Frankreich.
Von Gambetta verlautet, daß er unverrückt auf dem Listenskrutinium bestehe, also darauf, daß der Wähler nicht mehr einen Deputirten für seinen Wahlkreis, sondern zu gleicher Zeit alle Deputirte sür fein Departement wählt. «Dadurch wird die Wahl losgelöst von der Person der Abgeordneten und an dessen Stelle tritt das Glaubensbekcnntniß der Partei.)
Die Lage Gambettn's wird von Stunde zu Stunde schlimmer. Zwischen der 33er Commission und Gambetta ist das Tafeltuch jetzt gründlich zerschnitten und es ist keine Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß die Kammer diesen Schritt nicht billigen werde. Gambetta erklärt zwar noch immer, er sei der Kammer vollständig sicher, aber man vergleicht diese Erklärung mit der Behauptung eines bankerotten Hauses, welches, um seinen Credit zu verlängern,
sich noch immer gegen besseres Wissen für zahlungsfähig ausgibt und die Katastrophe hinauszuschieben sucht, weil „vielleicht doch ein Wunder eiutreten könnte." lieber einen Zwischenfall, welcher sich am Samstag in der Commission der Dreiunddreißig ereignete, wird dem „D. M.-B." gemeldet: Es handelte sich um die Frage, ob der Cougreß nur über eine von den Kammern vorgelegte Frage berathen dürfe, wie Gambetta erklärt, ober ob er sonverain fei. „Was würden Sie thun?" fragte Barodet, von der äußersten Linken, den Ministerpräsidenten „wenn der Congreß sich über diese Grenze hinwegsetzt?" „Was er außerhalb dieser Grenze thäte," antwortete Gambetta, „wäre ungesetzlich." Legrand: „Was würde tüeraus geschehen?" Gam- betta: „Was gegenüber allen revolutionären Maßregeln geschieht." Legrand: „Würden Sie sich sür berechtigt halten, den Congreß aufzulöjen?" Gambetta: „Ich kann daraus nicht antworten." Nach kurzem Zögern setzte ec hinzu: „Das wäre Sache des Präsidenten der Republik." Clemen- ccau: „Aber um zu handeln, braucht der Präsident einen Minister. Gambetta: „Man würde immer Minister finden." Hierauf ries Langlois, ein bekanntlich sehr erregter Brensch, übrrgens von der Partei der gemüßigten Republikaner: „Das ist die organisirte Insurrektion!" Die Aufregung, die nun entstand, war so groß, daß man die Sitzung für eine halbe Stande suspendirte.
In einem Juwelierladen der Rue des Capu- cines in Paris erschien seit einiger Zeit ziemlich oft ein Fremder, der jedesmal kleine Einkäufe in Schmuckjachen machte oder irgend eine Kleinigkeit reparircn ließ. Er war etwa 50 Jahre alt, nannte sich Oberst Gaston und gab an, im „Hotel Continental" zu wohnen. Eines Tages erschien der angebliche Oberst Gaston wieder mit einem kleinen Köfferchen, suchte 22 verschiedene Stücke aus und ließ dieselben in den Koffer packen. Nachdem dies geschehen, verschloß er ihn und stellte ihn neben sich auf den Boden, um das Geld zur Bezahlung her- vorzusucheu. In diesem Augenblick trar ein anderer Kunde in den Laden, der auch ein Köfferchen in der Hand trug, und verlangte ein Paar von den Bril- lantknöpsen, die im Schaufenster ansgelegt waren. Während sich die Juwelierssran sChauvey nach dem Fenster umdreht, um das Verlangte herauszunehmen, vertauschte der zweite Kunde sein Köfferchen mit dem des Obersten Gaston, das ganz genau ebenso aussah, kaufte ein Paar Knvpschen und verließ nach wenigen Minuten den Laden. Kaum war er fort, so erklärte Oberst Gaston, doch nicht genügend Geld bei sich zn haben, ließ sein Köfferchen stehen und übergab den Schlüssel der Frau Chauvet, bis er aus dem Hotel das Geld herbeigeholt hätte. Natürlich kam er nicht mehr zurück. Endlich öffnete Frau Chauvet besorgt das Köfferchen, und man begreift ihren Schreck, als sie es absolut leer fand. Der Werth der gestohlenen Schmucksachen beträgt 246 000 Franks. Noch ist man den Dieben nicht auf der Spur.
Italien.
Rom, 21. Januar. Die „Opinione" bringt Enthüllungen, nach welchen der bekannte Ankauf hiesiger Zeitungen durch französisches Kapital in Verbindung stände mit ähnlichen Vorgängen in Wien, und ein Theil eines umfassenden, gegen Deutschland gerichteten Aktionsplanes Gambettas wäre, in den auch Beust verwickelt gewesen und zu dem die Union gsnsrale die finanzgeschäftliche Vermittlung geliehen habe. Die angekauften Zeitungen wären bestimmt gewesen, den in Folge der Wahlreform bevorstehenden allgemeinen Wahlen ein Ergebniß im radikalen Sinne zu sichern und damit den entschiedenen Anschluß Italiens an die französische Angriffspolitik einzuleiten.
Neapel, 21. Jan. Garibaldi ist mit seiner Familie hier angekommen und in der Villa einer Engländerin am Posilippo abgestiegen. Er wurde von allen Behörden empfangen, die Studenten brachten ihm eine Ovation. Garibaldi sieht sehr krank aus. Er erklärte, hier seine Tage beschließen zu wollen.
Schweden und Norwegen.
Hammerfest (Norwegen), 20. Jan. Unsere Stadt ist gestern von dem schrecklichsten Orkan, dessen man sich seit Menschengedenken erinnert, heimgesucht worden. Nicht weniger als dreizehn größere Packhäuser sind mit ihrem ganzen Inhalt an Thran,
Mehl und Fellen von den Welle» fortgespült worden; auch der größte Theil des Zollhaus-Quais ist verschwunden. Der Zollhans-Quai wurde demolirt, viel anderes Unglück ist zu beklagen. Der materielle Schaden wirb auf eine halbe Million Kronen geschätzt.
Rußland.
Aus P ctersb urg hört man, daß der „Pro- jadvk" auf drei Monate verboten wurde und zwar wahrscheinlich aus dem Grunde, weil er in einem Artikel u. a. sagt: Wenn zwischen Rußland und Frankreich eine Annäherung zu Stande käme, so würde dadurch der Friede nicht nur nicht gefestigt, sondern Kriegsgefahr heraufbeschworen werden. Deutschland wäre in diesem Fall gezwungen, entscheidende Anstrengungen zu machen, um die ihm feindliche Koalition zu zerstören oder unschädlich zu machen. Gegenwärtig haben wir nicht an Bündnisse nach Außen zu denken, am allerwenigsten an ein Bündniß mit Frankreich.
In Rußland werden die Vorbereitungen zn der im Laufe dieses Sommers in Moskau stattfindenden Krönungsfeier des Czaren und seiner Gemahlin eifrigst fortgesetzt. Man scheint demnach auf die nihilistischen Drohungen, daß die Nihilisten die Krönung unter allen Umständen zn verhindern wissen würden, nicht allzuviel zu geben, doch wird man es an den nöthigen Vorsichtsmaßregeln gewiß auch nicht fehlen lassen. Zahlreiche fürstliche Persönlichkeiten werden zu den Moskauer KrönuugSfeicrlichkciten erwartet.
Ein Meteor. In einem Dorfe des Kreises Kassinow in Rußland wurde während eines Gewitters folgende Erscheinung wahrgenommen: Plötzlich zeigte sich in der Luft eine Feuerkugel von blendendem Glanze, die mit Blitzesschnelle über das Dorf hinflog und dann, an der Spitze des Kirch- thurms aufschlagend, in viele Stücke zersprang, die sich über das ganze Dorf verstreuten. Ein Theil der Feuerkugel flog aber, nachdem der Thurm durch dieselbe bereits in Brand gesteckt war, durchs Dach in das Innere der Kirche hinein, schlug hier auf den Altar auf und zersprang mit heftigem Knall. Auch der Altar sing sofort Feuer, dasselbe wurde jedoch von dem Geistlichen, der eben im Begriff war, den Gottesdienst zu beginnen, bald unterdrückt. Unterdessen hatte das Feuer sich aber vom Kirch- thurmc aus rasch über die ganze Kirche verbreitet, von der nur ein geringer Theil gerettet worden sein soll. Durch die beim Platzen der Feuerkugel nach allen Seiten hin geschleuderten Splitter ist glücklicher Weise Niemand zu Schaden gekommen.
Türkei.
Die entschlossene Haltung, welche die Pforte in dem Proteste gegen die dem Vizekönig von Egypten überreichte englisch-französische Collectivnote bekundete, wird auf das eventuelle fernere Verhalten der Weltmächte in den egyptischen Angelegenheiten ohne Zweifel von Einfluß sein. Schon jetzt machen sich in England Stimmen geltend, welche das englisch-französische Vorgehen in Egypten entschieden mißbilligen und die energische Sprache der Pforte, sowie die gegen Frankreich und England erregte Stimmung in Egypten dürften schließlich das Cabinet Gladstone bestimmen, einstweilen von weitern Schritten in Egypten und einem ferneren Zusammengehen mit Frankreich abzusehen.
England.
London, 23. Jan. Eine Schlacht im Engpaß zwischen Gatzko und Bilek endete mit dem Sieg der Insurgenten. Zwei österreichische Bataillone wurden aufgerieben. (Fr. I.)
Limerik, 24. Jan. Aus einem hiesigen Magazin wurden vorgestern Abends 700 Pfund Dynamit gestohlen, der Diebstahl verursacht große Aufregung.
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S tn ttg art, 23. Jan. fLandesproduktcnbörse.) Unser Umsatz war bei unveränderten Preisen ziemlich belangreich; namentlich wurde Waizen viel gehandelt; dagegen war Gerste gänzlich vernachlässigt. Wir noliren pro 100 Kgr.: Waizen, bayerischer 26.—26.40, russischer ^ 25.50 bis ^ 26, Kernen 26, Dinkel 18.40, Haber 15.40—16.40, Bohnen 18. Meblpreise Pr. 100 Kilogramm: Nr. 1: ^ 37.50 bis 38.50, Nr. 2: 35.50-36.50, Nr. 3: 82.50 bis
33.50, Nr. 4: 27.50—28.50.
sPrcise der Lebensbedürfnisse in Stuttgart ans dem Wochenmarkt vom 21. Januar.) 1 Kilo süße Butter 2.20, saure Butter 2 1 Kilo Rindschmalz 2.40,
Schweineschmalz 1.60, 10 Kalkeier 70 ^!, 10 frische Eier 80 -l, M Kilo Kalbfleisch 50 <4, Mastochsenfleisch 66 <4, Schwei-
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