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Stuttgart. Die Stuttgarter Metall waren» sabrtk Wtlh. Mayer und Frz. Wilhelm hat zur Erinnerung an den Prinzen Herrmann von Sachsen-Wcimar-Eisenach, den hochver­dienten Eerenpristdenten des württembergischen Kriegerbundes, eine Medaille anfertigen lasten, welche auf der Vorderseite das sehr gut ge- trofene Bildnis des Verewigten gibt und auf der Rückseite einen fein ziselierten Lorbeer- kranz zeigt mit dem Datum des Todestags 31. Aug. 1901.

Konstanz, 4. Sept. Die Strafkammer verurteilte gestern den Kaufmann Julius Hornsteincr von Basel, welcher rin Inserat in dieKonst. Ztg." unter gefälschtem Na­men gab und in demselben einer erst kurz verwitweten Frau Heiratsabsichten andichtete, wegen Urkundenfälschung und schwerer öffent­licher Beeidigung zu 4 Monaten Gefängnis.

Ueberlingen, 3. Sept. Hier wurde eine Forelle mit dem ungewöhnlichen Gewicht von 12 Pfd. gefangen. Der Umpfang beträgt 70 vm.

Pforzheim, 5. Sept. Auf dem letzten Pferdemarkt erregte eine arme Schindmähre bei den Besuchern lebhaftes Bedauern. Ein altes Tier, siech und abgemagert, stand da zum Verkauf und der Besitzer war froh, als ein Zigeuner dasselbe um 15 ^ anscheinend um es gleich wieder an den Nächstbesten, der ein paar Mark mehr bieten sollte, loszu­schlagen. Das Tier hatte jedenfalls bessere Tage gesehen. Jetzt suchte sich der Besitzer, der es vorher genügend auSgenützt auf mög­lichst vorteilhafte Art desselben zu entledigen. Vom finanziellen Standpunkt aus mag sich das rechtfertigen lasten; human ist es nicht. Aber es ist auch schwer vom Besitzer zu ver­langen, daß er sich Opfer auferlegt. Doch ließe sich hier ein Mittelweg finden, wenn der Tierschutzverein sich dieser armen Tiere annehmen, sie um dergleichen kleinere Be­träge erwerben, ihre Qualen abkürzen und so dem Publikum den rohen, häßlichen An­blick eines zu Tode gehetzten Wesens entziehen wollte. (Pf. Beov.)

Einsiedel», 30. Aug. Der verheiratete Fuhrmann FüchSli erschoß' nachts während einer Fahrt durch den Wald seine 24jährige Geliebte und sein außereheliches Kind und versteckte die Leichen in einer Scheune. Die vor 3 Wochen begangene That wurde heute entdeckt. Der Mörder ist verhaftet und Hot bereits ein Geständnis abgelegt.

lieber eine angeblich nach Stroßburg fallende Millionenerbschafk schreibt die dortige Bürgerzt.":Kürzlich wurden in Chicago, dem traditionellen Traumland ererbter Mil­lionen, die rechtmäßigen Besitzergreifer einer 7 V, Mtllionen-Dollarerbschaft gesucht. Selbst­redend stellten sich Bewerber su wasss ein und um ein Haar ging der ungeheure Mam­mon an die falsche Adresse ab. Da wurden im entscheidenden Moment Revisionen angc- stellt und man gelangte zu dem überraschenden Ergebnis, daß des Erbschaftsglückes Kind ein ehrsamer Eisenbahnschastner namens Beimer in Straßburg i. Elsaß sei. Und thatsächlich scheint diese Fährte die richtige zu sein. Herrn Beimer sind bereits die amerikanischen Erb- schabSdokumentc zngrstellt worden und wenn der JdeiitätsbeweiS über dem großen Master angelangt sein wird, ist der ehemalige Straßen- bahnschc-ffner in den Stand gesetzt, die ganze Straßenbahngesellschast auszukaufen. Glück muß der Mensch haben!- Nach unseren

Erkundigungen ist allerdings etwas an der Sache, wenn auch die Summe die angege­bene Höhe nickt zu haben scheint.

Danzig, 5. September. Der Dragoner Marten aus Gumbinnen wurde gestern nach­mittag in das hiesige Militärgefängnis einge- liefert, um zunächst seine einjährige Gefäng­nisstrafe wegen Fahnenflucht zu verbüßen.

Nach dem Genuß giftiger Pilze er­krankte in Rosten bei Burgstädt (Sachsen) die Arbeiterfamilie Pfuller. Trotz ärztlicher Hilfe starben Sonntag nacht der Vater und ein zehnjähriges Mädchen, während die an­deren drei Familienmitglieder totkrank dar- niederliegen.

(Der älteste deutsche Sänger. Die Liedertafel zu Schloßvippach besitzt in dem Schuhmachermeister Georg Schulze ein Mit­glied, daS vor 54 Jahren den Verein mit­gegründet hat, bis heute noch aktiv ist und auch die Singstunden regelmäßig besucht. Herr Schulze ist jetzt 88 Jahre alt, war noch jüngst mit auf dem Sängerfest in Il­menau und hat sowohl in der Hauptprobe wie dann auch im Hauptkonzert tüchtig zweiten Tenor mitgesuagen.

Berlin, 5. Sept. Prinz Tschun wohnte heute früh mit kleinem Gefolge dem Gefechts- Exerzieren des I. Garde-Infanterieregiments auf dem Bornstedler Felde bei und ist als­dann mit Begleitung heute nachmittag um 4 Uhr hier ctngetroffeu und von den Herren der chinesischen Gesandtschaft empfangen wor­den. Er fuhr dann nach der für ihn ge­mieteten Wohnung am Tiergarten. Gleich nach Eintreffen hat der Prinz, begleitet von Tschengytnma, dem General Dintschang, dem Gesandten Luchhaiwan und dem Legations­sekretär Ktnhiniai im Auswärtigen Amte, dem Staatssekretär Freiherr von Richthofen einen Besuch abgestottet, den der Staatsse­kretär alsbald erwiederte.

Kaiser Wilhelm nahm sitzend die Ansprache des Prinzen und das Handschreiben entgegen und beantwortete ebenfalls sitzend vom Throne herab mit energisch geschwellter Stimme,daß die Sühnegesandtschaft allein keine ausreichende Genugthuung sei, Vielmehr werde vom künftigen Verhalten des China- kaisers und dessen Regierung abhängen, wie sich die Beziehungen beider Völker fortan gestalten". Mit Verbeugungen war der Prinz in den Thronsaal getreten und hatte sich erst auf einen stolzen Handwirk des Kaisers dem Throne genähert. Auf einen erneuten Hand­wink »etließ nun der Prinz rückwärts schrei­tend unter wiederholten Verbeugungen den Saal, worin der Kaiser thronte.

Die Berliner Sozialdemokraten ha­ben beantragt, bei der Aufstellung der Kan­didaten für die Reichstagswahl soviel als möglich Männer aus Arbeiterkreisen zn neh­men, damit die Partei nicht aufhöre, eine Arbeiterpartei zu sein.

London, 5. Sept. Reuter meldet auS Barbenon vom 31. Aug.: Buren sprengten in der Nähe von Malecono am 30. August einen Zug in die Luft und brachten einen zweiten Zng, der dem ersten zu Hilfe ge­kommen war, zum Entgleisen. Niemand ist verletzt worden.

Pietermaritzburg. 5. Sept. Der Pre­mierminister erklärte in seiner Wahlrede, die Regierung von Natal Verlangt eine erhebliche Erweiterung ihres Gebieis durch Einverleib­ung des großen Bezirks, der jetzt zu Trans­vaal und dem Oranjejreistaat gehört.

Kapstadt, 5. Sept. Ein Panzerzug wurde am 2. September bei der Einfahrt in die Station TaungS zum Entgleisen ge­bracht, da die Eingeborenen die Weichen falsch gestellt hatten. Es wird Verrat vermutet, weil Buren in der Nähe stehen. 3 Mann sind tot, 5 verletzt, darunter 1 Offizier.

Middelburg, 6. Sept. Reutermeldung. Das ganze Kommando Lotters wurde gestern früh von Oberst Scobell südlich von Pieters­burg gefangen. 12 Buren sind gefallen, 48 verwundet und 103 gefangen genommen. 200 Pferde wurden erbeutet.

AuS der Schweiz, 2. Sept. Auf dem vielbesuchten Gornergrat schlug der Blitz ins Hotel Belvedöre. Er zestörte das Telephon­bureau, drang in den fSpeisesaal, wo 22 Touristen saßen, zerstörte die Lampen, Flaschen und Fenster. Glücklicherweise wurde niemand getroffen. In der Küche dagegen wurden alle Angestellten zu Boden geworfen und der Küchenchef verwundet. Der angerichtete Scha­den ist bedeutend.

Londou, 5. Sept. Die Morgenblätter besprechen den gestrigen Empfang des Prinzen Tschun. DieTimes" sagt, der Kaiser habe mit Offenheit und Energie gesprochen. Es sei zu hoffen, daß die Chinesen die feierliche Warnung des Kaisers beherzigen. Die,Mor- ning Post- schreibt:Der Kaiser war bei dem gestrigen Empfang der Vertreter Europas und der Zivilisation im weiteren Sinne deS Worts. Er hat in einer würdigen, ausge­zeichneten Ansprache seine Ansichten kurz, ein­fach und rückhaltslos ausgedrückt. Europa ist dem Kaiser Dank schuldig. -

Wien, 6 . Sept. Die Polizei verhaftete eine 7köpfige Einbrecherbande, welcher 24 Ein­brüche nachgewiesen find. Unter den Ver­hafteten befinden sich einige äußerst gefähr­liche Individuen.

Petersburg, 6. Sept. In vielen Kreisen deS Gouvernements Pultava find die Felder von großen Mengen Raupen verwüstet.

Belgrad, 6. Sept. Ein höherer Beam­ter des KriegsministcrumS wurde an einem Baum erhängt aufgefunden.

Buffalo, 6. Sept. (Ein Attentat auf den Präsidenten Mac Kinley.) Auf Mac Kinley ist nachmittags 2mal von einem Frem­den geschossen worden. Sein Zustand ist ernst.

Buffalo, 6. Sept. Der Mann, welcher auf Mac Kinley während des Empfangs im Amerik. Pavillon der Ausstellung einen Ueber- fall machte, war gut gekleidet. Er reichte dem Präsidenten die Hand und schoß auf denselben. Die Schüsse drangen dem Prä­sidenten in den Unterleib. Die Untersuchung des Verwundeten wird fortgesetzt. Eine Kugel drang dem Verwundeten in die Brust» feite und eine in den Unterleib. ES heißt, Mac Kinley erlangte das Bewußtsein und ruht nun ohne Schmerzen auS. Der Mör­der heißt Friedrich Niemann und wohnt in Detroit. Er hält sich schon beinahe eine Woche hier auf. Er bekennt sich als Anar­chist, seiner Abstammung nach ist er Pole.

.'. (Am Schalter.)Das Packet kann ich so nicht annehmen. Die Adresse ist zu undeutlich das WortMagdeburg" kann ich überhaupt nicht lesen.

Wie die Frankfurter Zeitung vom 8. Sept. berichtet ist der frühere Finanz- minister Miqml in seiner Frankfurter Wohn­ung morgens 7 Uhr tot im Bett ausgefunden worden^