wünschte, und er hieß Lanzani, stammte aus Neapel, und war seit acht Wochen Lehrer an der hie- ? sigen Wilson-Scool. Im verflossenen Winter hatte er die nämliche Stellung in Berlin bekleidet.
„Wo habe ich dies Gesicht nur schon gesehen?" dachte Paula Hardegg, indes sie ihr Gegenüber interessiert betrachtete. Sie grübelte und ging im Geist alle Bekanntschaften durch, die sie in letzter Zeit gemacht, doch war ein Italiener nicht darunter. In Berlin war sie schon seit drei Jahren nicht gewesen und Signor Lanzani erklärte, daß er, bevor er vergangenes Jahr nach der deutschen Reichshauptstadt gekommen war, deutschen Boden noch nie betreten hatte.
„Sie sind zuvor immer nur in Italien gewesen?" fragte sie.
„Das nicht, ich war ein Jahr in Paris, eins in London und ein drittes in Madrid — überall als Lehrer an der Wilson-Scool," lautet die Antwort.
Auch dorthin war Paula Hardegg zur betreffenden Zeit nicht gekommen. „Und ich muß ihn doch irgendwo gesehen haben," dachte sie. „Dies ausdrucksvolle, schöne Gesicht vergißt man so leicht nicht." Nur stand vor ihrer Phantasie, wenn sie ihr Erinnerungsbild zu vergegenwärtigen versuchte, ein wunderbar strahlendes schwarzes Äugenpaar — dieser Mann hier hatte zwar auch dunkle Augen aber ihr Glanz war durch einen Kneifer gedämpft, ohne den er infolge seiner Kurzsichtigkeit nicht zu sehen vermochte.
Fortsetzung folgt.
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(Amerikanische Aprilscherze.) Wohl nirgends wird an dem Rechte, am 1. April andere Menschen zu foppen, mit solcher Zähigkeit festgehalten, wie in Amerika. Professor Karl Knortz, Schulsuperindeiit zu Evansville, Indiana, teilt m seinen „Folkloristischen Streifzügen" einiges darüber mit. Besondere Freude macht es den amerikanischen Kindern, ihre Eltern am Frühstückstisch in den April zu schicken. Da bitten sie z. B. den Herrn
Papa, ihnen irgend etwas aufzuschreiben, und wenn er sich dazu bewegen läßt und die Feder eintaucht, so findet er, daß das Tintenfaß mit Wasser gefüllt ist. Die Aprilscherze der Amerikaner sind mitunter sebr roh. Hat der Junge „Geld zu verbrennen" (mono.^ to Harn), so legt er eine Münze auf die Ofenplatte und wirft sie, wenn sie recht heiß geworden ist, auf das Trottoir. Natürlich pflanzt er sich dann in der Nähe auf und lacht gehörig, wenn er sieht, wie sich der glückliche Finder die Finger verbrennt. Mädchen gehen am 1. April spazieren und essen Konfekt; begegnet ihnen eine gute, Süßigkeiten liebende Freundin, so bieten sie ihr mit dem unschuldigsten Gesicht von der Welt nachgemachte, aus Seife bestehende Zuckerwaren an. Die Zuckerdose wird mit Salz gefüllt. Bei Abendgesellschaften werden Taschentücher und Fächer auf dem Zimmerboden befestigt, und wenn dann ein galanter Herr sie aufzuheben versucht, kann er des Spottes der Gäste sicher sein. Großes 'Vergnügen macht es auch, eine Anzahl Freunde zu einem Gastmahl einzuladen, und sie, wenn sie sich einstellen, vor der verschlossenen Tür einen Zettel „April Fool" finden zu lassen. Selbst die Geistlichen läßt mau nicht ungeschoren; sie werden durchs Telephon zu einem angeblich Schwerkranken gerufen. Sie sollen eine Kindertaufe vornehmen und finden in dem Hause, wo ihre Dienste gewünscht wurden, nur eine alte Frau vor. Oft wird auch das Leben der Gefoppten oder ihre Gesundheit ernstlich in Gefahr gebracht. Da ist es denn kein Wunder, wenn im allgemeinen in Amerika der 1. April als Unglückstag gilt. Wer es vermeiden kann, tritt an ihm keine Seereise an, noch läßt es sich in Ehefesseln schmieden. Das heiratslustige Mädchen, das an diesem Tage die Treppe hinauffällt, muß noch ein ganzes Jahr warten, ehe es zum Traualtar schreiten darf.
— Eine Dame aus dem kanadischen Orte Highland, Frau Frank Scoti, ist vor kurzem auf ein Billet mit dreizehn Kindern nach Muskogee in Oklahoma gereist. Dem entsetzten und lebhaft protestierenden Schaffner wies sie nach, und zwar aus der vorsorglich mitgenommenen Familienbibel,'
daß die dreizehn ihre eigenen Kinder und keines über 4'/s Jahre alt war. Sie ist 10 Jahre verheiratet und hat 19 Kinder gehabt, darunter fünf- ma' Drillinge und zweimal Zwillinge. Die zwei ersten Drillingspaare sind gestorben, von den überlebenden Kindern find drei 4W, zwei 3 V 2 , drei 2 V 2 , drei anderthalb Jahre und zwei 6 Monate alt.
— Der sprechende Hund „Don" wurde in dem bekannten Berliner Variete „Der Wintergarten" vorgeführt. „Don" ist ganz frei von Lampenfieber und absolviert sein Wortregister mit großer Seelenruhe: „Hunger", „Ruhe;" „Haben", „Kuchen" und seinen eigenen stolzen Namen spricht er bewundernswert verständlich aus, besonders gern sagt er „Haberland" das ist der Name des Bräutigams seiner Herrin, die ihn vorführt. Auch der Beifall brachte „Don" nicht aus dem Konzept. Nur als er zu lange andauerte, ließ „Don" deutlich sein beschwichtigendes „Ruhe" ertönen.
—Der Orient-Expreßzug, der Mitte der siebziger Jahre eingeführt wurde, verkehrte bis zum ersten Juni 1885 wöchentlich nur zweimal. Von diesem Zeitpunkt an läuft er täglich ohne Wagenwechsel zwischen Paris und Wien durch und findet dreimal wöchentlich Fortsetzung nach Konstantinopel. Ab ersten Mai dieses Jahres wird der Zug nun täglich zwischen Paris und Konstantinopel verkehren, und zwar wird er dreimal wöchentlich den Weg über Konstanza nebmen, während er viermal über Belgrad geleitet wird. Die tägliche Führung des Orient-Expreßzuges bis Konstantinopel ist hauptsächlich für den Postverkehr von und nach den Balkanländern von großer Bedeutung.
(Schlau.) Als Fürst Kaunitz, Kanzler des Kaiser Josef II. von Oesterreich, einst mit seinem Herrscher beriet, war dieser über des Fürsten Vorschläge so aufgebracht, daß der auf ein Blättchen die Worte schrieb: „Kaunitz ist ein Esel. Josef II" und ihn zum Lesen aufforderte. Kaunitz weigerte sich, weil es doch gar zu arg gegen den Respekt vor Majestät verstoße, das zu lesen. Als der Kaiser aber in ihn drang, las Kaunitz schließlich mit folgender Betonung und Interpunktion: „Kaunitz ist ein Esel, Josef der zweite."
Die Frühjahrs- Kontrollversammlnngen
im Jahre t9lt finden im Kontrollbezirk Neuenbürg u. s. statt in Kontrollplatz Wildbad am
Donnerstag den 2O. April 1811
Äfft Uhr nachmittags
in der Turnhalle für die Gemeinde Wildbad.
Zu den Kontrollversammlungen haben zu erscheinen:
1. Die Herren Offiziere, Sanitätsoffiziere und oberen Militärbeamten der Reserve und Landwehr I. Aufgebots.
2. Sämtliche Reservisten und Landwehrleute I. Aufgebots, sowie sämtliche Ersatzreservisten (einschließlich der zeitig als seid- und garnisondienst- und der zeitig oder dauernd als nur garnisondienstfähig bezeichneten Mannschaften.)
3. Die zur Verfügung der Truppenteile und der Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften.)
4. Diejenigen Mannschaften, die als zeitig Halb- und Ganzinvaliden anerkannt sind.
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6. Diejenigen Mannschaften der Jahresklasse 1899, die in der Zeit vorn 1. April bis 30. September ins stehende Heer eingetreten sind, werden im letzten Jahre ihrer Dienstpflicht in der Landwehr I. Aufgebots bei den Herbstkontrollversammlungen zur Landwehr II. Aufgebots überführt und find von der Teilnahme an den Frühjahrs- kontrollversammlunzen dieses Jahres entbunden. Dieselben haben bei den Herbstkontrollversammlungen dieses Jahres zu erscheinen.
nebst den darin befindlichen IL^ivx8l»««» «>< «»» « » bezw. Paßnotizen, sowie W'uIi»'ui»K8Lv«»K»»i88v sind mit zur Stelle zu bringen.
Stöcke, Schirme, Zigarren usw. sind vor Beginn der Kontrollversammlungen abzulegen.
Orden und Ehrenzeichen sind anzulegen.
Unentschuldigtes Fehlen, sowie verspätetes Erscheinen wird mit Arrest bestraft.
Anzug der Herren Offiziere, Sanitätsoffiziere und oberen Militürbeamten der Reserve und Landwehr: Ueberrock und Mütze.
Calw, den 5. April 1911.
Bezirkskommando
Vorstehendes wird hiemit öffentlich bekannt gemacht.
Wildbad, den 10. April 1911.
Stadtschultheitzenamt:
Baetzner.
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Nachdem die Steuern und sonstigen Abgaben an die Stadtpflege pro 1910 vollständig zur Zahlung verfallen, werden diejenigen, welche noch im Rückstand damit sind, hiemit aufgefordert, bei Vermeidung zwangsweiser Beitreibung alSbald Zahlung zu leisten.
Wildvad, den 10. April 1911.
Die Stadtpflege
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