khitd L

LchwarzAmHrr TageszrUnug

8c> 2L9

Weitere Ersolgsmeidungen

Sowjetisches Chaos im Raum von Wjasma-Vrjansk DNV Berlin. 12. Okt. Während des 11. Oktober sind die Mas­sen de» eingeschlossenen Bolschewisten innerhalb der großen Kes­sel um Wjasma und Brjansk aus immer'engerem Raum zusam- wengedriingt und zerschlagen worden. Alle Ausbruchsversuche der seit Tagen in wirren Kolonnen herumirrenden Sowjetsoldaten, die von ihren Kommissaren vorgetrieben wurden, brachen im Feuer der deutschen Massen zusammen. Diese aussichtslosen Un­ternehmungen haben die blutigen Verluste der Sowjets gewaltig vermehrt.

An vielen Stellen des eisern umschlossenen Ringes liegen die Leichen zu Tausenden übereinander. In einem kleinen Gefechts- abschnitt von nur 200 Meter Breite wurden allein 850 tote Bol­schewisten gezahlt. Eine lange mit 60 Pferden bespannte Fahr­zeugkolonne war hier ebenfalls das Opfer deutscher Granaten geworden. Nicht weit davon entfernt lagen die Trümmer von 800 vollbeladenen Lastkraftwagen, zahlreichen Zugmaschinen und Geschützen.

Im mittleren Teil der Ostfront ging die Vernichtung der Truppenmassen im Laufe des 11. Oktober mit der gleichen Intensität weiter. Große Mengen bolschewistischen Kriegs­materials wurden durch schwerste Angriffe zerschlagen. 13 Eisen­bahnzüge, 21 Lokomotiven, 4 Bahnhöfe, eine Eisenbahnbrücke, S44 Fahrzeuge aller Art, 9 Panzer, darunter 6 schwerste, und 8 Geschütze wurden völlig vernichtet.

Im mittleren Frontabschnitt setzten sich die Bolschewisten vor einem Korpsbereich in ausgebauten Stellungen mit Ar­tillerie, Maschinengewehren und Granatwerfern fest. Die sowje­tischen Stellungen wurden von Truppen des Korps durchbro­chen. Im Verlauf der Verfolgung wurden allein in zwei Divi­sionsabschnitten in der Zeit vom 8. bis 11. Oktober 4389 Minen ausgebaut.

Gegen die Einfchließungsfront im Raum von Wjasma unternahmen die Bolschewisten am 11. Oktober weitere zum Teil starke Durchbruchsversuche mit Panzern, die jedoch mit hohen Verlusten für die Bolschewisten abgewiesen wurden. Allein vor der Front zweier Kompanien wurden 2000 tote Bolschewisten gezählt.

2m Südabschnitt der Ostfront stieß am 11.-Oktober nne deutsche Infanterie-Division unter größten Eeländeschwis- rigkeiten überraschend bi^s zu einer Bahnlinie vor. Mehrere Ein­heiten überfielen dort einen mit Personal und Material voll­besetzten Zug der Bolschewisten, der sichergestellt werden konnte.

Am 11. Oktober unternahm die deutsche Luftwaffe im Südabschnitt der Ostfront wirkungsvolle Angriffs gegen sow­jetische Flugplätze, bei denen zahlreiche Flugzeuge am Boden zer­stört wurden. Unter anderem wurden auf der Krim 12 Flug­zeuge vernichtet. Außerdem erhielten Hallen und Unterkünfte zahlreiche schwere Treffer. Feldbefestigungen, Flakstellungen und kerkehrsanlagen wurden wiederum weitgehend vernichtet. Im stordwestteil des Asowschen Meeres wurde ein bewaffnetes sow­jetisches Schiff in Brand geworfen. Außerdem wurden 4 Eisen- imhnstrecken und 18 Züge schwer beschädigt.

Im Nordteil der Ostfront richteten sich die Angriffe der deutschen Luftwaffe im Laufe des 11. Oktober gegen bol- chewistische Kolonnen und Eisenbahnzüge, wo gute Trefferlagen beobachtet werden konnten. Bei guter Erdsicht wurde in der stacht zum 12. Oktober Leningrad bombardiert. Es vurden mehrer Brände in Versorgungsbetrieben und in Eetreide- nühlen beobachtet. Im Laufe des 11. Oktober und in der Nacht um 12. Oktober vernichtete die deutsche Luftwaffe insgesamt 01 sowjetische Flugzeuge. Hiervon wurden in Luftkämpfen 43 nd 12 durch Flak abgeschossen und 46 wurden am Boden zerstört.

Stutzpunkte am Schwarzen Meer gesichert

DNB Berlin, 12. Okt. Sofort nach der Einnahme wichtiger Häfen am Schwarzen Meer hat die deutsche Kriegsmarine die Sicherung dieser Stützpunkte übernommen, die in kürzester Zeit instandgesetzt und ausgebaut wurden. Mit erbeuteten Schif­fen wurde der Nachschub für unsere vorrückenden Truppen, sicher­gestellt. Zahlreiche Einheiten wurden als Minensucher in Dienst gestellt und Häfen und Flußmündungen von Minen gesäubert. Der Betrieb in den Werften und Hafenanlagen wurde weit­gehend wieder ausgenommen und in den Dienst der deutschen Kriegsmarine gestellt. In einem der Häfen am Schwarzen Meer «ahmen Soldaten der deutschen Kriegsmarine vor einiger Zeit in kühnem Handstreich zwei sowjetische 1000-Tonnen- Echiffe trotz stärkster Beschießung durch Artillerie und MG.- Feuer.

In einem Flußmündungsarm am Schwarzen Meer entdeckte ein Suchkommando der deutschen Kriegsmarine eine ganze Reihe sowjetischer Fahrzeuge, die von den fliehenden Bolschewisten un­ter Wasser gesetzt worden waren. Es handelt sich um vier Bagger, die zum Teil erst Ende des vergangenen Jahres in Kiew fertiggestellt worden waren, sechs Vaggerleichter und zwei Schlepper. Die Sowjets hatten vor ihrer Flucht nicht mehr die Zeit gefunden, die Fahrzeuge zu zerstören, sondern sie lediglich aus Grund gesetzt. Die Hebungsarbeiten wurden sofort in An­griff genommen, worauf die sonst völlig unbeschädigten Fahr­zeuge in Dienst gestellt wurden.

Die deutsche Kriegsmarine hat an den Küsten und in den Mün­dungsarmen der Flüsse am Schwarzen Meer bereits eine große Zahl sowjetischer Fahrzeuge, vor allem zahlreiche Motorboote, die vo«k den Bolschewisten an schwer zugänglichen oder unüber­sichtlichen Stellen versteckt oder auf Grund gesetzt worden waren, gefunden. Die Einheiten wurden von der deutschen Kriegsmarine übernommen. Bei zahlreichen versenkten Einheiten sind die He- bungsarbeiten noch im Gange.

Ausgedehnte Brande in Marfa Matruk

Rom, 11. Okt. In Ergänzung des letzten Wehrmachtsbericht« meldet ein Sonderkorrespondent der Nachrichtenagentur Stefani daß die Bombardierung des Bahnhofs von Marsa Matruk durck italienische Flugzeuge ausgedehnte Brände zur Folge hatte. Zahb reiche deutsche, von Jagdflugzeugen begleitete Stukas führten ein heftiges Bombardement feindlicher Anlagen in Tobruk durch Starke Explosionen wurden hierbei festgestellt. Andere deutsch« Formationen bombardierten die Flughäfen von Marsa Matrul «nd Fuka, sowie einen in Fahrt befindlichen Zug. Feindlich« Bufklärungstruppen. die versuchten, sich den verbündeten Stel­lingen zu nähern, wurden von den vorgeschobenen Einheiten un­verzüglich abgewiesen.

Bolschewistischer Terror in Odessa

Berlin, 11, Okt. Laut Radio Lahti wächst die Zahl der über- laufenden Bolschewisten, die bei der Befestigung Odessas arbei­ten, von Tag zu Tag. Die Ueberläufer erzählen von de« un­

glaublichen Terror, welcher in der Armee und in der Zivilbevöl­kerung herrscht. Angesehene Persönlichkeiten, die die Zwecklosig­keit des Kampfes einsahen und die llebergabe der Stadt ver­langten, wurden hingerichtet. Die Wasserleitung ist zerstört Trinkwasser wird nur rationiert verabfolgt. In den letzten Tagsr wurde die Ausgabe von Lebensmitteln und Wasser nochmals um 50 Prozent gekürzt. Die Bevölkerung hat cs mehrfach mii Aufständen versucht, indem sie von den Führern der sowjetischen Armee die Einstellung der Feindseligkeiten und die Uebergabs der Stadt verlangte. Alle Männer sind «unberufen worden und werden an die vorderste Front geschickt. Die Ueberläufer sagen aus, daß vor den Schützengräben der Sowjets eine Unmenge von Sowjetleichen liegen. Es handelt sich uin die Ueberläufer, die hinterrücks von den Polizeitrupps erschössen worden sind; rrotz allem wächst täglich die Zahl der Ueberläufer.

Wjasma und Drjausk

DNV Berlin, 12. Okt. Durch die letzten Erfolge der deutschen Wehrmacht sind plötzlich Wjasma und Brjansk in der ganzen Welt bekannt geworden, zwei Orte, von denen man bislang selbst in der Sowjetunion nicht viel wußte. Wjasma ist ein kleiner Ort mit 25 000 Einwohnern und hat nur als Knoten­punkt der West-Ost-Bahn von SmolenskMoskau in einer nord­südlich verlausenden Strecke eine gewisse Bedeutung. Es gibt dort einige Fabriken, da der Ort am Nordrand des weit nach Westen ausgedehnten sogenannten Moskauer Braunkohlenbeckens liegt. Beachtlich ist auch, daß Wjasma in guten Jahren Zentrum eines Gebietes mit reicher Vutterproduktion war.

Das 220 Kilometer weiter südlich gelegene Brjansk stellt etwas mehr dar, denn es ist eine Industriestadt mit fast 90 000 Einwoh­nern. Hier kreuzen sich sogar drei Eisenbahnlinien, dazu mehrere wichtige Straßen. Das staatliche Wärmekraftwerk mit einer Stärke von 22 000 Kilowatt beruht auf Torf, der auch sonst in diesem Raume von der Industrie ausgenutzt wird. Eine Glas­hütte ist für diese Ecke Zentral-Sowjetrußlands gleichfalls ty­pisch, Aus der ansehnlichen Industrie sind noch ein Artillerie- Arsenal, das Lafetten und Protzen herstcllt, die Waggonfabrik Urizkiji, eine Transportmaschinenfabrik sowie ein Kohlenberg­werk hervorzuheben.

Bulgarien kaufte kein einziges Kriegsschiff

DNB Sofia, 12. Okt. Die bulgarische Telegraphenagentnr teilt mit: Hinsichtlich der tendenziösen Gerüchte, die kürzlich ver­breitet wurden und denen zufolge Bulgarien italienische Kriegs­schiffe gekauft haben soll, ist die bulgarische Telegraphenageutur ermächtigt, auf das energischste zu erklären, daß Bulgarien kein einziges Kriegsschiff kaufte.

DNV Rom, 12. Okt. Die Nachricht von dem Verkauf italieni­scher Kriegsschiffe an Bulgarien wird von der italienischen Presse entschieden dementiert.

Neue finnische Dokumente

So wühlte die Sowjetunion in Finnland

Helsinki, 11. Okt. Der Friede, den Moskau mit Finnland am 13. März 1940 schloß, sollte dazu dienen, die Sowjetarmee zu erneuern und ihre Angrifsspositionen nach Westen zu verstärken Das sowjetrussische diplomatische Personal in Helsinki wurde aus einen ungewöhnlich hohen Stand gebracht mit der Absicht, durck geheime Wühlarbeit Finnland für den Bolschewismus reif zu machen. Zur Beleuchtung dieser Tätigkeit wird zahlreiches neue« Material in Finnland veröffentlicht unter dem Titel:Die Hand­langer des Sowjetgesandten Zotovy in Finnland. Die Tätig­keit der Gesellschaft für Friede und Freundschaft mit der Sowjet­union im Lichte der Dokumente".

Am 22. Mai 1940 gründete der Medizinstudent Mauri Ryoenir der während des Winterkrieges wegen eines der bolschewistischen Propagnda Vorschub leistenden offenen Briefes an Ministei Tauner in Schutzhaft genommen worden war, dieGesellschaft für Friede und Frcundschatf mit der Sowjetunion". Der Vize­präsident der Gesellschaft war ein mehrfach als Verbrecher vor­bestrafter Kommunist Villenius. In der Veröffentlichung wirk nachgewiesen, wie die Gesellschaft ihre staatsfeindliche Tätigkeil in provozierender Weise durchführte. Sie erhielt Zuzug von ehe­maligen geheimen kommunistischen Kreisen, radikalen Sozial demokraten und Elementen, die oft auf ein langes Strafregiste« zurückblicken konnten.

Es wird sodann in der Veröffentlichung festgestellt, daß di« größte Gefahr in der zielbewußten und rücksichts­losen Lügenpropaganda in der Gesellschaft zugunsten der Sowjetunion bestand. Als Kuriosum wird dabei erwähnt, daß in einer Schrift über die Stellung der Frauen in der Sowjet­union erklärt wurde, die Geburten erfolgten im bolschewistischen Paradies" schmerzlos.

Am 25. Oktober hatte die Gesellschaft 115 Ortsgruppen und 35134 Mitglieder, obgleich der Leiter der Gesellschaft, Ryoena, Anfang Juli verhaftet worden war. Die Gesellschaft versuchte, auf jede nur mögliche Weise die Bevölkerung mit den hinter­hältigsten Mitteln gegen die Regierung aüfzuhetzen. Besonders wurden Mitglieder aus deyr finnischen Waffenbrüderverband ge­worben offensichtlich mit dem Zweck, sich einen kampfgewohnten Stoßtrupp zu beschaffen. Wie jetzt erwiesen ist, wurde auch Spio­nage zugunsten der Sowjetunion betrieben.

Diesem gefählichen Treiben hat der Vormarsch der finnischen und deutschen Truppen und die Niederringung der ganz Europa bedrohenden bolschewistischen Armee durch den Führer jetzt end­gültig ein Ziel gesetzt.

USA.-Ueberwachurrg in Mexiko

DNB Mexiko, 12. Okt. Gust. A. Jones, der 19 Jahre Chef der Zweigstelle in Dallas (Texas) des Federal Bureau of In­vestigation war, traf in Mexiko ein, um als Attache der hiesigen USA.-Votschaft ein lückenloses Ueberwachungssy stem über die USA.-Lieferungen nach Mexiko zu organisieren. Er soll den Weiterverkauf oder die Uebertragung solcher Waren an die auf der schwarzen Liste der USA. stehenden Firmen verhindern »nd für die Entfernung des deutschen, italienischen und japani­schen Personals aus USA.-Firmen Mexikos Sorge tragen. Da­neben hat er alle im Militäralter stehenden männlichen USA.» Biirger zu überwachen. Es verlautet, daß Jones' Stab aus sechs tüchtigen Detektiven besteht. Außerdem erhält er die volle Unter­stützung der USA.-Konsulatbeamten ganz Mexikos.

Ritterkreuz für hervorragende Waffentaten

DNB Berlin, 12. Okt. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres, Eeneralfeldmarschall von Brauchitsch, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Major Schulz, Bataillonskomman­deur in einem Infanterieregiment, und auf Vorschlag des Ober­befehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall SSring, an Ober- Leutnant Traf. Batteriechef in einem Flakregiment.

Das Eichenlaub verliehen

DNB. Berlin, 12. Okt. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat dem Commodore eines Jagdgeschwaders Major Lützow, aus Anlaß seines 89. Luftsieges das Eichen­laub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.

Der Führer richtete aus diesem Anlaß an Major Lützow fol­gendes Telegramm:

Nehmen Sie zu Ihren neu erfochtenen Luftsiegen meinen aufrichtigen Elückwusch entgegen. Im Ansehen Ihres immer be­währten Heldentums verleihe ich Ihnen anläßlich Ihres 89. Luftsieges als viertem Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. (gez.) Adolf Hitle r."

Wer bedroht die Türkei?

Schon vor Beginn des Krieges hat England versucht, die Tür­kei in denselben hineinzuziehen, indem es sie mit italienischen Absichten auf Kleinasien zu schrecken versuchte; es hat gegen diese angebliche Gefahr seine Garantie angeboten, aus der dann der gegenseitige Hilfsvertrag geworden ist. Die Türkei hat diesen Vertrag als das aufgefaßt, was er nach seinem Wortlaut ist, ein Hilfsvertrag, wenn man angegriffen wird. England aber wollte einen Veistandsvertrag für seinen Angriffskrieg darin sehen. Daß das nicht der Absicht der Türkei entspricht, zeigte am deutlichsten der F r e u n d s ch a f t s v e r t r a g, oen sie mitten im Kriegs am 18. Juni d. I. mit dem Deutschen Reich abgeschlossen hat. Der grundlegende Artikel 1 des Vertrages besagt:Deutschland und die Türkei verpflichten sich, gegenseitig die Integrität und Un­verletzlichkeit ihres Staatsgebietes zu achten und keinerlei Maß­nahmen zu ergreifen, die sich unmittelbar oder mittelbar gegen den anderen Vertragspartner richten." In der politischen Wir­kung ist das ein unbedingter Neutralitätsvertrag. Das gefällt natürlich England nicht, denn es will keine Neu­tralität anerkennen und verlangt, die Türkei solle sich gegen Deutschland stellen, weil sie durch die deutschen Erfolge bedroht sei.

In Wirklichkeit ist, wie dieKöln. Zeitung" ausführt, die Türkei nur durch die englischen Machenschaften in Kleinasien bedroht. Eine Armee ist in den Mandatsgebieten Palästina und Transjordanien, in Syrien und auch in Aegypten aufgestellt, deren Oberbefehlshaber jetzt General Auchinleck ist; die syrische Armee befehligt unter ihm General Wilson. Syrien aber ist der Grenznachbar der Türkei, und dre Armee Syriens ist zwecklos für den Krieg, wenn sie nicht m die Türkei einfüllt und gegen den Balkan und die Meerengen Stellung bezieht. Oestlich davon schließt sich eine zweite englische Armee an, die aus Indien kommt und von dem jetzigen Oberbefehlshaber in In­dien, General Wavell, befehligt wird. Sie steht in Ostiran und hat die Aufgabe, die Petroleumquellen Irans und des Iraks zu schützen, gegebenenfalls auch die des Kaukasus, wenn die Rüsten die Hilfe brauchen sollten, das heißt, wenn die Erdölquellen durch den deutschen Vormarsch England als bedroht erscheinen sollten. Die Basis der Nordwestgrenze Irans ist zu schmal für eine Ak­tion, diese müßte sich auch auf den Nordosten der Türkei stützen können. Darin besteht das Nächstliegende Interesse Englands, und natürlich soll die Türkei dabei mitmachen und den neuen Gegner gegen Deutschland stellen, wenn die Sowjets erledigt sind.

Um zu seinem Ziel zu kommen, hat England aus der Motten­kiste das alte Märchen der Bedrohung der Türkei durch Deutsch­land wieder hervorgeholt, das schon öfter seine Wirkung tun sollte, ohne sie tun zu können. Wieder werden Nachrichten ver­breitet, Deutschland konzentriere in Bulgarien Truppen, um i« Thrazien einzufallen und die Meerengen in Besitz zu nehmen. Deutschland stelle Forderungen an die Türkei und suche sie zum Eingreifen gegen England und seinen neuen Verbündeten, di« Sowjets, zu veranlassen oder zu zwingen. Man könnte über dies« neue Auflage der alten Lügen zur Tagesordnung übergehen, weil sie eben alt und vergeblich herangezogene Märchen sind. Diesmal aber schien es beiden Staaten, Deutschland und der Tür­kei, angebracht, doch eine Erklärung abzugeben. Sie haben sich ja in dem Freundschaftsvertrag verpflichtet, in allen ihre gemeinsamen Interessen berührenden Fragen freundschaftlich Fühlung miteinander zu nehmen und über die Behandlung sol­cher Fragen eine Verständigung herbeizuführen. Im Sinne dieser Vertragsbestimmung haben sie die gemeinsame Erklärung ver­öffentlicht, daß diese englischen und sowjetischen Nachrichten jeder Begründung entbehren und in keiner Weise geeignet sind, die Beziehungen vertrauensvoller Freundschaft zu stören, wie si« durch den Vertrag vom 18. Juli festgestellt worden sind. Das Bestehen des Vertrages wird dadurch unterstrichen, und so bildet die Erklärung eine deutliche Antwort an England.

Eine neue Bekräftigung hat die deutsch-türkische Freundschaft im Abschluß des Wirtschaftsabkommens gefunden, das den gegen­seitigen Warenaustausch und die Zah.lungsmodalitäten für die nächsten Jahre regelt. Auch diese Verhandlungen paßten Eng­land nicht, und so hat es ihr Scheitern schon gemeldet, als sie noch nicht einmal begonnen hatten. Bis in die letzten Tage wurde dieses Bemühen fortgesetzt, von amerikanischer Seite kräftig unterstützt. Allen diesen Störungsversuchen zum Trotz sind auch die Wirtschaftsverhandlungen im Geiste der gegenseitigen Freund­schaft in den letzten Wochen geführt und zu einem glückliche» Ende gebracht worden. Die Wirtschaft beider Länder ergänzt sich glücklich. Die Türkei ist vorwiegend Agrarland und noch nicht industriell entwickelt. So liefert sie hauptsächlich die Erzeugnis?« ihres Bodens und' auch mineralische Rohstoffe, dagegen hat st« Bedarf an deutschen Maschinen und anderen Eisenerzeugnists». Trotz des Krieges wird auch diese Ausfuhr von deutscher Seite weiter betrieben, wie es das in anderen Ländern bestaunte Wun­der dieses Krieges ist, während England zu keiner Ausfuhr mehr fähig ist. So wird auch der Wirtschaftsvertrag eine Bekräftigung der politischen Freundschaft bringen und beweisen, daß es wirk­lich nicht Deutschland ist, das die Türkei bedroht.

Richtigstellung von Lügenmeldungen

DNB Berlin, 12. Okt. Die amerikanische Nachrichtenagentur AssociatedPreß meldet, es seien Gerüchte im Umlauf, wo­nach Deutschland der Sowjetunion einen W a ff e n sti l l stand rngeboten habe. Die Agentur fügt hinzu, unterrichtete Kreise in den Vereinigten Staaten betrachteten ein solches Angebot als durchaus möglich und als eine für die Deutschen zu einem der­artigen Zeitpunkt ganz normale Vorgangsweise.

Demgegenüber wird vonzuständigerdeutscherSeite kategorisch festgestellt, daß es sich bei diesemGerücht" um eine der dümmsten Enten handelt, die jemals erfunden worden sind. Anzunehmen, daß Deutschland in einem Augenblick, in dem es seinen Gegner zu Boden geschlagen hat, diesen um Waffenstill­stand bittet, ist geradezu absurd und im höchsten Grade lächerlich. Wenn in der Meldung der amerikanischen Agentur weiter be­hauptet wird, ein solches Angebot wäre eine von Seiten der Deutschen ganz normale Handlungsweise, so genügt es, demgegen­über darauf hinzuweisen, daß es ia auL im «ergangenen Jahr