Amtsblatt des Kreises Calw für Attensteig und Umgebung Heimatzeitung der Kreise Calw und Freudenstadt

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NummerI2S

Altensteig, Samstag, den 31. Mai 1941

64. Jahrgang

Der Widerstand aus Kreta zusammengebrochen

Der deutsche Wehrmachtsbericht

Stadt und Flugplatz Hiraklion erobert Griechischer Ge­neral bietet die Kapitulation an Italienische Truppen im raschen Vorgehen nach Westen Reste der Briten fliehen >» die Südküste Zwei britische Zerstörer und zwei Han­delsschiffe bei Caso versenkt Bestialische Grausamkeiten gegen deutsche Soldaten

DRV. Berlin, 30. Mai. Das Oberkommando der Wehr- Macht gibt bekannt:

Die am 20. Mai durch eine gewaltige Luftlandung be­gonnenen Operationen zur Besitznahme -es britischen Vollwerkes Kreta nähern sich ihrem Abschlag.

Die im Westteil der Insel aus Fallschirm- und Gebirgs- truppen gebildete starke Angriffsgrnppe hat nach harten Kämpfen bei glühender Hitze und unter grössten Bewegungs- schwierigkeiten den Feind geschlagen und zar- kprengt. Die Bereinigung mit den Fall­schirmjägern bei Rethymnon, die sich über acht Lage einer starken feindlichen Ueberlegenheit gegenüber tapfer behauptet haben, ist vollzogen, l Fallschirmjäger eroberten gegenüber zähem feindlichen Widerstand Stadt und Flugplatz Hiraklion (Kandis). Der Kommandierende General der griechischen Kräfte bei hiraklion hatdieKapitulationangeboten.

Die deutsche Luftwaffe unterstützte die Kämpfe durch pausenlose Angriffe auf zurückgehende feindliche Marschkolonnen, Truppenansamlungen und Widerstands- »ester. Verbände von Kampf-, Sturzkampf- und Zerstörer­stugzeugen rieben britische und griechische Truppenteile in rollendem Einsatz auf.

> Rach Unterstützung unserer Oerationen durch italienische See- und Luftstreitkräfte» wobei sich italienische Torpedo­boote durch tapfersten Einsatz besonders auszeichneten, lan­deten am 28. Mai nachmittags italienischeTruppen tm Ostteil Kretas, die seither in raschem Vorgehen »ach Westen begriffen find.

f Die Reste der zersprengten Briten flüchten» von unseren Truppen verfolgt, gegen die SLdküste, um sich dem wei­teren Kampf durch nächtliche Einschiffung zu entziehen. ZahlreicheGefangene wurden eingebracht, umfang­reiches Material, darunter zahlreiche Panzer und Kraft- . fahrzeuge, 30 leichte und schwere Geschütze, sowie große Bor- ! rate erbeutet, deutsche und italienische Ge­fangenebefreit.

Deutsche Kampfflugzeuge griffen in der Straße von LasobritischeSeestreitkräftean und versenkten swei Zerstörer. Sturzkampfflugzeuge vernichteten in den Gewässern um Kreta zwei Handelsschiffe mit zusammen lKOO BRT. sowie ein Küstenfahrzeug und ein Vorpostsn- boot.

In Nordafrika beiderseitige Artillerie- und Späh­trupptätigkeit bei Tovruk.

Im Seegebiet um Großbritannien beschädigten Kampf­stugzeuge westlich Pentland-Firth einen großen Frachter durch Bombenvolltreffer schwer.

I» der letzten Nacht bombardierte die Luftwaffe trotz un­günstiger Wetterlage Hafenanlagen an der eng­lischen Südküste.

Ein Borpostenboot, das vor der französischen Küste von drei britischen Schnellbooten angegriffen wurde, ver- Enkte durch Geschützfeuer ein Schnellboot und be­schädigte ein auderes so schwer, daß mit seinem Verlust zu rechnen ist.

^ Der Feind flog weder bei Tag noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein.

Bei den erfolgreichen Kämpfen amHalfaya-Paßi« Rordafrika zeichneten sich der Oberstleutnant Cramer, Kom­mandeur eines Panzerregiments, und der Leutnant Jung m einem Artillerieregimeut besonders aus.

Bei den Kämpfen aEf K^e4a stchd deutsche Sol­daten nach ihrer Verwundung in so tierischer , Weise verstümmelt worden, wie es im Verlauf« : dieses Krieges bisher nur im Feldzug gegen Polen vor- gekommen ist. Die deutsche Wehrmacht wird mit alle» Mit» «ttl dafür Sorge tragen, daß die Anständigkeit «ud Ritter- ! Nchkeit des Kampfes gewahrt bleibt. Mit dem härteste« - Strafgericht wird sie daher die für diese barbarischen Ber- ! NUmmelungen verantwortliche Truppe oder die schuldige« ! «nnwohner treffen. Es steht außer Zweifel, daß die ebens« unsinnige wie lügenhafte Behauptung des britische« Pre­mierministers Churchill» deutsche Soldaten seien in gegne- -Men Uniformen abgesprungen, den größten Teil de, schuld an dicken Bestialitäten trägt.

Der italienische W^rrmuhtsberiiP

Rückzug der britische» Seestreitkräfte nach Alexandrien. ZerstörerHereward" von italienischen Bombern vernichtet, i-- Schwere Luftangriffe auf den Hafen von Tobruk. 2000-Tonner versenkt.

- DNB Nom. 36. Mai. Der ttskrrnische Wehrmachtsbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut:

<«Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt bekamt:

In der Nacht zum 30. Mai haben unsere Flugzeugverbände die Hafenanlagen von LaValetta (Malta) bombardiert.

In Nordafrika Artillerie- und Spähtrupptätigkeit im Ab­schnitt von Tobruk.

Unsere Flugzeugvervände haben Anlagen und feindliche Schiff« im Hasen von Tobruk bombardiert. Es wurde» zwei Hilfsschissr und ein 2606-Tonnen-Dampser versenkt sowie ein Brennstofslager vernichtet. Andere Flugzeugverbiiude haben Kraftwagen und Munitionslager bei Tobruk mit Bomben belegt.

Unsere Jagdflugzeuge haben englische Flugzeuge, die versuch­ten, Benghafi zu erreichen, zum Kampf gestellt. Zwei feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen.

In Kreta haben unsere Landungstruppen den Feind angegrif­fen und einige Hundert Gefangene sowie eine reiche Beute a» Waffen und Munition eingebracht. Die Operationen gehen, von der Luftwaffe wirksam unterstützt, weiter.

Die feindlichen Seestreitkräfte, die, wie bereits im Wehrmacht- Lericht vom Donnerstag gemeldet, wiederholt von unserer Luft­waffe im östliche» Mittelmeer angegriffen wurden, ziehen sich eiligst nach Alexandrien zurück, wobei sie fortwährend von un­seren Flugzeugen angegriffen wurden. Der feindliche Zerstörer Hereward", der von unseren Flugzeugen schwer getroffen wurde, ist in die Luft geflogen. Die Rettungsoperationen der Besatzung sind im Gange. Es konnten bisher 22S lleverlebende, davon 2L Schwerverletzte, geborgen werden.

Während der Fahrt in einem Eeleitzug wurde derTonte Rosso" südlich von Syrakus torpediert und versank. Der größte Teil der Truppen wurde gerettet.

In Ostafrika hat der Feind mit Unterstützung der Luft­waffe erneut unsere Stellungen von Uolchesit (nördlich von Eon- dar) angegriffen. Durch sofortigen Gegenangriff unserer Trup« pen wurde er unter großen Verlusten zurückgewiesen.

Am Kreta

Wieder ein englisches Verdummungsmanöver unter der Wucht der Tatsachen zujammengebrochen

DNB Berlin, 30. Mai. Wie der OKW-Vcrichr vom Freitag ! meldet, nähern sich die durch eine gewaltige Luftlandung begon- ! nenen Operationen zur Besitznahme des britischen Bollwerks ! Kreta ihrem Abschluß. Der feindliche Widerstand ist überall ^ zusammengebrochen und ein neues Dünkirchen steht den zerspreng- ^ ten Resten der britischen Empire-Truppen bevor, die an der ^ felsigen Südküste der Insel verzweifelt nach rettenden Schisse» Ausschau halten.

Die große etwa 260 Kilometer lange und 12 bis 36 Kilometer breite gebirgige Insel mit ihren fast 400 000 Einwohnern hat damit ihre Rolle als britische Schlüsselstellung im östlichen Mit­telmeer ausgespielt. Ihre strategisch hervorragende Lage fast ge­nau in der Mitte zwischen Griechenland und der Küste Nord­afrikas kommt nun dem kühnen Eroberer zugute. Unter diesen Umständen ist es äußerst reizvoll, sich der Aeußerungen zu erin­nern, mit denen das offizielle London auf den überraschenden ^ Angriff der deutschen Fallschirmjäger und Luftlandetruppen > reagierte.

So erklärte Lindley Frazer am 21. Mai im Londoner Nachrichtendienst unter anderem:Die Bedeutung des Angriffes auf Kreta geht weit über das eigentliche Ziel der Angreifer hinaus. Eine Einnahme der Insel durch deutsche Truppen würde ein schwerer Rückschlag für die britischen Streitkräfte im Nahen Osten sein und einen weiteren ziemlich aufsehenerregenden Erfolg für die deutschen Kriegsmethoden darstellen. Außerdem würde die psychologische Auswirkung im Nahen Osten bedeutend sein."

Aehnlich äußerte sich Cyrill Laykin ebenfalls am 21. Mai: Kreta ist von größter strategischer Bedeutung. Bereits früher hat der Ministerpräsident darauf hingewiesen, daß wir Kreta unter allen Umständen zu halten gedenken. Kreta mit seine« Häfen und Flugplätzen ist ein höchst wertvoller vorgeschobener Posten für unsere Operationen gegen den Feind."

Die bestimmte Zusicherung Churchills, in seiner Unter- hausrede, daß Kreta unter allen Umständen bis zum letzten Mann gehalten werden würde, wurde durch den folgende» bombastischen Ausruf des Oberkommandierende« der britische« und griechische« Truppen in Kreta, des neuseeländischen Gene­

rals Freyberg, noch übertrumpft:Durch die gemeinsamen An­strengungen der militärischen Streitkräfte der Alliierten und de« Zivilbevölkerung werden wir nicht nur den Boden Kretas gege« jeden Eindringling unversehrt bewahren, sondern wir werde« von diesem Stützpunkt ans, so Gott will, im gegebenen Augen­blick ausgehen, um die Freiheit und Unabhängigkeit von ganz Griechenland wieder herzustellen."

Selbstverständlich feierte auch im Falle Kreta die übliche bri­tische Jllusionspropaganda wahre Orgien.

Am 20. Mai verkündete der Londoner Nachrichtendienst stokK die britischen Truppen hätten die Lage in der Hand und di« ganze Insel sei von den feindlichen Truppen gesäubert. Auch a» 21. Mai wurde die Lage nach den Behauptungen des London« Nachrichtendienstes von den britischen Behörden beherrscht.

Dagegen schilderte am 22. Mai das von Reuter verbreitet« Communique des britischen Hauptquartiers im Nahen Oste» di« Lage schon etwas weniger rosig. In diesem Bericht, in de» von schweren Kämpfen die Rede ist, heißt es zum Schluß:Bet Beginn der Nacht war die Lage zufriedenstellend in allen Gebie­ten mit Ausnahme von Malemi, wo der Feind vorübergehend Fuß gefaßt hat."

Gleichzeitig damit liefen die von Churchill inszenierte n i ede v- trächtige Lügenkampagne über den angeblichen Miß­brauch neuseeländischer Uniformen durch deutsche Fallschirmjäge« sowie die täglich sich steigernden Ereuelmärchen über die angeb­lichen hohen deutschen Verluste.

Dann wurden die Berichte aus London allerdings von Tag M Tag kleinlauter. Nachdem man am Donnerstag schließlich be­hauptet hatte,ohne Nachrichten zu sein", mußte am Freitag de« Verlust der Suda-Bucht in einem amtlichen Communique einge­standen werden, deren besondere Bedeutung die Londoner Blät­ter gerade noch hervorgehoben hatten.

Am heutigen Freitag mußte Reuter in seinem letzten Bericht resigniert eingestehen, daß sich die Situation auf Kreta nicht gebessert habe.Die Verbindungen mit der Insel stud", so schreibt Reuter,schwierig und es sind in London kei­nerlei Nachrichten über die Kämpfe selbst eingetroffen. Infolge­dessen können die deutschen Behauptungen, die Suda-Bucht und Hiraklion genommen sowie allgemein neue Fortschritte gemacht W haben, weder dementiert noch bestätigt werden. Es sind auch keine Gründe vorhanden, zu erklären, daß sie nicht wahr sind. Ebenso können die italienischen Behauptungen, Truppen gelandet

haben, sehr wohl wahr sein, es ist aber wahrscheinlich, daß ihr«- Zahl nur gering ist."

Die gleiche pessimistische Darstellung von der Lage der Eng- Ander findet sich auch in der Reuyorker Presse.

Die Blätter weisen allgemein darauf hin, daß die Berichte aus London bereits seit Tagen absolut pessimistisch geklungen Hütten. Jetzt seien sie aber noch unglücklicher. Besondere Beach­tung haben vor allem auch, wie der Berichterstatter der Reuyorck Herald Tribüne" hervorhebt, die Nachrichten gefunden, wonach die Engländer jetzt zum ersten Male seit Beginn der Kämpfe in Kreta zugeben, daß ihre eigenen Verluste ebenso schwer seien wie die der Deutschen. Dies sei die schlimmste Nachricht für die Engländer imTodeskampf um Kreta". Auch die englischen Ein­geständnisse über die Versenkung von drei Kreuzern und vier Zerstörern im Seegebiet um Kreta haben in der Neuyorker Oes» fentlichkeit starkes Aufsehen erregt.

Noch hat sich das Schicksal der zerschlagenen britischen Truppe» noch nicht vollendet, aber schon jetzt erweist der Fall Kreta wie­der einmal mit besonderer Deutlichkeit, mit welch naive» Mit» !tel« London immer wieder versucht, die Weltöffentlichkeit bi» -nm letzte« Skigenblick über eine für England ungünstig verla»- Hende Entwicklnng hinwegzutäuschen. Aber auch in diese« ^sall ist das englische Verdummungsmanöver in kürzester Zett durch die Ereignisse schlagend widerlegt worden.

Max Schmeling erzählt von Kreta

Engländer haben das Kriegsrechl verletzt! Schmeling» der brutsche ehemalige Box-Weltmeister» machte als Fall­schirmjäger den Großeinsatz aus Kreta mit

Von Kriegsberichter Siegfried Kappe

DNB. 30. Mai. (PK.) Als in den früoen Morgenstunde«

des 20. Mai der riesige Heerwurm der schweren deutschen Trans­portmaschinen nach Kreta flog, begann eines der kühnsten und gewagtesten Unternehmen der Kriegsgeschichte. Nur aus Ser Lust her soll die vom britischen Expeditionskorps befestigte Insel Kreta gegen einen zahlenmäßig und materiell überlegenen Feind genommen werden Deutsche Jäger und Zerstörer begleiten oi« ungezählten In 32, die auch hier wieder eine glänzende Bewäh­rungsprobe ablegen.

Die Schilderungen der ans zahlreichen stark befestigten Stelle» aus der Insel landenden deutschen Fallschirmjäger beweisen alle die Schwere und Härte des Kampfes, aber auch, daßdie Eng­länder oft und gerade in entscheidenden Augen­blicken das Kriegsrecht nicht achten. Das haben die Soldaten aller Dienstgrade bei ihren Vernehmungen ausgesagt.

Ich hatte die günstige Gelegenheit, auch Max Schmeling. als Gefreiter in einem Kallschiimiäaer-Regiment beim