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Aus Stadl und Land.
Alleusteig, den 18. Juli 1927
Bolksliederabeud. Der Arbeitergesangverein „Sängerlust" veranstaltete am Samstag abend in Gemeinschaft mit dem Arbeiter-Gesangverein „Neckarlust" aus Eßlingen, der eine Sängerreise hierher machte, im dichtbesetzten Saal des „Grünen Baum" einen Volksliederabend. Es wurde ein reichhaltiges Programm geboten, das die Zuhörer hoch befriedigte. Die „Neckarlust" aus Eßlingen verfügt über ein vorzügliches Stimmenmaterial und hat durch Kapellmeister Müller aus Stuttgart eine so gute Schulung, daß die Lieder in vortrefflicher Weise dargeboten wurden und reichen Beifall ernteten. Einen besonderen Genuß boten die Lieder der Konzertsängerin Frau Weber-Kalesse aus Stuttgart, die über eine reine Sopranstimme verfügt und mit ihren Liederperlen große Freude bereitete. Die „Sängerlust" hier trat bei dem Konzert bescheiden zurück, zeigte aber an einigen Darbietungen, daß sie unter der Leitung von Hauptlehrer Leuze sich erfreulicherweise entwickelt und daß die Sänger sich mit großem Eifer dem Gesang widmen. An den an dem Abend gebotenen Volksliedern sah man wieder erneut, einen wie reichen Schatz wir in alten und neuen Volksliedern haben und daß es sich lohnt, diesen Schatz zu pflegen.
Der gestrige Sonntag war ein Gewittertag mit reichlichen Regengüssen. Bei den vielen Gewittern in diesem Jahr ist der Landwirt in steter Sorge um die Ernte, hat der Hagel doch da und dort schon erheblichen Schaden ungerichtet, so auch am Samstag wieder in verschiedenen Orten des Schwarzwaldes. Trotz des fast ununterbrochenen Regens war der Autoverkehr sehr erheblich. Dis unterwegs sich befindlichen Vereine kamen aber nicht auf ihre Rechnung. Ein Pforzheimer Gesangverein, der Altensteig als sein Sonntagsziel wählte, nahm im Saal des „Grünen Baum" Quartier und während es draußen schüttete, quoll Lied um Lied aus den Kehlen der sangesfreudigen und -lustigen Pforzheimer Sänger. In der Zeit zwischen 11 und 12 Uhr, ließ sich auch der Arbeitergesangverein „Neckarlust" aus Eßlingen auf dem untern Marktplatz wieder hören und gab erneut Zeugnis seines Könnens. Abends wurde der Eßlinger Verein unter den Klängen der hiesigen Stadtkapelle von der hiesigen „Sängerlust" zur Bahn begleitet. Möge er Altensteig in guter Erinnerung behalten.
Ausflug des Laudw. Bezirksvereius Nagold. Der
Landw. Bezirks-Verein machte nach längerer Pause am Samstag wieder einen Ausflug unter der Führung von Landwirtschaftslehrer Häcker. In 6 Autos fuhr man von Nagold zunächst über Herrenberg und Tübingen nach Eningen bei Reutlingen um den Lindenhof zu besichtigen. Erfreulicherweise hatte sich auch Regierungsrat Kommerell, früher Oberamimann in Nagold, angeschlossen. In Eningen machte man kurz Aufenthalt, nahm ein Vesper zu sich und manche Teilnehmer besuchten geschwind den Landsmann Karl Bauer aus Altensteig, der seit Kurzem in Eningen eine Metzgerei betreibt, Die erste Besichtigung galt dann dem unteren Lindenhof (Talhof), in dem Milchwirtschaft betrieben wird. Es wurden die Ställe besichtigt, dein elektrischen Melken und dem Abfüllen von Flaschenmilch zugeschaut. Darauf begab man sich zum oberen Lindenhof (Berghof), wo man die Saatzucht pflegt und Viehwirtschaft mit Weide betreibt. Beide musterhaft bewirtschafteten Güter waren für die Landwirte von größtem Interesse. Von hier fuhr man nach dem Gestüt St. Johann, dem Gestüt Marbach dem Gestüt Offenhausen bei Münsingen,
H Lotte Lobenstrett
.'.Roman von Erich Ebenstein
Urheberschutz durch die Stuttgarter Romanzentrale C. Ackermann, Stuttgart
^,3) (Nachdruck verboten.)
U,,Gar nichts wirst du! Wo hast du sie denn überhaupt aufgelesen?"
^ „Auf der Landstraße. Eine fremde Frau schenkte sie mir. Sie hat noch fünf oder sechs andere und kann nicht für alle sorgen, darum sagte ich, ich wollte die zwei jüngsten zu mir nehmen. Und jetzt bin ich ihre Mutter!"
^ „Eine Närrin bist du!" schrie Herbert, denn Lottes trotzige Ruhe und die kalte Selbstverständlichkeit ihrer Antworten reizten ihn immer mehr. „Die Kinder müssen sofort wieder aus dem Hause! Der Gendarm soll sie ihrer pflicht- -vergessenen Mutter nachbringen. Friedel, schick doch sogleich die Gendarmerie hinüber. Ich lasse Herrn Inspektor Wendl Litten, mir unverzüglich einen seiner Leute zu schicken. Ihr da aber" — er stieß das kleine Mädchen mit deutlichem Widerwillen, aber sanft mit der Spitze seines Stiefels an — Weht auf! Hier könnt Ihr nicht bleiben. Man wird Euch zu Eurer Mutter zurückbringen .. ."
„Untersteh dich — du!" Lotte war wie eine Wildkatze vom Boden aufgeschnellt, während Friedel eilig verschwand. Sich vor die Kinder stellend, die gleichfalls erschrocken aufgesprungen waren, fauchte sie Herbert mit zornfunkelnden Augen an: „Weh dir, wenn du sie anrührst! Sie sind mein! Ich dulde nicht, daß du sie mir nimmst!"
„Du wirst es wohl dulden müssen — außer du gehst mit ihnen, wogegen ich nicht das mindeste habe! Es ist ja unerhört, was du dir herausnimmst hier! Nichts hat man von dir als Aerger und Unfrieden — immer, seit Jahren! Aber ich sag' dir, Lotte, ich Hab' es nun satt... jawohl, gründlich satt! Die Eltern sind viel zu gut gegen dich —"
..Aha — das ärgert dich, daß ich ihr Liebling bin!"
wo eine Besichtigung derselben vorgenommen wurde und und wo lehrreiche Aufschlüsse über die Pferdezucht gegeben wurden. Auf der Rückfahrt wurde dann in Reutlingen ein Halt gemacht. Es war höchste Zeit auch an die Magen- frage zu denken und nachdem diese befriedigend gelöst war, wurde die Heimfahrt angetreten, die glücklich beendet wurde. Für alle Teilnehmer wird diese Besichtigungsreise immer eine schöne Erinnerung sein.
' —- Versuchsballone. Vom 19. bis 23. Juli sowie vom 16. Sis 20. August d. Js. steigen an vielen Orten Europas (auch in Deutschland) zu wissenschaftlichen Zwecken unbemannte Versuchsballone auf. Der Finder eines solchen wird gebeten, ihn samt dem daran befindlichen Selbstschreibegerät sorgfältig zu behandeln und nach der am Vallon oder am Gerät befindlicyen Anleitung zu verfahren. Es wird betont, daß mit Rücksicht auf die Gegenseitigkeit auch ausländische Ballone geradeso behandelt werden müssen, wie die deutschen. In der Regel zahlt die den Ballon absendende mstorologtsche Anstalt dem Finder eine angemessene Belohnung. Die Ballone sind mit dem leicht brennbaren Wasserstoff gefüllt, daher ist Vorsicht geboten. In Zweifelsfällen wende man sich an die nächste Ortspolizeibehörde oder an die Landesweiterwarte.
Aichhalden OA. Calw, 18. Juli. (Blitzschlag.) Bei, dem am letzten Samstag vormittags halb 11 Uhr über unsere Markung niedergegangenen Gewitter, das von wolken- bruchartigem Regen begleitet war, schlug der Blitz in das Wohn- und Oekonomiegebäude des Bauern Michael Waidelich (alt Anwalt) und zündete. Das Feuer fand in den erst kürzlich eingebrachten Heuvorräten reichliche Nahrung und griff so schnell um sich, daß nur noch das Vieh gerettet werden konnte, während die Wohnungseinrichtung und sämtliche landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte ein Raub der Flammen wurden. Das Gebäude selbst brannte bis auf die Grundmauern nieder. Der Schaden ist durch Versicherung soweit gedeckt. L.
- Calw, 16. Juli. Ein furchtbares Gewitter entlud sich heute vormittag über Stadt und Umgebung. Der Regen vermischt mit Hagel fiel wolkenbruchartig und richtete in den Gärten und an den Obstbäumen großen Schaden an. Die Wassermenge war so groß, daß in den Straßen die größten Bäche daherliefen. Auf den Feldern haben die Halmfrüchte stark gelitten; Die Fruchtfelder wurden hingelegt und' sehen wie gewalzt aus. Auch inOberkoll- wangen, Schmieh und Emberg hagelte es.
Zwischen Calw und Stammheim hat der Hagel große Verwüstungen angerichtet. Kartoffeln, Angersen, Mohn und Säubohnen sind v ollständig zusammengeschlagen. Auf den Fruchtfeldern sind die Halme geknickt, das Gras auf den Wiesen liegt wie gemäht da. Unter den Obstbäumen liegt eine Menge Laub und abgeschlagene Früchte. Die noch auf den Bäumen stehenden Früchte sind stark beschädigt. An den Feldern wird der Schaden auf 80 Proz. gerechnet. Ueberall sieht man die traurigen Spuren der Verheerung.
Freudenstadt, 16. IM. (Beamtenevhölungsheim.) Am 30. Juki findet hier die feierliche Eröffnung des von der Deutlichen Reichspost erstellten Beamtenerholungsheimes statt.
Freudenstadt, 16. IM. (Eine gute Fremdensaison.) Trotz der wenig sommerlichen Witterung ist die Zahl der Frem- . den, die beim Kurverein gemeldet sind, in diesem Jahr mit IM wesentlich höher als im Vorjahr (1183). Die Fremdenziffer dieses Jahres reicht nahe an die Rekordzahl von 1921 (1685) heran.
„Lächerlich! Das bist du ja gar nicht! Dagegen würde ich mich auch schönstens verwahren. Du — ihr Liebling! Wieso denn? Mit welchem Recht?"
„Ich bin's aber doch!" stieß Lotte halb höhnend, halb trotzig heraus. „Und darum allein haßt du mich! Weil du weißt, daß Mutter immer gut zu mir ist und mich lieber hat als dich!"
„Das ist nicht wahr!"
„O ja, es ist wahr! Du aber bist ein Grobian und ein Flegel und ..."
Sie verstummte und starrte erschrocken auf einen Gendarmen, der neben Friedel, gefolgt von der neugierigen Magd, im Türrahmen erschienen war. „Herr Lobenstreit, Sie haben nach mir geschickt", sagte er, die Hand an den Helm legend.
„Ja, bitte, nehmen Sie die beiden Kinder hier fort. Sie gehören einer Landstreicher!«, die sie meiner Schwester anhängts . . ."
„Weiß schon, Herr Lobenstreit. Die alte Schlürfin ist's, die heute mit ihrem Karren durch den Ort zog. Die möchte immer freilich gern ein paar von ihren Enkelkindern los fein! Na, weit wird sie noch nicht sein, werde also die Sache gleich in Ordnung bringen. Uebrigens sollen ihr die Kinder ohnedies abgenommen und ins Asyl gegeben werden. Also vorwärts, Kinder."
Die Kinder begannen zu weinen. Mit einem Aufschrei wollte Lotte sich vor sie werfen. Herberts eiserne Hand hielt sie zurück. „Du bleibst! Und rührst dich nicht!"
Inzwischen hatte der Gendarm die beiden Kinder an die Hand genommen und führte sie, ihnen gutmütig zusprechend, hinaus. Lotte machte alle Anstrengungen, sich von der sie wie eine Eisenklammer umschließenden Hand zu befreien. Sie weinte vor Zorn, zerrte, stieß und kratzte Herbert, und plötzlich beugte sie sich nieder und biß ihn wütend in die Hand. Aber er ließ nicht los. Nur sein Gesicht wurde bleich bis in die Lipen vor Zorn. „Abscheuliche wilde Katze!" stieß er zähneknirschend heraus. „Nun ist's aber wahrlich genug! Glaubst du, ich werde mir alles gefallen lassen von dir
Stuttgart, 16. Juli. (Die Stadt Stuttgart und die Kohlenfolderfrage.) In den letzen Tagen waren Vertreter der Stadt Stuttgart im rheinisch-westfälischen Industriegebiet anwesend, um die durch die Städte Frankfurt a. M. und Köln gekauften Kohlenfelder bei Rheinberg zu besichtigen. Die Informationen, die die Herren im Ruhrgobiet einzogen, veranlaßten sie zu der nach der „K. V." in privatem Kreise geäußerten Erklärung, daß sie der Stadt Stuttgart den Beitritt zu dem Unternehmen nicht empfehlen könnten.
Gegen die Postgebührenerhöhung. Die vor kurzem in der Presse bekanntgegebene neue Postgebühre»- vorlage veranlaßte den Wllrtt. Industrie- und Handelstag am 13. Juli folgendes Telegramm an den Vevwaltungsrat der Deutschen Reichspost zu senden: „Auch neue Postgebührenvorlage bedeutet für Wirtschaft außerordentliche Belastung. Insbesondere ist dringend erforderlich Ermäßigung des Drucksachentarifs, Einführung eines 2—3 Klgr.-Pakets und Beibehaltung des Ortsportros auch bei Städten über 100 000 Einwohnern. Wihatag bittet Verwaltungsrat, diese Einzelforderungen zu berücksichtigen und unbedingt auf Herabsetzung des Gesamtmehrertrages bedacht zu sein." Zu diesen Forderungen glaubt sich der Wihatag aus den bereits in den früheren Eingaben dargelegten Gesichtspunkten berechtigt. Die vom Wihatag wie auch allen anderen Wirtschaftsoertretungen geäußerten Bedenken zu der ersten Vor- ^ läge des Reichspostministeriums dürften auch vielfach auf den nunmehr vorliegenden Entwurf zutreffen, zumal der Cesamtmehrerrrag durch die neue Gebührenvorlage keine wesentliche Minderung erfahren hat. Wenn auch zweifellos die sehr gespannte Finanzlage der Reichspost der Sanierung iodcrf. so sollte doch versucht werden, ob diese nicht auch durck eine geringere möglichst mäßig gehaltene Erhöhung der Postgebühren und die nötigenfalls gleichzeitige Auflage einer der Aufnahmefähigkeit des deutschen Geldmarktes angepaßten Anleihe erreicht werden kann. Wir gestatten uns, Sie von der Stellungnahme des Württ. Industrie- und Han- dslstoges in Kenntnis zu setzen mit der Bitte, die Forderung d;s Wihatags nach Möglichkeit unterstützen zu wollen.
Sparkassengläubiger und Aufwertung. Die Städt. Sparkaffe Stuttgart ist dazu übergegangen, die Vorschüsse, die sie an alte und bedürftige Sparer auf deren Aufwertungsguthaben geleistet hat, im Rahmen des Restguthabens fortzusetzen. Sie hat damit dem aus der Mitte der Beteiligten geäußerten Wunsch, wegen vorgeschrittenen Alters und besonderer Notstände möglichst bald in den Besch barer Mittel zu gelangen, entsprochen. Die in Betracht kommenden Einleger werden zurzeit davon verständigt.
Jugendfliegerhorst. Der Württ. Luftfahrtverband hat im Einvernehmen mit dem Wirtschafts- und dem Kultministerium auf dem Flughafen in Böblingen eine neu« Einrichtung gescyaffen, den Jugendfliegerhorst. Hier soll die Jugend in das Gebiet der Luftfahrt eingeführt werden. Zu diesem Zweck finden an fünf aufeinanderfolgenden Samstagen nachmittags bis Sonntag abend sogenannte Wochen- endkurse, ferner während der Ferien — bei genügender Beteiligung auch zu anderen Zeiten — Vollkurse von 30 Tagen statt. Die Kursteilnehmer werden auf dem Flughafen einwandfrei untergebracht und gut verpflegt; sie haben hierfür bei Vollkursen 3 Mark pro Tag, bei Wochenendkursen zusammen L3 Mark zu entrichten. Weitere Kosten außer den Reisekosten entstehen den Teilnehmern nicht.
K o m m u n i st i s ch e V e r s a m m l u ng e n. Die Kommunistische Partei veranstaltete am Freitag abend drei stark besuchte Versammlungen, in denen gegen das zurzeit hier tagende Reichsgericht und die Klassenjustiz Stellung genommen wurde. Der öffentliche Anmarsch zu den Versammlungen war vorher von der Polizei verboten worden. Es g<E nirgends Ruhestörungen.
fremden Eindringling? Wer bist du denn? Welches Recht! hast du überhaupt hier? Keins! Gar keins! Ausgenommen s und geduldet bloß aus Barmherzigkeit, wie du bist . . -"i „Bertie — um Gottes willen, Bertie, schweig doch! Du, weißt ja nicht, was du sprichst im Zorn!" rief Friede!, di«! eben zurückgekommen war, entsetzt. „Sie ist doch unsere ! Schwester — wie darfst du so sprechen zu ihr?" !
Aber Herbert war durch Lottes Widerstand sichtlich außer Rand und Band gebracht. „Schwester? Die unsere Schwester?" sagte er erbittert. „Bilde dir das doch nicht ein,, Friedel! — Ja, das Herz unserer Mutter hat sie uns ge-s stöhlen, dieses gütige allzu weiche, nachsichtige Herz — aber§ ein Recht hat sie nicht dazu, so wenig sie auf den Platz, den> sie hier einnimmt! Gott weiß, wo Mutter sie damals auf- . gelesen hat, als sie mit ihr bei Nacht und Nebel eines Tages ankam — ich weiß es noch gut, obwohl ich damals erst ein kleiner Junge war! Vermutlich auch irgendwo auf der Landstraße!"
Lotte stieß einen gellenden Schrei aus. „Das lügst du — du! Sag, daß du gelogen hast!" Wie ein in tödlicher Angst herausgepreßtes Aechzen klang die Frage.
Herbert hatte Lottes Hand jäh losgelassen. Seltsam erschreckt starrte er vor sich hin. Dann fuhr er sich abwesend über die Stirn. Lottes Frage blieb unbeantwortet. Sie war totenblaß aus einen Stuhl gesunken, hielt sich den Kops mit beiden Händen und starrte verstört ins Leere, ohne auch nur zu bemerken, daß Herbert fluchtartig rasch ds^ Zimmer verlaßen hatte, gefolgt von der völlig fassungslosen Friedel.
Drüben in seiner Stube schritt Herbert mit gesenkte« Kopf rastlos auf und nieder. Was hatte er getan? Verraten, was er der Mutter so heilig versprochen hatte, als unverbrüchliches Geheimnis zu bewahren, was er zeitlebens vergessen und in sich hätte begraben sollen.
So deutlich stand nun alles wieder vor ihm, obwohl dreizehn Jahre seit jener stürmischen Nacht vergangen wareM, wo seine Mutter erschöpft und aufgeregt mit Lotte daheim anlangte. (Fortsetzung folgt.) ;