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Schwarzwälder Tageszeitung/für die Oberamtsbezirke Nagold, Freudenstadt u. Lalw.!

Rr. 261

Ausgabe i« Alteusteig-Stadt.

Montag, den 8. November.

Amtsblatt für Pfalzgrafeuweiler.

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Der l

Der deutsche Tagesbericht.

WTB. Große- Hauptquartier, 6. November. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Im Handgranatenkampf wur­den die in den Ostteil unseres neuen Grabens nördlich von Massiges eingedrungenen Franzosen wieder daraus vertrieben.

Sonst verlief der Tag unter teilweise lebhaften Artillerie­kämpfen ohne Ereignisse von Bedeutung.

Oestlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe des General­feldmarschalls von Hindenburg : Die Russen wiederholten ihre Durchbruchsversuche bei Dünaburg mit dem gleichen Miß­erfolge wie an den vorhergehenden Tagen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Pri«) Leopold von Bayern : Die Lage ist unverändert.

Heeresgruppe des Generals von Linstngen: Nordöstlich von Budka wurden weitere russische Stellungen genommen.

Bei Siemikowce ist Ruhe eingetreten, der Gegner ist in seine alten Stellungen auf dem Ostufer der Strypa zurück­geworfen. In den nunmehr abgeschlossenen Kämpfen ver­loren die Russen an Gefangenen 50 Offiziere und etwa MOO Mann.

Balkankriegsschauplatz : Im Tal der westlichen Morawa wird südöstlich von Cacak gekämpft. Kraljevo ist genommen. Oestlich davon wird der Feind verfolgt. Stubal ist erreicht. Der Zupanjevacka-Abschniti ist überschritten. Im Morawa- Tal wurde bis über Obrez-Srkirica nachgedrängt; durch Handstreich setzten sich unsere Truppen noch nachts in Be­sitz von Varvarin. Ueber 3000 Serben wurden gefangen genommen.

Bei Krivivir ist die Gefechrsfühlung zwischen den deutschen und bulgarischen Hauptkräften gewonnen.

Die Armee des Generals Bojadjeff hat bei Lukovo und bei Soko-Banja den Gegner geworfen, über 800 Ge­fangene gemacht und 6 Geschütze erbeutet.

Nach dreitägigem Kampf ist gegen zähen Widerstand der Serben die befestigte Hauptstadt Nisch gestern nachmittag er­obert. Bei den Kämpfen im Vorgelände sind 350 Gefangene und 2 Geschütze in bulgarische Hand gefallen.

Oberste Heeresleitung.

m Geschütze erbeutet

WTB. Großes Hauptquartier, 7. November. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz : Nichts Neues.

Oestlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe des General- seldmarschalls v. Hiudenburg : Südwestlich und südlich von Riga wurden mehrfache russische Teilangriffe abgeschlagen. Vor Dünaburg scheiterten feindliche Angriffe bei Jlluxt und zwischen Swenten- und Jlsen-See.

In der Nacht vom 5. zum 6. November waren die Russen nordwestlich des Swenten-Sees durch nächtlichen Ueberfall in unsere Stellung eingedrungen; sie sind gestern wieder hinausgeworfen worden.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold vo« Bayern: Die Lage ist unverändert.

Heeresgruppe des Generals vo« Liufiugen : Nordwestlich von Czartorysk wurden bei einem abgeschlagenen feindlichen Angriff 80 Gefangene gemacht und ein Maschinengewehr erbeutet.

Valkankriegsschauplatzs: Oesterreichisch-ungarische Truvpen haben den Feind von der Gracina-Höhe i12 Kilometer nord­westlich von Jwanjica) zurückgedrängt und sind im Tale der westlichen Morawa über Slatina hinaus vorgedrungen.

Beiderseits von Kraljewo ist der Flußübergang erzwungen. In Kraljewo, das nach heftigem Straßenkampfe von branden- burgischen Truppen genommen wurde, sind l30 Geschütze erbeutet.

Oestlich davon gingen österreichisch-ungarische Truppen vor und machten 481 Gefangene.

Unsere Truppen stehen dicht vor Kruseoac. Die Armee des Generals von Gallwitz nahm gestern über 3000 Serben gefangen, erbeutete ein neues englisches Feldgeschütz, viele beladene Munitionswagen, zwei Verpflegungszüge und zahl­reiches Kriegsmaterial. Oberste Heeresleitung.

Während die Lage im Westen unverändert geblieben ist, dauern die lebhaften russischen Angriffe an den ver­schiedensten Stellen der Ostfront mit unverminderter Hef­tigkeit fort, ohne daß aöer die Russen an einer Stelle Erfolge zu verzeichnen hätten. So wurden ihre An­griffe südwestlich und südlich von Riga sowie bei Jlluxt und zwischen Swenten und Jlsen-See abgeschlagen. Durch nächtlichen Ueberfall war es ihnen nordwestlich des Swen- ten-Sees gelungen in die deutsche Stellung einzudringen. .Am anderen Morgen wurden sie bereits wieder daraus verjagt. Auch bei Czarwrisk gellen die Russen die Hoff­nungen auf einen Erfolg noch nicht auf. Bei einem ab­geschlagenen Angriff fielen unseren Truppen 80 Ge­fangene und ein Maschinengewehr in die Hände.

Durch den raschen Fall der Festung Nisch ist die Katastrophe über das serbische Heer hereingebrochen. Die Serben suchten bisher mit äußester Kraft Kraljewo, Karats ch i n und vor allein N isch zu halten, aber ge­rade gegen diese entscheidenden Punkte gingen die Haupt­stöße der Armeen Köveß, Gallwitz und Bojad­jeff. In kurzen Zwischenräumen fielen diese drei Städte. Der Verlust von Kraljewo verhinderte den Verkehr der noch nördlich der westlichen Morawa kämp­fenden Serben mit der Rückzugsstraße im Jbartal nach Novipasar und verwies diese ganze Armee auf die Ge­birgsstraßen, die in südlicher Richtung nach Kursum- lia und Prokunlje führen. Südlich von Tschatschak su­chen starke serbische Kräfte vergebens österreichisch-unga­rische Truppen vom Jbartale und der Flankierung der ganzen Nordarmee abzuhalten. Die Einnahme von Pa­tt atschin und die Festsetzung der Deutschen am Mo­rawa knie gegenüber von Stalatsch hatte, neben der flankierenden Wirkung nach Westen, den Haupterfolg, daß die serbische Timok-Armee und die Truppen, die nördlich der Bahn Paratschin-Saitschar und der Front gegen Gallwitz fochten, überhaupt keine Rückzugsstraße mehr haben, sondern nur noch für schwere Fahrzeuge ungangbare Saumwege über die Pässe des Lutäwitza- Gebirges. Denn diese Armeen und hier setzt die strategische Wirkung des konzentrischen Angriffs der Verbündeten aus Nord und Ost ein haben inzwi­schen durch die Einnahme von Nisch auch die große Morawatalstraße und damit die Abmarschmöglichkeit nach Süden verloren, ,erblichen Truppen, die im Raum l

nördlich von Nisch im Morawatal und rechts davon ste­hen, sind in dieser hoffnungslosen Lage.

Bereits im heutigen Tagesbericht kommt diese Wir­kung zum Ausdruck. In Kraljewo, das nach hef­tigem Straßenkampf von brandenbnrgischen Truppen ge­nommen wurde, fielen den Siegern 130 Geschütze in die .Hände, welche der Feind nicht mehr abtransportie­ren konnte. Weiter ist die hohe Zahl der gemachten Ge­fangenen eine Folge des konzentrischen Vorgehens. Oest­lich von Kraljewo machten die Oesterreicher 481 Ge­fangene, die Armee des Generals von Gallwitz nahm gestern über 3000 Serben gefangen und erbeu­tete außerdem ein neues englisches Feldzcuggeschütz, viele beladene Munitionswagen, zwei Verpflegungszüge und zahlreiches Kriegsmaterial. Aller wie das Schick;al des serbischen. Heeres auch sei: Nach dem Fall von Nisch, nachdem dieser Keil vorgedrückt worden ist, kann das große Ziel, die Eroberung der Bahnlinie Belgrad Nisch Sofia, nur noch die Frage von Tagen sein.

Zur Einnahme von Nisch.

In raschem Zugreisen haben die Bulgaren nutt auch die Festung Nisch erobert, die bisher als Zen- tralpnnkt des serbischen Widerstandes galt und gerade in der heutigen Lage der Serben hiefür auserschen schien. Wie wir schon neulick! erwähnten, lag die Annahme nahe, daß die käst völlig eingekreiste serbische Armee schließlich ihre Kräfte in dieser Festung vereinigen und dort noch einen längeren Widerstand versuchen würde. Auch diesmal wieder lsina also alles vom raschen Zu­greifen ab, und die Bulgaren haben darin nicht ge­säumt.

Nisch und Pirat galten bisher als die stärksten serbischen Festungen und wurden nach den vorliegen-- den Nachrichten auch beide in den letzten Jahren neu­zeitlich ausgebaut. Die militärische Bedeutung von Nisch beruht auf seiner Lage am Kreuzungspunkt der wichtig­sten Verkehrs- und Operationslinien Serbiens, der das ganze Land von Süden nach Norden durchziehenden M o- ravalinie und der Nisavalinie, in deren Zug die große Verbindungsstraße und Bahn nach Bulgarien führt. Von Nisch führen Eisenbahnen über Paracin und Palanca nach Belgrad, über Leskopac-Uesküb-Veles nach Saloniki und über Pirol nach Sofia und Konstanti­nopel. Nach Westen führt eine gute Straße im Tal der Toplica nach Novibazar und.Pristina. So bildet Nisch den Stützpunkt für kriegerische Operationen gegen Bulgarien und zugleich dis Zentralstellung für Operatio­nen im Norden und Nordosten des Landes.

Die Werke von Nisch bestehen aus einem Gürtel von 7 Forts und Erdschanzungen aus den Höhen, die da4 Becken am Zusammenfluß der Nisava und Morava um­grenzen. Sie sind 411 Kilometer dem Kernwerk vor­geschoben. Das Kernwerk selbst hat nur geringen Ver­teidigungswert. Es stammt ebenso wie eine Reihe wei­terer Feldschanzen vor der Stadt und die äußeren Be­festigungen aus dem Jahre 1885: die westlichen Forts haben eine gute Wirkung in das Tal der Morava, eben­so wie im Osten das Nisavatal unter dem Feuer der Werke liegt. Die auf beiden Flußufern ansteigenden Höhen sind vermutlich in die Verteidigungslinien einbezogen worden.

Die alte Balkanstadt Nisch wurde schon von Attila zerstört und von Kaiser Justinian wieder hergestellt. Seit Ende des 12. Jahrhunderts war Nisch bis 1386 in den Händen der Serben, worauf es dann die Türken einnahmen. In der Nähe der Stadt liegt der Berg Winik, wo am 23. September 1680 Markgraf Ludwig von Baden mit 17 000 Mann ein türkisches Heer schlug. Aus einer anderen Anhöhe steht ein von Milan I. er­richtetes Denkmal an der Stelle, an der die Serben 1809 gegen Napoleon Schanzen errichteten, in denen sich am 19. Mai Stephan Sindjelitsch mit den stürmenden Türken in die Luft sprengte. Auch im Kriege 1876 spielte Nisch eine Rolle in den türkischen Operationen. In dem zweiten türkisch-serbischen Kriege wurde die Stadt dann am 8. September 1877 von den Serben besetzt.

Ein franz. Wettverteilnngsplan.

Unsere Feinde sino im Verteilen der WelMiicht blöd'. Ohne die cazu nötigen Siege abzuwarten, haben nicht nur Privatleute, sondern auch Minister in Frankreich unc> England seit Kriegsbeginn Bedingungen für den Frie- dcnsschluß ausgestellt, die uns das Gruseln lehren könn­ten, wenn wir irgendwie dazu neigten. Die inneren Ver- I;ä!r..ijse des Deutschen Reiches wollten sie von Grund aus umgcstaltcn und bei der Verteilung duschen wie öster­reichisch-ungarischen Gebietes nahmen sie nicht die min­deste Rücksicht auf die Nationalität der Bewohner. Das ist auch das hervorib-chendste Kennzeichen eines neuen Weltverteilungsplanes, der in Gestalt einer Karte von Europa mck ausführlichen Randbemerkungen kürzlich zik Paris heransgegcben worden ist.Das künftige Eu­ropa" lautet die Uebcrschrift und als Herausgeber zeich­net F. Pigeon, Libraire 57, Rue de Richelieu Paris.

Da reicht das arg verstümmelte Deutschland im Osten nur bis zum Riesengebirge und zur unteren Oder, im Westen bis zu einer Linie 100 Kilometer östlich vom Rhein; das linke Rheinufer ist zwischen Frankreich und Belgien aufgeteill. Auf dem rechten Rheinuser liegt eine 100 Kilometer breite neutrale Zone, deren Verwal­tung unter französischer Aufsicht steht. Es sind also im Osten wie im Westen viele Millionen rein deutscher: Bewohner unter fremde Herrschaft gebracht. Schleswig-