ru sich berufen, um ein neues Kabinett zu bilden, in dem die Konservativen Majorescu, Carp und Marghilonan ver­treten feien.

- WTB. Berlin. 25. Okt. Verschiedenen Morgenblättern mfolge sind die Serbe» »ach dem Verlust von Uesküb nun­mehr von den Ententetruppen völlig abgeschnitten. Die Bulgare» habe« bisher 8000 serbische Gefangene gemacht. Die Operationen werden durch die Witterung oft beeinträch­tigt. Die Stimmung der bulgarischen Truppen ist vortrefflich.

WTB. Berlin, 25. Okt. Aus Petersburg wird dem Berliner Lokalanzeiger" gemeldet, daß General Rennen- lampf zur Disposition gestellt worden ist.

WTB- Berlin, 25. Okt. Nach derKreuzzeitung" melden Budapester Blätter, die griechische Regierung habe Beweis­material dafür, daß die Gesandten Italiens und Frankreichs in Athen unter Aufwendung beträchtlicher Geldmittel Demon­strationen gegen die Regierung in die Wege leiteten.

Amtliches.

Verbot des Anstreicheus mit Karben aus Bleiweiß und Leinöl

Der Bundesrat hat folgende Verordnung erlaffen: 8 1 Die Außenseiten von Häusern sowie Mauern und Zäune dürfen nicht mit Farben angestrichen werden, zu deren Her­stellung Bleiweiß und Leinöl verwendet ist. Der Reichs­kanzler kann Ausnahmen zulassen. 8 2. Wer der Vor­schrift des 8 1 Abs. 1 zuwiderhandelt, wird mit Geldstrafe bis zu fünfzehnhundert Mark oder mit Gefängnis bis zu drei Monaten bestraft. 8 3« Diese Verordnung tritt mit dem 25. Oktober 1915 in Kraft. Den Zeitpunkt des Außer- kraflretens bestimmt der Reichskanzler.

Landesnachrichlen.

Rllenrtelg. 25. Oktober 1S18.

' Das Eiserne Kreuz hat erhalten Landwehrmann Christian Wurstxr von Ebers Hardt.

' Die Silberne Verdienstmedaille wurde verliehen: Martin Steeb von Spielberg.

* Den Heldentod fürs Vaterland starb der Ersatzreser­vist Kaufmann Paul Kemps, Sohn der Luise Kemps Witwe hier. Er hat sich bei schweren Kämpfen durch einen Granatsplitter eine Lungenverletzung zugezogen, die anfäng­lich nicht das Schlimmste befürchten ließ. Nun ist er dieser Verwundung trotzdem erlegen. Ehre seinem Andenken!

' Neuenbürg, 23. Okt. Gestern fand hier unter zahl­reicher Beteiligung die Beerdigung des am Mittwoch ver­storbenen Straßenmeisters Eugen Claß statt. Claß war zu den Pionieren eingezogen, stand kürzere Zeit als Unter­offizier im Osten im Feld, wurde wegen Krankheit beurlaubt und starb an einem noch hinzugekommenen Leiden. Straßen­meister Claß war der Straßenbauinspektion Calw -»geteilt und kam vor 6 Jahren aus Calw hierher, wo er sich all­gemeiner Beliebtheit erfreute.

(-) Stuttgart, 24. Okt. (Württ. Hauptver­ein des Ev. Bundes.) Der Württ. Hauptverein des Ev. Bundes hielt am Mittwoch unter dem Vorsitz von Schulrat Dr. M 0 sapp im Herzog seine aus dem gan­zen Lande gut besuchte Abgeordnetenversammlung ab. Ter Jahresbericht zeigte, wie der Bund seine ganze Organisation in den Dienst des Krieges gestellt hat; er hat seine Schivesternschaft und deren ärztlichen Leiter auf die Kriegsschauplätze und die Lazarette geschickt und mit seinen Volks- und Flugschriften, die in über 5 Millionen Exemplaren verteilt wurden, im Heere und in der Heimat deutsch-nationale Gesinnung zu verbreiten gesucht. In Württemberg beträgt die Mitgliederzahl unter Einrechnung der Mitglieder der angeschlossenen Vereine 26 395. Trotz des Rückgangs der Einnahmen im Kriegsjahr konnte der Verein doch den kriegsbeschädig- ten Glaubensgenossen in Ostpreußen und im Elsaß mit einem namhaften Betrag zu Hilfe kommen. Prälat D. v. Hermann berichtete über den Hilfsausschuß für die ev. Kirche in Oesterweich, der im Großen und Ganzen auch in diesem Jahr seine Arbeit inNibelungentreue" fortsetzen konnte. An die Berichte schloß sich eine ein­gehende Erörterung verschiedener Punkte.

(-) Zuffenhausen, 24. Okt. (Raubanfall.) Als gestern früh Frau Nicht in der Kelterstraße sich von ihrem Schlafzimmer aus in den Spezereiladen begab, wurde sie von einem fremden Mann, der eine Maske vor dem Gesicht trug, mit der Faust niedergeschlagen. Die Geldkassette, die sie in der Hand trug, fiel mit dem Geld auf den Boden. Der Mann raffte das Geld zu­sammen .und verschwand auf die Hilferufe der Frau, sicher die Persönlichkeit des Täters ist nichts bekannt.

(<-) Ebersbach a. F., 24. Okt. (Arbeitslo­senfürsorge.) -Dieser Tage kamen auf dem hie­sigen Rathaus verschiedene Ortsvorsteher der Landgemein­den des Bezirks Göppingen zu einer Besprechung über Ae .Einführung der Arbeitslosenfürsorge während des Krieges und die einheitliche Ausstellung diesbezüglicher Bestimmungen, insbesondere auch hinsichtlich der Höhe der

leistenden Unterstützungen. Die Arbeitslosen-Unter- siützung soll nicht nur männlichen und weiblichen Arbei­tern, Angestellten und Dienstboten, die infolge des Krie­ges erwerbslos und unterstützungsbedürftig geworden sondern auch minderbemittelten Gewerbetreibenden aller Art zugute kommen.

(-) Bucha::, 24. Okt. (Nahrungsmittel- surs 0 rge.) Der Viehhändler Josef Schirmer hier hat von der Stadtgemeinde Ulm einen großen laufenden as^trag zur wöchentlichen Lieferung von frischem Rind- neisch, das an die ärmere Bevölkerung Ulms zum Preise.

von 1 Mk. verkauft werden soll, erhalten. Einen et­waigen Abmangel trägt die Stadtverwaltung.

(-) Laupheim, 24. Okt. (Milchpantsche r.) Der 43 Jahre alter Käser und Milchhändlec Anton Dengler von Stetten wurde vom hiesigen Amtsgericht wegen Milchfälschung zu der Geldstrafe' von 150 Mk., im Falle der Uneinbringlichkeit zu der Gefängnisstrafe von 30 Tagen, sowie zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt.

(-) Leutkirch, 24. Okt. (Eisen bahn Unfall.) Auf dem hiesigen Bahnhof stieß auf der Einfahrtsstelle von Jsny her eine Lokomotive auf bis jetzt unaufge­klärte Weise auf einen Güterwagen. Der Tender der Maschine entgleiste infolge des Anpralls und der Gü­terwagen wurde aus den Schielten gehoben. Der Ten­der und die Gleise an der Wcichenstelle wurden beschä­digt. Die Störung konnte im Laufe des Nachmittags wieder behoben und die Maschine flott gemacht werden. Mit einiger Verspätung ging der Zug nach Jsny weiter.

(-) Ravensburg, 24. Okt. (Explosion.) Jtn Lastautomobil des bürgerlichen Brauhauses explodiere im Hof der Brauerei aus bisher unaufgeklärter Weise der Äeuzinkessel, so daß großer Sachschaden entstand und der Führer des Automobils so schwer verletzt wurde, daß er ins Krankenhaus verbracht werden mußte.

Kriegs-Allerlei.

Wir in der Helmat und die draußen im Feld.

Der schwäbische Dichter August Reiss-Stuttgart hat den Helden in der Champagne, im Artois und in Flandern das nachstehende Gedicht gewidmet:

Sie hielten stand!

(Den Helden an der Westfront.)

War alles bereit zum Vernichtungsschlage:

Franzosen und Engländer, die Duzbrüder des Hasses, Und Wilde von allen Enden der Erde:

Alle bereit zum Vernichtungsschlage!

Aufgeschichtet für 5000 dräuende Feuerschlünde Lagen bergehoch die Schrapnelle und die Granaten, Des neurtalen Amerika Grüße an Deutschland!

Und es war losgelassen das Höllenungeheuer.

Das schrie und spie und ächzte und lechzte Und stöhnte und dröhnte und brüllte zum Himmel,

Brüllte drei Tage und brüllte drei Nächle Und brüllte nach Blut, nach heißem deutschem Männer­blut.'

Jetzt rennt es an, gisthauchend, todspeiend,

Dringt vor und überspringt die Braven, die sich geopfert, Will weiter und weiter, ihm bluten die Flanken;

Jetzt keucht es und heult es und hält wie gebannt Sie hielten stand!

Orgeln, braust es, und Ströme, rauscht es, Sturmwinde tragt es im Glockengeläute Durch alle Gaue der deutschen Heimat Hin zu den Brüdern, die wachen im Osten;

Sänger, preist es in unsterblichen Liedern,

Daß es fortklinge von Geschlecht zu Geschlecht;

Mütter, singt es den Kindexn am Abend,

Mädchen, des Sonntags durchs Wiesental singt es, Danki'H ihnen alle mit Herz und mit Hand! Deutschland, beschirmtes, behütetes Deutschland,

Gedenk' es der Toten in ewiger Treue,

Gedenk's der Verwundeten, gedenk's all der Tapsern, Jauchze es, rühme es, Vaterland, Vaterland:

Sie hielten stand!

Generaloberst v. Einem, der Oberbefehlshaber der Champagne-Armee, übersandte hierauf dem Verfasser folgenden schönen Briet:

20 . 10 . 15 .

Verehrter Herr Reiff!

Soeben empfing ich Ihren freundlichen Brief vom 18. d. M. und das packende GedichtSie hielten stand!" Empfangen Sie meinen wärmsten Dank für Ihre Worte und die markigen Verse, für Ihr treues Gedenken an uns hier in der blutgetränkten Champagne, wo mehr Blut geflossen ist französisches und deutsches als an irgend einer andern Stelle französischen Gebietes Sie haben es geschildert, wie es war, der furchtbare, ringende Kampf, der in der Kriegsgeschichte einmal die höchste Würdigung finden wird. Während ich diese Zeilen schrei­be, brüllen wieder die Kanonen und für uns heißt es noch immer stand halten. Und wir werden es mit festem Willen, starkem Herzen um der Liebe willen zu un­serem teuren Vaterlande.

Empfangen Sie innigsten Dank und Gruß von Ihrem ergebensten

vowEinem, Generaloberst."

Die sachgemäße Aufbewahrung der SpeisekartoffeLn.

Die sachgemäße Aufbewahrung aller Speisekartos- feln ist eine der wichtigestn Maßnahmen im Interesse der Volksernährung. Jeder, der Kartoffeln lagert, seien es kleine Mengen, wie sie in den Haushaltungen ausbe­wahrt werden, oder große Bestände, wie in landwirtschaft­lichen Betrieben, bei Gemeinden und wirtschaftlichen Bev- bänden, hat die Pflicht, alles zu tun, um die Mrtoffeln gesund und gebrauchsfähig bis zum Verbrauch zu er­halten.

Me Vorbedingung für längere Lagerung ist, dast nur gesunde Kartoffeln eingebracht werden und die Auf­bewahrungsräume kühl und trsckm sind. _>,

Alle Kartoffeln sind daher zunächst zu verlesen. Bei den derzeitigen Arbeiterverhältnissen aus dem Lande ist es kaum zu vermeiden, daß das Auslesen nicht so sorg­fältig geschieht, wie in normalen Zeiten. Auch kön­nen bei der Versendung immer noch Beschädigungen ein- treten. Es müssen daher die gelieferten Kartoffeln mög­lichst sofort nach Empfang durchgesehen und alle kran­ken und verletzten ausgesondert werden. Als krank sind anzusehen alle Kartoffeln, die weiche Stellen haben. Sie sind für die Aufbewahrung am gefährlichsten, da diese Fäulnis, die Naßfäule, nicht nur fortschreitet, die einmal erkrankten Knollen in wenigen Tagen in eine un­angenehm riechende Faulmasse verwandelt, sondern weil diese Faulmasse die Nachbarknollen ansteckt. Langsamer verläuft die Trockenfäule, kenntlich zunächst durch ver­färbte, später einfinkende Flecken der Schale, unter der das Fleisch in eine braune, zunderartige Masse ver­wandelt wird. Aber auch alle derartig erkrankten Kar­toffeln müssen ausgelesen werden, da auch die Trocken­fäule ansteckend ist. Weiter sind noch zu entfernen alle bei der Ernte verletzten oder von Tieren angenagten oder sonst beschädigten Knollen, sowie solche mit größe­ren Druckstellen. Tie demgemäß vom Hauptbestand aus­gelesenen zur Aufbewahrung untauglichen Kartoffeln sind möglichst bald zu verwerten.

Sind die Kartoffeln, etwa infolge Ernte bei nas­sem Wetter feucht, so sind sie möglichst dünn auszubreiten, damit sie zunächst abtrocknen. Später kann man sie höher aufschütten, keinesfalls aber höher als einen Meter. Ausbewahren in Säcken ist, abgesehen von dem bestehen­den Mangel an Säcken, zu vermeiden, weil in solchen infolge der natürlichen Verdunstung sich leicht Feuchtig­keit ansammelt, die zur Fäulnis führt. Will man kleine Vorräte in Kisten und Fässern lagern, so sind in ven- , den behufs Erleichterung des Luftwechsels viele Löcher zu bohren; am besten wird der Boden durch Latten ersetzt. Außerdem sind solche Behälter nicht unmittelbar aus den Boden, sondern hohl aus Holzklötze, Backsteine und dergl. zu stellen. Auch wenn die Kartoffeln in Kellern aufge- schüttet werden sollen, ist es besser, sie aus einen hohl liegenden Lattenrost als unmittelbar aus den Bosen zu legen, so daß etwa noch anhaftende Erde durchfallen und sich keine Feuchtigkeit am Boden ansammeln kann.

Ebenso wichtig wie der Schutz der Kartoffeln vor Nässe ist aber die Einhaltung der richtigen Wärmever­hältnisse im Aufbewahrungsräume, die obere Grenze für eine Aufbewahrung bildet eine Wärme von 8 Gr. C. (--- 6H2 Gr. R.). Größere Wärme begünstigt das Faulen. Kartoffeln dürfen daher nicht in der Nähe von Heizrohren oder warmen Wänden ausgeschüttet wer­den. Ist der Keller an sich warm, so muß durch reich­liche Lüftung für Abkühlung gesorgt werden. Die Lüf­tung wird zweckmäßig so lange dauernd durchgeführt, bis die Temperatur unter 8 Gr. gefallen ist. Tonn ist gelegentlich zu lüsetn, um ein Steigen der Wärme und An­sammlung der Lust zu verhüten, auch im Winter kann und muß deshalb bei (rostfreiem Wetter gelüftet werden.

^ Nach unten darf die Temperatur keinesfalls zu tief herab­gehen. Die Kartoffel erfriert zwar erst bei etwa 2 Gr. Aber abgesehen von der Gefahr, daß schon bei ge­ringer Kälte einzelne Kartoffeln erfrieren und dann fau­len, werden die Kartoffeln durch längeres Lagern bei nie­deren Temperaturen süß und damit ungenießbar. Me Temperatur sollte daher nicht unter -f- 4 Gr C. (3 Gr. R.) sinken. Süß gewordene Kartoffeln gewinnen ihren ur­sprünglichen Geschmack allerdings wieder, wenn man sie vor dem Gebrauch 12 Tage lang in einen warmen Raum bringt. Besser ist es aber, wenn man durch ge­eignete Aufbewahrung die Zuckerbildung in den Kar­toffeln vermeidet. Richtig behandelte und eingekellerte 1 Kartoffeln werden sich, ohne an Geschmack einzubüßen,

' bis tief in den Sommer hinein halten. Doch empfiehlt es sich, wird in der Regel sogar notwendig sein, im Lause des Winters den Kartoffelvorrat des Haushaltes ein- bis zweimal umzulegen und dabei durchzusehew. Alle irgendwie zweifelhaften Knollen müssen dabei aus­gelesen werden.

, Im Spätwinter oder Frühjahr, wenn die Kartof­feln keimen, sind die Keime abzubrechen, um dem Welken vorzubeugen und die Haltbarkeit zu verlängern.

Für größere Bestände ist das Einmieten die letzte 1 Art der Aufbewahrung, lieber die Anlage von Kar­toffelmieten handelt Flugblatt Nr. 15, das die Kaiser­liche Biologische Anstalt für Land- und Forstwirtschaft in Berlin-Dahlem (Verlag Paul Parey) herausgegebvtz hat (Einzelpreis 5 Pfg.). Das Einmielen ist. aber unter unter Umständen nicht möglich, wenn z. B. die Kavi toffeln auch während starken Frostwetters zugänglich seyr sollen. Werden in solchen Fällen Keller benützt," so schüttet man auch hier die Kartoffeln nicht unmittelbar auf den Boden, sondern auf hohlgelegte Lattenroste und mache die Lage» nicht höher als einen Meter. Um eine bessere Raumausnutzung zu erzielen, kann man mit Hilfe einiger Balken und Bretter Fächer einbauen. Selbstver- , stündlich ist für gute Lüftung zu sorgen. Auch bezüglich der Wärmeverhältnisse gelten dieselben Regeln wie bei Haushaltungsvorräten. Größere Vorräte müssen natür­lich öfter nachgesehe« wenn.

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