Die Tagesausgabe kostet vierteljährlich im Bezirk Nagold und Nachbarortsverkehr Mk. 1 25

außerhalb Mk. 1.35.

Die Wochenausgabe (Schwarzwälder Sonntagsblatt) kostet vierteljährlich 50 Pfg.

«r. «l»

die AermtsWrkk Nr»

Ausgabe tu Altensteig-Stadt.

Bestellen Sie unsere Zeitung Aus den Tannen"

für das jetzt beginnende neue Quartal.

Vierteljährlicher Bezugspreis:

Im Orts- und Nachbarortsverkehr 1 Mk. 25 Pfg. ' außerhalb desselben.1 » 35 Pfg.

Alle Postanstalten und Postboten, Agenten und Aus­träger unserer Zeitung, sowie die Expedition nehmen Be­stellungen entgegen.

Amtliches

Ten nachgenannten Feuerwehrmitgliedern ist durch Ministerialentschließung vom 30. v. M. das Ehrenzeichen für langjährige, treu geleistete Dienste in der Feuerwehr ver­liehen worden: Ehret, Johann Georg, Maurermeister, Frey, Johann Georg, Landwirt und Taglöhner, Götz, Heinrich, Maurermeister, Hauser, Karl, Landwirt und Fuhrman, Huß, Friedrich, Schreinermeister, Kemps, Christian, Gerber, in Berneck, Dölker, Christian, Bauer, Gutekunst, Wilhelm, Bauer, Kaiser, Jakob, Holzmacher, Kalmbach, Phil., Schindel­macher, Mast. Christian, Schreiner, Romann, Jakob, Holz­macher, Steeb, Johannes, Bauer in sin gen, Bäuerle, Christian, Kaufmann, Bühler, Joh. Georg, Bauer, Seeger, Gottlieb, Fabrikarbeiter, Spitzenberger, Joh. Georg, Woll­spinner in Rohrdorf, Hartmann, Joh. Michael, Holz­hauer, Henßler, Joh. Georg, Zimmermann in Spielberg' Rentschler, Johannes, Korporatwnsstraßenwärter in Hesel­bronn, Theurer, Christian. Landwirt in Lengenloch, Wößner, Johannes, Landwirt in Zumweiler, Gde. U eberberg.

R ei ch s t a g s a b g. Naumann hat am Sonn­tag in Ebingen über ,,Deutschlands Politik" gespro­chen. Er bezeichnete dabei das Zusammengehen der Nationalliberalen Partei und der Fortschrittlichen Voltspariei als erfreuliche Tatsache und begrüßte den Rat Bebels in Jena, bei den Stichwahlen dem liberalen Kandidaten die Stimme zu geben.

Wie in Belgien und Frankreich, wo das Tem­perament des romanischen Blutes manche Ueber- schreitungen der Grenzen des Normalen erklären mag, ist es nun auch in Wien zu Teuerungs­unruhen gekommen, die einen teilweise revolutio­nären Charakter angenommen haben und auf jeden Fall, mögen sie sich in nächster Zeit wiederholen oder nicht, in der Bevölkerung eine' hochgesteigerte und vielleicht sogar gefährliche Erregung zu rück las­sen werden. Sollten die Wiener Vorgänge dazu. beitragen, den verantwortlichen Regierungen die Augen zu öffnen und überall, wo sich dieselben Notstände zeigen, den nötigen Ernst und das nötige Tempo in der Schaffung wirksamer Maßregeln zur Erleichterung der allgemeinen Nahrungsmitteluot herbeizurufen, so würden sie, mögen sie auch an sich bedauerlich sein, doch wenigstens etwas Gutes bewirkt haben.

» 4 -

Aus Südwestafrika wird imDeutschen Ko­lonialblatt" über eine erfolgreiche Unternehmung im Sandfelde gegen denKapitän des Sandfeldes",, den früheren eingeborenen Soldaten Herero Kanjemi berichtet. Seit Anfang 1904 die Besatzung von Otjituo bei Grootfontein ermordet wurde, war seine Werst der Zufluchtsort vieler verdächtiger Einge­borener und die Eingeborenen der Farmer bildeten bei Diebstählen seine Helfershelfer. Der dichte Busch und der Wassermangel im Sandfelde hatten bis­her alle Versuche kleiner Patrouillen, Kanjemis hab­

hast zu werden, vereitelt. Erst die größere Unter­nehmung, die im Mai unter der Führung des Haupt­manns Holländer vom Gouverneur angeordnet wurde, hatte Erfolg. Ein aufgegrifsener Buschmann führte die Abteilung an die Werft. Hier wurde Kan­jemi, der auf den Buschmann feuerte, nach dem Fall von drei Eingeborenen festgenommen. Außer­dem gelang es, 75 Eingeborene aufzugreisen, die in den Polizeidepots Kupferberg und Waterberg zur Ar­beit herangezogen werden sollen. Eine gründliche Durchstreifung der ganzen Gegend ergab, daß noch etwa 200 Eingeborene nicht Tausende, wie das Gerücht ging, zerstreut im Busch sitzen. Davon sind bereits lO Familien auf einer Farm zugelau­fen, der Rest dürfte sich bald stellen, weil das Er­scheinen von Weißen in dieser unzugänglichen Ge­gend großen Eindruck gemacht hat. Gegen Kanjemi und seinen Onkel ist das Gerichtsverfahren wegen Bandenbildung und Aufhetzung der Eingeborenen eingeleitet.

Das Parlament der Insel Kreta tritt jetzt wieder zusammen, und es wird die Insel in einer ebenso unklaren internationalen Stellung finden wie nur je zuvor. Die Zukunst Kretas ist eines der merkwürdigsten Einzetprobleme der vielfältig ver­schlungenen Situation im näheren Orient. Die Kre­ter selbst betrachten sich eigentlich schon als Staats­angehörige des Königreichs Griechenland, obwohl kein Zweifel sein kann, daß ihre Insel formell noch im­mer als türkische Provinz anzujehen ist. Es lag gerade jetzt eine gewisse Möglichkeit vor, die kretische Frage wieder aufzurollen und so oder so eine end­gültige Lösung zu versuchen. Das Mandat des Ober- kommissars Zaimis, der seinerzeit von: griechischen König ausgewählt und von den europäischen Schntz- mächten Kretas eingesetzt wurde, ist in diesen Tagen äbgelaufen und es fragte sich, ob man ihm einen Nachfolger geben solle. Das wäre für die Regierung der Insel ohne praktische Konsequenzen gewesen, denn Herr Zaimis hat schon seit zwei Jahren sein Amt nich. mehr ausgeübt und ein neuer Oberkommissar der europäischen Schutzmächte hätte sich vermutlich ebenso auf die Führung dieses schönen Titels be­schränken müssen. Sicher hätte man aber mit der Ernennung die türkische Regierung vor den Kopf ge­stoßen, die Mitte August in einer Zirkularnote an die Kcetamächte erklärt hat, sie könne ebensowenig in die Erneuerung des Mandates für Zaimis wie in die Berufung eines Nachfolgers einwilligen. Bon der weiteren Mitteilung, daßder gegenwärtige Augen­blick der günstigste zur endgültigen Lösung der Kreta­frage" sei, hat sich die Pforte Wohl selbst keinen unmittelbaren Erfolg versprochen. Da müssen die Schutzmächte doch schon etwas stärker beschworen werden, um an eine so heikle Aufgabe heranzugehen. Sie haben sich nun auf die einfachste Art aus der Klemme gezogen. In Griechenland und in Kreta selbst ist man einigermaßen zufrieden, den Oberkom­missar nun auch formell los zu sein. Andererseits hat sich die Situation auch für die Türkei nicht verschlechtert. Nun bleibt abzuwarten, ob das jetzt wieder zusammentretende Parlament die Frage ir­gendwie einen Schritt vorwärts bringen wird.

LMdesusüMchLeiD

° Attensteig. IS. Sept.

st Für Beamtcndräute. Den aus Deutschland stammenden Bräuten von Reichsbeamten, die in un­seren Kolonien angestellt sind, werden nunmehr staat­liche Unterstützungen für die Ausreise dorthin ge­währt und zwar wird der Betrag für die Dampfer­karte, sowie für den Transport der Aussteuer ver­gütet. Man hofft durch diese Neuerung, die schon einigemal in Kraft getreten war, dem Mangel an Frauen in unseren Schutzgebieten einigermaßen ab- zuhelfeu. Die erwerbenden Stände, Farmer, Hand­werker usw. sind also von dieser Vergünstigung wie früher ausgeschlossen.

Nagold, 18. Sept. MitDie Räuber" von chiller und demStudenten von Ulm", die gestern hier über die Bretter gingen, schloß das Gastspiel- Ensemble Beyschlag seine hiesige Tätigkeit. Die Auf­führungen zeugten von richtiger und feiner Auffas­sung des Stoffes und künstlerischer Durcharbeitung und Wiedergabe und boten jo dem nieist zahlreichen Auditorium viel Genuß und geistigen Gewinn. Manch einer, dem die dramatischen Werke unserer älteren u. neueren Dichter sonst verschlossen geblieben wären, bekam auf diese Weise einen Einblick in diese Welt der Kunst und eine Freude für dieselbe. Die Künst­lergruppe stellte zur Freude aller Kunstfreunde ein Wiederkommen und eine Wiederaufnahme ihrer Tä­tigkeit auf nächsten Sommer in Aussicht.

* Teinach, l 9. Sept. Gestern abend 7 Uhr ent-« gleiste infolge falscher Weichenstellung ein Güter-« zug, der im Begriff war, auf die Station Teinach einzufahren. Hiebei wurde ein Triebwagen beschä­digt und eine längere Betriebsstockung verursacht. Personen wurden nicht verletzt.

" Calw, l 9. Sept. Der Reichstagsabgeordnete Friedrich Naumann, Vertreter des Heilbrun­ner Wahlkreises, wird morgen Mittwoch abend Tein­halb Uhr im Bad. Hof über politische Fragen der Gegenwart sprechen. Es ist vorauszusehen, daß Nau­mann einen großen Zuhörerkreis finden wird.

st Weißenstein, 18. Sept. Eine bösartige Kuh, die auf die Weide getrieben werden sollte, rannte wieder heimwärts dem Stalle zu. Die Besitzerin wollte die Kuh aushalten. Die wilde Kuh ging auf die Frau los und richtete sie mit ihren Hörnern und Füßen so zu, daß die arme Frau bewußtlos und aus Mund und Nase blutend heimgetragen werden mußte. Der Arzt stellte fest, daß -die Unglückliche eine Gehirnerschütterung und schwere innere Verletzungen erlitten hatte. Sie ist ihren Verletzungen erlegen.

^ Herrenberg, 16. Sept. Die Kraftwagenlinie Haiterbach -Nagold Herrenberg wird bis auf wei­teres beibehalten; wird sie nicht, um was zunächst petitioniert ist, staatliche Linie, so soll sich eine Ge­sellschaft mit beschr. Haftung bilden und an dieser sich die Stadt Herrenberg nach dem Maßstabe ihrer seitherigen Beteiligung auch ferner beteiligen -10 Prozent. Der Bezirk Nagold hat 66 Prozent, der Bezirk Herrenberg 34 Prozent auszubringen (Her­renberg Bezirk 8, Stadt 10, Ober- und Unterjettin­gen je 8 Prozent . Der Gesamtaufwand wird wohl 40 000 Mark betragen, hievon wird die Hälfte durch ein seitens der K. Postverwaltung in Aussicht zu nehmendes unverzinsliches Darlehen gedeckt.

st Stuttgart, 18. Sept. Der Wagenpark des Deutschen Staatsbahnwagenverbandes ist in den letz­ten Jahren ganz besonders stark vermehrt worden, auch sind die Eisenbahnverwaltnngen bestrebt, durch Einlegung von Sonderzügen und andere Maßnahmen den Wagenumlauf möglichst zu fördern. Gleichwohl besteh: zur Zeit ein empfindlicher Wagen­mangel, der durch außergewöhnliche Umstände, wie Einstellung oder Einschränkung der Schiffahrt, Be förderung von Futtermitteln u. dergl. veranlaßt und durch Manövertransporte, sowie den auf den heißen Sommer zurückzuführenden früheren Beginn des Herbstverkehrs noch verstärkt worden ist. Infolge, dessen sind die Eisenbahnverwaltungen nicht immer in der Lage, den Anforderungen von Wagen aus den Bestelltag zu entsprechen, es kann vielmehr im ganzen Bereich des Deutschen Staatsbahnwagenver­bandes die Zuweisung der Wagen nach den einzelnen Bedarfstellen nur im Verhältnis der Bestellungen zu dem Gcsamtvorrat erfolgen.

st Stuttgart, 18. Sept. Nach einem mit der Luftschiffleitung in Baden-Baden getroffenen Ab kommen wird, günstiges Wetter vorausgesetzt, das LuftschiffSchwaben" am Sonntag den 1. Oktbr. mittags auf dem Cannstatter Wasen landen und die Passagiere auswechseln, worauf die Rückfahrt nach Baden-Oos wieder angetreten wird.

st Waiblingen, 18. Sept. Gestern nachmittag gegen 2 Uhr wollte auf der Straße zwischen Heg­nach und Neckarrems der Gärtner Herzig, der bei

zf Fernsprecher Nr. II

Gegründet 1877

8

Nrrzsigenpr«rs

bei einmaliger Ein rüctung 10 Pfg. die einspaltige Zeile; bei Wiederholungen sf entspcechmder Rabatt

«F?C Gr­

it eklame )5 Pfg die Texpcile

AgcWllMg

TienStag, »«« IS.

Amtsblatt sir Ps«l,gr«s»»»etler.