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Dlmtsblatt sür das Oberamt Fleuenbürg

8r. 82

Dienstag den 7. April 1V36

S». Jahrgang

England sür Verhandlungen r« zweit

Aussprache Corbin-vanWard - GeneealstabSbesprechungen erst nach Ostern

08 - London, 6. April.

Der französische Botschafter in London Car­din hatte am Montag eine Unterredung mit dem ständigen Unterstaatssekretär des britischen Außenministeriums, Sir Robert Vansittart, über die geplante Besprechung der Locarno- Restmächte in Genf. Nach Reuter geht die bri­tische Ansicht jetzt dahin, daß nichtamtliche Besprechungen zwischen den Locarno-Nest- mächten nach Möglichkeit zu zweit, ein viel besserer Weg zur Aussprache über die deutsche Denkschrift seien als eine förmliche Konferenz. Eine Entscheidung, in welchem Maß oer Völkerbundrat in die Verhandlungen eingeschaltet werden soll, ist noch nicht gefallen.

Im Hinblick auf die Osterfeiertage wird das britische Kabinett in dieser Woche drei Sitzungen abhallen. Die erste am Montag dauerte etwa eine Stunde. Nachher verlau­tete in unterrichteten Kreisen, daß noch kein endgültiger Zeitpunkt sür die französisch-bel­gisch - britischen Generalstabsbesprechungen festgesetzt worden sei. daß sie aber kaum vor Ostern beginnen würden. Nach einer Pari­ser Meldung sind die Generalstabsbe- sprcchnngen endgültig aus 15. April verschoben worden, um eine Unter­brechung durch die Osterfeiertage zu vermei­den. ..was für die Verhandlungen von Nach­teil gewesen wäre'.

I» derDaily Mail" wird die Hal­tung der britischen Negierung erneut kriti­siert. Ironisch wird bemerkt, daß die Bei­träge, die Großbritannien zur Befriedung Europas geleistet haben, bisher nur in General- stabsbesprech ii ngen und Sank- tioncn bestanden haben, die gegen die am schwächsten gerüsteten Mächte der Welt. Deutschland und Italien, gerichtet sind. Tie Zustimmung zu den Geueralstaos- besprechungen nach Hitlers Angebot sind ein ernster Fehler der b r i t i s ch e n Regierung gewesen.

Eden über den LuftpaktvorZchlag

Im Unterhaus wurde der britische Außen­minister am Montag gefragt, ob er sich sür eine Jnternationalisierung der Luftstreit- kräste einsetzen wolle. Eden erwiderte, daß die britische Regierung den Abschluß eines Luftpaktes zur Begrenzung der Luftrüstung für das beste Mittel zur Verhütung der Ge­fahr eines Luftangriffes halte. Die Negierung glaubt, daß, ein solcher Pakt die kollektive Sicherheit fördern würde. Sie wird für die internationale Begrenzung der Luststreit, kräftc weiter arbeiten.

Schwere Vorwürfe im englischen Unterhaus

London, 6. April.

Tie englische Regierung benutzte die Unter- hanssihnng am Montag, um ihre in der vorigen Woche erlittene Abstimmungsnieder- läge bei dem Antrag der aröeiterparteilichen Opposition auf gleich hohe Bezahlung sür Männer und Frauen im Staatsdienst wieder wettzumachen, wobei sie sich verschiedener ge. fchüftsordniingsmäßiger Regeln bedienen mußte, um die Abstimmung wiederholen zu können. Unter anderem war sie gezwungen, die Vertrauensfrage zu stellen, über die am späten Abend abgcstimmt werden soll.

Ministerpräsident Baldwin bezcichnete in seiner einleitenden Rede die kürzliche Abstim­mungsniederlage als einen reinen Zufall, ans dem die Regierung keine Folgerungen zu ziehen brauche. In dem vorliegenden Falle vertrete die Regierung nicht die Absicht, daß sie das Vertrauen des Landes oder des Unterhauses verlohn habe, denn sonst würde ihr nur der Rücktritt oder die Auflösung des Parlaments übrig bleiben. Im weiteren Verlaufe seiner Rede wandte sich Baldwin gegen den Opposi- tiousantrag auf gleich hoHe Bezahlung für Männer und Frauen, hauptsächlich mit der Begründung, daß sich hieraus für den Staats­hausholt eine zu hohe Belastung ergeben wurde.

-Der Führer der arbeiterparteilichen sttwn Attlee verteidigt den Antra, wskn-wndere die Gültigkeit des 2

mungsergebnisses der Vorwoche. Er erklärte, daß das Parlament nur an solchen Abge­ordneten Interesse haben dürfe, die auch tat­sächlich an den Sitzungen teilnehmen. Die Frage des Augenblicks laute, ob die Re­gierung Vertrauen zu sich selbst habe und ob sich die Negierungsmitgliedcr untereinan­der trauten. Lord Eustace Percy sei zurück- gctreten, Namsey Macdonald sei von der Rednerliste der Regierung zurückgezogen worden, die Außenpolitik sei seit den Ent­hüllungen über den Hoare-Laval-Plan höchst unklar geworden.

Die Tatsache, daß die Negierung lediglich mit Frankreich und nicht mit dem gesamten 'Völkerbund verhandle, habe die Lage ernst- lich verschlimmert. Mussolini sei hierdurch imstande gewesen, so zu tun. als ob es sich um einen Streit mit England handle. Das Oel. das Italien in Abessinien benutze, stamme vielleicht zum Teil von britischen Gesellschaften. Die Negierung könn? sich der Verantwortung hierfür nicht entziehen.

Sie werde wahrscheinlich darauf Hinweisen, daß sie schwierigere Ausgaben mit Deutsch­land zu regeln gehabt habe, aber Hitlers Vorgehen sei das Ergebnis des Ver­sagens der Genfer Einrichtung. Der Locarno-Vertrag sei eine viel zu enge Grundlage. Tie Ar­beiterpartei wünsche, daß England den ge­samten Völkerbund zur Ausrechtcrhallung von Recht und Ordnung aufrufe. wobei man sich nicht nur aus Westeuropa beschränken dürfe, sondern auch die Verhältnisse in Ost­europa und Südeuropa berücksichtigen müsse.

Der Abgeordnete Day verlangte von dem Ministerpräsidenten eine Versicherung, daß das britische Reich in den bevorstehenden Generalstabsbesprechungen während der Ostervertagnng des Parlaments keine end­gültigen Entscheidungen tresfe oder Ver­pflichtungen eingehe. Baldwin wiederholte, daß die Generalstabsbesprechungen die poli­tischen Verpflichtungen Englands nicht ver- mehren würden, so daß die in diesem Zu-

AudenfeütAichr

als Folge des Phönix-Skandi

elr. Wien, 6. April.

Wenn es in Oesterreich auch eine ösfent- liehe Meinung im landläufigen Sinne nicht gibt, weil jede von der Ansicht der Macht­haber abweichende Meinung rettungslos in Holizeiarrest und Konzentrationslager führt, so hat der Phönix-Skandal immerhin eine Stimmung aiisgclvst. die nicht ganz zu unter- drücken ist, so gerne es auch die Heimwehren sehen würden. Trotz aller Maßnahmen der Behörden sickern immer mehr Einzelheiten über den Skandal durch, die für die gegen­wärtigen Machthaber gerade nicht schmeichel­haft sind. So erfährt man über

die Ursachen des Rücktrittes Feys

im Vorjahre. Fey war als Führer der Wiener Heimwehr eine der wichtigsten Stützen des Dollfuß-Systems. Als Vizekanzler emp­fand er es mit seiner Stellung für unverein­bar, nur eine sehr einfache Dreizimmcr-Woh- nung zu bewohnen. Ter jüdische Polizeiober­kommissar Dr. Altman n, der Vertrauens­mann Feys, der sich seinevaterländischen" Verdienste bei der Abwürgung der national­sozialistischen Presse erworben hatte, be­sorgte nun ans Kosten derPho­ns x"-V e r s i ch e r u ii g dem Vizekanz­ler Fey eine Wohnungseinrich­tung, d i e l 8 0 l> 0 0 S ch i l l i n g k o st e! c nicht ohne von de m j ü d i s ch e n Generaldirektor derPhönix" außerdem noch eineVermitt­lungsgeb n h r von 3 0 0 0 0 S ch i l l i n g zu beziehen. Als dann Fey seinen alten Gegner Baugoin aus dem Kabinett ver­drängt halte und dieser Vizepräsident der Phönix" wurde, beeilte sich Vaugoin, von diesem Geschenk an Fey dem Bundeskanzler Dollfuß Mitteilung zu machen. Dollfuß fand aber keinen Anlaß zum Einschreiten. Erst als Starhemberg Vizekanzler wurde, gelang es, Fey zu verdrängen. Auch Altmann wurde

sammenhang geäußerten Besorgnisse un­begründet seien.

Kolonialarifragön r

London. 6. April. Im Unterhaus wurde am Montag in der Zeit der Kleinen Anfragen, erneut das Kolonialproblem erwähnt. lMt Abgeordnete Sandys, ein Schwiegersohn Win- ston Churchills, wollte wissen, ob die am 12. Februar von dem Kolonialminister abgegebene Erklärung, wonach die britische Regierung keinerlei Erwägungen über die Aushändigung britischer Mandatsgebiete an irgend eine an­dere Macht eingestellt habe oder anstelle, heute noch Gültigkeit habe.

Ministerpräsident Baldwin antwortete, daß sich die Haltung der Regierung in dieser An­gelegenheit nicht geändert habe. Sandys, der sich mit dieser Antwort nicht zufrieden gab, erkundigte sich weiter, ob der Ministerpräsi­dent nicht im Hinblick ans die bestehenden Be­sorgnisse versichern wolle, daß dies auch die Politik der Regierung in Zukunft sein werde. Baldwin beschränkte sich auf die Feststellung, daß er seiner Antwort nichts mehr hinzuzu- fügen habe. Als ein Abgeordneter die Auf­merksamkeit des Regierungschefs ans die vor einigen Tagen in einer Londoner Abendzei­tung wiedcrgegebenen angeblichen Aentzernn- aen des-Unterstaatssekretärs Lord Stanhoyc lenkte, der bekanntlich gesagt haben sott, daß Tanganjika an Deutschland abgetreten werden müsse, erklärte Baldwin, er sei für Veröffent­lichungen in der Presse nicht verantwortlich. Unter allgemeinem Gelächter erwähnte er in diesem Zusammenhang die heutige Meldung derDaily Mail" über seinen unmittelbar bevorstehenden Rücktritt und schloß mit der Bemerkung, die Feststellung, die er soeben ge­macht habe, sei amtlich.

Zum Schluß der Nnterhausaussprache wurde über die Vertrauensfrage abgestimmt. Mit 361 gegen 1<S Stimmen sprach das Haus der Regierung sein Vertrauen aus.

Welle in Men

r und der Heimrvrhrkorruptiou

aufErholungsurlaub" geschickt, aber, weil er zu viel wußte, mit vollen Bezügen. Von einer Rückgabe der Geschenke ist natürlich bis heute keine Rede, und in ganz Oesterreich glaubt auch kein Mensch daran, daß Feh und Altmann vor Gericht zitiert werden; dann müßten ja auch andere daran glauben, di" heute nochoben" sind.

Angefaulte Oberschicht"

Die Heimwehren haben allen Grund, im Fall?Phönix" vorsichtig zu sein. Eines ihrer Blätter, derHeimatschützer", versucht nun eine Ncinwaschung mit der Behaup­tung, die Nationalsozialisten wären Geld­empfänger ans Berliners Hand gewesen. Gegen diese Behauptung nimmt sogar dieOe st e r r e i ch i sch e Ar­beiterzeitung- des christlichen Gewerkschaftsführers Kiinschak scharf Stellung. Das Blatt fordert weiter, daß alle, die von Generaldirektor Berliner Geld erhalten haben, die empfange­nen Summen znrückzucrstatten haben. Das Blatt führt weiter die Lobpreisungen der Wiener Presse anläßlich des Todes Berliners an, wobei die christlichsozialeNcichspost" und die amtlicheWiener Zeitung" hinter den jüdischen Blättern nicht zurückstehen. um dann zu erklären:

Es ist nicht zu übersehen, d i e M oral einer gewissen Oberschicht ist schwer an ge fault. Sie hat mit hoch­erhobenen, stets empsangsbereiten Händen vor dem .Genie' auf den Knien gelegen und von dessen Generosität ungeniert für persön­liche und andere Interessen weitestgehend Gebrauch gemacht. Tie Juden in alter Zeit bauten sich aus Gold ein Kalb, erhoben die­ses zu ihrem Gott und mntanzten dieses Standbild in wildem Taumel. In un­serem Falle spielt ein jüdisches .Genie' die Rolle des goldenen

Kalbes und ,Christen' und Juden liehen seiner Verherrlichung ihre Posaunen und Weihrauchfässer, wofür er sie mit Z eh n t a u se n d e n. mit Hunderttausenden, mit Mil­lionen von Schillingen aus den Kassen des seiner Genialität anvertrauten Instituts be­lohnte."

Das Blatt fordert schließlich die Verdrän­gung des zersetzenden Einflusses des Juden- tums aus dem Geiste und dem Wirtschafts­leben des Volkes.

Verhaftung Hartlebs

Der frühere Vizekanzler im zweiten Kabi­nett Seipel, der Landbündler Karl Hart- l e b. ist wegen angeblicher nationalsozialisti­scher Betätigung aus seinem Gut in St. Georgen bei Neu markt (Steier­mark) verhaftet worden.

Drei gleichlautende Roten der Kleinen Entente

Prag, 6. April

Nach einer Mitteilung des tschechoslowaki­schen Pressebüros haben am Montag nach- mittag der rumänische und der südslawische Gesandte, sowie der tschechoslowakische Ge- schäststräger in Wien im Bundeskanzleramt drei gleichlautende Noten über- reicht, in denen gegen die- Einfüh­rung der allgemeinen BundeS- dienstp flicht in Oesterreich Einspruch erhoben wird.

Belgiens ArbeitsmiMer sür Deutschlands Srtedensvlan

Antwerpen, 6. April

Auf einer Versammlung der belgischen Ar­beiterpartei in Antwerpen hielt der Minister für öffentliche Arbeiten deMan eine Rede über die innen- und außenpolitische Lage. Zum deutschen Friedensplan bemerkte der Redner, er hoffe, daß bald eine allgemeine Verständigung über die Schaffung eines dauerhaften Friedens zustande komme. Man dürfe die von Hitler ausgestreckte Hand nicht zurückweisen.

Amerikanischer Bomber zerschellt

Neuyork. 6. April

Bei FrederickSburg im Staate Pennsylvanien zerschellte ein zweimotoriges Bombenflugzeug, dessen Pilot im Sturm die Orientierung verloren hatte, an dem Steil­hang eines Berges. Die Besatzung, ein Ossi- zier und vier Mann, wurden getötet.

Nahen meldet zasammenbruch Abessiniens

Dschibuti, 6. April

Nach italienischen Meldungen standen die Operationen des Sonntags an der Nord­front in der Gegend des Aschangi-Sees im Zeichen reger Fliegertätigkeit, in der der flüchtende Gegner ständig verfolgt wurde. Der Vormarsch des ersten und des Eingebo- renenkorps und die Fliegerangriffe sollen eine völlige Zertrümmerung deS abesfi nischen Heeres zur Folge ge- habt haben. DieTr uppen des NeguS sollen nur aus wenigen Hundert Mann bestehen, die sich in Richtung auf Dessie bewegen. Tiefe Tatsache soll nicht nur auf die außerordentlich starken abessi- nischen Verluste zurückzuführen sein, sondern auch darauf, daß sich die TruPPenver- bäiideeigenmächtiganflösen und kurzerhand in die Heimatort­schaften begeben.

Der italienische Vormarsch, so wird weiter gemeldet, sei sehr schnell vor sich gegangen, und schon in den ersten Nachmittagsstunden sei das Eingeborenenkorps in Quorum einmarschiert, und habe die italienische Flagge gehißt. AlZ das erste Korps in Quo­rum eingetroffen sei, hätten bereits fliegende Abteilungen des Eingeborenenkorps den Vor­marsch in südlicher Richtung von Ouoram aus fortgesetzt. Nirgends habe der Gegner auch nur den geringsten Widerstand versucht. Unter den Gefangenen sollen sich auch viele Offiziere der Garde des NeguS befinden.