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^ N7.

Miliz de» 21. Mai ISA.

86. Jahrgang.

Deutschland.

Berlin. 19. Mai. Gestern wurde in Berlin der Grundstein zu« neuen Gebäude der Reichskanzlei gelegt. Der Reichsprä­sident selbst vollzog die Feier. Die Reichskanzlei besteht nun­mehr 50 Jahre. Sie wurde von Bismarck geschaffen.

Blutige Zwischenfalle bei einer Wahlversammlung in der Pfalz

Lifenbera (Pfalz). 19. Mai. In einer gestern abend von »e» Nationalsozialisten veranstalteten Wahlversammlung, in -er der Führer der Pfälzischen Nationalsozialisten sprach, un­terbrachen zahlreich erschienene Kommunisten wiederholt den Redner. Schließlich sprang ein Zuhörer auf die Bühne, Pakte den Redner und holte ihn von der Rednertribüne herunter. Ss entstand eine wüste Schlägerei zwischen dem nationalsozia­listischen Saalschutz und den politischen Gegnern, in der mit Gläsern und Stühlen geworfen und auch geschossen wurde. Herbeigerufenc Gendarmerie mußte von ihren Gummiknüp­peln Gebrauch machen und konnte erst nach stundenlangen Be­mühungen Ordnung schaffen. Von den zahlreichen Verletzten schwebt ein Nationalsozialist in Lebensgefahr. Das Innere -es Saales wurde vollkommen verwüstet.

Ein amtliches Dementi.

Berlin, 19. Mai. Der Landtagsabgeordncte Riedel hat behauptet, der Reichsminister des Innern habe von dem dies­jährigen Grenzfonds 9 Millionen an Bayern versprochen. Diese Behauptung entspricht in keiner Weise den Tatsachen.

Felix Deutsch

Berlin, 19. Mai. Zwei Tage nach seinem 70. Geburtstag ist Felix Deutsch, der geistige Kopf der Allgemeinen Elektrizi­tätsgesellschaft, am Samstag vormittag 7 Uhr einem Herz­schlag erlegen. Er hatte noch tags zuvor seine gewohnte Tätig­keit ausgeübt. Nachmittags überfiel ihn Plötzlich ein Unwohl­sein, wozu dann noch in den Morgenstunden des Samstag ein .Herzkrampf trat. Deutsch war der erste Mitarbeiter des Gründers der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft, des alten Nathenau, gewesen, mit dem er zusammen den Konzern von seinen Anfängen, an aufgebaut hatte. Seit 19 Jahren hat er nach dem Tode Emil Rathenaus den Vorsitz im Direktorium. 8r saß in den Aussichtsräten von nicht weniger als 40 Jndu- Ariegesellfchaften, darunter den größten Unternehmungen, die wir in Deutschland haben. Eine gewisse politische Bedeutung hat er dadurch bekommen, daß er sich für die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit Rußland einsetzte. Er war einer der Träger des Wirtschaftsverkehrs mit Rußland, aber gerade er hat auch den russischen Botschafter nicht im Zweifel darüber Belassen, daß die Verhaftung der deutschen Ingenieure das Ende der deutsch-russischen Wirtschaftsverhandlungen bedeuten mutzte.

Der flüchtige Kommunistenführer Braun in Moskau.

Wie das kommunistische Zentralorgan, dieRote Fahne", sich berichten läßt, sind der gewaltsam aus Moabit befreite Kommunist Braun und seine Braut Olga Benario soeben in Moskau eingetroffen. Sie, haben sich noch bis vor wenigen Tagen in Deutschland aufOehalten und an der Wahlarbeit der kommunistischen Partei teuaenommen. Der Polizei ist es, ob­wohl sie den Beiden auf der Spur, war, nicht gelungen, sie abznfangen.

Ausland.

London, 19. Mai. Die englische Antwort aus die Kellogg- Note ist gestern abgesandt worden. Sie enthält eine glatte An­nahme des Paktvorschlages.

Die Anklage von Kolmar.

Kolmar, 19. Mai. Nach der gestrigen Verhandlung im Kol­mirrer Prozeß kann das Urteil schon als gesprochen gelten. Die ersten Zeugen der Verteidigung, Senator Müller und Kammerabgeordneter Brogly haben Kar und deutlich den Be­weis erbracht, daß der Autonomismus, der 16 Angeklagte auf die Anklagebank gebracht hat, kein Komplott, sondern eine Volksmeinung im Elsaß darstellt, ja daß er darüber hinaus sucht einmal eine Erfindung dieser Männer, sondern eine ge­schichtliche Tatsache schon vor Jahrzehnten war. Der Grund- irrtum dieses Prozesses ist, daß in Frankreich, ob bewußt oder unbewußt, Autonomismus gleichgestellt wird mit Separatis­mus- Das deutsche Geld spielt säst gar keine Rolle mehr in diesem Verfahren, aber dieses hartnäckigeantinational" und antifranzösisch" wird bis auf die letzte Minute des Prozesses das Leitmotiv der Anklage und des Vorsitzenden bleiben. Die stille Macht im Elsaß, wie man sie in Frankreich nennt, sollte Zu diesem Prozeß getroffen werden. So nur ist die plötzliche Aktivität des Vorsitzenden verständlich, der Hägy Fallen zu stellm versuchte, als ob er der Staatsanwalt selber Ware. Hägy hat durch seine Aussagen für die Angeklagten in dem Prozeß und in der Oefsentlichkeit die Komplottanklage ad absurdum geführt. Man weiß nur, daß die Autonomistenpartei, die aus dem überparteilichen Heimatbund entstand, es war, die die Mrichtsaktion ausgelöst hat. Man hat von Abbe Hägy ge- HArt, daß in diesem Prozeß das gesamte Frankreich von dem elsasfischen Vorgehen nur so viel verstanden hat, daß eine be­sondere organisierte Spionagebande ein Hochverratswcrk in Szene gesetzt habe, und man versteht, daß der Vorsitzende auch wne andere klare Feststellung haben wollte, daß die Regierung PomcarSs über die ganzen Vorgänge nicht nur schlecht, son­dern falsch unterrichtet war. Hägy hat gesagt, daß man von Paris aus versucht habe, ihn zu veranlassen, Rossö zum Ver­zicht auf seine Kandidatur zu bringen. Man wollte die Wahr­heit von Paris fernhalten, obwohl nach den Wahl«! dieses Manöver eigentlich wertlos war, und obwohl nur zum Trost Rosss und Ricklin Deputierte der französischen Kammer gewor- den sind, kann man selbstverständlich jetzt diese schmähliche Li­quidierung einer mit allen Schikanen in Szene gesetzten Ge- richtsaktion nicht eingestehen. Daher wird versucht, mit einer neuen Spionageaffäre die Situation zu ungunsten der An­geklagten gewaltsam zu ändern. Daher die Parteilichkeit, in die der Vorsitzende mehr und mehr hineingerät. Man fühlt.

daß auch er sich bemüht, den Befehl einer höheren Stelle aus­zuführen.

Ein Bekämpfe« der Kriegsschuldlüge bestraft.

Paris, 19. Mai. Der ehemalige Direktor im Kolonialamt, de Martial, einer der wenigen Franzosen, die den Mut auf­bringen, offen gegen den Kriegsschuldartikel 231 des Versailler Vertrages aufzutreten, wurde gestern deswegen für 5 Jahre aus der Ehrenlegion ausgeschlossen. De Martial hat im Jahr 1926 ein umfangreiches Werk über die Ursachen des Krieges und die Ungerechtigkeit des Kriegsschuldartikels veröffentlicht. Eine amerikanische Zeitschrift druckte ein Resumß dieses Buches ab, das Oberst Josse zu einer Intervention im Senat veranlaßtc. Josse beschuldigte de Martial des Verrates. Die Angelegenheit wurde schließlich vor die Nntersuchungskommis- sion der Ehrenlegion gezogen, und gestern erschien ein Dekret des Justizministers, wonach de Martial während 5 Jahre seiner Rechte als Offizier der Ehrenlegion beraubt wird.

Die Entlastungszeugen im Donez-Prozetz abgelehnt.

Moskau, 18. Mai. Der erste Verhandlungstag des Schachty- Prozesses wurde größtenteils mit Beratungen über die Ladung der Zeugen ausgesüllt, weil nach hiesigem Recht über die La­dung der Zeugen vor dem Beginn der eigentlichen Verhand­lung entschieden sein muß und spätere Ladungen unzulässig sind. Dieser Kamps um die Zeugen brachte die erste Sensation dieses Prozesses, da das Gericht mit der ersten wichtigen Ent­scheidung in voller Deutlichkeit seine Einstellung zu dem Staatsanwalt und zur Anklage in einer Form dokumentierte, die die Vermutung nahe legt, daß das Gericht von eigener Initiative wenig Gebrauch machen will und sich lediglich als ein aussührendes Organ des Staatsanwalts Krylenko ansteht. Das Gericht hat nämlich auf Antrag Krylenkos so gut wie alle von den Verteidigern beantragten Zeugen, Sachverständigen und Bewcisdokumente abgclehnt. Nur zwei unwesentliche Entlastungszeugen für den deutschen Monteur Maier, die Kry­lenko zwar für unnötig erklärte, deren Ladung er sich aber nicht widcrsetzen wolle, wurden vom Gericht zugestanden.

Aus Stadt und Bezirk.

Neuenbürg, 21. Mai. Wie wir in Erfahrung bringen, hat der Landw. Bezirksverein eine Frühjahrsversammlung aus Sonntag den 3. Juni in Aussicht genommen, bei der zwei sehr interessante Vorträge gehalten werden sollen, auf die heute schon hingcwiesen wird.

Neuenbürg, 21. Mai. Der Turnergesangvcrein brachte am Samstag abend seinem früheren Vorstand und langjährigen Sänger Rudolf Kainer anläßlich seiner vor kurzem in aller Stille begangenen silbernen Hochzcitsfeier ein Ständchen unter Darbringung der besten Wünsche für das Jubelpaar aus sei­nem ferneren Lebensweg. Freudig bewegt dankten die Ge­feierten für die ihnen dargebrachtc Ehrung.

Neuenbürg, 21. Mai. Die Sportcckc mußte wegen starken Stoffandrangs auf morgen zurückgestellt werden.

Württemberg.

Frcudenstadt, 19. Mai. (Verhaftung eines Mörders.) Wie derGrenzer" erfährt, ist es gestern dem Landjäger Zeller von Freudenstadt gelungen, den Mörder der Frau Steiner von Altenstcig festzunehmen. Der Täter ist der 21 Jahre alte mehr­fach vorbestrafte Karl Friedrich Maier aus Nagold. Die Frau war etwa vor einem Vierteljahr in ihrem Laden mit einge­schlagenem Schädel tot auwefunden worden und der Mord hatte großes Aufsehen erregt. Es ist erfreulich, daß die rohe Tat nunmehr ihre Sühne findet.

Stuttgart, 18. Mai. (Die Wahrung des Telegraphen- und Fernsprechgeheimnisses.) Die Vorschriften über die Pflicht zur Wahrung des Telegraphen- und Fernsprechgeheimnisses haben ig der letzten Zeit eine wesentliche Erweiterung erfah­ren. Die Schweigepflicht ersteckt sich sowohl auf den Inhalt, wie auch auf die sonstigen Umstände des Fernmeldeverkehrs, namentlich auch darauf, ob und zwischen welchen Personen ein Fernmeldeverkehr stattgfunden hat. Die Frage der Auskunst­erteilung im Strafverfahren war bisher gesetzlich nicht ge­regelt. Es war nur eine Beschlagnahme vorgesehen, die im Fernsprechverkehr nach der Natur der Sache nicht in Frage kommt. Nunmehr wurde bestimmt, daß in strafgerichtlichen Untersuchungen der Richter und bei Gefahr im Verzug auch die Staatsanwaltschaft Auskunft über den Fernmeldeverkehr verlangen kann, wenn die Mitteilungen an den Beschuldigten gerichtet waren, oder wenn die Auskunft für die Untersuchung Bedeutung hat. Die bisher zweifelhafte Frage, ob auch Tele­gramme gerichtlich beschlagnahmt werden können, die sich im Gewahrsam einer nicht der Deutschen Reichspost gehörenden Telegraphenanstalt befinden, wurde in bejahendem Sinne ge­regelt. In Betracht kommt hier der Neberseeverkehr und der Verkehr nach Schissen in See.

Stuttgart, 17. Ma. (Württ. Landesverein vom Roten Kreuz.) Nach dem Jahresbericht für 1W7 des von Staatsrat Dr. .Hegelmaier und Generalleutnant a. D. v. Strobel geleite­ten Württ. Landesvereins vom Roten Kreuz sind die Sanitäts- kolonncn in fortgesetztem Aufblühen begriffen. Die Zahl der im Cannstatter Mutterhaus vereinigten Charlottenschwestern wächst; die Entwicklung dieses Hauses als Krankenanstalt hat sich vollzogen. Die ncugegründeten Helferinnen-Abteilungen im Lande nehmen zu. Die Krankenpflegerinnenschule in Tü­bingen ist voll besucht. Das Kindercrholungsheim in Botnang ließ sich allerdings als solches nicht mehr aufrecht erhalten. Vorläufig wurde es anderen karitativen Zwecken nutzbar ge­macht. Wie der Landesverein, so ist auch das gesamte Deutsche Rote Kreuz in erfreulicher Fortbildung begriffen. Nach seinem neuesten Jahresbericht umfaßt dieses rund 12610N) Mitglie­der mit 8000 Krankenschwestern und 100 000 Mitgliedern der Sanitätskolonnen. Der württ. Landcsverein verfügt über ein Vermögen von 96 671 Reichsmark.

Stuttgart, >9. Mai. (Der Tarifstrcit in der württ. Tetil- industrie.) Bon zuständiger Seite wird mitgeteilt: Der Schiedsspruch des Schlichtungsausschusscs Stuttgart im Tarif­

streit der Württ. Textilindustrie vom 11. April d. I. ist von Arbeitgeberseite angenommen, von Arbeitnehmerseite Deut­scher Tcxtilarbeitervcrband, Zentralverband christlicher Textil­arbeiter abgeleynt worden. Die beim württ. Schlichter am 30. April d. I. geführten Einigungsverhandlungen führten zu keinem Ergebnis, die von Arbeitgeberseite beantragte Ver­bindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs wurde abgelehnt. Nunmehr hat der Schlichtungsausschuß Stuttgart auf Grund des H 12 Abs. 3 der zweiten Verordnung zur Ausführung der Verordnung über das Schlichtungswesen vom 29. Dezember 1923, da das öffentliche Interesse eine Beilegung der Streitig­keiten dringend erfordert, ein zweites Schlichtungsverfahren eingeleitet. Am Montag, den 21. d. M., 16 Uhr, wird der Schlichtungsausschutz in neuer Besetzung unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Dr. Kallec über die Streitsache ver­handeln.

Backnang, 19. Mai. (Tödlicher Betriebsunfall.) In der Maschinenfabrik Kaclble hat ein Unfall ein junges Menschen­leben gefordert. Der Schlosser Gustav Brücker von hier wollte von seiner Arbeitsstelle in einen andern Raum gehen, vermut­lich um ein Werkzeug zu holen. Dabei kam er an einem 16 bis 20 Zentner schweren Rahmen für eine im Bau befindliche Straßenwalze vorbei, der in etwa 10 Zentimeter Höhe fest aus dem Montagegcstell ruhte. Dabei faßte er den vorstehenden Ring, um einen Sprung zu machen. Infolge des Schwunges neigte sich das Gestell und drückte mit dem Schwergewicht auf den Leib Brückers, der einen Beckenbruch und innere Verlet­zungen davontrug; er starb nachmittags im Krankenhause. Wie die Untersuchung ergab, ist irgendwelche Sicherheit nicht außer acht gelassen worden.

Rottcnburg, 19. Mai. (100 Jahre Rottenbnrger Diözese.) Am 20. Mai sind es 100 Jahre, seitdem der erste Bischof der jüngsten deutschen Diözese, Rottenbura, es war Johann Bap­tist v. Keller, inthronisiert wurde. Mit Rücksicht auf den Wahltag wird das Jubelfest erst später in glanzvollem Rah­men gefeiert werden.

Brittheim, OA. Sulz, 19. Mai. (Eine alte Kuh.) Eine außerordentliche Lebensdauer hat die HerdbuchkuhFanny 888" des Schultheißen. Göhring hier. Am 1- August INK im Stalle des Besitzers geboren, hat sie bis setz! i7 Kälber zur Welt gebracht, von denen mehrere zur Zucht verwendet wur­den. Sie gibt nach dem Kalbeln immer noch annähernd 15 Liter Milch und ist heute die älteste Herdbuchkuh des Fleckvieh­zuchtverbands.

Saulgau. 19. Mai. (Begehrter Posten. Uebler-Streich.) Auf die. beidew-imsgeschriebenen Straßenwärterstellen haben sich nicht weniger als 3v Bewerber gemeldet. Zu dem nächt­lichen Wegschasfen eines Friedrichshasener Personenautos von einer Wirtschaft fort in einen anderen Stadtteil hat man jetzt die Täter, zwei jüngere Männer, ermittelt. Diese hatten aus Mutwillen, ohne daß sie den Motor in Tätigkeit setzten, den Wagen durch die Stadt geschoben.

Baden.

Trüder g, 18. Mai. Heute nacht nach 1 Uhr entstand rm Fabrikraum des Uhrenfabrikanten Gerland in der Nußbach­straße Großfeuer, welches das ßanze Gebäude nebst Inventar einäscherte. Die Brandursache ist unbekannt. Der Schaden ist stroß.

Vermischtes.

Raubüdcrsall auf einen Motorradfahrer. Am Freitag abend fuhr auf der Landstraße bei Schönberg (Mecklenburg­ein Motorradfahrer gegen ein über die Straße gespannt^ Drahtseil. Der Motorradfahrer kam zum Sturz und blieb mit stark blutenden Kopfwunden besinnungslos liegen. Drei unbekannte Männer beraubten darauf den Hilflosen seiner Barschaft in Höhe von 140 Mark, stahlen ihm außerdem seine Taschenuhr und seine Ausweispapierc und flüchteten in den nahe gelegenen Wald. Der Üebersallene wurde nach dem Krankenhaus in Schänberg gebracht, wo er hoffnungslos dar­nieder liegt. Seine Personalien konnten bisher nicht festgestcllt werden.

Ein Raubmord nach 8 Jahren aufgeklärt. Im Jahre 1920 wurde der Landwirt und Pferdehändler Wilhelm Krause aus Brüssow am User eines Sees tot ausgcfundcn. Zweitausend Mark, die er am Tage vorher noch bei fick gehalst hatte, fehlten. Dieser Umstand, Verletzungen am Kopse der Leiche und einige Kampfspuren in der Nähe des Sees ließen aus einen Raubmord schließen. Die damaligen Ermittlungen blieben jedoch ergebnis­los. Vor einigen Atonalen tauchten neue Verdachtsmomente auf. Ans Veranlassung der Staatsanwaltschaft Prenzlau ent­sandte jetzt die Landeskriminalpolizeistclle Berlin einen Beam­ten nach Brüssow. Diesem gelang es, das Verbrechen anfzuklä- ren. Der 50 Jahre alte Rechtskonsulerrt Er ist Zastrow und ein 31 Jahre alter Arbeiter Alfred Rieck, beide aus Brüssow, wur­den unter dem dringenden Verndacht der Täterschaft scstgcnom- mcn und überführt. Zastrow hat jetzt ein Geständnis abgelegt, während Rieck seine Teilnahme noch bestreitet.

Et« Marinesoldat im Hamburger Stadtpark medcr- gcschoffen. Am Dienstag nachmittag wurde im Stadtpark in Hamburg der 2vjährigc Marinesoldat Wilhelm Köster von der Torpodo-Halbslottille S-winemünde mit einer schweren Schuß­wunde unterhalb des Brustkorbes bewußtlos ausgefundcn. Der schwer Verletzte wurde ins Krankenhaus übergeführt. Nach seiner Angabe hat ein ihm entgegenkommender mit Manchester-- anzug und Ballonmütze bekleideter unbekannrer Mann ihn nach der Zeit gefragt und dann unmittelbar daraus aus ihn ge­schossen.

Nächtlicher Kampf mit der Gendarmerie. Aus Toulouse wird gemeldet: Gegen einen Gutspächtcr namens Rigal war eine Diebstahlsanzeige erstattet worden. Ein Gendarm wollte den Tatbestand aufnehmen. Als der Gutspächter die Uniform erblickte, geriet er derart in Zorn, daß er sich mit einem Ge­wehr bewaffnete. Er forderte den Gendarmen aus, den Guts- Hof sofort zu verlassen. Dieser kam der Forderung nicht nach, sondern stieg durch ein Fenster ein und es kam zwischen dem