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^7 1 S 4

Reuenbürg, Dienstag, den 27. Mai 1924.

82. Jahrgang

Deutschland.

Düsseldorf, 26. Mai. Die BesatzungsbHürde» «ließe» auch für das englisch besetzte Gebiet neue, den deutschen Ver­sehe erschwerende Paßbestimmungen.

Breme«, 86. Mai. Am Freitag wurde die Sitzung der Bürgerschaft durch die Kommunisten gesprengt. Der Senat Hut am 5. Mai die Arbeitszeit der Beamten aus wöchentlich 4S Stunden in geteilt« Arbeitszeit festgesetzt, dabei aber zwei freie Nachmittage eingeführt. Die Kommunisten und Sozial­demokraten verlangten dagegen die Beibehaltung der durchge.

! henden Arbeitszeit. Ein Antrag der Sozialdemokraten, der

- früh« bereits von der Bürgerschaft angenommen, vom Senat ! ober nicht ausgeführt worden war, wurde von der bürgerli- ! chen Mehheit abgelehnt. Darauf brachten die Kommunisten , einen Mißtrauensantrag gegen Len Senat ein, der aber «st . in 14 Tagen verhandelt werden wird. Die Kommunisten ga.

! Ken sich damit nicht zufrieden und «klärten, sie würden bis ! zur Erledigung des Mißtrauensantrages keine sachlichen Ver- , Handlungen zulassen. Als der Präsident in der Tagesordnung j fortfähren wollte, machten die Kommunisten einen ohrenbe­täubenden Lärm durch Klappen mit den Pultdeckeln, Pfeifen

i »nd Singen der Internationale. Da d« Präsident gegen den Lärm nicht ankommen konnte, sah er sich genötigt, die Sitzung

- z» schließen.

i Zuspitzung ft» Reichskabmett.

Berlin, 26. Mai. D«Montag-Morgen" behauptet, die Gegensätze im Kabinett hätten sich so zugespitzt, daß man für den Fall, daß das Kabinett nicht heute zurücktrete, mit einer persönlichen Demission von Zaires rechnen müßte. Desglei­chen sei es wahrscheinlich, daß der Kanzler heute abend dem Reichspräsidenten die Gesamt-Demission des Kabinetts über­geben würde. Ebert würde dann formell mit Hergt verhan­deln und dann voraussichtlich wieder Herrn Marx mit der ' Bildung eines neuen Kabinetts betrauen. Es sei indes an- »»nehmen, daß Jarres dem neuen Kabinett nicht mehr angc- > hören würde. Dadurch würde auch das sreundnachbarliche I Verhältnis zwischen den Sozialdemokraten wesentlich erleich- l tert werden. Der Reichspräsident soll, wie derMontag- Morgen" weiter berichtet, dem Gedanken erneuter Reichstags- Wahlen, die dann im Sinne der Sachverständigenvorschläge «folgen würden, sehr geneigt sein. Bei der Eigenart des Montag-Morgen" geben wir diese Meldung mit allem Vor­behalt.

ReichSvankdirekto» Schacht

sprach in Hamburg üb« die deutsche Währungspolitik. Aus­gehend von der Stabilisierung der Währung verbreitete sich der Redner hauptsächlich üb« die heutige Politik der Reichs­bank und erklärte, das Mittel der Kreditdrosselung zwinge je» den Einzeliren dazu, die letzten Reserven materiell und geistig aus sich und seinen Hilfskräften herauszuholen. Mehr als je -gelte heute das Wort: Besitz ist nichts, Erwerb ist alles! Was min die Forderung an die Reichsbank um Kreditgewährung anbelange, so könne die Reichsbank einerseits keine Rentenmark mehr ausleihen und müsse die bestehende Reserve von 300 Millionen sich «halten. Es sei andererseits ab« auch mit Rücksicht auf die vorhandene Golddeckung von 450 Millionen Soldmark, von denen die Hälfte für die Einlösung der Dol­larschatzanweisungen Vorbehalten bleiben müsse, das Maxi­mum der Papiergeldausgabe erreicht. Ebenso unmöglich sei aber auch eine Diskonterhöhung und nicht minder unaus­führbar der Vorschlag, den Einheitskurs für den Dollar in Berlin nicht so stark festzuhalten. Was nun die Auslandskre­dite anlange, so sei zur Beruhigung des Auslandes und de» ausländischen Kreditgeber, von denen Deutschland in de» letz­ten Zeit so viel Gutes «fahren habe, festgestellt, solange die Kredite sich auf die anständigen deutschen Wirtschaftskreis« er­streckten, könnten die Geb« überzeugt sein, daß der deutsche Kaufmann keine Kredite in Anspruch nehme, die « nicht zu­rückzuzahlen in der Lage sei. Im übrigen seien kurzfristige Auslandskredite genug vorhanden. Langfristige Investitionen ab« werde Deutschland «st «halten, wenn es ans Grund des Sachverständigengutachtens die Stabilität seiner Wirtschaft er­zielt haben werde. Auch der Landwirtschaft müßten Wied« langfristige Anleihen zugeführt werden. Sie solle deshalb be­denken, daß Deutschland iim Falle.der Lösung d« internatio­nalen Schwierigketten voraussichtlich in der Lage fein werde, -en deutschen Agrarpfandbrief in der Welt zum mindesten in ähnlicher Weise zu plazieren, wie früher Argentinien und Mexiko das getan hätten. Für die Zwischenzeit gelte eS, die Notverordnung vom Juni 1923 so umzugestalten. Laß ein groß« Teil der neu Heranwachsenden Sparkapitalien in «st« Linie der Landwirtschaft zuaeführt werde. Er hoffe, Laß die bevorstehenden Erhebungen die Lösung bringen würden, die den unfruchtbaren, kurzfristigen Agrarkredit in einen lang­fristigen zu ermäßigten Zinssätzen verwandele. Wir werden, schloß Dr. Schacht, zu einem neuen Gedeihen uns«« Wirt­schaft nicht kommen, wenn wir nicht einen friedlichen Aus­gleich mit den Wirtschaften ander« Völker finden. Ich hoffe daß die Einsicht in diesen internationalen Zusammenhang auf der anderen Seite stark genug ist, um uns einen Schritt in unseren Schwierigkeiten entgegenzukommen. Ich sehe einen solchen Schritt auch auf dem Gebiete -der Kolonialpolitik. Deutschland darf nicht auf ewig von der Kolonialwirtschaft ans­gesperrt werden. Es würde eine Entspannung der internati­onalen Lage sein, wenn man Deutschland einen Ausgang in die Welt, hinaus gäbe. Ich glaube, daß der Kampf, den wir geführt haben, auch dein Auslande die Augen geöffnet hat, denn auch die Stimmung in der Welt wird beherrscht von dem Gedanken: Los vom internationalen Haß und zurück zur friedlichen internationalen Arbeit. <Lebhafter und langan­haltender Beifall.)

Ausland.

Warschau, SS. Mai. Der polnische Außenminister er­klärte, Ziel der polnischen Politik gegenüb« Danzig sei die Ausschaltung des Völkerbundes und die Herstellung direkt« Beziehungen.

Beirut, 26. Mai. Das Vordringen französisch« Truppen und der Gedanke der Ernennung eines französischen Kalifen für Syrien »«schärften die Lage im türkisch-französischen Konflikt.

Ei» österreichisch-serbische» Zwischenfall.

Belgrad, 35. Mai. Zwischen Südflavien und Oesterreich ist ein diplomatisch« Konflikt ausgebrochen. In dem Grenz­gebiet beider Staaten herrscht eine scharfe Spannung, da die frühere deutsche Bevölkerung der von Oesterreich abgetrennten südlichen Teile, Steiermark und Kärnten, heftige Klagen über Verfolgungen durch südslavische nationalistische Organisatio­nen führt. Dise Klagen haben zu Demonstrationen in der kärntnerischen Landeshauptstadt Klagenfurth gegen das dor­tige südslavische Konsulat geführt. Der südslavische Konsul ist aus Klagenfurth abgereist und hat dem Kabinett Pasttsch einen Bericht «stattet, auf Grund dessen die Regierung einen Protest in Wien «heben und Genugtuung verlangen wird. Der südslavische Gesandte in Wien wird eine Note überreichen, in der Schutz der südslavischen Minorität auf österreichischem Gebiet verlangt wird. Gleichzeitig unternimmt die Belgrader Regierung eine Aktton beim Völkerbund und wird dem Völ­kerbund eine Denkschrift üb« die Behandlung der südflavi- schen Minorität in Oesterreich vorlegen. Man «wartet je­doch, daß gleichzeitig ein entsprechender Schritt Oesterreichs wegen der Behandlung -er deutschen Minorität in Südsla- vien in Genf und Belgrad erfolgen wird. Das alte Spiel zwischen Wolf und Schaf. Die edlen Serben verfolgen zuerst die Deutschen wie Hetzhunde und beschweren sich dann noch.

Bekehrung HerriotS zu Poincare.

Paris, S6. Mai. Hat zwischen Herriol und Pomcare eine Annäherung auf außenpolitischem Gebiet stattgefunden? Diese Frage wird noch den Besprechungen Poincares mit seinem Nachfolg« in diplomatischen Kreisen eingehend «örtert un­interessiert die hiesigen englischen Beobachter ebenso stark wie die belgischen. Herriot kam nach Paris, um sich von Poin- care über den Stand der interalliierten Verhandlungen und üb« die Verteidigung der französischen Interessen unterrichten zu lassen. Bevor Herriot mit Poincare sprach, erklärte «, daß er Geheimüiplomatie »«urteile und keineswegs Poincares System, die Reparationen mit der Sicherung Frankreichs zu verknüpfen, fortsetzen werde. In England zeigte man sich mit dies« Stellungnahme Herriots sehr befriedigt. Nach den Besprechungen mit Poincare korrigierte Herriot seine Richt­linien. Die Tatsache, daß eine Annäherung stattgefumden hat, läßt sich nicht abstreiten. Für Len Augenblick stehen die Dinge folgendermaßen: Herriot wird in human« Hinsicht einen Kurs einschlagen, der dem Poincares diametral entgegengesetzt ist. Er wird die Freigabe der Gefangenen und Aufhebung all« geistigen Nnterdrückungsmaßnahmen bewilligen, und zwar als außenpolitische Ergänzung zu dem Amnestieerlaß, der in Frankreich als Auftaft zu ein« Versöhnung der Re­publikaner betrachtet wird. Streng geschieden von diesen Be­schlüssen bleibt aber die Reparationslösung. Herriot bestätigt PoincareS Erklärung gegenüb« Macdonald, daß die Räu­mung der Ruhr progressiv stattflnden werde. Von den Eisen­bahnen spricht er nicht, sondern weist auf den Völkerbund hin, dessen Aufgabe es sein wird, die Sicherungsfrage zu untersu­chen. Den Micumverträgen widmet er kein Wort mehr, wäh. rend er sie früher bekämpfte.

Fern« ergänzte er Las Interview deSVorwärts" in ei­ner Weise, die hiesige sozialistische Kreise sehr peinlich berührt. Den Reaktionären gefällt ausnehmend gut, was Herriot dem Vorwärts"-Vertreter erklärte: Er werde die Rechte Frank­reichs energisch vertreten. ImVowärts" wurde dieses wich­tige Wort nicht wiedergegeben. Ich habe im Gespräch mit französischen Mehrheitspolitikern, besonders mit Painleve, festzustellen vermocht, daß die kommenden Männer an eine glatte Räumung des Ruhrgebiets nach dem Inkrafttreten des Dawesplanes nicht denken. Sie wünschen einen befristeten Abbau der Besetzung. Die Hauptfrage ist, ob Herriot die Auslegung Poincares, daß der Dawesplan die Räumung der Ruhr sich zur Bedingung machen würde, übernehmen oder ob er für die Wiederherstellung der deutschen Wirtschaftshoheit eintreten wird. Wenn er den Poinvareschen Standpunkt übernehmen sollte, so käme « um die Unterstützung der So­zialisten und wäre gezwungen, bei der früheren Mehrheit einen Rückhalt zu suchen. Es ist sehr unwahrscheinlich, daß er diesen Weg einschlagen wird. Herriot sucht einen Kom­promiß welch« auf dem Poincaristischen Plane beruht, die Ruhr solange fostzuhalten, bis sämtliche Leistungen des Re­parationsgutachtens effektiv vorhanden sind. Während Poin­care die endgültige Entscheidung über diese Frage dem Repa­rationsausschuß überlassen wollte, beabsichtigt Herriot anschei'- nend die Annahme des englischen Vorschlags, einen Schieds­gerichtshof darüber bestimmen zu lassen. Damit würde der erste Schritt getan, um die Reparationskommisston durch ein internattonales Gremium zu «setzen.

Neue Ablehnung MillerandS.

Paris, 26. Mai. Die Vereinigung der Sozialisten im Seinedepartement ist gestern vormittag zu einem außerordent­lichen Kongreß zusammengetreten, um Stellung zu der durch die Wahlen geschaffenen Lage zu nehme». Vor Eintritt in die Diskussion über die Frage der Beteiligung an der Regie­rung wurde eine Resolution verlesen, in der erklärt wird, die Partei müsse ihren Beistand jeder Regierung verweigern, die von dem jetzigen Präsidenten der Republik, Millerand, eingesetzt werde.

Aus Stadt» Bezirk «nd Umgebung-

Resenbürg, 27. Mai. Die Wilitstrrenten für Juni werden am 28. Mai gezahlt.

Neuenbürg, 27. Mai. Eine zahlreiche Zuhörerschaft Qu­allen Kreisen hatte sich Sonntag nachmittag zum Stuhl- konzert von Frl. Huber eingefunden, so daß der Bärensaal voll besetzt war, ein äußeres Zeichen der Aner­kennung für Lehrerin wie Schülerinnen und Schüler. Nicht wenig Anziehungskraft dürfte auch die Mitwirkung hiesiger Gesangeskräfte (Frau Paseka, Sopran, und Herrn Heller, Tenor) dazu beigetragen haben. Die erste Hälfte der 25 Num­mern umfassenden Stückfolge brachte recht annehmbare Lei­stungen jugendlicher Mustkkräfte, die sich recht wacker und un­erschrocken ihrer Aufgabe entledigten, zum Genuß und zur Freude der Zuhörerschaft und zur stillen Befriedigung ihr« Angehörigen, die mit einem gewissen Stolze auf ihre jugend­lichen Künstlerinnen und Künstler blicken dürfen. Herr Hel­ler sang zwei Tenorsolis:Lehn' deine Wang" undFrüh­lingsglaube" mit besonderer Innigkeit und Hingabe in Ton und Aussprache. W« die Abweichungen italienisch« Ge­sangskunst von d« deutschen kennt, wird es verstehen, da- Gebotene entsprechend zu würdigen. Frau Paseka gab Schu­bertsGanymed" mit ihrer reinen Stimme herrlich Wied«. Aus Ernzelleistungen der jugendlichen Künstlerschar einzuge­hen, verbietet uns der knapp zur Verfügung stehende Raum, aber ihr natürliches Streben nach Vervollkommnung war un­verkennbar und gereicht ihnen zum Lobe. Im zweiten Teil kamen technisch und musikalisch fortgeschrittene Kräfte zu ihrem Recht. Wieder war es die Jugend, welche durch ihre gediegene Vortragsweise jedermann Freude bereitete. Wir nennen ab­sichtlich keine Namen, ab« was zu hören war, berechtigte zu besten Hoffnungen. Herr Hell« gab sein Bestes in den Schubertschen LiedernFrühlingstramn" undDie Forelle" und erntete dafür wie Frau Paseka idealen und materiellen Beifall in Form von duftigen Kindern des Frühlings. Von Nr. 17 ab setzte ein richtiger musikalischer Wettbewerb ein, und wir glauben die Vortragenden einig mit uns, wenn wir neben einem Walter Süß, Walter Buck und Eugen Hudel­maier Emil Walstöni die Siegespalme reichen. Das war ein scharf« Kampf ums Reich der edlen Mustka und die Fülle und Annehmlichkett d« Töne sprudelte und quirlte nur so unter den gewandten Fingern bei allen hervor. In der Ju­bel-Ouvertüre von C. M. v. Weber (Helene und Gertrud Gollmer) wurde die Zuhörerschaft an einstige schone Zeiten erinnert. Mit Richard WagnersElsas Traum" ausLo- hengrin", Sopransolo mit Klavier- und Harmoniumbeglei­tung, das die Zuhörerschaft in eine höhere Wett versetzte, schloß die Veranstaltung, für welche Frl. Hub« mit Mitwir- kenden allseitig« Dank gebührt. Entsprechend dem Verlaus des Nachmittags brachte der auf den Abend angesetzte Fami­lienabend vollbesetzte Räume. Flott gegebene Theaterstücke, ein Mädchenreigen, ein Schnitterinnen-Duett und als Krö­nung des Ganzen je ein Liedervortrag von Frau Paseka und Herrn Hell« trugen zur Bereicherung des Abends bei, der einen für alle Beteiligten hochbesriedigenden Verlauf nahm.

/x Herrenalb, 36. Mai. (Musikalische Aufführung.) Un­ter Leitung seines verdienten Chormeisters Ober lehr« Klein »«anstattete der Ev. Kirchenchor Ettlingen am gestrigen Sonntag nachmittag in der hiesigen Kirche eine Aufführung des biblischen LiederkreisesElias der Prophet" für gemischte Chöre, Schriftlesung (aus den zwei Büchern der Könige), Sopran und Baßsolo. In seinen Höhen und Tiefen kam das Leben und die wichtigsten Taten des Propheten, mit volkstümlichen Strophenliedern lehrhaft ausgcdeutet, zu er­greifender, anschaulicher Darstellung. D« Chor, mit gutem Stimmenmaterial ausgestattet, zeigt eine sorgfältige Schulung und bemerkenswerten Wohlklang. Mit Genugtuung verzeich­nen wir den starken Besuch L« wohlgelungenen Aufführung, umsomehr, als der Reinertrag dem Fond für ein Wandbild in der Ettling« Tv. Kirche zufließt. Am Grabe seines un­vergeßlichen Gönners und Förderers, des Kirchenrats Men­ton, sang der Kirchenchor noch znm ehrenden Gedächtnis einen Liedergruß. Mögen die vorgesehenen wetteren Aufführungen in anderen Gemeinden der Nachbarschaft ein gleich günstige- Ergebnis zeitigen!

Wildbad, 26. Mai. Die Laudesverficherungsanstatt Würt­temberg eröffnet am 26. Mai wieder ihr Krankenheim Wild­bad. Das Krankenheim ist bestimmt zur Unterbringung sol­cher männlichen und weiblichen Versicherten, die zur Heilung von Gicht und Rheumatismus des Gebrauchs der Thermal­bäder bedürfen. Der Betrieb dauert demgemäß nur über die Badesaison. Voraussetzung für die Aufnahme ist vor allem, daß der Krankheitszustand für die Thermalbehandlung be­sonders geeignet ist; bei Herzleiden ist namentlich Vorsicht ge­boten. Jeder Pflegling erhält 20 Gesellschaftsbäder im Ka- tharinenstist. Daneben bietet das Zander-Institut mit seinen zahlreichen und vielseitigen medico-mechamschen Apparaten eine wertvolle Unterstützung der Badekur. Die Kurdauer der Pfleglinge beträgt 24 Tage. D« Betrieb ist alkoholfrei.

Wildbad, 26. Mai. Im Kurgarten sind gegen 50 frisch­gesetzte Geraniumstöcke aus dem Boden gewühlt und mitge­nommen worden. Auch zahlreiche andere Beschädigungen und Besudelungen find vorgekommen.

Weihe der Krieger-Gedachtuisanlage in Nenenbörg.

" Weiherede vo» Deka» Dr. Megerli».

Zur Denkmalweihe haben wir uns hier eingefunden. Eine weihevolle Stunde ists, die wir erleben. Eine Fülle von Emp­findungen drängt durch uns« Inneres. Die Vergangenheit wird in uns lebendig und ahnungsvoll schauen wir hinaus in ferne Zukunft. Niemand vermag die Empfindungen, die uns