gleichen Dinge durchaus schädlich und nicht verdaulich für sie sind und daher gänzlich vermieden werden müssen.
Unter allen Speisen und Nahrungsmitteln giebt es also kein einziges, von dem man sagen könnte, daß es unter allen Umständen und Verhältnissen absolut verdaulich wäre. Hält man aber daran fest, daß die Dichtigkeit, die Zertheilnng der Fettgehalte, die zur Zeit eingeführte Menge maßgebend für die Verdaulichkeit sind, macht man sich klar, daß man die Verdaulichkeit durch gewisse Zusätze und durch verschiedene den Nahrungsbedarf des Körpers hebende Umstände vermehren kann, berücksichtigt man endlich die Gewöhnung und die durch eigenartige Körperanlage gestellten Anforderungen, so wird man sehr leicht beurtheilen können, welche Nahrungsmittel, welche Speisen für einen Menschen am verdaulichsten sind und ihrem Zwecke, Kräftigung und Hebung der Leistungsfähigkeit, am meisten entsprechen.
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Reklamenwuth. Der Tod des bekannten Salben- und Pillenfabrikanten Hollo way ruft einen Zwischenfall ins Gedächtniß, der häufig von Charles Dickens erzählt wurde. Während des Letzteren Roman „Dombey and Son" in Heften erschien, richtete Mr. Holloway an den berühmten Schriftsteller die schriftliche Bitte, in einem der Kapitel seiner neuen Novelle seiner Pillen Erwähnung zu thun. Es hieß in dem Schreiben, daß keine Reklame, sondern nur die zufällige Erwähnung der Pillen, je nachdem der Verfasser es für zweckmäßig erachte, gewünscht werde. Als Honorar für die Einführung einer solchen Notiz war dem Briefe ein Eheque über 1000 Pfd. Sterl. beigelegt. Dickens sandte den Eheque zurück und „Dombey and Son" wurde vollendet, ohne daß darin Holloway's Pillen Erwähnung geschah. Was diesen Zwischenfall erwähnens- werth macht, ist der Umstand, daß derselbe die Energie und Freigebigkeit illustrirt, mit welcher Mr. Holloway seine Pillen und Salben zu annonciren pflegte. Während der letzten zwanzig Jahre gab er jährlich 40,000 Psd. Sterl. für Zeitungsannoncen aus und dieser Praxis hatte er wohl hauptsächlich sein kolossales Vermögen zu verdanken.
Verstand oder Jnstinct? Der bekannte Jagdschriftstcller, Oberförster O. v. Riesenthal, erzählt: Einer meiner Freunde, ein guter Jäger, hatte eine vorzügliche Hühnerhündin, welche- er eines Tages einem jungen Jäger zur Hühnersuche borgte. Die Jagd beginnt, der Hund sucht vortrefflich — doch als der Schütze etwa 6 bis 7 Mal geschossen hatte, ohne zu treffen, verweigert der Hund seine Dienste und läuft, alles Rufens ungeachtet, nach Hause. Ferner: Eines Tages sitzen wir bei der Tafel, als der im Zimmer anwesende, äußerst gelehrige Hund das Verlangen äußert, aus dem Zimmer gelassen zu werden. Da Niemand auf das Thierchen — ein kleiner Mops — achtet, springt es einigemale nach dem nahe an der Thür hängenden Klingelzug, ohne denselben indeß erreichen zu können. Die
ses Betragen des Hundes erregt die allgemeine Aufmerksamkeit, man rückt einen Stuhl an die Stelle und ungesäumt springt der Hund dort hinauf, um nun nach der Schnur zu greifen. Da die Schelle wirklich ertönt, erschien ein Diener und der Hund verließ das Zimmer. War man im ersten Augenblick geneigt, dies für Zufall zu halten, so überzeugte der Hund bei nächster Gelegenheit, daß er sehr wohl wußte, daß die Thür geöffnet werde, sobald man die Klingelschnur zog, denn das Experiment wiederholte er in Zukunft stets, da man ihm die Thür andernfalls nicht mehr öffnete. Es sei noch einmal erwähnt, daß es ein durchaus wissenschaftliches Werk ist, in welchem diese Fälle erzählt werden, und daß der Name des Herausgebers jeden Humbug ausschließt.
Die Damen in Nizza gebrauchen — wie Oueen schreibt — jetzt Sonnenschirme, die ganz und gar aus natürlichen Blumen bestehen und die wie riesige Blumensträuße, an Stöcken befestigt, aus- sehen. Die Stengel der Blumen werden so zusammengenommen, daß ein Blühennetz entsteht; die innere Seite wird mit Seide gefüttert. Ein Sonnenschirm wird ganz aus Veilchen, mit einem Rand von Jasminblüthen, gemacht, ein anderer aus Geraniums, in weißen und rothen Reihen, mit Farnkraut besetzt, wie er ein anderer aus Stiefmütterchen u. s. w. Welken die Blumen, so muß der Sonnenschirm wieder anfgearbeitet werden, was meist jeden dritten Tag nöthig ist. — Natürliche Vögel auf den Hüte», frische Blüthen auf den Schirmen; nun noch comprimirte Sonnenstrahlen als Colliers oder Armspangen und ein bischen Zephyr-Extract im Flacon, dann ist der lebendige Liebes- srühling fertig!
Er erinnerte sich ihrer. Der Herr Graf war mehrere Jahre auf Reisen gewesen. Der erste Bekannte, den er nach seiner Rückkehr in der Heimath antrifft, ist der Baron, ein ehemaliger langjähriger Freund. Nachdem sie bei einer Flasche Wein eine solenne Begrüßung gefeiert, fragt der Herr Baron plötzlich ganz unvermittelt: „Erinnern Sie sich wohl noch des reichen Fräuleins von Aheim, lieber Graf? — „Das sollt' ich meinen, lieber Baron," versetzte der Gefragte lachend, „natürlich erinnere ich mich dieser mageren, schieläugigen, rothhaarigen Vogelscheuche mit der gräßlichen Kolbennase! Wer könnte jemals ein solches Schreckensgespenst vergessen! Ein solches Reklamengesicht kann es nur einmal auf der Welt geben; Was ist's mit dieser Mißgeburt?" — „O nichts, lieber Graf, sie ist nur meine Frau!"
Mittel gegen kalte Füße. Leute, die den ganzen Tag lang schreiben oder nähen und die überhaupt den Körper- wenig bewegen, können ihre kalte Füße erwärmen ohne sie an den Ofen zu halten. Sie brauchen nur aufzustehen und sich langsam auf den Zehnspitzen zu erheben, so daß alle Muskeln des Fußes vollständig angespannt werden. Sie brauchen nicht zu Hüpfen oder zu laufen, sondern sich einfach — je langsamer, desto besser —
auf die Zehenspitzen zu stellen, und dann allmählig ihre natürliche Stellung wieder eiuzunehmen. Man wiederhole dies etliche Male, und die Arbeit, welche die Zehen thun müssen, indem sie das Gewicht des Körpers auf sich nehmen, wird den Blutumlauf hinreichend beschleunigen, um die Füße warm zu machen. Sogar der halberfrorene Karrenführer kann dieses Mittel probieren. Es ist eine Vorschrift der schwedischen Bewegungskur; und da es besser ist, die Füße durch Bewegung als durch Feuer zu erwärmen, sollten die, welche mit kalten Füßen geplagt sind, dies Mittel gerade vor dem Schlafengehen in Anwendung bringen.
M ens chen-K enn tniß. Cromwell hielt seinen Einzug. Das Volksgedränge war ungeheuer und man machte ihm darüber ein Compliment. Er antwortete trocken: „Würden ihrer weniger sein, wenn man mich zum Galgen führte?!
Die Orgelpfeife als Geldschrank. Der vor Kurzem plötzlich verstorbene Lehrer Schleicher in Cletzen bei Delitzsch hatte zur Aufbewahrung seiner Werthpapiere eine Orgelpfeife in der Kirche benutzt. Dort wurden sic von den Erben zu Tage gefördert.
Im Gegent heil. Wirth: „Ja, Sie werden doch nicht glaube», daß ich meinen Gästen Bier vorsetze, in dem Wässer wäre?" Gast: „O nein, das sage ich auch nicht, ich hätte eher gemeint, Sie geben Ihren Gästen Wasser, mit etwas Bier vermischt." (Bet. a. Schw.)
Aufklärung. Bedienter (in einem Kaufmannshaus, eine Visitenkarte betrachtend) : „Wenn ich nur wüßt', warum der Herr Major auf seinen Visitenkarten immer ein a. D. hinter'm Namen stehen hat; was soll das heißen?"
Stubenmädchen: „Aber, Johann, habt Ihr denn in der Geographiestund' net aufpaßt, weil Ihr so fragt? Das heißt „Major an der Donau"; das solltet Ihr doch wissen!" (Vet. a. Schw.)
Ehrlich. Sportsman (zum Treiberjungen, der den Frühstückskorb gebracht hat): „Junge, Du bist an der Schnapsflasche gewesen!" — Junge: „Nein, gnä' Herr, der Kork ging ja nicht 'raus!"
Vorzüglicher Brustthee. Man mische 1 Loth Süßholz, 1 Loth Althee, 1 Loth isländisches Moos, nehme davon so viel, die man zwischen 4 Fingern fassen kann, setze es mit 3 Tassen Wasser an und koche es bis zu 2 Taffen ein.
Um Wasserflaschen schnell rein machen, gießt man Essig, worin Salz aufgelöst ist, hinein, läßt die Flüssigkeit über Nacht darin stehen, und Morgens ist die Flasche klar. Dann wird noch einigemal Wasser hineingegossen und stark ausgespült. Dieses Mittel ist besser als Chlorkalk.
Auflösung des Räthsels in Nr. 3.
Brautschatz.
Redaktion, Druck und Verlag von Jak. Me eh in Neuenbürg.