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Deutschland.

Ntan schreibt dem Hannov. Kur. nutz Berlin: Die Gründung eines deutschen Kvlonialvereins und die jüngst in Frankfnrta.Ac. stattgehabten Besprechungen haben hier an maßgebender Stelle größere Beachtung gesunden. ES wird erzählt, das; der Kronprinz den Bestrebungen ans Errichtung van deutschen Kolonien seine besondere Theilnnhme zugewendet habe und sich über die eingcleitetcn Schritte ans dem Laufenden halte. Auch will man dem Umstande Gewicht beilegen, daß au der Spitze des BereinS Fürst Hohenlohe- Waldenburg steht. Er würde, so heißt cS, die Rolle als Leiter einer derartigen Bewegung nicht übernommen haben, wenn er sich nicht vorher vergewissert hätte, da­mit in Fühlung mit ausschlaggebenden Kreisen zu bleiben. Freunde des Vereins wollen wissen, daß demselben von Kapita­listen ersten Ranges bedeutende Geldmittel zur Verfügung gestellt worden seien, grö­ßere sogar, als der Verein bei der Be­schränkung seiner Wirksamkeit, die er sich für den Anfang auferlegt, im Augenblick verwenden könne.

Würzbnrg, 8. Sept. Der auf der Station Jphvfen verunglückte Extrazug, mit 2 Güterzngslocomotiven bespannt, rannte in Folge falscher Weichenscellnng im vollen Lauf ans die Viehrampe. Der

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Anprall war ein solch gewaltiger, daß die aufeinander gethürmten und in einander getriebenen 17 Wagen jetzt nur noch den Raum von 4 Wagcnlängen einnehmen. Das Bild grauenhafter Verwüstung, der Anblick der blutgetränkten, mit Thiercin- geweiden bespritzten, zerfetzten Wagentrüm­mer, der umhcrliegenden checke von Thier- kadavcrn, ist schwer zu schildern. Von dem Zugspersonal sind der Oberkondnkteur, zwei Heizer und zwei Bremser, von den begleitenden Biehtreibern ebenfalls zwei leicht kontusionirt. Einem Schashäudler Fritsch wurden beide Beine abgefahren. Es sind 800 Schafe thcils getödtet, theils in einem Zustand, daß sic geschlachtet werden müssen. Das gctödtete Vieh wurde au der Unglücksstelle versteigert und kam theilweise in den Besitz der umliegenden Landbevölkerung, theilweise wird dasselbe in der hiesigenFreibank" dem Verkaufe unterstellt. Untersuchung ist eingeleitet.

Berlin, 8. Sept. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Nach dem Bericht des nach Freiburg entsendeten Reichskommissars ge­ben die bisherigen Erhebungen einen ziem­lich sicheren Anhalt dafür, daß der Loco- motivführcr die vorgeschriebcne Geschwin­digkeit nicht unwesentlich überschritten haben dürfte und daß cvcnt. auch das Bremserpcrsonal nicht mit gespannter Auf­merksamkeit seinen Dienstsnnktioucn nnch- gckonunen sein wird. DnS Gericht und der Staatsanwalt sind in voller Thä- tigkeit.

Karlsruhe, 8. Sept. Heute früh nach 3 Uhr reiste der Erbgroßherzog in Begleitung des Staatsministers Turban nach Freiburg, um Sich über das Eisen­bahnunglück bei Hugstetten nähere Ein­sicht zu verschaffen und die Verwundeten, welche sich zur Zeit noch in Freibnrg be­finden, ansznsnchcn.

Straßburg, 8. Sept. Von Seiten der Kaiserin ist dem Vaterländischen Frauen­verein dahier das nachstehende Telegramm zngegangen:Babclsbcrg, den 7. Sept. Das entsetzliche Eisenbahnunglück, durch welches so viele Bewohner deS Elsaßes

betroffen worden sind, veranlaßt Mich, den Zweigverein zu sofortiger Ermittelung aufzufvrdern, inwieweit durch Geldspenden die Lage der Hinterbliebenen erleichtert und das hervorgernsene Elend gemindert werden könnte. Entsprechenden Falls hat der Verein sogleich durch Ausruf eine Sammlung zu veranstalten, an der Ich Mich mit tausend Mark bctheilige, die dem Verein morgen zngehen werden. Kai­serin-Königin."

Freibnrg, 8. Sept. Im Laufe des gestrigen Tages sind dem Grvßh. Lnndes- Kvmmissär die beiden nachfolgenden Tele­gramme zngekommen: Mainau, 7. Sept. 1882. In Anbetracht der tiefen Trauer, welche die Stadt Freibnrg und deren Um­gegend so schmerzlich erfüllt, ersuche ich Sie, dahin zu wirken, daß au meinem be­vorstehenden Geburtstag, dem stets so viele freundliche Kundgebungen gewidmet wer­den, alle festlichen Veranstaltungen ver­mieden werden mögen. Ich werde die Erfüllung dieses Wunsches um so dank­barer anerkennen, als meine Trauer über das entsetzliche Ereignis; eine tief schmerz­liche ist. Friedrich, Großherzog. Mai­nau, 7. Sept. 1882. Ich erfahre eben durch die Großherzogin, daß sich in Frci- burg ein Konnte gebildet hat, um Geld­mittel für die armen Verunglückten und deren Angehörigen zu sammeln. Ich gebe hiermit gleichzeitig Auftrag an meine Ver­mögensverwaltung, Ihnen Zweitausend Mark zu diesen: Zwecke zu senden und er­suche Sie um Vermittlung dieser Summe an das Hülfskomite. Friedrich, Großher- zog-

Freibnrg, 7. Sept. Emen ergreifen­den Ausdruck hat unsere Einwohnerschaft ihrer Theilnnhme an dem furchtbaren Un­glück von Hugstetten und ihren Opfern gegeben, lim in einem Zuge, wie ihn Freibnrg noch wohl niemals gesehen, den fünf Verunglückten', die ans dem hiesigen Friedhose ihre letzte Ruhe finden sollten, das Traucrgelcite zu geben. In ihrer Mitte 12 Jungfrauen, Frciburg's Trauer­kranz tragend. Nachdem die Feier am Grabe durch Choralgesang eingeleitct, er­griff katholischerscits Domkapitular Knecht das Wort, um in ergreifender Rede des furchtbaren Anlasses zu dieser Feier zu gedenken und daran Worte des Trostes zu knüpfen, wie ihn uns der christliche Auferstehnngsglaubc geben kann. Nach­dem ein Gebet der weihevollen Rede ge­folgt, ergriff evangelischerscits Stadtpfarrer Köllrenter das Wort, der auf Grund eines Textes aus dem Buche Hiob die Gemüther seiner Zuhörer von den quälenden Rüth- seln dieses wechselvvllen Erdenlebens em­porwies zu Gott und dem Rathschlnß seiner Weisheit und Liebe, dem gegenüber deS entsetzlichen Leides es sich nicht zieme, nach dem Warum zu fragen, dein wir in Glaube und Hoffnung uns beugen müssen. Anknüpfcnd an das Evangelium des letzten Sonntags (vom barmherzigen Samariter! wies der Redner in tiefergreiseuden Wor­ten auf den gewaltigen, nicht geahnten Samariterdienst hin, den wir zu leisten nunmehr berufen seien. Beide Reden, nach Form und Gehalt vortrefflich, mach­ten den tiefsten Eindruck.

Münster, 7. Sept. Gestern Nach­

mittag fand hier die feierliche Beerdigung