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Ueberraschungen zu befürchten sind, läßt sich noch nicht übersehen. Schloß, welcher seit dem Falle Maas sehr nervös war, hat anscheinend infolge einer Erregung über das Ausbleiben von Zahlungen seitens einiger Schuldner die That begangen. Heute Mittag sollen die Familien der Inhaber zusammentreten und man hofft die Zahlungseinstellung abwenden zu können. Die Bankfirma Scheuer, Hirsch und Schloß kultivierte hauptsächlich das Effektenkommissionsgeschäft; große Wechselverbindlichkeiten liegen demnach nicht vor.
Hamburg, 18. April. Die Hamb. Nachr. veröffentlichen ein gemeinschaftl. Schreiben des Fürsten und der Fürstin Bismarck, worin sie für die reichlichen Glückwünsche und Geschenke anläßlich ihres Geburtstags danken. Der Fürst hat in diesem Jahr über 11,000 Glückwünsche erhalten.
Berlin, 17. April. Es steht nunmehr fest, daß der heute morgen verhaftete Maurer Thiede, gebürtig aus Dramburg in Pommern, der Mörder der Helene Schweichel ist. Als die Beamten in seine Wohnung eintraten, um ihn zu verhaften, verriet er sich durch den Ausruf: „Ich habe Helene Schweichel nicht ermordet!" Am Mittelfinger der rechten Hand hat er eine Bißwunde, welche ihm die zwei Stunden nach dem Morde vergewaltigte Bahnarbeitersfrau
Klebcdzon beibrachte. Diese erkennt ihn auf das Bestimmteste wieder. Auch fehlt ein an der Mordstätte gefundener Westenknopf an Thiedes Weste und paßt zu den übrigen Knöpfen. Die Obduktion der Leiche der Helene Schweichel hat übrigens ergeben, daß kein Lustmord vorliegt. Thiede gesteht den Mord- anfall auf die Klebcdzon zu, leugnet aber den Mord an der Schweichel.
Venedig, 17. April. Die deutsche Kaiserin ist gestern Nachmittag auf dem „Christabel" eingetroffen. Ein offizieller Empfang hat nicht stattgefunden, da die Kaiserin im strengsten Jncognito zu verbleiben wünscht.
Eine rätselhafte Geschichte. Unter dem Verdachte/ einen Elephanten gestohlen zu haben, sind von Landjägern unweit Basel zwei angebliche Deutsche verhaftet worden. Sie hatten mit einem zahmen Elephanten die Grenze von Freiburg kommend, überschritten, ohne irgend eine Legitimation bei sich zu führen; auch verweigerten sie die Angabe ihrer Namen, so daß, wie gesagt, der Verdacht nahe liegt, daß sie den riesigen Dickhäuter in irgend einer Menagerie in einem „unbeachteten Momente" mitgehen ließen. Das
Tier ist ihnen bis auf weiteres abgenommen worden und wird verpflegt.
Domes Geheimnis. Wie Dome zuerst auf die Idee zu seinem „kugelsicheren" Panzer kam, hat er neulich einem Interviewer in scherzhafter Weise erzählt. Dieser fragte ihn: „Wie kamen Sie eigentlich auf den Gedanken einen kugelsicheren Panzer zu fabrizieren, Herr Dome?" — „Ja, wissen Sie, daran arbeite ich schon seit meinem zehnten Jahre". — „Nicht möglich". — „Mein Vater war ein seelenguter Mann, nur sehr jähzornig; wenn ich eine schlechte Zensur nach Hause brachte, prügelte er mich windelweich. Eines Tages, zu Michaeli, erhielt ich wieder eine sehr schlechte Zensur. Zuerst kam mir der Gedanke, nach — Amerika auszurücken; denn ich wußte, was mir zu Hause bevorstand. Schließlich fand ich aber einen andern Ausweg. Ich polsterte mir den Rücken und andere Körperteile aus, und zwar mit einem solchen Geschicke, daß ich von den Hieben meines Vaters rein gar nichts spürte; ich amüsierte mich sogar darüber, wie sehr er sich anstrengte. Als ich dann später einmal von einem Pistolenduell hörte, wobei der eine erschossen wurde, dachte ich: „Wenn der es gemacht hätte wie du, wäre ihm das nicht passiert!" Und so kam ich denn allmählich dazu, mich mit der Erfindung eines kugelsicheren Panzers zu beschäftigen.
Amtliche SkklMtltmllchllligkll.
Revier Enzklösterle.
Stammholz Derkauf
am Freitag, den 27. April, vormittags slO Uhr, im Waldhorn in Enzklösterle aus Distrikt ?I. Wanne Abt. 17 und 19, II. Schöngarn Abt. 2, ^4 und 6, III. Dietersberg Äbt. 8 und 9, VI. Lange- - Hardt Abt. 6, 9 und 10, VII. Kälberwald Abt. 23 und 41:
4494 Stück Forchen Langholz mit Fm. 25 I., 606 II., 1737 III., 1119 IV.,
und 84 V. Klasse,
mit Fm. 504 I., 598 II., 654 III., 888 IV. und 85 V. Klaffe,
nicht gereppelt, mit 65 Fm. V. Klasse,
Sägholz mit 0,36 Festm. II. und 0,48 Festm. III. Klaffe, mit 114 Fm. I., 72 Fm. II. und 77 Fm. III. Klaffe, 3 Stück Langholz IV. Kl. mit 2 Fm.,
3392
Tannen
482 „
3 „ Forchen
398 „ Tannen
aus IV. Hirschkopf Abt. 13. Scheidholz aus II. Schöngarn Abt. 4 und III. Dietersberg Abt. 8 13 Eichen mit 6 Fm., aus III. Dietersberg Abt. 8 6 Stück Buchen mit 2,41 Fm. und 1 Birke mit
0,59 Fm.,
Stangen: Werkstangen 665 I., 250 II., 50 III. Klasse, Hopfenstangen 775 I., 200 II. Kl. und 5 III. Kl.; Reisstangen 185 I., 340 II. und 85 Stück III. Klasse.
Schuleiirtritt.
Montag, den 23. April, beginnt in der Volksschule das neue Schuljahr. Schulpflichtig sind diejenigen Kinder, welche im Jahr 1887 geboren sind, also im Jahr 1894 das siebente Lebensjahr zurücklegen. Doch können auch solche Kinder ausgenommen werden, welche 1888 geboren sind, wenn sie körperlich und geistig hinreichend erstarkt sind.
Die Knaben haben sich um 9 Uhr, die Mädchen um 10 Uhr bei Herrn Schullehrer Vin^on einzufinden.
Calw, den 18. April 1894.
K. HrLsschuttnspektorat.
vr. Hory, A.-V.
Aufforderung
zur Einkommensfalierung behufs der Besteuerung pro 1. April 1894 / 95 .
Unter Beziehung auf die Aufforderung des K. Kameralamts Hirsau in Nr. 39 d. Bl. zur Fatierung des Kapital-, Renten-, Dienst- und Berufs-Einkommens werden die hiesigen Einkommenssteuerpflichtigen ersucht, ihre Fassionen am nächsten
Freitag und Samstag, den 2V. und 21. d. Mts., je von Vormittags 0—12 Uhr und Nachmittags 3-5 Uhr
ded Ortssteuerkommission mündlich oder schriftlich abzugeben. Schriftliche Fassionen können vorher eingesendet werden. Formulare hiezu werden im Rathaus III. Stock Zimmer Nro. 18 abgegeben. Calw, den 16. April 1894.
Ortssteuerkommission.
Mrilderstadt.
Am Montag, den 23. April 1894, nachmittags 1'/- Uhr, kommen im Stadtwald Steckenthal zum Verkauf:
4 Stück Eichen I. Klasse mit 5,43 Fm.
48 Stück eschene Stangen.
18 Rm. eichene und birkene Scheiter und Prügel.
7500StückLaubholzwellen vom Schlag. 5360 dto. von der Reinigung im Dachsbau.
Stadtschultheißenamt.
Beyerle.
Privat-Anzeigen.
Donnerstag abend 8 Uhr
Bibelstunde
im Bereinshaus.
-HM
"El
Donksogoiig
In der Nacht vom Montag auf Dienstag bin ich von einem schweren Brandunglück heimgesucht worden. Die mutige und aufopfernde Hilfeleistung meiner Mitbürger hat mich vor noch größerem Schaden bewahrt, darum herzlichen Dank allen denjenigen, die mir in irgend einer Weise durch Rettung und Beherbergung meines Viehs oder sonstwie freundlich beigesprungen sind! Ganz besonders aber fühle ich mich meinen wackeren Kameraden von der Feuerwehr und ihren umsichtigen Führern zu größtem Danke verpflichtet.
Calw, den 17. April 1894.
Hugo Hau.
Dcrnksclgung.
Der verehr!. Feuerwehr und Allen, welche zur Bekämpfung des uns drohenden Brandunglücks mitwirkten, sage ich meinen herzlichsten Dank.
_ Friedrike Korndörfer.
Danksagung.
Für die uns bei dem in der Nacht vom 16. zum 17. ds. in unserer Nachbarschaft ausgebrochenen Brande geleistete große Hilfe, sagen wir jedermann, ganz besonders aber der verehrt, hiesigen Feuerwehr, unfern herzlichen Dank.
F. Kugel. Carl Käufele.
Friedrich Köhler. Caroline Tchlotterbek.
Danksagung.
L Für die uns bei dem schnellen
Hinscheiden unseres l. Vaters, Großvaters und Schwiegervaters,
Georg Köhler,
sWK' bewiesene Teilnahme, insbesondere für die vielen Blumenspenden, die zahlreiche Begleitung zu seiner letzten Ruhestätte, sagen den herzlichsten Dank >Ii« trauernden Hinterbliebenen.
Pserdczahnmais,
Wigcrev
Leinsamen,
Grasfamen,
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Emil Georgii.
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Louis Nentschler am Markt.
Es werden auch auf Verlangen nur 4 Zimmer abgegeben.
Fahrnis-Auktion.
Nächsten Montag, den 23. April, von nachmittags 1 Uhr an,
kommt im Hause des ch Herrn Stadtrat Keller in der Bahnhofstraße gegen Barzahlung im öffentlichen Aufstreich zum Verkauf:
Zi» Frauenkleider, Betten,
Beltgewand, Leinwand; ferner Schreinwerk be- stehend in: I Weißzeug- kästen, 2 Kleiderkasten, 2 Pieilerkommoden, 2 Bettladen,
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wozu Liebhaber eingeladen werden.
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Frau Reinhard, Mctzgergasse.
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gesucht. Von wem, sagt die Red. d. Bl.
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Näheres durch die Red. d. Bl.