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berichten, waS er gesehen und gehört habe. Der junge Rittersmann hielt das für ein Kinderspiel und begab sich ohne Waffen in den Wald, aber Tags darauf fand man nur noch einige Stücke von feinem Leichnam. Viele be­haupten, die Unholde hätten ihn gelödtet, welche in der Walburgisnacht dort ihren Spuck treiben; andere dagegen meinen, er scy von Wölfen zerrissen worden. Die Mut­ter des Jünglings verfiel über dieser Trauerbotschaft in Wahnsinn und fluchte dem Fräulein in ihrer Sterbestunde, und dieser Fluch ging in Erfüllung. Rosine erkrankte neun Tage darauf und starb plötzlich. Aber als man sie begraben wollte und am Grabe den Sarg noch einmal öff­nete, da war ihr Leichnam verschwunden. Sie geht noch jetzt in der grauen Waldburg umher, wie sie leibte und lebte, und sucht die Fremden, die da Herbergen, zu bestri­cken. Wer aber in ihr Netz fallt, der muß sterben nach dreimal neun Tagen; nur wer ihrer verführerischen Ge­stalt widersteht, kann sie erlösen und zur Ruhe bringen."

(Der Beschluß folgt.)

Der Betrogene.

Es ist bekannt, daß die Berge Peru's außerordent­lich reich an edlen Metallen, namentlich an Silber, sind; man weiß aber auch, was die armen Eingcbornen von den habsüchtigen Europäern wegen dieser Schätze haben leiden müssen. Die Unglücklichen haben eingesehen, daß ihr Zustand durch die Bearbeitung der Silbergruben weit schlimmer geworden ist, als er war, und sie vcrrathen deßhalb um keines Preis, wo irgend eine reiche Silbcr- ader ist. Ein Franziskaner, der leidenschaftlich das Spiel liebte, lebte in Huancayo und war unter den Indianern sehr beliebt, an die er sich gewöhnlich wendete, wenn es ihm an Geld gebrach. Eines Tages hatte er viel verlo­ren und bat einen Indianer, ihm zu helfen. Der Mann versprach es und brachte wirklich am nächsten Abend ei­nen Sack voll Silbererz. Dieß wurde mehrmals wieder­holt, bis der Mönch endlich bat, man möge ihm doch die Quelle zeigen, aus welcher dieser Reichthum fließe. Auch diese Bitte wurde ihm gewährt, und an einem bestimmten Tage kamen drei Indianer in das HauS des Franziska­ners. Er ließ es sich gefallen, daß man ihm die Augen verbinde, und die Indianer trugen ihn so auf ihren Schul­tern mehrere Stunden weit in das Gebirge. Da setzten sie ab, führten ihn in eine gar nicht liefe Grube und zeigten ihm eine glänzende, starke Silberadcr. Nachdem er sich davon so viel genommen, als er für den Augenblick be­durfte, verband man ihm die Augen wieder und bracdte ihn zurück. Unterwegs lösete er aber schlau seinen Ro- senkrauz auf und ließ hie und da eine Perle fallen, da­mit sie ihm später den Weg nach dem Schatze zeigen möchte. Zu Hause begab er sich zur Ruhe, am andern Morgen staunte er nicht wenig, als einer der drei India­ner zu ihm kam, ihm sämmtliche Perlen des Rosenkran­zes hinhielt und sie ihm schlau lächelnd mit den Worten übergab: Ehrwürdiger Vater, Ihr habt unterwegs Euern Rosenkranz verloren.

Gemeinnütziges

Regeln für die Bewässerung der Wiesen.

So lange Frost ist, soll man nicht wässern, wohl aber bei eintretendem Thauryetter und Frühjahrsrcgen; an war­

men Hellen Tagen soll man es unterlassen, trübe kalte Tage und sonst die Nächte dazu wählen, auch nach der Heu­ernte jedeSmal einige Zeit verstreichen lassen.

Ein Wink für Die, welche gegen die Raupen Krieg führen.

Bei der Vertilgung der Raupen kommt es hauptsäch. lich auf die Kenntniß ihrer Oekonomie an. Diese ist nach den Arten verschieden, und darum müssen es auch die an. zuwendenden Mittel seyn, wenn sie Erfolg haben sollen. So z. B. ist die Spannraupe auf die gewöhnliche Weise gar nicht zu verfolgen, aber mit Sicherheit zu vertilgen, wenn man ihre Begattung verhindert, welches leicht ist, oder ihre Puppen zerstört, was nicht schwer ist. Diese letzten liegen immer um den Stamm in der Erde. Stürht man diese 6 bis 8 Zoll um, so ist diese Vertilgung bewirkt.

Tatarische Hausmittel.

Die Tataren bedienen sich zur Vertreibung von Zahn, schmerzen folgenden einfachen Mittels: Ein Stückchen ei- ncs frischen Nußkerns wird so lange über ein Feuer oder Licht gehalten, bis das im Kerne befiudliche Oel anfängt herauszuquellen. Alsdann umwickelt man denselben mit etwas Baumwolle und legt ihn so warm auf den leiden­den Zahn, dessen Schmerz sich im Laufe weniger Minu­ten verliert. Bei hartnäckigem Schmerz muß das Kügel­chen drei - bis viermal erneuert und frisch aufgelegt wer­den. Zur Vertreibung des Fiebers bedienen sich die Ta­taren einer Auflösung von Kampher in Wermuthbrannt- wein solchergestalt, daß in einem gewöhnlichen Glase Brannt­wein ein Stück Kampher von der Größe einer Nuß auf­gelöst wird. Der also zubereitcte Trank wird während des Fiebers genommen; selten wird man in den Fall kommen, mehr als zweimal davon Gebrauch zu machen.

Wöchentliche Frucht-, Brod-, Fleisch-, Viktualien- und, Holz-Preise.

Frucht-Gattungen.

Mittelpreis.

Verkauft wurden:

Erlös.

fl.

kr.

Schfl.

Sr.

fl.

kr.

Dinkel, alter, . .

. ISch.

8

14

5

41

14

Dinkel, neuer,. .

. . ^

8

57

64

573

22

Kernen....

. .

26

24

1

26

24

Haber ....

. » »

6

32

8

52

26

Gersten. . . .

. . »

13

26

2

3

2«

Mühlfrucht . .

. .

14

1

14

Waizen....

. .ISr.

--

'-

Bohnen . . .

. . »

2

36

2

5

12

Noqqen . . .

. . »

--

Wicken ....

. .

-

Erbsen....

. ' »

' -

Linsen ....

Linsen-Gersten .

. .

Roggen-Waizen.

. - »

4 Pfd. Kernenbrvd 17k 4 Scbwarzbrod 15 1 Weck - 4L. 3Q. 1 1 Pf. Ochsenfleisch 8

Rindfleisch . 7 Kalbfleisch . 6 Hammelfleisch 7 Schweinefleisch, unabgczogen 11 abgezogen . 1v

1Pf.Schw.Schm. 24 kr. 1 Rindschmalz 26 1 Butter. . 26 1 Lichter, geg. 22 1 gez. 26

1 Seife . . 15 » Bodseitcn, 1< breit: raube . . 4643 » balbsaubere . 48 » blinde . . 1 üS »

Bretter, 1'br.2K36kr.

9 16 " br. 19 ,

Rabmcnschenkel14-15 , Latten. . . 56 » Kl. Buchenholz: pr. Achse 15 fl. » geflößt . 15S.12 , Kl. Tannenholz: pr. Achse 9fl. » geflößt ..3S,

Nedigirt, gedruckt und verlegt von G. Zaiser.