Kommt eine Revision des Memelftatuts?
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Die Deutsche Arbeitsfront Hilst und schützt
Am 11. Juni 1935 sind auf der Gewerk- schast Morgenstern des Brückenbergschachtes in Zwickau fünf Arbeit s- kameraden tödlich verunglückt. Sie gehörten einer Rettungsabieilung an, die infolge eines Feuers im Schacht tätig war. Eine plötzliche Explosion brachte ihnen den Tod. Sie fielen in Ausübung ihrer schweren Pflicht auf dem Feld« der Arbeit.
Die Gauwaltung der Deutschen Arbeits. front hat den Angehörigen der Verunglück- ten ihr Beileid ausgesprochen und ihnen gleichzeitig eine finanzielle Hilfe zuteil wer- den lassen. Aus den Mitteln der Selbsthilfe- Einrichtungen der DAF. wurde den Ange- hörigen der fünf Todesopfer schon einen Tag nach dem Unglücksfall ein Betrag in Höhe von insgesamt 2000 NM. ausgezahlt. Bei der Beerdigung am 14. Juni erwies die Deutsche Arbeitsfront ihren Arbeitskamera, den die letzte Ehre.
„LMtlM" Rkgierunsskunst treibt ln -en Tod
slr. Wien, 17. Juni
Nichts kennzeichnet die „Erfolge" der „christlichen" Negierungskunst der gegenwärtigen Machthaber in Oesterreich mehr, als der tägliche Wiener Polizeibericht über die Lebensmüden. So enthält der Polizeibericht Von Donnerstag vormittag Mitteilungen über sieben Lebensmüde, darunter: „Wegen Arbeitslosigkeit hat sich heute nacht der neunundzwanzigiährige Tischler- aehilse Joses P ... zu vergiften versucht. Aus Furcht vor einer aussichtslosen Zukunft hat sich heute nacht die zweiundzwan- ziglährige arbeitslose Verkäuferin Grete R ... zu vergiften versucht. Wegen Arbeitslosigkeit hat sich in der gleichen Nacht die siebenundzwanzig sä hrige Hilss- arbeiterin Hedwig S ... mit Leuchtgas das Leben zu nehmen versucht ..." Eine hoffnungslose Jugend wirst ihr Leben weg, weil der Staat ihr nicht die Möglichkeit gibt, es einigermaßen anständig zu fristen. Welcher Unterschied zum Reiche, in dem die Arbeitslosigkeit dank der Tatkraft der nationalsozia- listischen Staatssührunv von Tag zu Tag sinkt!
Die österreichischen Staatsmänner aber haben andere Sorgen. Nach wochenlangen Verhandlungen ist es dem Bundesländer Dr. Schuschnigg als Gründer der Ostmärkischen Sturmscharen gelungen, den Weiterbestand dieses christlichen Wehrverbandes neben den zur Totalität und Alleinmacht strebenden Hclmwehren Starhembergs zu sichern und die Eingliederung in die Heimwehren zu verhindern. In der Sorge um die Macht hat die Regierung für das Volk keine Zeit!
NMmami - Nira Leiter
Reuyork, 17. Juni
Zum Leiter der neugebildeten Nira, di, bekanntlich auf ein Großteil der Ursprünge lichen Forderungen verzichtet hat, ist de, Bankmann und Politisch nicht im Parteilager Roosevelts stehende Vizepräsident der Neuyorker Guaranty Trust Company, James O'Neill, ernannt worden. Die Nira soll in ihrer jetzigen Form bloß Informationen sammeln über die Wirkung der jetzt nicht mehr gesetzlichen Industrie-Richtlinien und bei der freiwilligen Durchführung dieser Richtlinien helfen.
Kowno, 17. Juni
Ueber die Fertigstellung der neuen Rote der Großmächte an Litauen und ihren Inhalt berichtet die in Riga in russischer Sprache erscheinende, durchaus litauen- freundliche Zeitung „Sowodnja" in großer Aufmachung am Sonntag, daß die neue Rote bereits fertiggestellt und in Form und Inhalt sehr eindeutig gehalten sei. Die Großmächte verlangten nachdrücklich st die sofortige bedingungslose Erfüllung des Memel- statuts, also die ordnungsmäßige Wahl eines Landtages und die Bildung eines Direktoriums, das das Vertrauen des Landtages genießt. In der Note soll weiters aus die Möglichkeit einer Revision des Memelabkommens hingewiesen werden, wenn Litauen sich weigern sollte, die freundschaftlichen Ratschläge der Großmächte zu befolgen.
Mulden, 17. Juni. >
Nachdem in der Nacht zum Sonntag das japanische Oberkommando sämtliche Tele- raphenämteranderLinieSchan- eikwan (an der chinesischen Mauer) — Tientsin und alle Funkstationen Nordchinas besetzen hat lassen, haben am Montag die japanischen Truppentransporte in das bisher von chinesischem Militär besetzte Gebiet der Provinz Tschachar (westlich von Mandschukuo) begonnen. In Kalgan sind zahlreiche japanische Flugzeuge eingetroffen; dort führen japanische Offiziere noch Verhandlungen mit den chinesischen Ortsbehörden über die Räumung der Provinz durch die Chinesen.
Auf Grund der chinesischen Vorstellungen in London — der chinesische Botschafter hat das japanische Vorgehen, wie es heißt, als Bruch des Neunmächteabkommens üb r China bezeichnet — hat die britische Regierung in Peking und Tokio Nachforschungen über die Lage in Nordchina eingeleitet; auch mit der amerika- nischen Regierung sollen Besprechungen ausgenommen worden sein.
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In der Sitzung deS Unterhauses, die ihr besonderes Gepräge durch das erstmalige Er-
Neueste Nachrichten I
Der Führer in München. Der Führer und I Reichskanzler besichtigte Mvntagmittag in Begleitung des Kreistagspräsidenten Weber den alten Rathaussaal und sprach sich dabei anerkennend über die künstlerisch geschmackvolle Neugestaltung des Saales und der Ncbenräume aus.
Der erste Schanspielabend der S. Reichs- theaterseftnwche in Hamburg galt dem „Glöckner des Dritten Reiches", dem treuen Freund und Mitstreiter des Führers aus den ersten Kampfjahren der Bewegung, dem Dichter Dietrich Eckart. In Anwesenheit des Reichsministers Dr. Goebbels, des Reichsstatthalters Kaufmann und des regierenden Bürgermeisters Krogmann ging im festlich geschmückten Staat!. Schauspielhaus Dietrich Eckarts deutsche Historie „Heinrich der Hohenstaufe" in Szene.
Bor einem neuen Schritt der Memelgaranten
Oberstleutnant Moore fragte am Montag im Unterhaus den Außenminister, ob er Mitteilungen über die vollzogenen oder beabsichtigten Schritte machen könne, die England gemeinsam mit Frankreich in der Me. mel-Angelegenheit zu tun gedächten, um sicherzustellen, daß die litauische Negierung die deutschen Einwohner von Memel gerecht behandle und in bezug auf den memelländischen Landtag die verfassungsmäßigen Zustände wieder herstelle. Außen- minister Hoare antwortete, er hoffe, in Kürze in der Lage zu sein, dem britischen Gesandten in Riga Auftrag zur Weitergabe einer Mitteilung an die litauische Negierung zu geben, und zwar gemeinsam mit seinem französischen und seinem italienischen Kollegen. Unter diesen Umständen könne er zurzeit keine weiteren Einzelheiten mitteilen.
scheinen der Mitglieder der neuen Negierung Baldwin erhielt, antwortete Außenmini- stcr Sir Samuel Hoare auf eine Anfrage: Seit einigen Monaten seien in der wirtschaftlichen Lage Chinas offenkundige Schwierigkeiten eingetreten, die durch das kürzliche Anziehen des Silberpreises eine weitere Ver- schärsung erfahren hätten. Es sei bekannt, daß die britische Negierung die Entwicklung mit Interests verfolge und sie habe jetzt ver- anlaßt, daß der wirtschaftliche Finanzberater der britischen Negierung, Sir Frederik Leith- N o ß, sich so bald wie möglich nach China begebe, um die britische Regierung über die Lage zu unterrichten. Trotz der Finanzkrise sei die politische Lage in den letzten Monaten nicht ungünstig gewesen. In Nordchina habe in den letzten zwei Wochen allerdings eine beunruhigende Entwicklung Platz gegriffen. In gewissen Einzelheiten widersprächen sich die Berichte und die Lage sei schnellen Acn- derungen ausgesetzt. Hoare teilte schließlich mit, daß er durch Vermittlung der britischen diplomatischen Vertreter in Tokio und Nan- king mit der japanischen und der chinesischen Negierung in Verbindung stehe und daß der Meinungsaustausch zur Zeit noch andauere.
Der japanische Botschafter in den bayrischem Berge«. Auf Einladung des Stellvertreters des Führers fand am Sonntag zu Ehren des kaiserlich japanischen Botschafters Muschakoji und seiner Begleiter ein Ausflug in die bayrischen Berge statt. Die japanischen Gäste fuhren über Mittenwald nach Garmisch. Auf der Zugspitze wurden sodann das Münchner Haus und der Zugspitzgipfel besichtigt.
Die Selbstmordwelle über Budapest, der in der Nacht zum Samstag 28 Personen zum Opfer fielen, setzte sich am Sonntag fort. Die Blätter berichten, daß am Sonntag weitere 24 Personen versuchten, ihrem Leben ein Ende zu machen. Davon sind 6 gestorben.
Italiener verkästen Abessinien. Die italienische Regierung hat — der „Times" zufolge — Schritte unternommen, um die Zahl der italienischen Siedler in Abessinien zu verringern. Als letzter Termin der völligen Räumung soll Ser 15. Juli festgesetzt worden sein.
FW Milliarden!
Paris, 16. Juni.
Im Anschluß an die Besichtigungsreise des Heeresausschustes und des Kriegsministers in das Gebiet zwischen dem Rhein und der Saar gibt der Abgeordnete Nucart im „Matin" einen Ueberblick über die dortigen Befestigungsarbeiten. Abgesehen von den nördlich von Metz errichteten Anlagen umfassen die Arbeiten auf dieser Strecke 4 Millionen Kubikmeter und haben 400 000 Kubikmeter Zement erfordert. Aus dieser Linie, die 90 Kilometer ausmacht, sind unterirdische Gänge von im ganzen 33 Kilo- meter Länge errichtet worden, die bis zu 120 Meter unter die Erde führen. Die Tele- Phonleitungen ergeben ein Leitungsnetz von etwa 20 000 Kilometer Länge. Der Heeres- ausschuß der Kammer ist der Befestigung?» linie gefolgt, die teils der Grenze entlang, teils bis 15 und 20 Kilometer hinter der Grenze verläuft, so z. B. gegenüber der Pfalz und gegenüber dem Saargebiet. Die Abgeordneten mußten ein langes Stück in unterirdischen Galerien zurückle^en. die z. T. 4—5 Meter breit sind und zwei Eisenbahngleise nebeneinander ausgenommen haben. Die elektrischen Anlage» für die Versorgung der Beleuchtungsanlagen, der Küchen und der Ventilation haben nach der Schilderung des Abgeordneten das Ausmaß von großen Werkstätten. Der Verfasser errechnet, daß seit 1930 kür die Befestigungsanlagen von d^r Nordsee bis Belfort und an der Sü dost grenze 5,l Milliarden Franken ausge. geben worden seien.
MS-Zühr-Feter der französischen Akaöemje
mit deutscher Beteiligung
Paris, 17. Juni.
Auf Einladung des Rektors des französi- schen Universitätswesens sind zur Teilnahme an der 300-Jahr-Feier der französischen Akademie und der Gedächtnisfeier zum 50. Todestag Victor Hugos, als Vertreter Deutschlands der erste Vorsitzende der Deutschen Akademie der Dichtung, Hanns Iohst. der Präsident der Reichsschrifttumskammer, Hans Friedrich Blunck, und Pros. Cur- tius-Bonn in Paris eingetrosfen.
Am Dienstag wird beim Empfang der deutschen Abordnung in der französischen Akademie Präsident Hans Friedrich Blunck eine Adresse überreichen, die mit den Worten schließt: «Möge aus der Nachbarlichkeit — und das ist eine der schönsten Aufgaben deutscher und französischer Dichtung — einst eine ritterliche Freundschaft werden, gleich wie sie im Mittelalter zwischen unseren Völkern bestand. Möge das Feuer der sieben Künste das Mißtrauen zwischen hüben und drüben überwinden, das die Politiker noch nicht zu zerstören vermochten. Ich grüße die Dichtung Frankreichs, die neben der unseren steht, Geist neben Geist, Schwester neben Schwester."
Der Volksgerichtshof verurteilte am Montag den 34jährigen Otto Gießler aus Oelsnitz im Vogtland, einen besonders aktiven Anhänger der Schwarzen Front Otto Strassers. wegen Vorbereitung zum Hochverrat. zum Teil begangen im Ausland, zu 8 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehr- Verlust. Der Mitangeklagte 37jährige Max Knoll aus Auerbach im Vogtland erhielt 3 Jahre Zuchthaus unter Anrechnung von 5 Monaten der Untersuchungshaft auf seine Strafe
Weiteres Borgehen der3apaner in Nordchina
Japanische Truppen besetzen Telegraphenämter und Funkstationen
Lion AkeLAgLreUllt'
von vvsrnsl Splslmsnn
„Doch, Paul", warf Frau Lore lachend ein, „Ihr Humor, der ist grotesk!"
„Gut. soll er es sein! Also ich habe nun gearbeitet! Tausende von Bildern mußten geschaffen werden, um den Zuschauer zehn Minuten lang mit einem solchen Film zu unterhalten. Den ersten Film arbeite ich mühsam mit Sebastian zusammen. Jedes Bild wird von uns hergestellt. In Zukunft mache ich das einfacher. Ich zeichne nur die Figuren und engagiere mir ein halbes Dutzend Zeichner, die nach meinen genauen. Angaben alles Weitere machen. Hier schau dir mal den „Julius" an!"
Mit großem Interests beugte sich Susanne über die gereichten Bilder und war ehrlich begeistert, denn hier feierte ein wirklicher Humor Triumphe.
„Jeden Monat soll ein solcher Film herauskommen! Wir machen der Micky-Maus Konkurrenz! Du sollst mal sehen, daß ich auch den Zug zum Millionär habe!"
Und da gab er ihr einen Kuß, den sich Su- sänne errötend gefallen ließ.
Es war das schönste Weihnachten, das Susanne. das alle anderen je erlebt hatten. In dem behaglichen Raum war es so stimmungsvoll.
Es roch nach Tannenzweigen, Aepfeln. Nüssen und Pfefferkuchen. Werner Riemke tvielte auf dem Schifferklavier lustige Lieder.
Das Radio vermittelte den Klang der Weihnachtsglocken, die über Deutschland erklangen.
Hin und wieder sprach man, erzählte sich allerlei Geschichten, baute Zukunftspläne.
Am stillsten waren Paul und Susanne.
Sie saßen nebeneinander, aneinander geschmiegt und hielten sich bei den Händen. Ihre Herzen waren übervoll von Glück.
Und so kam es. daß sie wie aus einem Traume aufschreckten, als Frau Lore sagte: „Jetzt wird schlafen gegangen!"
„Komm!" sagte Paul herzlich. „Dein Zimmer ist oben im ersten Stock, ich führe dich hinauf!"
Susanne sagte allen „Gute Nacht", und Arm in Arm stiegen sie die Stufen empor, in den ersten Stock.
Vor dem Zimmer blieben sie stehen. Susanne fühlte ihr Herz bis zum Halse hinauf klopfen.
„Susanne!" sagte der Mann innig. „Ich wollte nur einen Augenblick mit dir allein sein und in deine Augen sehen! Susanne, bist du stark genug, jedes Leben, wie es auch kommt, und auch wenn es Kampf ist, mit mir zusammen zu zwingen?"
„Ja. Paul!" sagte das Mädchen sest.
„Als ich dich in Heiligenblut sah, da liebte ich dich! Und ich wehrte mich dagegen! Not und Kampf hatten mich gelehrt, daß eS auf der Erde . . . kaum ein Wunder gibt. Ich ließ die Liebe nicht in mein Herz! Da rief mich dein Vater nach Berlin zu sich und engagierte mich! Und weißt du, was meine Aufgabe war? Ich sollte dafür sorgen, daß du aufhörtest, mir gut zu sein, ich sollte mich in deinen Augen herabsetzen, sollte alltäglich vor dir erscheinen. Und ich nahm den Auftrag an."
In Susannes Auge« ist ei» jähes Erschrecken.
„Du mußt in dieser Stunde das alles wisten! Dein Vater tat es nicht aus Schlechtigkeit, obwohl es . . . nicht gut war, er glaubte, daß eine Ehe zwischen dem armen Zeichner und der Tochter eines Greiffen nicht zum Glück führen könnte."
„Und du nahmst es an?"
„Ja! Und weißt du warum? Ich glaubte selbst, daß es nicht gut sei, wenn zwei gesellschaftlich verschiedene Menschen sich zueinander finden! Im stillen, heute weiß ich das, war es aber doch etwas anderes, was mich leitete! Ahnst du es. Susanne?" Das Mädchen dachte nach.
„Du . . . du . . . wolltest prüfen, ob die Liebe des kleinen Mädchens zu dir . . . stark genug sei?" fragte sie bebend.
„Ja, ja. ja!" Jubelnd riß er sie iu seine Arme und küßte sie. „Ja, du hast es ausge- sprachen, Susanne! Das ist es gewesen! Nun weißt du alles! Und ... ist nun alles klar und gut zwischen uns?"
„Ja, Paul!" sprach das Mädchen fest, und ihre Augen leuchteten, als wenn das Licht aller Weihnachtskerzen in sie gebannt sei. „Jetzt ist alles klar und gut! Und ich danke dirl"
„Gute Nacht. Susanne!"
Noch einmal rankten sich die Mädchenarme um Paul. Sie küßte ihn in dankbarer Liebe.
„Gute Nacht! Schlafe gut . . . du mein Geliebter!"
Und dann trennten sie sich.
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Um diese Stunde aber saß Sebastian Renz in der Küche und hielt Mariechens Hand beglückt in der seinen.
Ab und zu legte Mariechen den dunkelbraunen Kopf an Sebastians Brust, und er drückte sie fest an sich.
Sie hatten sich gesunde«.
Sie wutzlen, daß ein kleines, aber um so dauerhafteres Glück auf sie wartete.
Die Nacht verging und der Morgen kam.
Um die achte Morgenstunde fanden sich alle wieder an dem freundlich gedeckten Früh- stückstisch zusammen.
In Susannes Augen stand bräutliches Glück.
Unter Lachen und Scherzen wurde das Frühstück eingenommen. Allen siel auf, daß Mariechen und Sebastian Renz rot wurden, wenn sie sich ansahen.
Bis schließlich Werner Riemke sagte: „Kinder. was ist denn mit euch los?"
Worauf die beiden noch röter wurden, und Sebastian seinem Herzen einen gründlichen Stoß gab und heldenhaft wie ein Mann sagte: „Wir - - - haben uns verlobt! Das Mariechen und ich!"
Da brach ein Jubel los, nur Frau Lore machte ein bekümmertes Gesicht, als sie gratulierte.
„Da werde ich Sie wohl nun los. Mariechen?"
„Aber nein, Frau Lore! Ich bleibe bei Ihnen, solange Sie mögen, wenn . . . Ihnen das Mariechen auch verheiratet angenehm ist. Ich dachte mir. es ist ja genug Raum im Hause, und so viel brauchen mir auch nicht. Ich weiß nicht, ob Sie das mögen?"
„Auf alle Fälle versuchen wir es einmal!" entgegnete Frau Lore aufatmend. „Und der gestrenge Herr Gatte wird damit einverstanden sein?"
Sebastian nickte begeistert, dann sah er Paul an: „Und ... ich bleibe aber dein Sekretär, Paul?"
(Fortsetzung folgt.) .