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Steigende gesellschaftliche Investitionen besonders im Verkehrswesen geben dieser Entwicklung besonderen Ausdruck.

Eine freiwillige Geburtenkontrolle, d.h. der Übergang zu niedrigeren Kinderzahlen, sowie der Verzicht auf den sonntäglichen Kirchgang ermöglichten den modernen Fremden­verkehr zudem.

Inwieweit das Anwachsen nichte-selbständiger Berufe den heutigen Massentourismus zu fördern imstande war, müßte genauer geprüft werden.(ln Frankreich liegt z. B. die Abreisequote von Miets­häusern um etwa 10% höher als in Eigenheimen).

Gewerkschaften und Arbeiterparteien ringen na&h wie vor um eine bezahlte Freizeit. Trotzdem müssen bestimmte unterprivi­legierte Schichten in Betracht gezogen werden. Hierher gehören kinderreiche Familien, die Schicht der Selbständigen und vor allem die Bauernschaft, Ob diese zuletzt erwähnte soziale Schacht im Fremdenverkehr zukünftig auch einmal besonders ins Gewicht fallen wird, hängt sicherlich nicht zuletzt von der Entwicklung der agraren Betriebstechnik ab.

Das erste moderne Verkehrsmittel, die Eisenbahn, die etwa zwischen 1850 und 1860 Verwendung fand,brachte höhere Reise­geschwindigkeiten und setzte zudem die Beförderungskosten herab ( auf 1/5 bis 1/10 ).

Die Eisenbahn hat bis in die zwanziger Jahre unseres Jahr­hunderts das Gesicht des europäischen Fremdenverkehrs prägen können und außerdem zur Entstehung des neuzeitlichen Hotel - und Gaststättengewerbes wesentlich beigetragen. Die Hotels waren zunächst oft Stützpunkte für Wanderungen.

Mit der Erfindung des Automobils- zunächst war es vor allem der Omnibus- kamen für den modernen Fremdenverkehr neue, bisher ungeahnte Möglichkeiten. Das Aufkommen des privaten Kraftfahr­zeugs als Massenverkehrsmittel ermöglichte es,die Fremdenver­kehrsgebiete flächenhaft noch viel intensiver zu erschliesser.