Zagd vor Neuyork

Der Tanker brannte zwölf Stunden. Der U-Bootsakle entkommen

Von Kriegsberichter Herbert Sprang

DNB. Bei der Kriegsmarine, im Februar 1312 fPK,). Hoch und klar wölbie sich der Himmel über der See und Helle Sonne gleißt schimmernd über das Wasser. Plötzlich schießt aus den dunklen Tiefen der See ein schmaler, rassiger Leib empor und teilt die Wasser um sich: ll..." gleitet, von Neufundland kommend, der amerikanischen Küste zu. Die ersten Erfolge liegen bereits hinter dem Boot. Und Kapltänleunant Th... ist eigent­lich recht zufrieden. Mußte doch bereits ein mehr als 10 000 Bruttoregistcrtonnn großen Tanker daran glauben.

Jetzt ist U..." gerade vom Priifungstavchcn aufgetaucht.

Dampfer Backbord achteraus!"

Für Augenblicke fliegen die Köpfe herum, blicken die Augen backbold achteraus. Da steht in eigenartiger Lustspiegelung die Silhouette eines merkwürdigen Frachters. Ein unmotivierter vierkantiger Aufbau ragt um den Schornstein. Der Frachter führt eine Schwergutladung. Achtern anders als die normalen Frachter, einen hohen Pfahlmast mit Mastkorb. Der Vorder­steven ist der eines Kabellegers, ausladend nnt breiter Wulst »nd kleinem Mast versehen. Ein komischer Schlitten. Unter der hoch herausragenden Silhouette steht ein breiter weißer Strei­fen. Es besteht Gefahr, gesehen zu werden, denn die Luftspie­gelung kann täuschen. Also absetzen und langsam versuchen, in Schußposition zu kommen.

Beide Maschinen große Fahrt voraus!"

Mit hoher F-Hrt sucht U..." sich abzusetzen. Der Dampfer wird und wird nicht kleiner. U.ändert den Kurs. Es än­dert sich nichtsDonnerwetter, der halt Fühlung mit uns, Katt wir an ihm"^

Kaum ist Kapltänleunant Th... der Gedanke gekommen, fauche» auch schon an Backbordseite zwei Masten auf, die sich langsam hintereinander schieben.Feindlicher Zerstörer üack- tord querab!"

Mit hoher Fahrt jagt er genau auf U..." zu.

U... sucht sich nach Osten herauszuziehen. Vergeblich.

Der Dampfer geht auf Eegenkurs Der Zerstörer kommt im­mer mehr auf

Alarm!" -Tauchen !! !"

In Sekunden sackt das Boot weg. Wie ein Stein. Für mehr als Stunden beginnt jetzt die Verfolgung, die an Kom­mandant und Besatzung höchste Anforderungen stellt. Endlich «erden die Geräusche geringer.

Austaucheir!"

Nach wie vor ist das Wetter klar. Der Dampfer liegt ge­stoppt steuerbord querab da. Die Silhouette des Zerstörers zieht stch nach Aufbauten, Masten und Schornsteinen quer über die Kimm. ll..." sucht sich über Wasser aus ver Falle hcraus- zuschleichen. Dr Dampfer bleibt immer mehr zurück. Aber der Zerstörer hat etwas gesehen, beginnt jetzt wütend mit Artillerie in die Gegend zu funken. Die Entfernung zum Zerstörer wird immer kleiner. Es Hilst nichts. Wieder tauchen! Wieder das gleiche Spiel der Verfolgung. Diesmal für 2)4 Stunden. Nach »em Auftauchen ist die Luft rein. ll..." ist der ll-Bootfalle ent­kommen.

Wieder wird der alte Kurs in die Gewässer vor Neuyork ausgenommen Stunden vergehen. Plötzlich wieder Mastspitzen an der Kimm. Das reißt ja heute gar nicht ab. Der Kommandant nimmt das Glas an die Augen. Ein mittlerer Tanker zieht schwer beladen seinen Kurs Nord, zackt in großen Schlägen durch die See. Kommt aber genau in Schußrichtung «f.

Rohr eins los!"

Zischend fegt der Aal auf sein Ziel los.

Treffer!! !"

Treffer achtere Hälfte!

Eine riesige, viele hundert Meter hohe Feuersäule schießt zum Himmel empor. Der Tanker war augenscheinlich mit Benzol geladen. Er brennt wie Zunder. Noch einmal blickt der Kom­mandant rund. Die Luft ist rein.

Besatzung einzeln ans Sehrohr!"

Mechanikergast T.. ein Ostpreuße, klimmt als erster in den Turm.

Na", schau dir das mal an! Das war dein Rohr!"

Stumm blickt der East durchs Sehrohr. In seine Eesichtszüge kommt Spannung. Er sagt aber kein Wort, lächelt nur den Kommandanten glückselig an. Der nächste ist ein Saarländer. Der kann sich gar nicht zufrieden geben. Immer neue Einzel­heiten weiß er zu entdecken und spricht seine Entdeckungen auf­geregt und laut vor sich hin. Fast muß man ihn wegprügeln, damit auch mal andere drankommen Als letzter holt der Kom­mandant seinen beste« Dieselheizer, gennanntBumski",' ron Beruf Erbhofbauer im Holsteinischen. Der blickt durchs Rohr. Seine Mienen verklären sich. Dan« wendet er sich strahlend zum Kommandanten und kan» nichts anderes herausbringen als:

O o ooch Mönsch!"

U." nimmt Kurs Heimat. Die Aufgabe ist gelöst. Der

letzte Aal hat sein Ziel gefunden. Bis zum Morgen des näch­sten Tages aber steht noch die Feuersäule als Heller Widerschein achteraus an der Kim«.

U-Boot" treibt im Vorfeld?

Seltsame Begegnung mit einem englischenEtwas-

Bon Kriegsberichter Hellmut H. Führing

PK. Draußen, ein paar hundert Meter vom Strand, trieb Kgend etwas in den Wellen. Die Posten hinter den Maschinen­gewehren hatten zuerst Alarm gegeben. War das ein U-Boot? 2n den Stellungen und bei den Stäben schlugen die Feldfern­sprecher an. Um den großen Molenkopf rundete eines der tlei- «en Hafenschutzboote: Kurs auf dieses treibende Etwas aus Reeling und turmähnlichem Aufsatz.

Von Land her glitten Hunderte von Gläsern den Kurs der Bootes mit. Die Männer an Bord machten die Hälse lang: «in richtiges Schiff schlingerte dort drüben im Seegang. Ein Dutzend Meter lang, drei, vier Schritte breit, am Bug ein Signalmast und aus dem Türmchen., eine Sevde-Antenne. Fast «ie ein U-Boot im Kleinformat, wenn nicht eben statt des -iecks «ine Treppe gewesen wäre, deren Stusen ins Wasser führten. Auf der Brücke und hinter den Geschützen machten die Männer zuerst runde Augen. Dann raffelten die Maschinentelsgrafen. Minuten später pendelte das seltsame Fahrzeug im Kielwasser des Bootes dem Hafen zu.

Die Tür im Ausbau war leicht zu öffnen. Ein kurzer Nieder« gang: man stand i« einer Kabine. Rechts und links zwei Kojen übereinander, ein Klapptisch, dort stand ein Petroleum­kocher, und hier war die Frischwasssrtonne. In der Ecke neben der Tür eine Sende-Anlage.

Jetzt wißen wir Bescheid: Di« Strömung hat irgendwo vor der englischen Küste eine britische Seenotboje losge­rissen und gegen unsere Küste abgetrieben. Wenn das Inhalts­

verzeichnis an der Wand recht hatte, muß in den Schränken Wäsche und Proviant sein und eine kleine Bibliothek mit aller­lei Spielen. Aus einem Stapel bunter Magazine rollt ein farbsrohes Kästchen Den Namenszug auf dem Etikett kennen wir doch! Natürlich! Eine Hohner-Mund Harmonika. Und da steht ja auch: Made in germany Von deutschen Jägern abgeschossene Tommics spielen in einer Secnotboje auf einet deutschen Mundharmonika'Home, sweet Home . . Die Welt­geschichte liebt ja bisweilen solche Scherze am Rande.

Die Seenotboje verschwindet im Seezeichenlager. Der Woll- swcater, der Unterwäsche nnd Strümpfe nimmt stch die Woll- sammlung an.

Die MMtzrlliiWfe im LUc»

Höhengeläade gegen sechsfache Uebermacht gehalten

DNB. Berlin, 26. Febr. Starke bolschewistische Kräfte versuch­ten tagelang, ein von bayerischen und schwäbischen Truppen verteidigtes beherrschendes Höhengelände im Nordleil des südlichen Abschnittes der Ost­front zu erobern. An der Tapferkeit der hier stehenden deutschen Verbände zerschellten alle diese Angriffs unter schwer­sten Verlusten für den Gegner. 2m Brennpunkt der Kämpfe stand ein Bataillon eines bayrischen Infanterie-Regiments. Nach starker Artillerievorbereitung griffen die Bolschewisten das Bataillon mit sechsfacher Uebermacht an. Besonders die 1. Kom­panie des Regiments mußte den ganzen Tag über dem Ansturm von zwei feindlichen Bataillonen standhalten. Der erste groß­angelegte Versuch der Bolschewisten, die Stellung der Kom­panie zu überrennen, wurde unter blutigen Verlusten abge­schlagen. Daraufhin belegten die Bolschewisten in der folgenden Nacht die deutschen Stellungen neun Stunden lang mit schwer­stem Feuer aus allen Rohren und führten am frühen Nachmit­tag wiederum ihre Menschenwalze gegen die Höhe vor. Wieder lag der Schwerpunkt des feindlichen Angriffes bei der 1. Kom­panie, gegen die diesmal nicht weniger als vier bolschewistische Bataillone anstürmten. Trotzdem wichen die Männer diefer Kompanie keinen Zoll. Selbst die schwersten Verluste, die die Bolschewisten bei ihren Angriffen erlitten, hielten die Angreifer nicht von den immer neuen Versuchen ab, das Höhengelände an stch zu reißen. Wieder hämmerten sie mit Artillerie und schwe­ren Infanteriewaffen auf die deutschen Stellungen ein und kaum ein einziger Unterstand war unbeschädigt und nicht ein­gedrückt. Während die folgende Nacht verhältnismäßig ruhig verlies, rollten vom frühen Morgen des nächsten Tages wieder­um unzählige feindliche Angriff, gedeckt durch das unübersicht­liche Gelände mit seinen zahlreichen Schluchten und Mulden, besonders gegen den Abschnitt der Kompanie, die sich bald von zwei Seiten von den Bolschewisten in Bataillonsstärke angegrif­fen sah. Ueber die Leichen der an den Vortagen bereits Gefal­lenen hinweg stürmten die Bolschewisten vor. Im Feuer aller Waffen, das den Angreifern aus der Stellung der Kompanie entgegenschlug, brach Welle auf Welle zusammen. Die Höhen­stellung blieb sicher in deutscher Hand.

Deutschs Truppen schlugen am 21. Februar an mehreren Stel­len im mittleren Frontabschnitt wiederholte Feindangriffe, die zum Teil von Panzerkampfwagen unterstützt wurden, zurück. Non 14 eingesetzten bolschewistischen Panzerkampfwagen wurden neun neuester Bauart vernichtet. Bei der Säuberung eines Waldgeländcs von versprengten Resten der vor einigen Tagen vernichteten bolschewistischen Armee wurde eine Feindqruppe nach kurzem Kampf zur Uebergabe gezwungen und 200 Ge­fangene eingebracht. Eine vorübergehend in feindliche Hand ge­fallene Ortschaft an anderer Stelle wurde zurückerobert. Dabei ließen die Bolschewisten 133 Tote aus dem Gesichtsfeld zurück, während 128 Bolschewisten gefangen genommen wurden. Bei zahlreichen Kampfhandlungen an anderer Stelle des mittleren Fröntabschnittes verlor der Feind am 24. Februar Hunderte wn Toten und Gefangenen. Zahlreiches Kriegsmaterial, darunter Panzerkampfwagen, Geschütze, Granatwerfer, Schlitten und Pferde wurden erbeutet oder vernichtet.

Murmanbahn Lei Kandalakscha unterbrochen

DNB Berlin, 26. Febr. Deutsche Jäger bekämpften am 25. Fe­bruar mit Bordwaffen Bahnanlagen und feindliche Fahrzeug­kolonnen an der Front im hohen Norden. Mit Bordkanonen wurde eine Reihe bespannter Schlitten angegriffen. 2m Rahmen der fortgesetzten Angriffe auf die Murman-Banhn, deren 2n- ftandsetzungsarbeiten ständig durch deutsche Luftangriffe wieder gestört wurden, konnte wiederum eine beträchtliche Unterbre­chung erzielt werden. Wie bereits gemeldet, wurde diese Unter­brechung bei dem Angriff auf den Bahnhof Kandalakfcha erzielt.

An der finnischen Front versuchten die Bolschewiken an zwei Stellen über das Eis zweier Seen mit je einer Kompanie vor­zustoßen. Sie wurden unter wirkungsvolles Feuer genommen und von finnischen Flugzeugen bekämpft, so daß sie sich wieder zurückziehen mußten. Ein finnischer Stoßtrupp griff eine sowje­tische Feldwache an und vernichtete sie. An anderer Stelle säu­berten finnische Truppen das Gelände von Feindresten.

Siegreiche Abwehrschlacht

Die ungeheuren Leistungen unserer Infanterie

Von Kriegsberichter Walter Bravdecker

(PK.) Auf der großen Karte, die an der Wand des einfachen Zimmers hängt, zieht ein Buntstift drei kleine Halbkreise Die am heutigen Tage von ungeren Truppen erreichten Stellungen werden markiert. Es ist das Zimmer des JA. eines Ar-ee- korps. Die drei blauen Halbkreise schließen die letzten Felder eines Kreises, der aus vielen diesir kleinen Farbstriche gebil­det wird. Ein Ring ist geschlossen. Inmitten ! eses Ringes befinden sich die Sowjetdiviflonen, denen ein vcn Nor­den her geführter Durchbruchsversuch im mittleren Frontabschnitt gelungen ist, die in der Hossnung weiter vordrängen, eine bedeutende Straße zu erreichen.

Der Plan war schlau. Seine Ausführung schlecht. Blind­lings sind die Sowjets vorgestoßen Alle ihre Anstrengungen, die Durchbruchsstelle offen zu halten, find durch unsere links und rechts dieser Durchbruchsstelle eingesetzten Divisionen zu­nichte gemacht worden. Unerbittlich schloß stch das Loch, von Osten und Westen her. Damit wurde die Lebensader gejxerrt, die den eingedrungenen Sowjets Verstärkungen und Nachschub bringen sollte.

Der Apparat einer ganzen Armee geriet in Bewegung. Re­serven wurden auf schnellstem Wege herangeführt und bedrohte Stellen durch Stützpunkte gesichert, dem weiteren Vordringen der eingebrochenen Kräfte halt geboten. Der leere, von unseren Truppen besetzte Raum, in dem die Sowjets operierten, würbe Kampfgebiet. Bon Osten und Süden schoben sich, allmählich den Ring schließend, die neu eingesetzten Kräfte den Ein- dringlinaen entaeaen.

Nun ist es so weit. Die Vernichtung der eingebrochenen «o- wjetdivisionen beginnt.

Eine Panzerdivision hat den Auftrag erhalten, verschiedene Dörfer zu besitzen. Wir haben Zeit. Alle zur Verfügung stehen­den Waffen können in fast exerziermäßigem Zusammenwirken eingesetzt werben. Panzer und Schützenpanzerwagen nahmen in rasantem Angriff die befohlenen Dörfer. Am gleichen Tag nimmt ein Infanterie-Regiment die Nachbardörfer, unterstützt durch schwere Artillerie. Es ist den Bolschewisten nicht ge­lungen, schwere Waffen, also Artillerie, mit sich zu führen. Wenige Palgeschütze und einige schwere Granatwerfer haben sie auf Schlitten mitgebracht. Ihr Angriffsziel war die Statt M., aus der nun der Angriff nuferer Panzerdivision rollt.

Die Luftwaffe greift mit Stukas und durch Tiefangriffe unserer Zerstörer in den Erdkampf er». Die sowjetischen Kräfte haben sich verzettelt. Berpslegungsschwierigkeiten haben ihre Konzentrierung verhindert. In weitestgehendem Maße müsst« sie sich von dem ernähren, was sie der Bevölkerung in den vo« ihnen besetzten Dörfern wegnehmen können. Es sind neue, weit aus dem Osten der Sowjetunion herangesührte Kräfte.

In dunkler Nacht marschieren sowjetische Kräfte in Batail- lonsstärkc auf unsere Stellungen zu. Ihr Tun ist unbegreiflich. Posten bemerken sie. Auf wenige Meter, es sind knapp hundert, werden sie durch das zusammengesaßte Feuer der alarmierte» Kompanien zusammcnkartätscht. In wirren, grauenhaften Hausen, wie sie der Tod auf der Flucht und im Marsch noch ereilte, decken sie den Grund einer Mulde. Hunderte sind es, die hier mit einem Schlag und innerhalb weniger Minute« vernichtet wurden. In den Dörfern ist der Anblick nach unseren« Angriff nicht anders Gefallene, Gefallene und wieder Gefal­lene. Unermeßliche Vlutopser bringen die eingedrungenea Sowjetkräfte.

Die riesigen Verluste der Sowjets erwecken nur zu leicht den falschen Eindruck, daß der Kampf unserer Infanterie doch nicht allzu schwierig sei. Gerade diese Ansicht ist der größte Irrtum, der entstehen könnte. Zäh, verbissen und heimtückisch, in jeder. Situation noch gewillt, anzugrcifen, das ist das Mahre Bild de» Gegners. Nie aber wird cs möglich sein, die Entbehrungen M die Anstrengungen, die unsere Infanteristen in diesen Abwehi- kämpsen auf sich nehmen, in Worten zu ichildern. Worte reiche» nicht aus.

Schnee liegt über dem Land, und jeder Schritt muß erkämpft werden. Die eisige Kälte macht die Glieder erstarren und die Finger würden am Eisen der Waffe sestkleben, griffe man sie mit bloßen Händen an. Vorne aber brennt das Dorf, das heute ge­nommen wird. Zäh wehren sich die Sowjets, und für manche« von uns ist es die Stunde in der er sein Leben erfüllt. 2» diesem brennenden Dorf, von dem kaum ein Haus stehen bleibt, wird die Kompanie heute übernachten. Wo? An den schwelen­den Balken, in einem Schneeloch, in der windgeschützten Eck« eines ragenden Hausrestes? Noch wißen die Männer nicht wo, wißen nur, daß sie in diesem Dorf übernachten werden, unge­achtet der Kälte, ungeachtet der Entbehrungen. Kommt die Ver­pflegung nach oder werden sie abends mit knurrendem Magen ihr Lager, das gar kein Lager ist, beziehen? Werden sie nach einer durchfrorenen Nacht mit froststarren Gliedern erwache» und nichts von warmem Tee, von warmer Verpflegung ver­spüren, bis dann, wenn nicht inzwischen der Angriff weiter­geht, die Verpflegung nachgekommen ist? Vielleicht kauen si« nur den harten Zwieback der eisernen Ration und versuchen, das gefrorene Fleisch in der Büchse aufzutauen ...

Vielleicht ist das nächste Dorf weniger versehrt und sie fin­den in seinen Häusern Unterkunft. 2n den Stuben dieser Häu­ser werden sie dann zu zehn, zu fünfzebn und vielleicht noch mehr liegen. Die Postenstände mäßen dann besitzt gehalten werden. Fast ununterbrochen dauern diese Anstrengungen fort, werden noch solange anhalten, bis die letzten Reste der eingedrungenen Sowjets vernichtet sind.

Das Leichenfeld, das die vorgehenden Kompanien und Regi­menter in den genommenen Dörfern zurücklaßen, ist trostlos. Die schwarzen Punkte, die weithi« das Feld bedecken, können keine Gräber finden. Wer soll den steinhart, tiefer als zwei Meter gefrorene« Boden aufgraben, soll die unzähligen Sowjets Zu­sammentragen? 2etzt bleiben sie im Schnee liegen. Nur de« eigenen gefallenen Kameraden wird ein G->b geschaufelt. Eine Sprengladung jagt das harte Erdreich hoch, und ein Kreuz im Schnee, vo» harten Männerfäuste» zusammengefügt, besagt, daß hier einer sein Leben gegebe» hat in diesem unerbittliche« Kampfe im Oste».

Vom Kriegsschauplatz in Oftaßen

Stockholm» 26. Febr. Das Schicksal Ranguns scheint besiegelt zu sein. Wie der Neuyorler Korrespondent vonNya Dagligt Allehanda" meldet, haben die Briten Rangun ange­zündet. Die Stadt ist ein einziges Flammenmeer. Die japa­nischen Truppen stehen ichon jetzt kaum 10 Kilometer von Lek Burmastraße entfernt.

Nach einem Sonderbericht der ZeitungTokio Asahi Schim- bun" von der Philippinensront wird der Fall der letzten ame­rikanischen Verteidigungsstellungen auf der Bataan-Ha!b- insel als unmittelbar bevorstehend angesehen. Bei heftigen Bombenangriffen gegen die Belagerten zerstörten japanische Marineflugzeuge am 23. Februar den Leuchtturm aus Kap Sa» Augustin, aus dem die USA.-Truppn eine Funkstation einge­richtet hatten. Wie Domei weiter meldet, gelang es japanische» Minenräumbooten, die in der Umgebung der Insel Luzon ope­rieren, zahlreiche Minen zu räumen und außerdem zwei Han­delsschiffe aufzubringen.

Das Kaiserliche Hauptquartier gab am Donnerstag bekannt, daß die japanische Heereslustwasfe ihre durchschlagenden Unter­nehmungen jur Vernichtung der restlichen alliierten Luscstrelt« kräste auf Java fortgesetzt und öabei am 25. Februar bei einem vernichtenden Angriff auf den Flugplatz von Kalidjatic insgesamt 37 feindliche Flugzeuge abschoß oder am Boden zer­störte.

Der japanische Vorstoß auf Kalifornien

Tokio, 26. Febr. (Oad) Die Tokioter Zeitungen geben ihrer Begeisterung über den am 23. Februar erfolgten kühnen javani­schen ll-Vootangriff auf den Küstenplatz in Kalifornien Aus­druck. Sie berichten, daß Elwood (etwa 170 Kilometer nord­westlich von Los Angeles) von dem U-Boot angegriffen wurde.

Die ZeitungTokio Ritscht Nitschi" unterstreicht, daß der An­griff in einer Entfernung von 6000 Meilen vom japanrsche« Festland erfolgte.Kokumin Schimbun" steht in dem Angriff «men Beweis für die Schwäche der Pazifik-Küste. Die Zeitung gibt Roosevelt den Rat, nicht von einer Hilfe von Tsch'.angkar« fchek, Burma oder Niederländisch-Indien zu sprechen, denn all« Routen des Pazifik befände« sich in japanische» Hände«.