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Kumik.
Deutschland.
* Endlich ist aus Zanzibar das Telegramm eingetroffen, das die in Baga- moyo erfolgte Auslösung der bislang in arabischer Gefangenschaft befindlichen deutschen katholischen Missionare bestätigt. Man hatte schon gezweifelt, daß die Gefangenen der zivilisierten Menschheit wiedergegeben werden würden. Volle Anerkennung verdient der Eifer, mit welchem sich das deutsche Auswärtige Amt der Angelegenheit der gefangen gewesenen Missionare von Anfang an gewidmet hat und über den glücklichen Ausgang der Sache wird daher jedenfalls auch in Berlin nur Genugthuung herrschen.
Der patriotische Bierbrauereibesitzer Maag in Sigmaringen hat aus Anlaß den 70jährigen Militärdienstjubiläums des Generalfeldmarschalls Grafen v. Moltke an den hohen Jubilar ein eigens zu diesem Zweck gebrautes Faß Bier mit einer kunstvoll ausgeführten Gratulations-Adresse gesandt.
Württemberg.
In gewissen Kreisen in Stuttgart bringt man die Besuche des Hrn. v. Mittnacht in Berlin bei Sr. Majestät dem Kaiser und bei dem Fürsten Bismarck in Verbindung mit der Jubiläumsfeier unseres Königs, zu welcher Kaiser Wilhelm beabsichtige wiederholt nach Stuttgart zu kommen, um mehrere Tage zu Besuch zu verweilen. Wir stehen nicht an zu sagen, daß diese Vermutung wohl diejenige ist, welche den Thatsachen am meisten entsprechen wird.
Reutlingen, II. März. Der 6. August, der hundertjährige Geburtstag Friedrich Lifts, wird hier festlich begangen werden. Auf Anregen des Gewerbe- Vereins werden sich die verschiedenen Vereine der Stadt über die Art in's Einvernehmen setzen, in der das Andenken des großen Mannes, auf den Reutlingen stolz zu sein das größte Recht hat, würdig gefeiert werden soll. (S. M.)
Reutlingen, 12. März. Vater Werners Geburtstag ließen die Hausgenossen des Bruderhauses nicht vorübergehen, ohne das Gedächtnis des großen Toten gebührend geehrt zu haben.
Rottweil, 12. März. In einem Zylinder der Pulverfabrik explodierte chemisches Pulver, wodurch 7 Arbeiter, darunter 2 nicht unerhebliche Brandwunden erlitten.
R o t t w e i l, 13. März. Heute nachmittag ist in einer der bei dem Unglück in der Pulverfabrik verbrannten Arbeiter, der 30 Jahre alte unverheiratete Eberhardt Storz von Deißlingen, im hies. Krankenhause gestorben, lieber die Entstehung des Unfalles herrscht, wie gewöhnlich bei derartigen Vorkommnissen, vollkommene Unkenntnis; sicher ist, daß seitens der Geschäftsleitung alles aufgeboten wird, die Betriebssicherheit nach allen Richtungen hin zu steigern. (S. M.)
Aus dem Oberamt Mergentheim, 10. März, berichtet man dem „Schw. Boten": „In Reinsbrvnn wurde kürzlich aus einer Konkursmasse das zu 6950
Mark taxierte Anwesen des Gemeinschuldners K. öffentlich versteigert. Eine Gesellschaft von 10 Ortsangehörigen vereinigte sich und überbot die anwesenden Händler bis auf 8795 c/U, worauf ihr das Gut zugeschlagen wurde. Die Steigerer verteilten die Güter unter sich und bezahlten bar."
Mergentheim, 11. März. Man schreibt dem „Hall. Tagbl.": Eine für Verwaltungsbeamte wie für Geldinstitute wichtige juristische Frage liegt gegenwärtig dem Reichsgericht zur Entscheidung vor. Der Gemeinderat in Vorbachzimmern hatte vor einer Reihe von Jahren ein dortiges Anwesen taxiert und auf Grund dieser Taxation hat die hiesige Oberamtssparkasse Geld auf dasselbe gegen Unterpfand geliehen. Der Schuldner kam in Gant, das Anwesen wurde verkauft, der Erlös reichte aber nicht hin, den Pfandschein zu decken. Nun klagte die Gläubigerin gegen den Gemeinderat Vorbachzimmern auf Zahlung des Fehlbetrags, wurde jedoch vom Landgericht Hall mit ihrer Klage abgewiesen; auf deren Berufung erkannte das Oberlandesgericht, daß der Gemeinderat den Abmangel zu ersetzen und die Kosten zu tragen hätte. Der letztere hat nun Berufung an das Reichsgericht eingcreicht.
Neuenbürg, 15. März. Die Frühlings-Vorboten haben sich und uns sehr getäuscht; wir stehen heute in voller Winterlandschaft.
Ausland.
Paris, 14. März. Die Haussuchungen bei der Patriotenliga wurden heute fortgesetzt. „Republique frany." meldet, die Haussuchungen hätten bewiesen, daß ein vollständiger Mobilisierungsplan behufs allgemeiner Empörung bestehe, in welchem alle Details geregelt seien.
Miszellen.
Schloß Pergenhorst.
Novelle von Maria Widdern.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
Natürlich kam mir die Geschichte sofort verdächtig vor. Ich hatte ja auch schon alle Veranlassung zu dem Glauben, daß man Sie hier willenlos eine falsche Rolle spielen lasse und der Verstorbene nicht Baron Wilchingen, sondern Graf Bergenhorst gewesen. Ich ließ daher die Schriftzüge untersuchen und als sie sich als eine sehr gelungene Fälschung erwiesen, machte ich mich sofort auf, um hier mit einem Donnerwetter, wie man bei uns zu Lande zu sagen pflegt, dazwischen zu fahren. Indessen handelte die Braut Herrn von Guntrun's zu Gunsten des Verlobten im Palast Bonctti. Sie hatte sich als einfaches Kammermädchen in die Dienste der sauberen Gräfin geschmuggelt und durch sie wurden auch unsere letzten Zweifel gelöst.
So, mein Bester, nun wissen Sie Alles, und wir können Sie nur noch bitten, sich an den Gedanken zu gewöhnen, mit uns in die Heimat zurückzukehren. Freilich müssen wir vorher einen tüchtigen Arzt konsultieren. Jetzt aber erlauben
Sie mir, mich auf ein Viertelstündchen z» entfernen. Ich möchte mich nur W Hilfe eines Detektive, der schon zur Hatz ist, der Personen der beiden Verbreche: versichern."
„Du lieber Himmel", rief Richard d» „also in einen Skandalprozeß wird da Namen der Bergenhorst gezogen. Liebe: Glöckner, muß das denn sein? Ich bd Sie um Gotteswillen, lassen sich Sachen nicht auf irgend eine andere M regulieren?"
„Leider nein! Ihre Identität m; gerichtlich wieder hergestellt werden. AK lassen Sie mich, damit die Vögel M Lunte riechen und davonfliegen."
Nur die letzten Worte waren von Lucie gehört worden, die eben erst wiedn in das Gemach trat. — Mit einem tiefe», erleichternden Atemzug folgten ihre Blick nun der Gestalt des Justizrats — das edle Mädchen sandte in diesem Augenblick ein Gebet zum Himmel, daß die Flüchtige» ihren Weg finden möchten, ohne von der Hand der irdischen Gerechtigkeit ergriffe»! zu werden.
Ob die innigeBitte dieses unschuldige« Frauenherzens Gottes Thron erreicht hatte — doch wohl, denn trotz des Steckbriefes, der hinter den beiden Flüchtige» erlassen, schienen sie wie vom Erdbode» verschwunden — zu Lucie's großer Freude, eigentlich auch zur Erleichterung Leos, dessen Versöhnlichkeit es auch lieb schie», wenn die Betrügerin einen sicheren Port erreichte. Es war ihm ebenfalls angenehm, daß er seine junge Ehe nicht »»s Hildas gänzlichen Ruin erbauen durfte und freudig in Schloß Bergenhorst Anziehen konnte.
Da kein zweites Testament Vorhände», so trat natürlich das erste in Kraft utz Leo von Guntrun wurde, wie von Kindheit an bestimmt, Herr von Bergenhors! — mit der Klausel freilich, daß, so lange Baron Richard um Leben sei, diesem die Oberhoheit zustehe.f
Wilchingen hatte übrigens schon m dem Neffen die alte Heimat bezogen, und I unter den lieben alten Bekannten, wieder k in der Behandlung des Schloßarztes,!
erholte sich der Baron zusehends. Jh«n hatte Luft gefehlt — Unterhaltung,
Beides verordnete ihm vor allen Dinge» der alte Sanitätsrat aus Gonten — u«d seine Mittel schlugen an. — Freilich,
gesund konnte er nie mehr werden; aber der greise Kammerdiener, der ihn »»» wieder pflegte, meinte doch : „Die Krämpfe kämen jetzt seltener, als früher." Er
blieb auch dabei, daß der Herr Baron i» der letzten Zeit vor der Abreise nur I« oft die bösen Zufälle gehabt, weil er fick gegrämt, daß Bergenhorst nun nicht iü seinen lieben Leo fallen sollte.
(Fortsetzung folgt.)
(Bei der Testamentseröffnung.) dienter: „Und was bekomme ich fürniemr langen treuen Dienste?" Testamentsvollstrecker (liest weiter): „Meinem laV; jährigen Diener Philipp vermache 2000 — leere Weinflaschen. Den M» hat er bereits zu meinen Lebzeiten gt' trunken." >
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Redaktion, Druck und Verlag von Jak. Meeh in Neuenbürg.
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