Seite 2 — Nr. 285
Nagolder Tagblatt „Der Gesellschafter"
stößig, weis er d.u Eindruck daß den Chine
sen Anrecht geschehen sei, uni) hui; die Japaner als Angeklagte vor Gericht stehen.
Die japanisch.'» EcchuWcAc'llL
Tokio. 4. Dez. Rach ei"'r steriums betragen die Ges. -erlui Beginn des mandschurischen Krieg, Tote, darunter 12 Offizier?, und 27 Offiziere.
in der "Gandschure,
teiiuna des Kriegsmin:- e der Japaner seit dem an> 18. Sevteniber 210 -A3 Verletzt?, darunter
Aus Stadt und Land
Nagold, den 5. Dezember 1931.
Bedenke. Herz, im rohen Lärm der Zeit,
Wo zarte Werte stündlich in Gefahr.
Bedenke, Herz, zum heil'gen Kampf bereit.
Daß die Holdseligkeit die Kraft gebar.
Daß in Mariens Schoß einst geruht Der Siegesheld der Macht und Liebesglut.
Ueber den Tag hinaus
Dostojewski kleidet einmal die materialistische Lebens- emstellung in folgende Worte: „Wenn Ihnen mal ein Mensch sagt: ich will denken, ich leide unter ungelösten all- menschlichen Problemen: ich will lieben, ich sehne mich nach etwas, woran ich glauben könnte: ich suche ein sittliches Ideal, ich liebe die Kunst, oder etwas in diesen Art; dann antworten Sie ihm ohne Säumen energisch und unverzagt, daß all das Quatsch ist, Metaphysik, daß all das Luxus ist, Kinderschwärmereien, Nutzlosigkeit, daß es vor allem ankommt auf den Bauch. Bauch. Bauch, nichts als Bauch, das, mein Gnädigster, ist di? große Heber,zeugung!" Das gleiche meint der sowjelrussische Dichter Majakowski: „Satt haben wir des Himmels Süßigkeiten, nun wollen wir Niesenbrot aus Roggen fressen!"
Mit Schrecken sekien wir, wie diese Einstellung mehr und inehr auch in unserem Volk sich breit macht. Und dahinter gähnt der schaurige Abgrund. Darf es soweit kommen? Es liegt in unserer Hand. Aber nicht mit Schimpfen und Klagen werfen wir einen Damm gegen das Unheil auf. Wir müssen einen anderen Weg gehen. Wenn wir jetzt in der Adventszeit in die Stille gehen und unsere Herzen über den Tag hinaus einer großen, heiligen Ewigkeit entgegenblühen: wenn wir inmitten der Not des Jetzt um eine Helle, frohe Hoffnung wissen: wenn wir noch glauben, lieben, beten lönnen — müssen wir das nicht als eine Gnade empfinden? Und als Armut und Not, wenn ander? nur nock in „Bauch" denken können? Aber Gnade verpflichtet! Gnade sagt: „Du darfst Advent feiern: andern ist das nicht vergönnt. Hilf ihnen, daß auch sie über den Tag hinausgeführt werden!" Nicht mit frommen Sprüchen erlöst man den hungernden Menschen von seinem „Bauchdenken". Das tut allein die helfende Liebe. Sie stillt den Hunger und läßt den, dem ne widerfuhr, etwas ahnen von Wirklichkeit, die hoch über Bauch und Brot liegen. U. kl.
„Der fidele Bauer"
Das beliebte Wiener Operetten-Ensemble Krasensky, welches sich mit seinem ersten Gastspiel bei unseren Theaterfreunden aufs Beste eingeführt har, veranstaltet am Montag, den 7. Dezember, abends 8 Uhr, im T raubensaal noch eine zweite Aufführung und bringt diesmal die berühmte Bolksoperette „Der fidele Bauer" vcn Leo Fall.
Reich an Humor und seelenvollen Eemütsscenen führt uns die Handlung in ein oberöslerreichisches Bauerndorf, wo ein armseliger Landmann seine letzten Ersparnisse aufwendet, um seinen Sohn studieren zu lassen. Dieser hängt in inniger Liebe an seinem Vater, bis er als Professor an seinem Hochzeitstage in schwere Verlegenheit kommt den einfachen Landmann seiner Frau und den Schwiegereltern ans höchst distinguierter Familie vorstellen zu müssen. Tief erpört über das ungebildete Benehmen des alten Bauern u. seiner Verwandtschaft zieht sich d. vornehme Gesellschaft zurück bis endlich den studierten Herrn Sohn die Kindespslicht daran erinnert, seinen Vater in Schutz zu nehmen. Schließlich löst der goldene Humor der Bauersleute das Dilemma und versöhnt anerkennen die Schwiegereltern den bäuerlichen Schwiegervater. In dieser Handlung flechten sich hochkomische und drollige Situationen und prächtige Melodien winden sich wie ein reicher Blütenkranz durch die ab
wechslungsreichen Begebenheiten auf der Bühne, so daß sich Ernst und Humor die Waage halten und das Publikum von der ersten bis zur letzten Scene in Spannung bleiben. Wir können daher den Besuch dieser Aufführung, die zu den besten des Ensembles zählt, unseren Theaterfreunden nur bestens empfehlen. Karten sind im Vorverkauf in der Buchhandlung Zaiser erhältlich.
Volksbühne „Glück auf" — Cannstatt
Wir werden gebeten, auch an dieser Stelle aus die Vorstellungen der Volksbühne „Glück auf" hinzuweisen. Auf dem Programm ist zu lesen „W ennDu nocheine Mutter hast" und „Der schönste Gewinn". Die Spielzeiten sind um 4.15 und 8.15 Ahr.
Borträge in Nagold und Tübingen
Wie aus dem Anzeigenteil hervorgeht, ist am Samstag abend wieder „allerhand geboten". Zunächst hat die Bürgerpartei in den Traubensaal einberufen, wo M.d.L. W i der um 8 Uhr des Abends über „Brünings Mißerfolg" sprechen wird. Zu gleicher Zeit spricht M.d.L. Prof. M ergenthaler von der NSDAP, im Löwensaal über das Thema „Der Entscheidung entgegen — Hitler auf dem Marsch."
Eine weitere Versammlung ist im Anzeigenteil für Tübingen augekündigt. Man schreibt uns hierüber: Am Donnerstag, den 10. Dezember 1931, abends 8 Ahr, spricht in Tübingen (Schillersaal des Museums) der ehemalige Freimaurer und Johannismeister der Loge „Leopold zur Treue", Karlsruhe, Rechtsanwalt Robert Sch neider aus Karlsruhe über:
„Die Verbrechen der Freimaurerei im Deutschen Volke" „Das Wirken der Freimaurerei in den Parteien".
Auf diesen aktuellen, hochinteressanten Vortrag, bei dem Vorführungen aus dem geheim gehaltenen Ritual (Brauchtum) und aus den Katechismen der Freimaurer einer breiteren Oeffentlichkeit Einblick verschaffen in die Geheimnisse der Logen, möchten wir hiermit nochmals Hinweisen.
Brandfall
Heute morgen gegen 149 Ahr wurde die Weckerlini? in die Freudenstädterstraße gerufen. Dort war in dem dem Schreinermeister Eiinther'schen Wohnhaus angebauten Schopf auf bisher nicht aufgeklärte Weise Feuer ausgebrochen. Das Feuer griff bei dem starken Wind auf das Wohnhaus über, konnte jedoch durch das schnelle Eingreifen der Wehr bald gelöscht werden. Auf der Bühne scheint das Feuer größeren Schaden angerichtet zu haben, wogegen die Wohnräume z. T. lediglich durch Wasser beschädigt wurden. Im Schopf war die Rauchentwicklung derart stark, daß dort die Wehrleute mit der Easschutzmaske arbeiten mußten.
Der Nikolaus komm! am 6. Dezember. In vielen Gegenden Deutschlands kommt er wirklich mit Sack, Rute und einem riesigen weißen Bart, um die bösen Kinder zu strafen und in seinen Sack zu stecken. Den guten aber, die das Jahr über brav gewesen sind, denen bringt er Aepfel, Nüsse, Lebkuck>en und andere feine Sachen. Kein Wunder, daß dort, wo man den Nikolausbrauch noch kennt, die kleinen Kind'erherzen schon Tage vorher bange pochen. Wird der Nikolaus — da und dort wird er auch Pelznickel und Pelzmärte genannt — die Rute oder die Belohnung bringen? Auch die Erwachsenen haben ihren Nikolaustag. Ihr Nikolaustag kann jederzeit sein, jeder Tag, an dem. sie dis Belohnung für erfolgreiches Mühen einheimsen dürfen, jeder Tach an dem sie für Fehler bestraft werden.
Wilkendorf OA. Freudenstndt, 4. Dez. V a t e r m v r d. Der 27jährige Dachdecker Christian Gaiser hat am Mittwoch abend im Streit feinen bei ihm im Ausdina wohnenden Vater, den 60jährigen Holzhauer, Christian Gaffer, erstochen. Zwischen beiden war es, seit der Vater vor zwei Jahren sein Anwesen an diesen Sohn verkauft hatte, öfters gu Streitigkeiten gekommen.
Sportoorschau
Morgen steigt auf hiesigem Platze das letzte Ver- bandsspiel dieser Runde. Unsere Mannschaft har dann noch ein i-prel auswärts und zwar in Essringen zu bestreiten, für welches jedoch der Termin noch nicht festgelegt ist. Morgen muß die I. Elf unseres Nachbarvereins Emmingen hier antreten. Mit viel Glück und Eifer konnte letztere bei dem Vorspiel in Emmingen auf dem kühlen Berg bis 20 Minuten nach Halbzeit 0:k führen. Manchem Anhänger von Nagold ist es dabei warm
Samstag, den 5. Dezember IMz
geliefert. Bei der morgigen Begegnung wird Emmingen sich bestimmt wieder von seiner besten Seite zeigen und da auch Nagolds I. Elf sich seiner Pflicht bewußt ist, darf man nieder ein interessantes Treffen erwarten. Das Vorspiel in Emmingen konnte Nagold zum Schluß »och 1:-! entscheiden. Spielbeginn IGl Ahr, t.lä Ahr Iugendmannschaften. . sich
Letzte Nachrichten
51 Kommunisten festgenommen.
Recklinghausen. 5. Dez. In den Abendstunden des Freitag drangen Beamte der hiesigen politischen Polizei und der Schutzpolizei überraschend in eine Wirtschaft der Her- nerstraße ein. wo gerade die KPD. einen kommunistischen Schulungskursus abhielt, beschlagnahmten umfangreiches belastendes Material und nahmen 51 Personen fest, die in Haft behalten wurden. Sie werden sich vor dem Richter zu verantworten haben.
Redeverbot für den Reichstagsabgeordneten Dr. Göbbols.
Berlin, 4. Dez. In einer öffentlichen Versammlung der Nationalsozialisten im Sportpalast, in der heut? abend u. a. der Reichstagsabgeordnete Dr. Göbbels sprechen sollte wurde zum Beginn vom Versammlungsleiter mitgeteilt daß Dr. Göbbels das Reden polizeilich verboten morsen sei.
Hilferufe eines deutschen Dampfers.
Norddeich, 5. Dez. Der Dampfer „Theodor", der sich zurzeit in der Nähe der niederländischen Küste befindet ineldet funkentelegraphisch, daß er hilflos infolge Steuer- bruches gegen das Afer treibt. Die SOE.-Rufe wurden um 1.30 Ahr aufgenommen. Es handelt sich wahrscheinlich um Len deutschen Dampfer der Gribel-Reederei. der 919 Vrutto- registertonnen groß ist.
Wieder ein Lohngeldraub! Täter erbeuten 2100 Marl.
Berlin, 5. Dez. In derselben Stunde, in der gestern nachmittag im Margarinewerk Eidelstedt ein Naubiiber- sall verübt wurde, sind auch in Berlin-Neukölln Lohngeld- rüuber mit Erfolg tätig gewesen. Die Täter sind in diesem Falle drei junge Burschen. Sie überfielen den 70jährigen Boten einer Baufirma, als er mit 2100 Mark Lohngeld auf dem Wege nach einem Neuköllner Neubau war. Die drei Räuber, die auf einem Motorrad mit Beiwagen saßen, hielten plötzlich in einer menschenleeren Straße neben dem Boten an, versetzten ihm einen Schlag auf den Kopf und entrissen ihm die Aktentasche mit dem Gelde. Ein Begleiter, der dem alten Boten zur Sicherheit mitgegebeu war, lonnte den Raub nicht verhindern. Die drei Burschen sind auf dem Motorrads unerkannt entkommen.
Hinöenburg Hofenband-Rffier? „Chikago Tribüne" meldet aus London, in diplomatischen Kreisen spreche man davon, König Georg wolle Hindenburg den Hosenbandorden, die höchste britische Auszeichnung, überreichen lassen. Das Blatt fügt hinzu: „So phantastisch es auch klingen mag, es ist doch offenbar, daß in dem neuen Kabinett eine offene Neigung besteht, mit Deutschland freundschaftliche Beziehungen zu «unterhalten. Die Ordensübertragung werde wahrscheinlich zu Beginn des nächsten Jahrs erfolgen. Ein solcher Entschluß würde bedeuten, daß England mit Deutschland in der Schulden- und Abrüstungsfrage sich „vollkommen identifizieren" wolle."
Das Befinden Dr. Schachts zufriedenstellend. Wie das Städtische Krankenhaus Waren mitteilt, hat die Untersuchung des früheren Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht ergeben, daß ihm bei dem Autonnfall keine inneren Verletzungen zugefügi worden sind. Das Befinden ist zufriedenstellend.
Briefkasten der Schriftleitung Nach Emmingen! Ihr Wahlvorschlag wandert in den Papiertorb, Sie vergaßen nämlich Ihren Namen anzu- geben.
Beilagenhinweis.
Unserer heutigen Beilage liegt ein Prospekt der Firma Moritz Gerwig, Spielwarenhaus. Pforzheim, beim Sedanplatz, bei, den wir unseren Leserinnen und Lesern zur Beachtung bestens empfehlen.
Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten
Walddorf
Letztes Wort!
Liebe Mitbürger!
Gebt IM Wr 3 Ammen
Er hat sich aus eigener Kraft in die Höhe gearbeitet und hat schon vieles für unser Vereinswesen geopfert. Darum habt Einsicht und lest Sirach Kap. 20., V. 7
and wählt Jakob Bitzerl
Rohrdorf.
Ernstgemeinter
Wahl-Borfchlag.
Wählt aufrichtige verantwortungsbewußte Männer: 1378
Ernst Sitzler, Kaufmann Gottl. Reichert, sr., Schreinerm. Friedrich Sackmann, Schmied Karl Walz, Landwirt.
3 m Sinne vieler Wähler.
D LT» HVeikiTarkS«»» i
> L«rei»L- 81 «tke j
z LU8^Vo1l6,86106,8Lint Z
Z Lokunnt Srööte Zu 8 vvull! D
Z ßule Dualitäten u. niesterste Meise Z
> I
- Ltullgart, 0ji3r1otl6N8tr. 9 , Leks Orbanstr. D
Z ^Vn beicksn LonntsASn vorlVeibnacLtsn ASvkknet. - ZlMIMM»WIMMIIIIlI>»lIIIIIlWlImmWlN!MM,WIl»IIIM,I1IIIIIIMIWII>>MI»IlIIlIl>III»IIIWII»II>IIImI
Nilllerbneker ' iVIsIdücker sVlnrekenbilüer- Lucker
sinci ctie treuste festes Xinstes! 1369
Von 15 kkenniA sn in grökter ^uscvskl
LeLkM rokart
I verü. vook kdi-üede tlsiü.
I?srs. 2 v.Lrriodt. 6 iv.Ll 3 .- I sedivev-üsiwstrloksrei,-.
VT Ir Kiste»
s üuroL RliokLauk äsr I t.''tzrti§vars Aaravtlert
s 1»«re»LeiL LoLei» s Verdienst.
I Ltziv Risiko v. Vor- > Lsrmtv., vvrLI.Aodsr- vrlorä. Vvrl. Lis!
> sokort OratisLvsLvvkt >
kr. I. IlenUiui N lo. »eNIa - «aleiuss 281
I^sksr. von Lsdöräsn
Ehhausen.
Zur GeMilldkraiMhl.
Nachdem Johs. Feuerbacher, Schmiedmeister, altershalber eine Wiederwahl in den Gde - Rat ablehnt, schlagen wir zur Neuwahl seinen Sohn 1333
Georg JevttWer, sWedmisi«
vor.
Biele Wähler.
Dev Iclcm^vvlie (»onAchiaH
ls>Ii iisfmoriircsi c!is l)s§ ecfts OeliäuLS
öeizsHsn.
lentra V/eiknocki'L§ckov bei':
A,! kltauig, «der ,z,g
!??) Kä dlugolrl
'/ZÄAk, gegenüber Hotel kost l . —
vis pmiire