dach gehörigen Walde Hessel stehende junge Buche, im Werthe vvn etwa 1 fl. 2 kr. jn entwenden und das Holz unter sich zu vertheilen und in Ausführung dieses Entschlusses rc. Jäck diese Buche gehauen und fortgeschafft, rc. Lang wurde wegen diesesVergehens zurDimstcnllas- sung mit der Unfähigkeit zur Bekleidung eines nicht vom König un­mittelbar zu besetzenden Amts auf die Dauer von 2 Jahren und znm Ersätze der Kosten verurtheilt. Rechtskonsulent Schwarzmann dahier stand dem Beschuldigten als Vertheidiger zur Seite. 4) Die Unter­suchungssache gegen Margaretha, geb. Rägle, Ehefrau des Taglöh­ners Fr. Braun von Altburg, wegen Diebstahls. Dieselbe hat am 8. Dezember v. I. auf dem Jahrmärkte in Calw dem Krämer Wolf von Sindelfingen von seinen Maaren ein StiicklBarchent von El­len im Werthe von 2 fl. 35 kr. von seiner Bude weg entwendet und wurde wegen dieses erschwerten Diebstahls zum Verluste der bürger­lichen Ehren- und der Dienstrechte und zu 14 Tagen Bezirksgefäng- niß verurtheilt. 5) Die Untersuchnngssache gegen den ledigen Säger- Matthäus Kusterer von Waldrennach, OA. Neuenbürg, wegen Eh­renkränkung. rc. Kustrrer hat den in Ausübung seines Dienstes be­findlichen Polizcidiener Krauth von Waldrennach, als ihn dieser in der Nähe des Wirthshauses zum Rößle wegen Lärmens nach Hause wies, am Halse gewürgt und gepackt, der hernach von dem herbeigc- gekommenen Schultheißen Scheck von da ertheilten Weisung, abzuwar­ten, bis er in das Gcsönzniß abgefnhrt werde, Ungehorsam entgegen­gesetzt, indem er erklärte, er gehe nicht in den Arrest und die Flucht ergriff und als hierauf der Schultheiß und der Polizeidicner der Woh­nung des Beschuldigten zuliefen, denselben von der Stiege aus zugeru- sen:was ,können mir so Lumpenbubcn abbieten'. Kufl er er­würbe wegen mehrfach erschwerter wörtlicher Ehrenkränkung und we­gen Ungehorsams zu 16 Tagen Bezirksgefängniß verurtheilt, von der Beschuldigung der thätlichen Ehrenkränkung gegen Len Polizeidicner aber freigesprochen, weil das Gericht zu Gunsten der Vertheidigung als genügend wahrscheinlich gemacht annahm, daß der Polizeidiener den Beschuldigten unmittelbar zuvor einen Lausbuben genannt and an der Brust gepackt hatte und in der hierauf von ihm an dem Polizeidiener verübten Thätlichkeit eine straflose Erwiederung erblickte.

Stuttgart. Präsident v. Steinbeis ist in die Heimath zurückgekehrt. Don Egypten nahm er den Rückweg über Italien; er hat, seinem lebhaf-ten Interesse Folge gebend, gar manches Mu­seum, gar manche Lehranstalt besucht.

Tübingen. (Schwurgerichtsverhandlungen.) Schluß der An klagesache gegen den ital. Eisenbahnarbeiter Camillo Marc Anto­nio von Arco in Tyrol. Als Zeugen wurden 13 Personen vernom­men, 2 Zeugen, Sembanotti und Nassimbeni,^ die vorher selbst als der Thal verdächtig verhaftet waren, sind unterdessen fortgezogcn, man weiß nicht, wohin. Das Zeugenverhör, namentlich der italienisch re­denden Zeugen, welche nicht deutsch verstehen, ist ein ziemlich lang­wieriges und ergibt im Wesentlichen zur Belastung des A. wenig Anhaltspunkte im Gegentheil wollen einige derselben behaupten, daß der A. es nicht gewesen sein könne, der gestochen habe» sondern daß ein anderer Dritter dem Zanini den tödtlichen Stich beigebracht habe, wie auch einige behaupten, der zuerst verhaftet gewesene nun entwischte Sembanotti habe ihnen seine Thäterschast eingestanden. Die Anklage auf absichtliche Körperverletzung und dadurch v-rschuldete Tödtung lautend, wird zwar von der Staatsanwaltschaft aufrecht erhalten, je­doch zugleich zugegeben, daß die Verhandlung keine vollständige u Be­weise für die Schuld des Angekl. ergeben habe, zumal da Herr -Ar. Frank auf Grund angcstellter mikroskopischer Untersua img erklärte, daß an dem Messer des Angekl. keine Blutspuren, sondern nur Rost­flecken zu erkennen seien. Jedenfalls sei aber der Angekl. der Tödtung in Raufhändeln schuldig zu sprechen, da ja erwiesen sei, daß er mit dem Zanini sich yerumgebalgt habe. Der Herr Vertheidiger, Rechts­anwalt Hahn von Reutlingen, plaidirt nicht nur auf Freisprechung

Reutlingen, 1. Jan. Die Zahl der hiesigen OrtS-Ange« hörigen beträgt nach der letzten Zählung 14,672 Seelen, worunter 14,419 Evangelische, 236 Katholiken, 16 Israeliten und 1 Deutsch­katholik.

H e i l b r o n n, 3. Jan. Gestern wurde die Anzeige gemacht, daß im sogen. Lerchenberg ein Wcingärtner, der einen Acker in einen Wein­berg umzubauen beabsichtigte, auf das Gerippe eines anscheinend jüngere Mannes stieß. Dasselbe lag uur wenige Fuß unter der Oberfläche: Ob hier ein Verbrechen vorliegt, wird die bereits eingeleitete Unter­suchung ergeben.

Jn Pforzheim wurde am 4. Jan. Nachmittags Juwelier SchmitS von Mainz schon längere Jahre daselbst ansäßig in seiner Wohnung tobt gesunden. Derselbe hatte seinem Leben durch Vergiftung mit Blausäure ein Ende gemacht. An demselben Tag Abends halb 7 Uhr wurde Estampeur H. Rieß (geborener Holsteiner), wohnhaft im Thal in Pforzheim, in einem Gärtchen vor seiner Estamperie von Frau Louise Häußler, Hebamme dahier, durch einen Messerstich in das Herz getödtet. Eifersucht soll diese Frau welche schon längere Zeit in einem intimen Verhältnisse zu dem Ge- tödteten stand zu dieser That geleitet haben.

Baden. Friedrich Hecker bietet seine Farm in Illinois zum Verkaufe aus, indem er beabsichtigt, nächstes Frühjahr nach Deutschland zurückzukehren.

/Nach dem am 9. d. abgeschlossenen Vertrage mit dem Spiel­pächter in Baden verpflichtet sich Letzterer, für die Jahre 1870 und 1871 einen Pachtzins von 500,000 fl. jährlich (bisher 300,000 fl.), sodann zu nützlichen Einrichtungen und Verschönerungen, insbesondere zur Ausführung einer Leitung für kaltes Wasser und zum Bau von Gewächshäusern, für beide Jahre zusammen 200,000 fl., endlich als Beitrag zum Betrieb des Theaters jährlich 8000 fl. (seither 4000 fl.), zu bezahlen. (Diese bedeutenden Summen, bieder Spiclpächter zu be­zahlen im Stande ist, geben einen deutlichen Beweis, wie ungünstig die Chancen für dicSpielendcn sind.) Die Regierung hat, im Hinblick daraus, daß die öffentlichen Hazardspielc auf dem ganzen Gebiete deS norddeutschen Bundes mit dem 31. Dez. 1872 ihr Ende erreichen, keinen Anstand genommen, auch den Spielpacht iu Baden bis zu Ende der Saison 1872 zu verlängern.

Karlsruhe. Bei der am 30. Dez. v. I. stattgehabten 96. Gcwinnziehung der badischen 35-fl-Loose erhielten nachstehende Num­mern die Hauptprcise: Nr. 52,377. 87,801, 110,951, 177,589, 200,392, 234,505, 234,521, 309,360, 309,397, 309,700 jede 1000 fl.

? Die Konferenz norddeutscher Statistiker, welche Geh. Rath Dr. Engel ans den 3. Jan. nach Berlin einberufcn hatte, wurde vertagt, um eine Kollision mit den Bcrathungeu der Kommission des Zollbun- desratheS zu vermeiden,swelche am 12. d. zusammentreten wird. Die -Dedersetzung einer solchen Kommission ist schon im Mai vorigen lJahres württtmbergischerseits beantragt worden; sie soll die Statistik der Fläche, der Bevölkerung, der Erwerbsthätigkeit, der Güterbewe­gung, der gemeinschaftlichen Einnahmen des Zollvereins und der Zoll­verwaltung in Betracht ziehen.

Das österreichische Finanzministerium hat einen bestimm­ten Termin und zwar bis zum 31. Januar 1870 gegeben^ bis zu wel­chem Diejenigen, welche ihre österr. Effekten noch nicht zur Umwandlung gebracht, solches zu thun haben. Nachtheile sind vererst noch nicht ange­droht, aber sie werden kommen.

England. London, 28. Dez. Gestern bei der Eröffnung des Theaters in Bristol war das Gedränge so fürchterlich, daß 18 Menschen todtgedrückt wurden. Die Vo rstellung hat dessen ungeachtet stattgefunden.

Spanien. Madrid, 3. Jan. DerJmparcial" (ein der Re­gierung ergebenes Organ) zeigt an, der König Victor Emanuel habe die

Angekl in den Zeugenanöchgen vorlregm, sondern auch auf Befrei- °!fic-elle Antwort an die ipanflche Negierung ergehen lassen, daß er, una von der zweiten Anschuldigung, der Tödtung in Naushändelu, da da d,e Herzogin wo,: Genua ihre Emwill-gung zu der Caudidatm ihres nicht einmal mit GewißlM ans d^ ",aere. den Kefnbken iemer Scbwa-

Angekl. mit Zanini handgemein gewesen sei, was die Hauptforderung des Gesetzes für diesen Fall wäre. Die Geschworenen erhielten 2 Fragen zur Beantwortung vorgelegt, welche sie nach beinahe ein- stündiger Berathung beide verneinten. Auf Grund dieses Wahr- fpruches wurde der Angeklagte vom Gerichtshöfe von der nklage

fr-eigesprochcn und sofort cntlasstn ^! Marschall Serrsno mit der vollen Königswürde zu bekleiden. Auch

im Walde erschossen wurde, schuldig erklärt und vom Schwurgerichts-! -

Hof zum Tode und in die Kosten verurtheilt. Näheres folgt._> __

. .> l.. m.-, > -MX- ' --- Rcdigirt, gedruckt vud verlezt L»n Ä. O eljtlii ger (Hiezu Nr. 2 des UnterhaltuiigsblattK.)

Sohnes beharrlich verweigere, den Gefühlen seiner Schwä­gerin nicht glaube Gewalt aiithim zu dürfen. Jn Folge dessen ist das Ministerium zurückgetretcn, nnr um einem die Versöhnung der Parteien vertretenden Ministerium Platz zu machen. Andererseits ver­sichert die von dem Minister des Innern, Sagasta, beeinflußteJberia" bestimmt, daß Spanien noch im Monat Januar seinen König haben wcrde. Die Negierung soll nämlich damit umgehen, dm Regenten