Schuld- und Pürgscheine

ßnd »orräthig und empfiehlt zu gef. Ab-Kauft und bezahle die höchsten Preise hiefffr ,ihme A. Oelschläger. ^ 2)2 Kürschner Dcuschle.

Einen Kochoseu

hat zu '.'erkaufen

Christian Mörsch.

Tagesneuigkeiten

Calw. Im vorigen Jahr wurde die Regierung vom hiesi­gen Gemeinderath ersucht, den Torfstich bei Würzbach entweder auf Staatskosten wieder zu eröffnen oder einer Privatgesellschaft um einen billigen Preis zu überlassen Hieraus erfolgte in vori­ger Woche von der K. Fvrstdireklion die Antwort, Laß der Torf­stich diesen Sommer noch auf Rechnung des Staats wieder eröff net werde. Wir haben also gegründete Aussicht, daß wir nächsten Winter Torf brennen können unv sind nicht allein auf das theure Holz oder die rußigen Kohlen beschränkt. lieber den Erfolg der Deputation der 3 Oberämter Calw. Nagold. Leonberg, die vor 14 Tagen in Betreff der Eisenbahn beim König war, hörte man bis jetzt so gut wie nichts. Wahrscheinlich sagte man den Herren Deputirten, sie sollen nur zufrieden sein, man werde schon Alles thun, was möglich sei Vorläufig dürsten wir über die Zeit der Deputationen hinüber sein.

Der evangelische Schuldienst zu Tein ach wurde dem Unter­lehrer Wolf zu Althengstett übertragen.

Stuttgart, 6. März. (115. Sitzung der Kammer der Abgeordneten.) Staatsratb v. Renner bringt eine in Folge des Thronwechsels nvthwendige Nachexigenz ein. Fetzer fräst an. ob der Kultminister geneigt sei, der noch immer bestehenden Nolh der Geistlichkeit abhelfen zu wollen; mehr als 100 über 60 Jahre alte Geistliche hätten noch keine 100t) fl. Gehalt, die ge­genwärtige Aufbesserung sei deßwegen für diese Diener nicht ge­nügend. Minister v. Golther: Er habe die Ausbesserung ganz im Sinne der Kammer gegeben; wenn der geistliche llnterstü- tzungssond die Mittel biete, würde für ältere Geistliche eine Zu­lage ausgemittelt werden. Nunmehr geht die Kammer zu der Fortsetzung der Bercuhung über den Etat des Kultministeriums über. Für kirchliche Zwecke exigirt die Regierung 6000 fl , wer­den aber nur 2800 fl. vecwilligt. Für die Geistlichen kaihviischer Confession werden pro 186465 266,054 fl., für die Heiden weiteren Etatsjahre je 266.854 fl verlangt. Lichtenstein glaubt, daß die Äustheilung der Gehaltsaufbesserungen nicht in dem rech­ten Modus vorgenommen werde und droht mit Klöstern und Aus­wanderung. Ueberhaupt, meint er, werbe hiebei einehimmel- schreiende.Sünde" begangen. Minister v. Golther: Der Hr. Red­ner solle sich beschweren, und er werde dann genau untersuchen, ob die beschlossenen Grundsätze angewendet worben seien. Schließ­lich wird die ganze Exigenz genehmigt, ebenso die Exigenz von 51,666 st. 51 kr. für das Bisthum und das Priesterfeminar. 7. März. (116. Sitzung.) Die Tagesordnung, der Bericht der Fiuanztommission über den Etat des Knltministeriums führt zu der Position über die Universität. Ausgeworfen sind 160,050 fl., um 24,050 fl mehr als früher; bewilligt werden 160,250 st. Für Slaatsstipenvien werden. 5556 fl., für Unterstützungen zu wissenschaftlichen Reisen 2500 st verlangt und ohne Beanstan­dung bewilligt. Die Debatte über die nun folgende lanc- und forstwirthschastliche Akademie Hohenheim wird vertagt. 9. März. (117 Sitzung.) Für die fand- und sorstwirthschaftlirbe Akademie Hvdenheim werpen jährlich >6,692 fl l6 kr. ansgeworfen ur d nach einiger Debatte genehmigt. Die jährliche Exigenz "on 6666 fl 28 kr. für die Ackerbauschulen wird gleichfalls ohne Anstand be­willigt. Für eine Weinbauschule, die ans der Domaine Weißen Hof bei Weinsberg errichtet werden soll, werden 10,000 fl. zur ersten Einrichtung und 8000 fl. jährlich exigirt und bewilligt. -Lec Antrag Oesterlen's, eie Regierung zu ersuchen, einen äuge mcffenen Theil des Weinbergs nicht zu verpackten, sondern als Versucksweinberg anzulegen, wird gleichfalls genehmigt. Tie Ta­gesordnung führt nnn zur polytechnischen Schule. Verlangt wer­den ^ür das erste Jahr 59,500 fl., für die beiden andern Jahre je 57,500 fl. Nach längerer Debatte, in der sich der Prälat v. Mehring als besonderer Gegner dieser Anstalt auszeichnet, wird die Exigenz in ihrem ganzen Umfange bewilligt. Schott inter- pellirt nunmehr den Justizminister darüber, ob er den Zeitpunkt

nicht anzugeben vermöge, zu welchem er den schon vor Jahren verlangten Gesetzesenlwurf wegen der Staatspapiere auf den In­haber vorlegen könne? Schließlich theilt der Präsident mit, baß vom Finanzministerium drei Nachexigenzen eingekommcn sind; die eine verlangt 8000 fl. zu Aufbesserung der Apanage des Her­zogs Wilhelm von Württemberg, die zweite weitere 650,000 fl. für Straßenbaulen, die dritte den Gehalt eines dritten Dieners für die hiesige Stadtdirektion. 1(1^ März. (118 Sitzung ) Ein königliches Rescript benachrichtigt die Stände, daß der König das Pensionsgesetz, wie eS aus den Becathungen der Stänkeversamm- lung hervorging, genehmigt Hobe. Für die Baugewerkeschule da­hier werden jährlich 26,608 fl. ausgeworfen, 14,037 fl. mehr als im vorigen Etat. Nach einiger Debatte, in der es sich nament­lich um den Religionsunterricht handelte, wird die volle Exigenz genehmigt und die Tagesordnung führt nun zu der T-ierarznei- schule, sür welche 10,000 fl, 2500 fl. mehr als im vorigen Etat, verlangt und bewilligt werden. Für Gymnasien, Lycecn und an­dere lateinische Anstalten werden zu Besoldungen für die Lehrer gefordert-.j

für 186465 109,554 fl. 4 kr. mehr als seither 17,918 fl. 38 kr.

für 1865-66 110,455 fl 4 kr. 18,818 fl. 38 kr

sür 1866-67 110,854 fl. 4 kr. 19,218 fl. 38 kr

Es entspiniu sich eine längere Debatte, namentlich wegen des hie

sigen Gymnasiums, für das 24,429 fl ausgeworfen sind, 4564 st mehr als im vorigen Etat, namentlich wegen Anstellung von 5 weiteren Hauptlehrern. Weil ein zweiter Hauptlehrer in der Mathematik angestellt und von dem Grundsatz ausgegangen wer­den soll, daß sür Regiminalisten, Kameratisten und Forstleute die Mathematik nützlicher sei, als das Griechische, erhebt sich eine mehrstündige Debatte. Die Griechenjrennde tönnen nicht begrei­fen, wie es Barbaren geben könne, welche die praktischen Kennt­nisse, die die jetzige Zeit gebieterisch verlangt, der tobten altgrie­chischen Sprache vorziehen können, und vermögen cs ebensowenig zu fassen, daß die jungen Leute gewiß kein griechisches Buch mehr ansehen, so bald sie es aus Zwang nicht mehr thnn müssen. Schließlich wird der Antrag des Frhrn. v Ow, einfach die Re- gierungsexigenz zu verwilligen, mit 62 gegen >6 Stimm » abge- lehnk, dagegen der Antrag von Seeger angenommen, den Professor der Mathematik nur provisorisch anzustellen, der Regierung aber die Frage zu ernstlicher Prüfung zu übergeben, ob die Jünglinge, welche die Staatswissenschafren zu ergreifen beabsichtigen, auch fernerhin bei der Maturitätsprüfung von der Prüfung im Grie­chischen entbunden sein sollen. Als sonstiger Aufwand für Liese Anstalten sind für das erste Etatsjahc 7022 st 14 kr., für die folgenden beiden Jahre je 6906 fi. 14 kr. ausgeworsen und wer­den ohne weitere Beanstandung genehmigt.

In Reutlingen wurde am 9 März der älteste Turner Württembergs, Friedrich Krämer, beerdigt. Derselbe wae 72 Jabre alt und nach nur eintägiger Krankheit, der ersten seines Lebens, dem Tobe in die Arme gesunken. An seinem Leichenbe­gängnisse nahmen 10 Vereine Theil.

Der Postpraktikant Hoffmann aus Hollenbach, OA. Künzels- au, welcher auf der Stuttgarter Post Geldpakete im Kesammt- betrag von 2425.000 fl. unterschlug und sich flüchtig machte, aber in Havre verhaftet und ausgeliefert wurde, wurde am 9. März vom Schwurgericht Eßlingen zu 6 Jahren Zuchthaus verurthrilt.

Vor dem Schwurgericht in Ellwaugen wurde am 7. Marz, dem Beginn der Sitzungen des 1. Quartals, Gemeinde- Pfleger Jos Käufer von Martstangen, OA. Gmünd, wegen wider- rrchtcicher Aneignung von 10) st. aus seiner Kasse, deren Rück­erstattung er übernahm, zu einer Arbeitshaasstcafe von 6 Mona­ten vcrurtheili. Der zweite Fall, Anklagesache gegen Jakob Stettner von Lhierbad. wegen versuchten Raubs, .endigte, da eS sich herausst. llte, daß eigentlich nur Muthwillen den Angeklagten veranlaßte, von 3 Mädchen unter Drohungen je 6 kr , später noch weniger zu fordern,. mit Freisprechung.